Bürgermeister Bovenschulte – auf dem Weg vom Macher zum „Schlaffi“?
Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) galt in der Corona-Krise als besonnener Macher. Davon ist er inzwischen weit entfernt. Was ist mit dem Mann geschehen, der sich – ich muss es leider so sagen – allmählich zu einem „Schlaffi“ entwickelt? Obwohl er die Linken der Koalition aufforderte, sich von Extremen zu distanzieren, stimmten „seine“ Senatorinnen Kristina Vogt und Claudia Bernhard einem hoch-provokanten Antrag der Linken zur „Interventionistischen Linke“ zu. Am Mittwoch wird im Parlament über die CDU-Misstrauensanträge gegen Vogt und Bernhard abgestimmt. Seit dem Linken-Parteitag hat sich die Lage dramatisch geändert. Jetzt liegt das Votum auf der Hand: Gegen die Linken Regierungsmitglieder, gegen die Koalition mit den Linken.
Speziell jene Sozialdemokraten, die in ihrem Inneren noch verspüren, für wen sie im Parlament sitzen – nämlich ganz bestimmt nicht für Linksextreme wie von der „Interventionistisch Linke“ – können streng logisch gar nicht anders, als die beiden Linken Senatorinnen abzuwählen.
Und das haben sich die beiden Damen selbst eingebrockt.
Beim entsprechenden Linken-Antrag – im Blog vom 22.2.26 dokumentiert – hätten sie sich zumindest – mit der amtsüblichen Würde von Regierungsmitgliedern – enthalten können.
Aber nein, die emotional aufgedrehte Wirtschaftssenatorin Vogt verharmloste den Antrag auch noch, indem sie sichtlich aufgebracht ins Saalmikro rief:
„Jeder Bürgermeister dieser Stadt war in irgendeiner Sekte; auch der Innensenator, um das mal ganz klar zu sagen“.
Ex-Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) erklärte auf Anfrage von bremensogesehen: „Ich bin 1971 in den sozialdemokratischen Hochschulbund eingetreten. Die Einstufung als Sekte ist eine Frechheit.“
Wie will Dr. Andreas Bovenschulte mit dieser schwer wiegenden Hypothek der Linken bloß weiterregieren? Wie soll Kristina Vogt mit CEOs der Wirtschaft gesichtswahrend über Ansiedlungen verhandeln, wenn diese von ihren Beratern erfahren, dass die Linke auf die laut Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestufte Interventionistische Linke als „Teil der Zivilgesellschaft stolz ist“, wie es im Beschluss des Parteitages heißt?
Wie soll Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard vor dem Hintergrund ihrer Zustimmung als Verhandlerin mit meist juristisch geschulten Geschäftsführungen von freien Krankenhäusern auftreten? Oder als Aufsichtsratsvorsitzende der GeNo ernst genommen werden? „Ach, das ist doch die, die sich nicht von Ultra-Linken der Gesellschaft abgrenzt“. Wirklich feine Aussichten…
Bovenschulte wird dennoch versuchen, sich mit diesem Senat bis zur nächsten Wahl im Mai 2027 irgendwie durchzuwurschteln.
Es sei denn, dass sich einige SPD-Abgeordnete noch an ihr Gewissen erinnern. Und nicht alle Grünen Abgeordnete ihre Wertmaßstäbe über den eigenen Posten-Erhalt stellen.
Dann böten sich zwei Auswege an: Neuwahlen – der sauberste Weg, um die Meinung der normalen Bürgerinnen und Bürger zu erfahren. Oder aber Bovenschulte wechselt in eine Große Koalition. Zweite Variante ist eher unwahrscheinlich. Dafür ist der Bürgermeister zu sehr Gesinnungs-Linker. Dafür ist er zu ängstlich (im Volksmund: zu feige). Und dafür ist er – inzwischen ein nahezu hervorstechendes charakterliches Merkmal – zu zaudernd. Ihn hat offensichtlich – warum auch immer – die Kraft des Machers verlassen.
Von dieser Kraftlosigkeit haben Ende 2025 bereits die Grünen profitiert. So konnten sie dem Bürgermeister das für OHB interessante Gewerbe-Erweiterungsgebiet „Horner Spitze“ entreißen. Die Linke hat ihn jetzt mit ihrem Provo-Beschluss regelrecht gedemütigt.
