WK – nix zum „Antifa“-Brandanschlag, dafür aber unnötig viel zu Homo-Ampelmännchen

31.12.2025 21 Von Axel Schuller

Das kann man sich kaum ausdenken. Die linksextremistische „Antifa“ zündet laut eigener „Bekenner“-Nachricht das Auto einer angeblich von Rechten besuchten Gaststätte an – und kein Bremer Medium berichtet darüber. Der örtliche Platzhirsch, die selbsternannte Qualitätszeitung Weser-Kurier, belässt es beim Abdruck einer belanglosen Polizei-Meldung, wonach das Auto eines Restaurant gebrannt habe. Statt dessen „erfreut“ der WK seine Leserschaft in der Silvester-Ausgabe bspw. mit dem Nachdreh einer Grünen Unfugs-Forderung nach „queeren“ Ampeln und der fordernd formulierten Feststellung: „Ampelpärchen lassen auf sich warten.“ bremensogesehen liefert hier und jetzt Details zum Brandanschlag der „Antifa“ gegen ein Lokal in Woltmershausen.

Liebe Leserschaft, auf der äußerst linken, gewaltbereiten Seite des Polit-Spektrums geht gerade die Luzie ab. Der WK berichtete zwar am 27./28.12. über eine Polizeimeldung, wonach (am 23.12.2025, 02:50 Uhr) drei Unbekannte „den Lieferwagen eines Restaurants in Woltmershausen in Brand gesetzt“ hätten. Zu den Hintergründen erfuhr man: null-komma-nix. Dabei konnte man auf einer nicht nur der Polizei bekannten Internetseite (Indymedia) bereits am 23.12.25 um 15:57h ein „Bekenner“-Schreiben von Linksextremisten zum Brandanschlag, gepaart mit einer Drohung, lesen.

Die selbsternannten Hüter der angeblich politisch richtigen Meinung behaupten, in dem Lokal würden Rechtsradikale verkehren. In früheren Berichten von NDR und Radio Bremen sieht man hingegen, dass Polizisten sich zum geselligen Schmaus treffen; dass Menschen wie du und ich zum Essen kommen; dass das Restaurant im großen Stil Catering für Baufirmen, Kirchen und andere bietet. Gleichwohl veröffentlichte die „Antifa“ folgenden Text, den ich ausschnittsweise wiedergebe:

ZITAT ANFANG:

 „Wir haben die Infrastruktur der Faschisten angegriffen. Letzte Nacht brannte es unter einem zu dem Lokal gehörenden Fahrzeug und im Eingangsbereich der Gaststätte.

In der Polizeipresse steht, dass das Feuer nur das Lieferfahrzeug zerstört hat. Die Nachricht verstehen die (…)-Betreiber hoffentlich trotzdem.

Der Angriff ist auch eine Warnung an andere Lokale und Gaststätten: Wenn ihr eure Lokale den Faschisten zur Verfügung stellt, müsst ihr damit rechnen, dass wir euch auf die Pelle rücken. Egal ob es sich dabei um das klandestine Neonazikonzert mit Verbindung zum Rechtsterrorismus handelt oder ob es um den Stammtisch der AfD geht. Niemand kann euch dazu zwingen, eure Räume Faschisten zur Verfügung zu stellen – entscheidet ihr euch dennoch dafür, müsst ihr die Konsequenzen dafür tragen.

Wir vermuten, dass unsere Aktion in der Nachbar*innenschaft wahrscheinlich nicht so gut ankommen wird. Im (…) gehen die Leute nett Schnitzel essen und Bierchen trinken. Doch wenn hier über Jahre nach Feierabend Nazi-Veranstaltungen stattfinden, ist es in unseren Augen vor allem eins: ein Nazitreffpunkt. Wir wollen Faschisten nicht überzeugen. Wir wollen sie aus der Deckung holen und angreifen.
(…)
Gleichgültigkeit ist in einer Zeit sich verstärkender
autoritärer und rechter Zuspitzung keine Option mehr. Wer eine rechte Hegemonie verhindern will, muss sich jetzt den Rechten entgegen stellen.  Niemand erwartet von euch, dass ihr dafür Brandsätze legt oder Faschisten niederstreckt. Es gibt viele Arten sich konsequent gegen Rechte zu engagieren, in allen Lebens- und gesellschaftlichen Bereichen, egal ob in der Nachbar*innenschaft, beim Familienfest, auf der Straße, bei der Arbeit oder in der Schule.
(…)

Gemeinsam mit unseren Mitstreiter*innen stellen wir uns der voranschreitenden Faschisierung entgegen und sabotieren sie so gut wir können. Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln.
Grüße und Kraft gehen an diese Stelle an alle
inhaftierten und untergetauchten Antifas im Budapest- und Antifa-Ost-Verfahren. Lasst euch nicht unterkriegen! Wir draußen lassen uns von der Repression nicht lähmen und führen unsere gemeinsamen Kämpfe fort.“ 

ZITAT ENDE

Bei allem Elan, den Politiker und Journalisten aktuell dafür aufwenden, ein Verbotsverfahren gegen die AfD in Gang zu setzen, gerät die linke Seite des extremistischen Spektrum in Bremen offenbar völlig aus dem Blick.

