CDU-Landeschef Strohmann: Senat bietet beim Linksextremismus bloß ein politisches Vakuum

21.01.2026 10 Von Axel Schuller

Linksextremisten wollen mit Gewalt erreichen, dass Bremer Gastronomen Mitgliedern der AfD und anderen Menschen, welche die „AntiFa“ als „rechts“ einstuft, keine Räume mehr zur Verfügung stellen. Das Abfackeln des Lieferwagens eines Woltmershauser Restaurants sei als „Warnung“ an alle Gaststätten-Inhaber zu verstehen, sich nicht mit „Rechten“ einzulassen. Darüber hatte bremensogesehenberichtet. Der diskussionsfreudige CDU-Landeschef Heiko Strohmann wurde daraufhin von Blog-Lesern fordernd gefragt, warum die CDU auf dem Themenfeld nicht aktiv werde. 

Mein Verdacht: Die Union (sowie FDP und BD) hat das wichtige Thema vermutlich mehrfach aufgerufen, konnte damit in den Bremer Medien aber nicht immer durchdringen. So entsteht schnell der Eindruck: Die Opposition sei zu schlaff, um irgend etwas zu bewegen.

Da Heiko Strohmann von Blog-Kommentatoren als CDU-Landesvorsitzender eindringlich nach dem eigenen Handeln gefragt worden war, habe ich ihm angeboten, hier einmal seine Sicht darzulegen. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion wird das Themenfeld Linksextremismus während ihrer Klausur vom kommenden Freitag bis Sonntag gesondert behandeln.

Hier der Beitrag des CDU-Landesvorsitzenden:

„In der Debatte über Linksextremismus in Bremen wird viel über Haltung gesprochen – entscheidend sind jedoch konkrete Schritte und belegbare Ergebnisse. Fakt ist: Während andere Parteien das Problem relativieren oder in allgemeiner „Demokratieförderung“ auflösen, hat die CDU in der Bremischen Bürgerschaft Linksextremismus konsequent als das benannt, was er ist: ein strukturelles Sicherheitsproblem, das gezielt Menschen, Institutionen, Unternehmen und den Staat angreift und in Bremen längst eine organisierte, teils terrorähnliche Qualität erreicht hat.

Die CDU hat dieses Thema nicht erst aufgegriffen, als es politisch unvermeidlich wurde. Sie hat frühzeitig gehandelt – zu einem Zeitpunkt, als andere noch von Randphänomenen oder bloßem Protest sprachen. Ein zentrales Beispiel ist der CDU-Antrag vom 18. Januar 2022 „Linksterrorismus in Bremen: Organisiert, strukturell verfestigt und nicht nur im Wortsinn brandgefährlich“ (https://www.bremische-buergerschaft.de/dokumente/wp20/land/drucksache/D20L1305.pdf 

Die Regierungs-Koalition hat den Antrag am 27.01.2022 leider abgelehnt. 

Anlass war der Brandanschlag auf den Raumfahrtkonzern OHB in der Silvesternacht 2021, bei dem Brandsätze in ein Gebäude geworfen wurden. Nur durch Zufall wurde niemand verletzt. Der Antrag stellte klar: Die bewusste Inkaufnahme von Gefährdungen von Menschenleben markiert eine neue Qualität linksextremer Gewalt und erfordert einen entschlosseneren staatlichen Umgang.

Besonders relevant: Die Täter bekannten sich öffentlich zu der Tat. Das Bekennerschreiben erschien auf einer als linksextrem eingestuften Plattform. Damit wird deutlich, dass linksextreme Gewalt in Bremen nicht spontan ist,sondern ideologisch legitimiert, strategisch kommuniziert und strukturell verankert. Einschüchterung, Symbolik und propagandistische Selbstvergewisserung folgen einer klaren Terrorlogik.

Die CDU blieb nicht bei Empörung stehen, sondern legte einen vollständigen Instrumentenkasten vor: kritische Prüfung staatlicher Unterstützung für vom Verfassungsschutz benannte Gruppen, offensivere Nutzung von Vereinsverboten, regelmäßige Lageberichte zum Linksextremismus, Stärkung der Prävention, bessere Bekämpfung von Netzstrukturen sowie eine Evaluation der Ressourcen von Verfassungsschutz und Staatsschutz.

Die zweite Initiative zeigt, dass die CDU den Senat gezwungen hat, Fakten offenzulegen. Aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage (https://www.bremische-buergerschaft.de/dokumente/wp21/land/drucksache/D21L0345.pdf) geht hervor, dass die „SOKO Linksextremismusin den Jahren 2022 und 2023 insgesamt 240 Straftaten bearbeitete, darunter 68 extremistische Delikte. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg von 70 auf 106. Wer hier von einem marginalen Problem spricht, ignoriert die Realität.

Hinzu kommen 76 polizeilich erfasste Selbstbekenner-Schreiben linksextremistischer Täter zwischen 2019 und 2023. Diese sind Teil einer bewussten Strategie der Szene, Gewalt politisch zu legitimieren und Eskalationsbereitschaft zu signalisieren.

Die dritte Initiative(https://www.bremische-buergerschaft.de/dokumente/wp21/land/drucksache/D21L1534.pdf) belegt den aktuellen Trend: Im Themenfeld „Antifaschismus“ stiegen die PMK-links-Straftaten (PMK bedeutet Politisch Motivierte Kriminalität; Anm. von as) in Bremen von 13 im Jahr 2023 auf 67 im Jahr 2024 und bereits71 im Jahr 2025 (Stand 07.11.). Insgesamt 151 Taten in knapp drei Jahren, darunter 15 Gewaltdelikte. Selbst der Senat spricht von einem sukzessiven Anstieg.

Gleichzeitig offenbart der Senat ein massives Präventionsdefizit: Es existieren weder spezifische Projekte noch Programme zur Linksextremismus-Prävention, keine Aussteigerangebote und keine expliziten Maßnahmen. Das ist kein ausgewogener Ansatz, sondern ein politisches Vakuum.

In der Gesamtschau ist der Befund eindeutig: Die CDU hat Linksextremismus in Bremen frühzeitig als strukturelles Sicherheitsproblem benannt, konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, belastbare Zahlen offengelegt und die aktuelle Eskalation dokumentiert. Während andere ausweichen oder beschönigen, hat die CDU geliefert – analytisch, parlamentarisch und politisch. Beim Kampf gegen Linksextremismus war und bleibt sie in Bremen die treibende Kraft.“

Soweit der Beitrag von Bremens CDU-Landeschef Heiko Strohmann.

Liebe Leserschaft, ich hoffe, dass diese Zeilen zu Ihrem Erkenntnisgewinn beigetragen haben. Sowohl inhaltlich zur „politisch motivierten Kriminalität“, als auch, was die Aktivitäten der Opposition (in diesem Fall die CDU) angeht. Darüber erfahren Sie aus bremischen Medien meist nicht so viel.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller 

P.S.: Wie immer: Schauen Sie sich bitte die Leserkommentare unter dem vorigen Stück („Zeitung, Eiswette, Juristerei…“ sowie die dazugehörenden Dokus 1 (WK-Betriebsrat) und 2 (Amtsgericht zum WK-Aufsichtsrat) an.