Ach, wie schön es doch wäre, wenn in Bremen – wie in anderen Stadtstaaten – endlich mal wieder ein „Regierender Bürgermeister“ im Rathaus säße.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Abschließend möchte ich heute meinen Kollegen von Weser-Kurier und Radio Bremen zu der jeweils beherzten Einordnung dieser Bovenschultschen Regierungs-Art gratulieren. Danke!
Moin, Sekte oder nicht, aber die Organisation, der der frühere Innensenator in seinen jungen Jahren angehörte, war nicht eine studentische Jugendgruppe der SPD:. Zitat von der Webseite der „SPD-Geschichtswerkstatt:
„Gegründet 1960 als Sozialdemokratischer Hochschulbund, ab 1972 Sozialistischer Hochschulbund nach dem faktischen Ausschluss aus der SPD 1971 und der Aberkennung des Namens durch die SPD.“
Vorläufer: Sozialistischer Deutscher Studentenbund (SDS)
Im SHB ( Sozialdemokratischer Hochschulbund , später umbenannt in Sozialistischer Hochschulbund ) waren auch Bovenschulte , Detlev Albers , Marieluise Beck und viele andere aus der Bremer Politprominenz.
Die Einstufung als Sekte ist nicht nur frech , wie Mäurer sagt . Sie ist eher ein Euphemismus: das war ein ganz wilder Haufen.., dagegen waren die Jusos ein Kaffeekränzchen.
Wenn der Bürgermeister die Verharmlosung kritisiert, zugleich aber keinerlei Konsequenzen zieht, bleibt die zentrale Frage offen: Welche Maßstäbe gelten in Bremen für Regierungsverantwortung und institutionelle Integrität?
AS findet Worte wie „zaudernd, kraftlos . Ich nenne das Verhalten unseres Bürgermeisters WÜRDELOS!
Die Linke hat Bovenschulte so tüchtig kastriert, dass er als Sopran der Stolz jeden Kirchenchors wäre.
Das Handeln des Herrn Bovenschulte, von unserem Bürgermeister kann man ja schon lange nicht mehr sprechen, ist wie scheint, einzig von MACHTERHALT motiviert. Wenn er und mit ihm seine Partei ihre Seele verkaufen, kann ich das zwar bedauern, mir das letztlich aber egal sein, wenn Herr Bovenschulte damit nicht gleichzeitig das Wohl des Landes Bremen und seiner Bürgerinnen und Bürger aufs Spiel setzen würde. Das geht nämlich nicht, da ist die Grenze erreicht! Schließlich hat Herr Bovenschulte einen Amteid geschworen, der ihn verpflichtet, zum WOHLE des Landes und seiner Bevölkerung zu handeln. Hat er das vergessen oder ist ihm das inzwischen auch egal? Man kann sich des Eindrucks kaum noch erwehren.
Vielleicht gibt es ja auch noch eine viel simplere Erklärung für die „Schlaffheit“ unseres Bürgermeisters.
Eventuell hat er sich, relativ neu verheiratet, einfach nur angenehmeren Dingen zugewendet, und lässt die (Senats-) Mäuse jetzt einfach mal auf dem Tisch tanzen. Er hat vielleicht erkannt, dass es sowieso nichts gibt, was er zu tun bereit wäre, und genießt erstmal das Leben. Und wer weiß, möglicherweise lösen sich die lästigen Probleme irgendwie von selbst, und man kann, wohlausgeruht und mit vollmundigen Versprechen in den nächsten Wahlkampf starten.
Ist immer Ansichtssache und eine Form der Interpretation, wie man eine Gruppe einstuft.
Der sozialdemokratische Hochschulbund ist damals schon sehr, sehr links gewesen, am äußersten Rand der linken Sozialdemokratie. ( Würde ich als Linker sagen, ein rechter Konservativer würde ihn vielleicht schon als linksradikal einstufen.)
Der hat sich aber auch gewandelt, viele dieser Organisationen haben sich oft innerhalb weniger Jahre drastisch gewandelt.
Bei der „Interventionistischen Linken“ ist es ähnlich schwierig, dies ist ja keine Partei, sondern ein loser Verbund.
Wer überhaupt wann für die „IL“ auf Demos spricht ist mir nicht klar.
Im Zweifel kann man sich immer davon distanzieren, aber als Teilnehmer von linken Demos oder Veranstaltungen wird man oft unangenehm überrascht, wenn z.B. auf einer Friedensdemo ganz am Ende ein allen Unbekannter Redner das Mikro ergreift und Stalin lobt. Natürlich findet man dann nur dies in den Medien.
Also den Durchschnittsbürger nervt dieses Thema eher, übrigens auch den Durchschnittswähler der Linkspartei.
