Gastkommentar: „Früh fördern, verbindlich handeln, Leistung einfordern“
Liebe Leserschaft, heute ein junger Gastkommentator, der eine klare Meinung zum Bremer Schulsystem vertritt. Jakob Konstantin Hornhues (19), Bundesvorsitzender der Schüler Union, schreibt zum „Zum Versagen der bremischen Bildungspolitik“. Hornhues hat sein Abitur am privaten Nebelthau-Gymnasium in Bremen-Nord abgelegt. Der 19-Jährige studiert Rechtswissenschaften an der Uni Bremen. Er gehört der Schüler Union seit 2019 an. Mitglied der CDU wurde er 2022. Von 2021 bis 2024 war er Vorsitzender der SU Bremen, seit Ende 2025 steht er an der Spitze der Schüler Union Deutschland.
Jakob Konstantin Hoernhues:

„Diese Woche war eine spannende für die Bremer Bildungspolitik. Neben dem beschlossenen Bildungshaushalt verlor der Bremer Bildungssenator auf Social Media die Fassung. Um den Elefanten im Raum zuerst anzusprechen: Nachdem zwei Bremer Schüler, die auch Mitglieder der Schüler Union Bremen sind, aus der Gesamtschülervertretung (GSV) aufgrund von Vorwürfen der Nähe des Gremiums zu linksextremen Ansichten ausgetreten sind, ließ sich der SPD-Bildungssenator Mark Rackles zu folgenden Aussagen hinreißen: „rechte Dumpfbacken“ und „Kofferträger der CDU“.
Dass der Begriff „Kofferträger“ mit Blick auf die in den letzten Wochen in Bremen geführten Debatten völlig deplatziert ist, sollte einleuchten. Minderjährige Schüler als Senator öffentlich so zu beleidigen, ist nicht nur unangemessen, sondern wirft grundlegende Fragen über seinen Umgang mit jungen Menschen auf.
Doch neben diesem ungebührlichen Verhalten gibt es in Bremen auch in der Bildungspolitik ausreichend Baustellen. Der am Mittwoch beschlossene Haushalt bietet dazu erneut Anlass, genauer hinzuschauen.
Aber welchen Anspruch stellen die Koalitionspartner von Rot-Rot-Grün eigentlich an sich selbst?
Alle Parteien betonen, wie wichtig Chancengerechtigkeit ist und, dass Bildungserfolg nicht von der Herkunft abhängen darf. Doch wie sieht die Realität neben diesen Versprechen aus?
Starten wir ganz am Anfang, bei der frühkindlichen Bildung:
Schon hier zeigt sich das strukturelle Problem. Knapp jedes zweite Kind hat vor der Einschulung Sprachförderbedarf, in Bremerhaven sogar deutlich mehr. Gleichzeitig erreichen die bestehenden Programme viele dieser Kinder gar nicht. Die Förderung ist weder flächendeckend noch verbindlich organisiert, sondern hängt zu oft vom Elternhaus und verfügbaren Plätzen ab. Das sogenannte Kita-Brückenjahr bleibt Stückwerk ohne echte Wirkung. So werden Defizite nicht behoben, sondern in die Grundschule weitergereicht.
Blicken wir auf die Schulen selbst, wird die Lage nicht besser.
42 Prozent der Viertklässler verfehlen die Mindeststandards in der Rechtschreibung. Fast jedes zweite Kind hat damit bereits am Ende der Grundschule erhebliche Defizite. Rund 11 Prozent der Schülerinnen und Schüler verlassen in Bremen die Schule ohne Abschluss, in Bremerhaven sind es sogar über 13 Prozent.
Hinzu kommt eine wachsende soziale Schieflage. Zahlreiche Schulen arbeiten unter extrem schwierigen Bedingungen, viele mit sehr niedrigen Sozialindizes und gleichzeitig zu wenig Personal. Besonders in belasteten Stadtteilen fehlt es an Lehrkräften, Unterstützung und klaren Strukturen. Statt gezielt gegenzusteuern, werden diese Probleme seit Jahren verwaltet.
