Warum so distanz- und kritiklos, wenn’s um Linke und Grüne geht?
Ganz ehrlich: Manchmal ist es von Vorteil, „Kaltblüter“ zu sein, also über ein ruhiges Gemüt zu verfügen. Ansonsten löst die Lektüre unseres Heimatblattes (Eigensicht: „Unsere geschätzte Qualitätszeitung“) zeitweise eine Spontan-Wandlung zum „HB-Männchen“ aus. Distanzlose Berichte über erkennbar politisch motivierte Umfragen zum ÖPNV etwa sorgen für Blutdruck wie auch kritiklose Erzählungen vom Klimaschutz. Und dann tut sich auch noch der Chefredakteur mit krassen Anti-Leser-Kommentaren hervor. Will man dafür ohne Not 50,90 Euro abdrücken?
Liebe Leserschaft, eigentlich ödet es mich mittlerweile an, Kollegen der einzigen Tageszeitung immer wieder den Spiegel vorzuhalten. Aber: Radio Bremen, Weser Report und Kreiszeitung versagen sich jeder kritischen Medienbetrachtung. Schade. Dabei kann man aus Fehlern ja durchaus lernen. Das muss man aber wollen. Der neue WK-Chefredakteur Benjamin Piel überschlägt sich schier im neuen Job. Dennoch findet zuweilen haarsträubender Unfug den Weg ins Blatt. Er selbst gibt zuweilen ebenfalls Rätsel auf.
Beispiele:
Der Artikel über eine Pressekonferenz der Linken zum ÖPNV. Zeitweise war ich tatsächlich versucht, Passagen des Artikels über eine Befragung zum ÖPNV mit dem Wortlaut der Presseerklärung der Linken abzugleichen. So copy-and-paste-mäßig. Hab ich mir dann aber doch verkniffen.
Die Überschrift „60 Prozent der Bremer für einen ticketlosen ÖPNV“ weckte sofort Zweifel an der Seriosität des Artikels. Der Bericht ist maximal distanzlos geschrieben. Dabei wirft schon ein kurzer Blick in die Umfrage-Unterlagen Fragen auf.
Die 1.000 online Befragten ab 16 Jahren mussten sich – beispielsweise – selbst einordnen, ob sie der „Oberschicht, Mittelschicht, Unterschicht“ angehören. Wozu?
Auch wurde nach der Gesinnung gefragt: Verorten Sie sich„rechts der Mitte, Mitte, links der Mitte“?
Wozu?
Bei der „Auswertung“ kann man dann eine politische Stoßrichtung erahnen. Nach der Lesart: Mit dem Auto fahren deutlich mehr alte Männer der Oberschicht, als junge Frauen der Unterschicht.
Das hilft jetzt echt weiter…
In der Anlage zur Linken-Umfrage tauchen außerdem überraschende Zahlen auf, die merkwürdigerweise nicht den Weg in die Berichterstattung fanden.
Demnach hatten 52% noch nix vom „ticketlosen ÖPNV“ gehört. Gleichwohl sprachen sich 60% – dank einer Spontan-Eingebung? – dafür aus.
Die Linken ließen „INSA“ auch erforschen, ob die Menschen bereit seien, höhere Parkgebühren zu zahlen, damit der ÖPNV ausgebaut werden könne.
„Überraschendes“ Ergebnis: 62% der befragten Mittelschichtler sagen: Nein. 50% der Unterschichtler lehnen dies ebenfalls ab. In der „Oberschicht“ hielten sich Befürworter und Ablehnen die Waage.
Diese Fakten sind unserer „geschätzten Qualitätszeitung“ leider keine Zeile wert. Das Blatt „bewahrte“ uns ebenfalls vor der sofort laut einsetzenden Kritik von CDU und FDP. Na, schönen Dank auch.
Ein anderes Beispiel:
Der erfahrene ChefreporterJürgen Hinrichs ließ sich jüngst in derart weltfremder Manier über den aus seiner Sicht mangelnden Klimaschutz aus, dass ich kurz überlegt habe, ob der Kollege sich auf seine alten Berufstage den Grünen mehr verpflichtet fühlt als den zahlenden Leserinnen und Lesern des WK.
