Der Banker Folker Hellmeyer wirbt für einen anderen Umgang mit Russland
Heute eine Premiere: eine Veranstaltungsankündigung im Blog. Der Grund: Damit Sie – bei Interesse – eine vermutlich ungewöhnliche Debatte besuchen können. Diesen Donnerstag, 19.2., spricht der Bremer Banker Folker Hellmeyer im Haus der Wissenschaft. Das Thema: „Frieden mit Russland – für eine neue Ostpolitik?“ Auf dem Podium sitzt auch ein Historiker und ehemaliger Gazprom-Lobbyist sowie der Bremer SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Arno Gottschalk. Hellmeyers Auftritt verspricht Erkenntnisgewinn.
Erinnern Sie sich auch noch, wie Folker Hellmeyer früher direkt aus dem Handelsraum der Bremer Landesbank via n-tv die Lage an den Börsen und der Unternehmen analysierte? Die Bank ist Geschichte, Hellmeyer nicht. Seinem Blick auf die Welt und seinen Erläuterungen von weltwirtschaftlichen Zusammenhängen, können Sie regelmäßig auf YouTube folgen.
Hellmeyer stellt sich gegen den Mainstream, warnt vor Dauer-Konfrontation mit Russland. Dies befördere eine wachsende Abhängigkeit von den USA. Der Finanzmanager und Buchautor dürfte am Donnerstag mit seiner Denkweise auch anecken.
Alexander Rahr, weiterer Mann auf dem Podium, gilt seiner Putin-Biografie als nicht unumstritten. Bei Wikipedia wird er gelistet als deutscher Unternehmensberater, Schriftsteller und Osteuropa-Historiker. Ferner heißt es: „In die öffentliche Kritik geriet er als Interessenvertreter für das russische Erdgasförderunternehmen Gazprom“.
Ergänzt wird das Podium um Arno Gottschalk, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter, überzeugter Anhänger einer ausgleichenden Politik und Gegner der zunehmenden Aufrüstung.
By the Way: Donnerstagabend ab 19 Uhr dürfte nicht nur wegen dieser Veranstaltung des Arbeitskreises „Neue Ostpolitik“ und einer hoffentlich kontroversen Diskussion Hochspannung im Haus der Wissenschaft vorherrschen. Im Parterre des Hauses (neben dem Parkhaus Violenstraße) findet eine Veranstaltung mit vermutlich völlig anderer Ausrichtung statt: „Gesellschaft für Sicherheitspolitik: Die Renaissance der nuklearen Abschreckung“, heißt es im Programm des Wissenschaft-Treffs.
Wow, welch ein Gegensatz.
Zurück zum „Frieden mit Russland“.
Liebe Leserschaft, dies ist heute – ausnahmsweise – mal ein Ankündigungs-Blog. Damit Sie die Chance erhalten, hinzugehen und sich ein eigenes Bild zu machen – neben den bald täglichen Appellen, sich auf einen Angriff der Russen vorbereiten zu müssen.
Nach diesem relativ kurzen Text nehmen Sie sich bitte noch die Zeit für eine Dokumentation. Die EU hat den Schweizer Ex-Offizier Jacques Baud „sanktioniert“. Dies bedeutet: Er sitzt in Brüssel fest. Kann nicht reisen. Durfte anfangs weder Miete noch Nahrung mit seinem eigenen Geld bezahlen.
Und das alles ohne Gerichtserfahren.
Der Bremer Jurist und Publizist Dr. Rolf Gössner, prangert die EU-Maßnahmen gegen den Schweizer in der Zweiwochenschrift für Politik/Kultur/Wirtschaft „Ossietzky“ an.
Munter bleiben! (Doku unter diesem Blog nicht vergessen)
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
Ja, es wird sicher eine informative und spannende Veranstaltung. Dank an Axel Schuller für die Ankündigung! Die Idee, uns kritisch mit der Russland-Politik der Bundesregierung auseinanderzusetzen, kam uns auf der Festveranstaltung zur Verabschiebung von Innensenator Ulrich Mäurer (am 11.12.2026), der ja auch immer wieder deutliche Kritik am Anti-Entspannungskurs seiner SPD geäußert hatte. Wer hat diese Veranstaltung organisiert und welche Unterstützung gibt es? Mehr Infos hier: https://dpg-netz-bremen.de/
Würden sie ein Auto von jemanden kaufen, der vorher das Haus ihres Nachbarn angezündet hat? Folker Hellmeyer wohl schon.
@ Lüder Fasche Als Polizist sollten Sie es doch eigentlich wissen und kennen.“Wer mit den Wölfen heult“ macht eigentlich nichts anderes, als sich opportunistisch anzupassen, um sich Vorteile zu sichern oder Unannehmlichkeiten zu vermeiden.
Auch gegen die eigene Überzeugung. Glauben Sie ernsthaft, dass ist bei einem Börsen-Analysten und „Spekulatius“ etwa anderes?
Natürlich nicht, denke ich, und bin da ganz bei Ihnen.
Jetzt warte ich noch auf den Kommentar von Prof. Hickel…
Die zeitliche und räumliche Parallelität der heutigen Veranstaltungen der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) und des AK „Neue Ostpolitik“ im Haus der Wissenschaft macht das Dilemma der Friedensbewegung in Bremen deutlich: Man spricht das eigene Klientel an und brät im eigenen Saft. Während der AK „Neue Ostpolitik“ sich für einen „Frieden mit Russland“ stark macht, spricht der Referent des GSP über das Gegenteil: „Welche Rüstung schreckt ab? Welche Rüstung braucht eine Zeitenwende in Europa?“ Auch da wird man weitgehend unter sich sein und sich bestätigt fühlen. An einem Austausch von Argumenten sind offenbar beide Seiten nicht interessiert – man erwartet aber, dass sich russische und ukrainische Regierung über ein Ende des Krieges verständigen. Doch wie sollte das geschehen, wenn nicht einmal in Bremen die konträren Positionen die Möglichkeit de Austausches suchen? Ohne Frage kann es schmerzhaft sein, dazulernen zu müssen und vertraute Positionen zu hinterfragen.
Wer sich ein unverfälschtes Bild von der Veranstaltung machen möchte – hier der Video-Mitschnitt vollständig und ungekürzt:
https://youtu.be/r-s6HREZJlg?si=h1QT8RHXAH7h3Yue
und hier: https://dpg-netz-bremen.de/