Ein besonders eklatantes Beispiel ist der Umgang mit Schulen in freier Trägerschaft. Diese Schulen sind ein fester Bestandteil unseres Bildungssystems: Sie entlasten staatliche Schulen, schaffen pädagogische Vielfalt und übernehmen Verantwortung.
Das Problem entsteht durch die Politik der Koalition. Statt faire Rahmenbedingungen zu schaffen, werden freie Träger strukturell benachteiligt. Gleichzeitig bleibt das staatliche System vielerorts hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück. Die Folge: Eltern suchen nach Alternativen, wenn sie um die Bildungschancen ihrer Kinder fürchten.
Die soziale Spaltung entsteht damit nicht durch freie Schulen, sondern durch eine Politik, die es nicht schafft, überall verlässlich gute staatliche Bildung zu garantieren. Eine gerechte Bildungspolitik würde beide Säulen stärken.
Der Blick auf den Übergang von Schule in Ausbildung zeigt ein ähnliches Bild. Mit dem Bremer Ausbildungsfonds versucht der Senat, Symptome zu adressieren, statt Ursachen zu lösen. Unternehmen sollen stärker in die Pflicht genommen werden, während gleichzeitig viele Jugendliche die Schule ohne ausreichende Qualifikation verlassen. Das eigentliche Problem liegt nicht im fehlenden Engagement der Wirtschaft, sondern darin, dass zu viele junge Menschen nicht ausreichend vorbereitet sind.
Statt die Qualität von Bildung zu verbessern, entstehen zusätzliche Belastungen für Betriebe. Wer mehr Ausbildungsplätze will, muss dafür sorgen, dass mehr junge Menschen die notwendigen Kompetenzen mitbringen.
Und damit zurück zu dem Anspruch, den die SPD selbst formuliert. Der bildungspolitische Sprecher Falko Bries sagte in dieser Woche in der Bürgerschaft: „Jedes Kind, das in Bremen zur Schule geht, soll spüren, diese Stadt glaubt an dich.“
Dieser Satz ist richtig, doch er steht im klaren Widerspruch zur Realität. Wer in maroden Schulen lernt, ohne ausreichende Sprachkenntnisse startet und am Ende ohne Abschluss dasteht, spürt nicht Vertrauen, sondern Enttäuschung. Für viele junge Menschen bleibt dieses Versprechen unerfüllt.
Wenn Bremen wirklich an seine Kinder glauben will, braucht es keine Reden, sondern einen grundlegenden Politikwechsel. Früh fördern, verbindlich handeln, Leistung einfordern und alle Schulformen fair behandeln.“
Soweit der Gastkommentar des Bundesvorsitzenden der Schüler Union Deutschlands, Jakob Konstantin Hornhues.
Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe, dass der Text Sie veranlasst, erneut darüber nachzudenken, was in der Bremer Bildung schlecht läuft, so dass wir bei Tests seit Jahren auf dem letzten Platz landen.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Liebe Leserschaft, mit dem vorigen Beitrag über den Suizid eines Schülers habe ich meine Leserschaft offenbar gespalten. Dies war nicht meine Absicht. Ich wollte lediglich dazu beitragen, dass wir das Thema Selbsttod – auch wenn es noch so weh tut – nicht mit Schweigen „bearbeiten“.
Dieser Kommentar ist der „Hammer!
Wie ein 19 Jähriger so etwas denken und dann auch noch zu Papier bringen kann, chapeau!
Ich habe als junger Mann in seinem Alter Hans Magnus Enzensberger und seinen Text: ins Lesebuch für die Oberstufe“ lesen müssen/dürfen.
Dieser Gastkommentar von Konstantin Hornhues gehört ins Lesebuch aller Bremer Bildungspolitike,er bringt es auf den Punkt:
Früh fördern, verbindlich handeln und Leistung einfordern!
Es gibt noch Hoffnung für die Bildung in Bremen.