Grund: Sein Leitartikel über den gescheiterten gemeinsamen Plan von Grünem Umweltressort und HanseWasser, einen ollen Bunker an der Parkallee zu einer Zisterne umzubauen. Senat und (noch)-privatwirtschaftlicher Abwasserbetrieb hatten 2025 den gemeinsamen Plan vorgestellt, künftig Regenwasser im Bunker aufzufangen und anschließend peu à peu ins Netz einzuspeisen.
Der Bund sollte – wie man es in Bremen so gerne hat – einen ordentlichen Batzen der Kosten übernehmen. Doch Bremen stand plötzlich allein auf weiter Flur. Der Bund will nicht zahlen, weil diese Bunker-Zisternen-Idee bundesweit wohl kaum Nachahmer finden würde.
Umweltressort und HanseWasser zogen daraufhin konsequenterweise die Reißleine.
Und der Herr WK-Chefreporter reagierte wie geradezu persönlich beleidigt. Es sei ein Unding, klagte er, dass HanseWasser das Projekt nach anderthalb Jahren einfach „sang- und klanglos“ beerdige. Sein „Auftrag“ lautete: „HanseWasser muss liefern“.
Was er leider zu erwähnen vergaß: Wenn eine Firma, die sich über Abwassergebühren finanziert, einen Millionen-teuren Umbau ohne Zuschüsse wuppen will, geht das nur – ja, richtig – über höhere Gebühren, die den Kunden in Rechnung gestellt werden. Mensch Hinrichs, darüber würden sich die Betroffenen bestimmt tüchtig freuen.
Was der WK-Kollege bei seinem Appell für mehr Klimaschutz in Bremen dagegen völlig außer Acht ließ: Senat und Bürgerschaft träumen zwar vom klimaneutralen Bremen ab 2038 – verfügen bislang aber nicht einmal über konkrete Unterlagen, wie viel Energie, in welchen Zeiträumen und wo in den zahlreichen öffentlichen Gebäuden zum Heizen verbraten wird. Für die Isolierung der städtischen Immobilien samt neuer Fenster fehlt häufig das Geld; für Solaranlagen auf vielen Dächern sowieso.
Solch weltfremde und Grün-gefärbte Glaubensartikel gehen mir – sorry – einfach nur noch auf den Senkel.
Ja, und dann ist da seit einem Jahr Chefredakteur Benjamin Piel. Sein gestriger Newsletter an die Abonnenten mit Plädoyer fürs Turban-tragen bei der Polizei verdient eine Auszeichnung: „außerordentlich besonders“.
Während Piel sich tatsächlich dafür ins Zeug legt, Turban und anderen religiösen Kopfbedeckungen im Streifenwagen den Hauch von Normalität zu verleihen, läuft die Leserbriefseite am selben Tag fast über von Äußerungen strikt gegen diesen von Grünen und Linken betriebenen Diversitäts-Unfug.
Liest der Chef das eigene Blatt nicht? Oder ist Piel so furchtlos? Immerhin dürften die Leserbrief-Schreiber in Bremen zum immer kleiner werdenden „Stamm der Abonnenten“ gehören.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Liebe Leserschaft, ich empfehle, unbedingt die Kommentare zum vorigen Stück über Söders Sicht auf kleine Länder zu lesen. Ich freue mich immer wieder über den regen Austausch zwischen den Kommentatoren.
Ich freue mich immer wieder über Ihren kritisch entlarvenden Blog zum aktuellen Zeitgeschehen im Land Bremen!
Bitte nicht aufhören!
Ich ich freue mich jetzt schon auf den ersten Turban tragen Polizisten. Das ist doch mal ein Highlight in dieser Stadt.
Ich befürchte nur, daraus wird nichts!
Munter bleiben Herr Schuller!
„“Weser-Prawda „“ genieße ich nun seit über 50 Jahren – mitnichten jedoch als ein Abonnent. Nicht, weil ich vielleicht zu geizig bin, dafür Geld auszugeben. Mir reichen die Exemplare, die mir als „Wohnungshüter „“ eines Freundes während seiner vielen Urlaubstage, zur Verfügung stehen und auch sonst gelegentlich über den Weg laufen. . „“Nachts ist es kälter als draußen „“ – für derartige Erkenntnisse brauche ich keine kostenverursachende Tageszeitung.