Der will wissen, warum es teilweise ein 1 Jahr dauert bis eine Behörde seinen Antrag bearbeitet, obwohl er bei „b+b“ jeden Tag wieder die Verantwortlichen sagen hört, die Aktenberge wären abgearbeitet, jetzt würde es nur noch wenige Monate dauern ( an sich auch ein Witz ), nur es dauert immer länger und länger.
Dazu die Rechtsbrüche im Bremer Jobcenter, ein Thema welches indirekt fast alle betrifft.
Davon habe ich auf dem Linkspartei Tag – kanns als Nichtmitglied nur den Medien entnehmen – nichts gehört.
Beim Bürgermeister lagen für mich schon immer Taten und Worte weit auseinander, leider.
Der Staat ist in weiten Teilen in die Dysfunktionalität abgeglitten. Es dauert Wochen, bis man einen Termin bei einer Behörde bekommt; diese fühlen sich nur lose an die Gesetze gebunden – außer wenn sie Repressionen ausüben können. Facharzttermine gibt es erst in Monaten. Gewalttäter werden nicht bestraft; das wäre auch schwierig, weil die Gefängnisse mit einer Auslastung von ca. 97 % nahezu voll sind. Kriminelle Ausländer werden trotzdem nicht abgeschoben.
„… Andreas Bovenschulte galt in der Corona-Krise als besonnener Macher …“ Ich würde sagen, dass er ein besonders eifriger Täter in der „Plandemie“ war, der von der Propaganda hochgeschrieben wurde. Das war die Sternstunde von „deren Demokratie“, die für mich vom totalitären Korporatismus nicht zu unterscheiden ist.
Die Opposition trägt das alles mit. Keine unangenehmen Nachfragen, keine Untersuchungsausschüsse – Zustimmung durch Schweigen. Stattdessen zieht man sich an irrelevanten, unbekannten, angeblich linken Straftätern hoch, die man gar nicht fassen will, weil der Knast ja schon voll ist.
Dass die Linke nicht „regierungsfähig“ ist, habe ich in diesem Blog schon des öfteren angesprochen. RGR war nie eine ‚realistische‘ Option.
Wenn jetzt aber auch noch die „rote Linie“ bis hin zu „krimineller Verhaltensweise“ und/oder deren Duldung verschoben wird, muss Schluss sein mit RGR. (Staatsanwaltschaft ist übrigens dran an der V-Mann Affäre).
@Dr. Bovenschulte: Nachdem Ihr Ansinnen geplatzt ist, in Berlin als Bundesjustizminister aufzuschlagen,so mein Eindruck, machen Sie Ihren Job in Bremen nur noch ‚halbherzig und unmotiviert‘.
Das haben die Wähler, auch der Ihrer SPD, nicht verdient.
Mein Vorschlag: Entschwinden Sie in die ‚politische Diaspora‘ und lassen Sie Fr. Dr. Högl Ihren Job machen.
Die zeichnet sich durch alles aus, was Sie nicht mehr haben: Mut, Elan, Durchsetzungsvermögen und noch so einiges mehr. So wirkt jedenfalls ihr bisheriges Auftreten!
Den Schlaffi kann ich in Herrn Bowenschulte sehr gut entdecken, allerdings fällt es mir schwer, mich an den vermeintlichen Macher zu erinnern.
Als Macher galt er zu Corona Zeiten, die Frage ist allerdings, ob zurecht. Bremen hatte seinerzeit einen guten Ruf in der Republik, weil die Quote an durchgeführten Impfungen sehr hoch war. Sicher hatte dies neben viel auswärtigen Impflingen auch mit dem gut organisierten Corona Zentrum auf der Bürgerweide zu tun. Welchen Anteil Herr Bovenschulte daran gehabt haben sollte, erschließt sich mir allerdings nicht.
War es nicht eher so, dass der Hotellerie-Teil der Zech Gruppe nach sinnvoller Beschäftigung suchte und sich dem Senat förmlich aufdrängen musste, um die Regie in dem Zentrum zu bekommen und einen guten Teil seiner gut ausgebildeten Mitarbeiter dort einsetzen zu können?
Ich war jedenfalls angenehm überrascht von dem hohen Ausmaß an Professionalität und Servicebereitschaft, das ich seinerzeit erlebt habe. Der Bremer öffentliche Dienst hätte mir diese Erfahrung sicherlich nicht verschafft.
Also bleibt die Frage: Worauf gründet sich der Ruf von Herrn Bovenschulte als Macher?