Jacob Hornhues trifft den Nagel auf den Kopf und legt den Finger in die richtige Wunde: nirgends sonst wie in Bremen hängt der Bildungserfolg so stark vom Elternhaus ab. Man muss sich die Augen reiben in einem Bundesland, das über 80 Jahre von der SPD geprägt wird. Bürgermeister Bovenschulte trägt ein hohes Maß an Verantwortung für diese große Ungerechtigkeit und scheint derzeit mit seiner geposteten Freude über das Wachstum der Bremer Verteidigungswirtschaft sowieso etwas deplatziert, da er früher eher als Kritiker daran aufgefallen ist. Dass dieses Wachstum nicht an der Bremer SPD-Politik liegt, muss ihm wohl mal gelegentlich erklärt werden…. Besser wäre, er kümmerte sich um Politik, die wirklich in Bremen gestaltet werden kann: Bildung steht da ganz oben auf der Liste! Danke für den Kommentar dazu, Jakob Hornhues! Ach ja und PS: die Klagen gegen den völlig missratenen Ausbildungsfonds gehen natürlich weiter.
Dem Kommentar von Herrn Teupe ist nichts hinzuzufügen, dem kann man sich nur anschließen. Ja, Hammer! Der Gastkommentar macht deutlich: Wir brauchen dringend ein neues Schulgesetz. Schon der Begriff „Privatschulgesetz“ ist irreführend, weil er Unterschiede verwischt. Es gibt Privatschulen und es gibt Schulen in freier Trägerschaft und das ist nicht dasselbe. Diese Differenzierung muss endlich klar und deutlich im Gesetz abgebildet werden. Und ganz grundsätzlich stellt sich die Frage: Wann hört Bovenschulte endlich auf, seine linksideologischen Jugendträume zu pflegen, und fängt an, Politik für die Menschen in Bremen und Bremerhaven zu machen?
Wenn ein Bildungssenator junge Menschen öffentlich diffamiert, wirft das ein bezeichnendes Licht auf das Verständnis von politischer Verantwortung und Respekt im Umgang mit engagierten Schülerinnen und Schülern.
Bremen braucht endlich einen Kurswechsel in der Bildungspolitik: mehr Verbindlichkeit, mehr Leistungsorientierung und eine klare Fokussierung auf die Grundlagen von Bildung. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft – echte Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg erhalten. Herr Rackles wirkt bei öffentlichen Auftritten sehr professionell, doch wenn es um andere Meinungen geht, wirkt er eher gegenteilig.
Bildungssenator Mark Rackles erzielte bei der gerade veröffentlichten Weserkurier Umfrage mit Abstand den schlechtesten Beliebtheitswert: Gerade einmal 12% waren mit seiner Arbeit eher zufrieden.
Er ist unglaublich schnell in seinen Schlussfolgerungen und damit schon mehrfach in der kurzen Zeit über das Ziel hinausgeschossen.
Ich erinnere mich an die harsche Kritik gegen das Bremer Bildungsbündnis:
…irgendjemand sollte die Pressemitteilungen Ihres Bündnisses auf ihren Inhalt hin gegenlesen:
Die Behauptung unter Ziff. 1 ist von vorgestern: „Die jüngst verhängte Haushaltssperre im Ressort für Kinder und Bildung stellt einen besorgniserregenden Hinweis auf eine unzureichende Haushaltsführung dar“. Es gibt keine Haushaltssperre, das haben die Philolog:innen offenbar aus 2024 abgepinselt. „Setzen. Fünf!“, könnt manch einer denken …Das Gegenteil ist richtig: Senat und Koalition haben mit der jüngst erfolgten Auflösung einer Risikovorsorge in Höhe von ca. 30 Mio. € und dem aktuellen Nachtragshaushalt ein deutliches Bekenntnis zu Bildung abgegeben.Mit freundlichen Grüßen,
Mark Rackles
Senator für Kinder und Bildung
Rhetorisch eloquent- nur leider an der zu Recht erhobenen Kritik inhaltlich vorbei.