Mein Brief an an den Chefredakteur des Weser-Kurier: „Lieber Herr Piel! Sollen Bremer Polizistinnen und Polizisten Turbane tragen? Ein klares und unmißverständliches: No and Never! Die Dienstmütze ist elementarer Bestandteil der Uniform, die wiederum das Gewaltmonopol des Staates dokumentiert. Auch Inder oder andere Nichtchristen haben sich unserer Kultur anzupassen, wenn sie in unserem Land leben wollen. Was würde wohl passieren, wenn Polizistinnen/Polizisten in einem muslimischen Land christliche Motive tragen würden? Was schon bei „normalen“ Bürgern streng bestraft würde, liefe bei Staatsdienern wohl auf die Todesstrafe hinaus. Übrigens haben sich von 12 Leserbriefschreibern 11 im WK (heutige Ausgabe ) für ein klares Nein ausgesprochen (lesenswert!). Viele dieser Autoren halten diese Erörterung für das, was sie angesichts unserer Probleme tatsächlich ist: eine Lachnummer und Phantomdiskussion! Vor diesem Hintergrund verstehe ich Ihre überaus liberale Haltung nicht. Sollten wir nicht den Anfängen wehren? Wir haben schon Islamismus genug! Helmut Detken“
Ich möchte keine Medienschelte machen, aber wenn man fachkompetente Journalisten wie Pascal Faltermann ziehen lässt, darf man sich über inhaltsleere Texte nicht wundern. Über Positionen kann man streiten, auch über die von Herrn Schuller. Aber wenn Journalismus nur noch aus Zeilenfüllen besteht, ist selbst die Aufregung Zeitverschwendung. Man liest es und geht weiter. Mehr bleibt nicht.
Ähnlich unerquicklich ist die Debatte um den öffentlichen Nahverkehr in Bremen. Seit ca.18 Jahren wird am Kern vorbeigeredet. ÖPNV ist kein Sozialexperiment, kein ideologisches Öko-Feigenblatt und kein pädagogisches Umerziehungsprojekt. Öffentlicher Nahverkehr hat genau eine Aufgabe: Menschen pünktlich, zuverlässig und bequem von A nach B zu bringen. Punkt.
Bremen hat dabei ein gerne verdrängtes Faktum: Wir haben kein originäres Verkehrsproblem der Bremerinnen und Bremer. Das Problem sind die Einpendler aus Niedersachsen. Genau deshalb wurde in den 90er- und frühen 2000er-Jahren der Ausbau des ÖPNV gedacht: morgens rein, abends raus. Straßenbahnlinien wie die 1, 4 oder 8 waren keine Zufallsprodukte, sondern strategische Entlastungsachsen für den Autoverkehr.
Dieser Gedanke wurde systematisch unterwandert, mit sozialpolitischer Symbolik, ideologischer Aufladung und wohlklingenden, aber wirkungslosen Konzepten. Ticketfreier Nahverkehr, kostenloses Einsteigen, Wunschdenken statt Realismus. Das Ergebnis ist absehbar: hohe Kosten, keine Entlastung, keine Verlässlichkeit.
Die Querspange Ost ist dafür ein Paradebeispiel. Viel Gerede, wenig Ergebnis. Statt klare Prioritäten zu setzen, wird alles gleichzeitig gewollt und am Ende nichts richtig gemacht. Straßenbahnen und S-Bahn für die weiten Strecken, Busse, Ruftaxis und auch Seilbahn für die Feinverteilung: Das ist kein neoliberaler Kahlschlag, sondern Verkehrslogik. Ob moderne Diesel oder Elektromobilität eingesetzt werden, ist keine Glaubensfrage, sondern eine Kosten-Nutzen-Abwägung.
