Bürger wehren sich gegen zu großes und teures Flüchtlingsheim
Achtung, Politiker! Nach der viel gelesenen Story über das Park-Desaster in der Neustadt und anderen Stadtteilen geht in Habenhausen die nächste emotionale „Bombe“ hoch. Anlieger des idyllischen, seit „ewigen“ Zeiten gewachsenen Gebietes um den Holzdamm, wollen sich dem Druck der Stadt nicht beugen. Ihre Forderung: Kein übergroßes, bis zu vierstöckiges Flüchtlingsheim in bester Werdersee-Lage.
Die Menschen wenden sich laut einer ihrer Sprecherinnen, Heike Strack, nicht gegen die Unterbringung von Geflüchteten, wohl aber gegen die Größe des geplanten Neubaues. Und gegen die (von ihnen empfundene) Rotzigkeit der Politik.
Während die alten Häuschen am Holzdamm zwischen 6 und 9 hoch sind, soll das Übergangsheim bis 13 Meter in den Himmel ragen.
Falls Sie, liebe Leserschaft, jetzt überlegen, von welcher Gegend ich spreche: Es geht um das Grundstück des ehemaligen Hotels am Werdersee, Ziel unzähliger Bremer Kohltouren. Wo einst geschmaust und geschwoft wurde, soll ein bis zu vierstöckiges Gebäude errichtet werden. Bremen will das ehemalige Hotel-Gebäude abreißen und dort von Investoren ein Flüchtlingsheim mit 70 Wohnungen für 200 Menschen errichten lassen.
Investoren locken den Senat mit dem Bau der Unterbringung – bei einer Mietlaufzeit von 15 Jahren. 15 Jahre? Wird uns Bürgern gegenüber nicht dauernd beteuert, die Zahl der Flüchtlinge werde sinken?
Viele Anwohner verstehen ihre kleine Welt nicht mehr.
Ein Investor baut Wohnungen für maximal 200 Geflüchtete. Die von der Stadt akzeptierte Kaltmiete beträgt 65.000 Euro pro Monat. Im Jahr also: 780.000 Euro. Auf 15 Jahre gerechnet: 11,7 Millionen Euro. Heike Strack, Architektin und Anwohnerin, hat nachgerechnet: Während die Stadt einen Quadratmeterpreis von 17 Euro pro Quadratmeter „Bruttogeschossfläche“ nennt, sind es in der üblichen Vergleichsgröße „Wohnfläche“ 26 Euro/Quadratermeter.
Was die Anwohner maßlos aufregt?
Sie fühlen sich schlecht informiert. Anfangs hatten sie nichts von dem neuen, großen Gebäude in bester Werdersee-Lage erfahren. Als sie dann Sitzungen des Beirates besuchten, fühlten sie sich schlecht behandelt, ja sogar als „Rechte“ geframt. Architektin Strack: „Ich bin keine Rechte.“
Die Skepsis dem Neubau gegenüber basiert übrigens auch auf Negativ-Erfahrungen in der Vergangenheit. Das Alt-Hotel war bereits einmal als Flüchtlingsheim (für weniger Menschen) genutzt worden. Mit wenig schönen Begleiterscheinungen.
In einem offenen Brief an den Beirat, heißt es dazu:
„Als die vorherige Unterkunft für Geflüchtete hier übergangsweise war, gab es nicht nur Vermüllung und die Sprengung eines Zigarettenautomaten. Es wurden teuren Autos auf der Straße gehandelt. In der Nachbarschaft gab es zu dieser Zeit diverse Einbrüche in Autos und Häuser. Bei einem konnte von der Polizei ein Bewohner des Übergangswohnheimes ermittelt werden. Die extra angebrachten Kameras in den Grundstücken zeigen nachts Gestalten, die dort herumgeistern. Wissen Sie wie es sich anfühlt, wenn man im Dunkeln aus Angst den Müll nicht mehr rausbringen mag oder wie es ist, wenn nachts um 2 Uhr jemand versucht, die Scheibe im Haus einzuschlagen? Seitdem die Unterkunft weg ist, ist es hier wieder ruhig. Und jetzt wollen Sie uns diese Angst erneut zumuten?“
Heike Strack, Fachfrau und furchtlose Anwohnerin, berichtet im Gespräch mit bremensogesehen:
„Die Kritik der Nachbar richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Unterbringung von Geflüchteten. Sie richtet sich aber eindeutig gegen die enorm hohe Belegungszahl mit 200 Personen. Außerdem ist der Bau aus unserer Sicht baurechtswidrig.“
Ferner bedauert sie:
„Wir haben in Diskussionen mit Politikern immer wieder erlebt, dass Bedenken der Nachbarn stets konfrontativ begegnet wurde. Dies ist übrigens auch eine Erfahrung von Nachbarschaften in Borgfeld, Warfer Landstraße und in der Häschenstraße.“
Ergänzung von mir: Auch die Umnutzung eines Gebäudes am Nordausgang des Bahnhof bereitet Anwohnern in Findorff größte Sorgen, die meist ebenfalls abgetan werden.