In 2024 war der Bildungshaushalt so unterausgestattet, dass 3‼️ Wochen nach seiner Verabschiedung eine Haushaltssperre verhängt werden musste.
Das ist Fakt.
Auch 2025 reichte der normale Haushaltsansatz NICHT aus um alle Rechtsansprüche bei Krippe/Kita und Schule zu finanzieren- es musste die Risikovorsorge gezogen werden.
Die Haushalte 26/27 sind nur wegen gestiegener Kinderzahlen ( und deren Rechtsansprüchen) höher und wegen massiver Fehler der Vergangenheit- so mussten jüngst 130 Mio für die Inge-Katz-Schule für 20 Jahre Brillmiete genehmigt werden für einen maroden Bau- aus dem die Sparkasse deswegen auszog. Damit könnte man die Inge-Katz Schule 1,5 x im Eigenbesitz bauen und mind. 50 Jahre davon profitieren- hätte man nur rechtzeitig klug agiert. Stattdessen wieder mal nur reaktives und viel zu teureres Verhalten- weil der Druck nichts anderes mehr erlaubte. ????♀️
Den Bremer Familien und Ihren Kindern bringt das keine Qualitätsverbesserung.
Der Brandbrief ???? von 4.500 Eltern über ständige Notdienste, Schliesstage und ausgefallene Bildungsangebote in Krippe/Kita bleibt.
Die Not in den Schulen mit ständigen Stundenausfällen oder sogar nur einer 4 Tage Beschulung wie in der Paul-Goldschmidt-Schule auch. 2023 beklagten die Eltern das schon und nun sprachen Sie mit dem gleichen Vorwurf erneut in der Bildungsdepu vor.
2023: https://www.weser-kurier.de/bremen/politik/bremer-schule-unterrichtet-wegen-personalnot-nur-noch-an-vier-tagen-doc7s0xxfnhahf17mc8m4k0
Ist das die angeblich so erfolgreiche Inklusion in Bremen?
Der Kommentar ist nicht falsch, kratzt aber nur an der Oberfläche des Offensichtlichen. Bremen ist Spitzenreiter bei Schülern mit Migrationshintergrund; dieser liegt in Bremen aktuell bei etwa 64–65 %, in Bayern bei 41 % und in Mecklenburg-Vorpommern bei 12 %.
Quelle: Auswertung des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) auf Basis des Mikrozensus des Statistischen Bundesamts.
https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2025/01/SVR-Fakten-zu-ungleichen-Bildungschancen-2025.pdf
Man muss ja selbst bereits das Opfer schlechtester Bildungspolitik sein, um nicht zu erkennen, dass Schüler, die zu Hause kein Deutsch sprechen, es sehr schwer haben werden. Das Regime hat dieses Problem verursacht und ist unwillig oder unfähig, das zu korrigieren oder wenigstens mit den vielfältigen Folgen angemessen umzugehen. Mit den Folgen umgehen kann auch heißen, dass man massiv Geld in Kindergartenpflicht und kleinere Klassengrößen investiert. Aber auf wessen Kosten kann das geschehen? Ich befürchte die setzen jetzt voll auf Krieg um die überflüssigen Menschen zu verheizen und von ihrer Tat abzulenken. Siehe RöWekamp (CDU) und seine Liebe zur Kriegswaffen.
Das schlechte deutsche Bildungssystem ist mit Kulturfremden überflutet worden. Jeder, der mal wissen will, was das Regime der Altparteien mit uns tut, sollte mal dieses Buch lesen: Massenmigration als Waffe: Vertreibung, Erpressung und Außenpolitik, Kelly M. Greenhill.
Moin Herr Mayer, ich habe Ihren Kommentar dieses Mal mit Bauchschmerzen veröffentlicht, weil ich Ihnen (und den anderen Lesern) anhand Ihres Textes darlegen will, was geht – und was nicht.