Was bleibt, ist eine marode Infrastruktur, chronische Staus und ein rot-grün-roter Senat, der weder den Mut noch die Klarheit hatte, das Problem beim Namen zu nennen. Wer den ÖPNV ideologisch überfrachtet, macht ihn unbrauchbar. Und wer sich dann wundert, dass nichts funktioniert, hat die letzten zwanzig Jahre schlicht nicht verstanden.
So ist das heutzutage, die Sozis vergraulen ihre ehemaligen Wähler aus der Arbeitnehmerschaft, indem sie Grünen und Superlinken hinterher hecheln und landen bundesweit bei 15%. Und der Chefredakteur des WK vergrault seine letzten Leser mit Kommentaren, die die Mehrheit seiner Leser verärgern.
Wahrscheinlich ist die Leserschaft nicht so tolerant, wie er sich das wünscht.
Wir haben vor einiger Zeit unsere beiden Weser Kurier Abos aufgegeben.
Der Grund dafür war nicht nur die immer mehr nachlassende Qualität der Berichterstattung, sondern auch die parallel damit einhergehende Verteuerung.
Es ist schon ein Posten, wenn man als Rentner nur noch die Hälfte dessen zur Verfügung hat wie vorher. Fast 51,-€ sind am Ende eines Monats eine Menge Geld. Als Oma dann auch noch damit anfing, nur noch Interesse an der Rätselseite zu zeigen, war es an der Zeit. Ich denke da auch an die vielen Rentner und so weiter, die kein Smartphone, Tablet, Laptop usw. haben und geschweige damit umgehen könnten. Aber genau das sind die Print-Abonnenten.
Ich bin Mitte der 90iger nach Bremen gekommen. Da war der Weser Kurier „Pflichtlektüre“. Im Laufe der Jahre habe ich einige der Redakteure persönlich kennen lernen dürfen. Sie alle standen für Qualitätsjournalismus. Haben sogar Preise abgeräumt (Peter Voith z.B.). Damals hatte die Redakteure noch ein/ihr Ohr am Leser und dem, was die so denken.
Volker Jungk z.B. war immer mit dem Fahrrad überall in der Stadt unterwegs. Alle kannten ihn. Der hat den Herzschlag der Leser richtig aufgesogen (Tach auch Kolumne). Und heute? Da kommen da irgendwelche „Yuppies“ daher und meinen, sie können alles überfliegen und den „Bremern“ ihre Meinung überstülpen.
Herr Piel, bitte schreiben sie sich das ins Lesebuch: Der Bremer ist eine besondere Art von Mensch.Da muss man erst einmal sehr sehr lange zu und genau hinhören, bevor man in deren Sinne denken und Artikel/ Einschätzungen veröffentlicht kann.
P.S.: Wenn ich die „Alten“ manchmal in der Stadt treffe, sagen fast alle unisono: Wie gut, dass ich nicht mehr dazugehöre.
Ist übrigens bei der Polizei und der Vorgänger-Generation genau so. Ich habe neulich in diesem Blog geschrieben:
Der WK ist immer noch lesenswert, sollte sich aber wieder mehr am Leser orientieren!
Herr Piel, bedienen Sie Ihre Leser und nicht einige Politiker und Intellektuelle.
Vielen Dank, Axel Schuller für diese diversen Hinweise zum WK-Informationsdebakel!
Allein die Tatsache, dass Themen wie Kopfbedeckung bei der Polizei diskutiert werden (müssen) erschreckt mich! Haben wir in Bremen wirklich keine anderen Probleme im Bereich der neuen Innensenatorin? Z.B. Kriminalität insgesamt, Umgang mit Clans und organisierter Kriminalität? Oder nicht zu vergessen der Kampf gegen Drogenclans – bitte nur mit weitestgehender Kopfbedeckung der Ermittler. Ansonsten bekommen diese in Bremen häufig „Besuch“ in ihrem privaten Umfeld (auch mit oder ohne Kopfbedeckung), dafür mit erheblichen Gewaltandrohungen gegen die Justiz oder Polizei.
Bitte weg mit dem Schmusekurs gegen Gewalt – gleich welcher Art. Und hin zu einer täglichen Information aller Medien mit ehrlicher Aufklärungsarbeit von Justiz und Polizei.