Frau Innensenatorin Högl, bitte übernehmen Sie!

Abschließend noch ein Blick auf die vom WK so forcierte Idee, Homo-Ampelpärchen zu installieren.

Noch hat der Weser-Kurier zwei Chefredakteure (w/m). Eine ordnende Hand ist gleichwohl nicht immer erkennbar. Nachdem wir Weihnachten mit einem Rührstück über einen Gefangenen malträtiert wurden (angeblich 4 Jahre Knast für Fahren ohne Führerschein), belästigt uns das Blatt in der Silvesterausgabe mit einem erneuten Klopfer. Die Redaktionen verschwendet 92 Zeilen darauf, dass die „queeren Ampelpärchen“ noch immer „auf sich warten lassen“. Ja, warum wohl? Weil Bremen andere Sorgen als derartige Ampeln hat. Das ist dem WK aber schnurzpiepe.

Liebe Leserschaft, es fällt mir leider schwer, meine immer mal wieder aufkeimende Fassungslosigkeit über die einzige lokale Tageszeitung für mich zu behalten. Dabei könnte mir das Blatt, bzw. deren verantwortliche Redaktionsmitglieder dabei helfen. Beispielsweise, indem ein Ressortleiter (w/m) oder notfalls auch Chefredakteur (w/m) vor Veröffentlichung einiger Traktate mal einen kritischen Blick auf das werfen würden, was da zur Veröffentlichung auf die digitale oder papierne Rampe geschoben werden soll.

Zur Ampel-Vorgeschichte: Josephine Assmus, Co-Landesvorsitzende der Grünen, hatte im August 24 queere Ampelfiguren vorgeschlagen, um damit auf die körperlichen Angriffe auf queere Personen in Bremen im Jahr 2024 aufmerksam zu machen. Assmus und ihre Unterstützer m/w setzten sich ein Ziel: Sie wollten bis zum Christopher-Street-Day (23.8.) 2.000 Unterschriften für ihre Forderung sammeln und diese der Grünen Bürgerschaftsfraktion zu überreichen. Verbunden mit der Aufforderung, dieses Thema in der Koalition mit SPD und Linken durchzusetzen. Unterschrieben haben laut WK „keine 600“ Menschen.

An dieser Stelle hätte der Verstand des Autors oder notfalls der Vorgesetzten, also presserechtlich Verantwortlichen, einsetzen müssen. Zumindest, wenn man das kleine Ein-Mal-Eins des Journalismus zugrunde legt. Und das geht so:

2.000 Unterschriften waren angepeilt, weniger als 600 Bremerinnen und Bremern war die Aktion so wichtig, dass sie digital oder handschriftlich aktiv geworden sind. Hammer, ej. Vorgesetzte betrachten eine derartige Ausgangslage – im besten Fall – auch noch von einer anderen Seite: Keine 600 Unterschriften, obwohl die Grünen allein in Bremen über immerhin 1.787 Mitglieder verfügen (Stand: Mai 2025)?

Spätestens da fällt in einer normalen Redaktion die Entscheidung: Dieses Thema ist kein Thema. Fassen wir die Fakten in einem Einspalter zusammen und schreiben „nachgefragt“ drüber. Fertig. Aus.

Aber unsere manchmal führungslos erscheinende Zeitung kleistert fast eine halbe Lokalseite mit einem Nachdreh zu einem offenbar nicht einmal ein Drittel der Grünen Mitglieder interessierenden Thema zu. Garniert mit der empört klinkenden Überschrift „Ampelpärchen lassen auf sich warten“.

Leute geht’s noch? Wer außer Frau Assmus und dem WK-Autor wartet denn so sehnsüchtig auf die queeren Ampeln?

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller 

P.S.: Liebe Leserinnen und Leser, ich möchte Ihnen (ja, zum wiederholten Mal) gerne die Kommentare aus Ihren Reihen ans Herz legen. Besonders die Stücke „Peitgen: Politik verharmloste Mega-Investitionen für die Energiewende / Stures Bremen“ und „WK-Chefredakteur Piel macht Andersdenkende böswillig verächtlich“ haben viele beachtliche Kommentare nach sich gezogen. Zu Peitgen habe ich 17 Kommentare veröffentlicht, zu Piel waren es gar 28. Generell gilt: Leserinnen und Leser steuern immer wieder Äußerungen bei, die den eigenen Horizont erweitern können.