Sie schreiben im Zusammenhang mit Regierung/Senat von einem „Regime“. Regime bedeutet totalitäre Regierung. Sie wissen, dass dies falsch ist.
Außerdem behaupten Sie, das „Regime“ setze „auf Krieg, um überflüssige Menschen zu verheizen“. Außerdem unterstellen Sie dem Bundestagsabgeordneten Röwekamp „Liebe zu Waffen“.
Ich kündige hiermit an: Derartige Kommentare werde ich künftig nicht mehr veröffentlichen.
„…welchen Anspruch stellen die Koalitionspartner von Rot-Rot-Grün eigentlich an sich selbst?“
Die Antwort darauf ist aus meiner Sicht mehr als banal: Erhalt von Macht und unzähligen Posten und Pöstchen. Ein echtes Interesse an guter Bildung in Bremen wäre nach meiner Meinung bestenfalls vorgetäuscht.
Der Kommentar trifft den Punkt. Ich fürchte, so einem Kommentar könnte in der Führung der Bildungsbehörde kaum niemand intellektuell folgen (wollen). Zu wenig Ideologie vielleicht, zu viel Praxiserfahrung als Schüler.
@Herr Mayer,
ich will eigentlich nicht viel zu Ihrem Kommentar sagen. Aber Jemanden, der „Krieg“ als Waffe bezeichnet, um „überflüssige Menschen (gibt es die überhaupt?) loszuwerden oder sogar zu verheizen, dem sollte man keine Bedeutung beimessen!
Nicht seinen Worten, seinem Geschriebenen und beim Zuhören.
Sie sind aus der Zeit gefallen, irgendwie.
@Josef Teupe Der Überbringer der schlechten Botschaft wird gerne „gesteinigt“. Oder wie singt Reinhard Mey? – „Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.“ Haben Sie mein Buchtipp zu Kelly M. Greenhill mal angesehen? Oder eine der vielen Analysen zu den Epstein-Files? – Da sieht man mal, wie die Geld- und Machtelite über uns denkt.
Ich mache mir den Begriff „überflüssige Menschen“ nicht zu eigen, ich meine allerdings zu erkennen, wie man uns aus der Perspektive der Mächtigen sieht. Ich glaube nicht, dass das miese Bildungssystem ein Betriebsunfall ist – das ist Absicht. „Wir“ sind dank dieses Bildungssystems (und der schlechten Information durch ÖRR und Industriemedien) nicht mehr in der Lage, einfachste Zusammenhänge wahrzunehmen und Punkte zu verbinden.
Im Ukraine-Krieg, der schon seit 2014 läuft und bis 2022 ca. 12.000 Menschenleben gekostet hat, sind inzwischen 1,5 bis 2 Millionen Menschen gestorben. – Für was genau? Glauben Sie, dass es für normale Menschen einen Unterschied macht, ob die Ukrainer oder sogar „wir“ von russischen oder amerikanischen Oligarchen beherrscht werden? Ich war schon öfter in Russland und den USA, ich kann Ihnen versichern: Es ist egal. Für was genau sind die Ukrainer und Russen also umgebracht worden? Ist der Israel-USA – Iran Krieg ein illegaler Angriffskrieg?
Die Antwort muss jeder für sich selbst finden, aber wenn die Antwort identisch mit der aus der Tagesschau ist, wird jede Debatte darüber natürlich sehr schwierig. Genauso wie es dann schwierig ist über die Ursachen und damit über Lösungen der Bildungsmisere zu debattieren.
Um welche Leistung geht es denn ?
Bei den Grundfähigkeiten schreiben, lesen, logisch denken, rechnen, usw. stimme ich zu.
Fast jeder Grundschüler ist am Anfang ganz eifrig dabei, aber im Laufe der 5./6.Klasse ging dann die Lust am Lernen langsam verloren, noch vor der Pubertät übrigens, die ja immer vorgeschoben wird.
Viel hängt natürlich von der Lehrkraft ab, aber der Unterschied zwischen Lehrplan und Realität wird ab der 7.Klasse immer größer, zumindest auf dem Gymnasium und der Realschule.