Mir fällt auf dass bundesweit immer mehr Waffeneinsätze der Polizei gemeldet werden. Gibt es dazu eine Statistik? Könnten religiöse Minderheitensymbole, auf dem Kopf der Ordnungskräfte, Konfrontationen weiter verschärfen?
Ich stimme Herrn Bösenbergs Kommentar voll und ganz zu! Es ist echt eine Leistung einer ehemaligen Volkspartei, hier der SPD, ihre ursprüngliche Wählerschaft derart zu vergraulen, dass es ist kein Wunder ist, dass diese Partei, die sich zweifelsohne um das Land in der Vergangenheit verdient gemacht hat – das sollte man bitte nicht vergessen ! – heute in den Meinungsumfragen bei 15% herumkrebst. Eigentlich schade, aber es ist rein selbstgemachte Pein….
Danke Herr Schuller für diesen Beitrag,
ich war auch gelinde gesagt „erstaunt“ darüber, dass über die dubiose Umfrage der Linken zum Nahverkehr samt Meinung so distanzlos „abgedruckt“ wurde, aber die Kritik aus der Opposition von FDP und CDU keinerlei Erwähnung fand. Das ist objektiv gesehen nicht nachzuvollziehen.
Ich hab allgemein durchaus Hoffnung in Herrn Piel gesetzt, der nicht ob einer linksgrünen Gesinnung verdächtig ist, dass der WK nochmal einen Aufschwung erlebt. Die Berichterstattung zum genannten Thema bestärkte mich darin allerdings nicht – im Gegenteil.
Kostenloser ÖPNV, warum nicht? – Die BSAG hat nur < 230 €/Jahr Einnahmen pro Bremer Bürger, sogar ein Deutschlandticket kostet nur 756 €/Jahr. Wenn man will, dass die Leute nicht mehr mit dem Auto fahren, ist das eine gute Idee. Wie man das finanziert, steht auf einem anderen Blatt. Es ist übrigens ganz lustig, sich mal die Preisstruktur der BSAG anzusehen. Die müssen von geistig eingeschränkten Kunden für Monatstickets ausgehen. – Typisch Staat oder Monopolist
https://www.bsag.de/tickets/tickets-ueberblick#c3284
Ich werde immer ganz nervös, wenn ich die Begriffe „Oberschicht, Mittelschicht, Unterschicht“ höre oder lesen muss. Da weiß man schon: Hier geht es um Propaganda, Betrug und Selbstbetrug. Die Politschranzen und ihre Einflüsterer bezeichnen Menschen mit Einkommen knapp oberhalb von Sozialhilfe als Mittelschicht und deutlich unter dem Durchschnitt als Oberschicht. Diese Propaganda führt zu einer massiven Fehleinschätzung über die eigene Position im Volk.
In Wirklichkeit sind über 50 % des Volkes hier Unterschicht, weil sie z. B. nichts von substanziellen Wert besitzen oder mehr Schulden haben als Besitz. Deutschland hat die ärmste Bevölkerung in der westlichen EU und alle halten sich für Mittelschicht – es ist tragisch. Aber die Linken sind nicht nur zu blöd, das zu ihrem Vorteil herauszuarbeiten, sondern viele von denen verachten Menschen aus der breiten Unterschicht.
Das arithmetische Mittel aller Vollzeitbeschäftigten liegt bei 62.235 Euro brutto Einkommen pro Jahr.
Die oberen 10 % haben im Durchschnitt (individuell, Vollzeit): ca. 100.000–130.000 brutto €/Jahr.
Die oberen 1 % machen ca. 210.000 Euro brutto pro Jahr.
Die Top 500 machen durchschnittlich 3,2 Mio. €/Jahr.
Daraus schließe ich, dass die „Mittelschicht“ nicht vor 62.000 €/Jahr anfängt, womöglich erst bei 100.000 €/Jahr.
Die Armen machen sich also dank Propaganda mit den Interessen der Reichen gemein, und das Bildungssystem ist ein voller Erfolg, zumindest wenn man ausblendet das wir eine hochentwickelte Industrienation sein wollen. Wollen "wir" das?