Was wirklich für uns als Grundschüler wichtig war, kam in der Grundschule größtenteils auch vor, so schleichend ab der 5.Klasse kamen dann immer mehr Unterrichtsinhalte die eher weltfremd und realitätsfern waren.
Ganz schlimm wurde es auf der Oberstufe. Vorschläge von uns wurden generell abgekanzelt.
Höchstens mal als Thema für die Projektwoche 1x im Jahr aufgegriffen, selten.
Es musste eben gelehrt werden was im Lehrplan stand.
Bei den diversen Pisa usw. Tests muß man auch bedenken, daß deren Aussagekraft nicht mehr so stark ist wie noch vor 20 Jahren. Viele Schulen – im Ausland eher als im Inland – lernen speziell nur für Pisa, um dort besonders gut abzuschneiden.
Dann schneiden natürlich Singapur, Japan und auch Südkorea deshalb besser ab,
weil es dort kaum Schüler mit Migrationshintergrund gibt, direkt vergleichbar sind diese Länder
mit D also nicht.
Nachdem die SPD hier seit gefühlten Ewigkeiten regiert, muß man leider feststellen, daß es kein anderes Bundesland gibt, in dem es um die Chancengleichheit so schlecht bestellt ist.
Warum die Linkspartei da kaum aufschreit verstehe ich nicht.
Und wenn ich dann diese – vielleicht gut gemeinten Sätze von SPD Oberen höre wie – “ wir glauben an jeden Schüler“, dann klingt dies für mich wie “ Wir helfen ihnen „, den Satz liest man auf den Seiten des Bremer Jobcenters und Sozialamtes auch, aber die Realität ist eine ganz andere.
Und so ist es im Schulsystem auch. Obwohl das Bundesland sehr klein ist, haben sich die Politiker weit entfernt von der Bildungsrealität. Wenn ein „Offizieller“ die Schule besucht, wird dies wochenlang vorher akribisch vorbereitet, wie ein Theaterstück. Mit der Tagesrealität im Schulalltag hat dies nichts zu tun.
@ Herr Strohmann:
Sie schreiben:
„Wann hört Bovenschulte endlich auf, seine linksideologischen Jugendträume zu pflegen, und fängt an, Politik für die Menschen in Bremen und Bremerhaven zu machen?“
Als Linker ( BSW Wähler ) kann ich da keine wirklich linken Jugendträume entdecken, die der Bürgermeister realisieren will.
Ich kann da gar keine klare Linie erkennen. Linke Jugendträume wären z.B. die Summerhill Schule, die den Schülern viele Freiheiten zu einem selbstbestimmten Lernen gelassen hat.
Wobei bei den Übersetzungen der 70er Jahre da auch etwas getrickst wurde, im engl. Original versteht sich dieses Alternativmodell eher als sehr linksliberal oder radikaldemokratisch, obwohl es auch sozialistische Elemente gab, aber der Begriff „anti autorität“ taucht in den Originaltexten gar nicht auf. Die anti-autoritäre Bewegung hat Summerhill für sich vereinnahmt, obwohl es da gravierende Unterschiede gibt.
Mit den 70ern verbinden viele nur noch die unbeliebte Mengenlehre, die ich persönlich sogar sehr interessant fand, sowie schlimmste Verfehlungen, die ich hier gar nicht weiter ausführen will.
Aber vielleicht sollte man da noch einmal ansetzen um sich Anregungen zu holen.
Da war nicht alles schlecht leider wird von der etablierten Politik heute vieles unter dem Label „links“ gleich pauschal abgewertet, ohne sich mal näher damit zu befassen..
Ich kann davon in der links (?!)-rot-grünen Regierung nichts finden, leider.
Nur eine absolute Ideenlosigkeit.
Die völlig anti autoritäre Schule – nach dem Motto: macht was ihr wollt – halte ich für genauso gescheitert wie die Schule unter Kaiser Wilhelms Zeiten.