Politiker und leitende, entscheidende Beamte wohnen vermutlich äußerst selten neben solchen Einrichtungen.
Heike Strack berichtet: „Bewohner haben tatsächlich Angst vor fehlenden Integrationsmöglichkeiten durch die hohe Bewohnerdichte, Einbrüche, Überfälle und Vermüllung. Das sind Ängste, die man heutzutage offenbar nicht äußern darf, ohne sofort als fremdenfeindlich zu gelten – obwohl keiner in unserem Kreis so denkt.“
Politiker zögen es beim Thema Flüchtlingsunterbringung nicht einmal in Erwägung, dass die Bevölkerung zur Hilfe bereit sei, diese aber halt auch Grenzen habe.
Strack: „Bei uns in Habenhausen wird ein im Vergleich zur weiteren Umgebung ungewöhnlich großes Bestandsgebäude (Hotel zum Werdersee) als Maßstab für einen Neubau gewählt. Dem ließe sich sogar „vielleicht“ noch in gewisser Weise folgen. Aber, der Neubau wird mit vielen Hilfsargumenten noch einmal fast doppelt so groß geplant. Die Nachbarschaft fühlt sich dadurch natürlich über den Tisch gezogen.“
„Sowohl in Borgfeld (in erster Reihe zur Wümme), in der Häschenstraße, (direkt an der Weser) und hier in Habenhausen (in der ersten Reihe am Werdersee) darf offensichtlich nicht einmal darüber diskutiert werden, ob solche prädestinierten Orte überhaupt auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen. Eine Bevölkerung, so die Sprecherin, die selbst eben kaum die Möglichkeit hat, in diesen 1A-Lagen wohnen zu können.“
In dem offenen Brief heißt es weiter:
„Die Nachbarschaft wünscht sich entgegen der Planung eine gute Durchmischung von freien Wohnungen oder studentischem Wohnen zusammen mit Wohnungen für Geflüchtete.“
Was die Architektin besonders wurmt: „Der Klageweg ist eingeschränkt, da nur gegen die Verletzung nachbarlicher Belange geklagt werden kann. Kein Wunder, dass sich die Bürger hilflos und allein gelassen fühlen.“
Das, verehrte Politiker, kann sich rasch zur Basis für unerwünschte Wahlergebnisse entwickeln…
Liebe Leserschaft, ich habe Sie heute auf diesen Ausflug nach Habenhausen mitgenommen, damit Sie die Kritik und Gefühle der Anrainer in Habenhausen besser nachempfinden können.
Übrigens: Am jetzigen 23. September tagt der Beirat Obervieland für eine abschließende Beiratsstellungnahme im baurechtlichen Verfahren. 23.9.26, 19 Uhr, Bürgerhaus Obervieland.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Liebe Politiker, die sich teilweise selbst als „fortschrittlich“ bezeichnen: Sollten Sie jetzt auch mich als „rechts“ brandmarken, wäre das genauso unpassend wie im Fall von Frau Strack. Aber, wer sich wehrt oder dies unterstützt, läuft heutzutage sofort Gefahr, als „rechts“ diffamiert zu werden. Leider.
Danke für die Berichterstattung!
Ich begleite das Vorhaben im Beirat Obervieland seit seiner ersten Vorstellung im Jahr 2024.
Schon damals habe ich deutlich gemacht: Der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete ist unbestritten. Gleichzeitig müssen die Größenordnung einer Einrichtung, ihre Einbettung in das Quartier und die Auswirkungen auf die Nachbarschaft sorgfältig geprüft werden. Ebenso hätte ich mir eine deutlich frühere Einbindung der Anlieger gewünscht. Diese Position ist im Protokoll des Beirates vom 5. Juni 2024 dokumentiert.
Für mich darf die Diskussion deshalb nicht auf „für oder gegen Geflüchtete“ reduziert werden. Es geht um konkrete und überprüfbare Fragen:
Ist das Vorhaben baurechtlich tragfähig?
Ist die vorgesehene Größenordnung für Standort und Infrastruktur vertretbar?
Sind gute Voraussetzungen für Integration und soziale Durchmischung gegeben?
Ist eine 15-jährige Bindung bei einer damals genannten Kaltmiete von 65.000 Euro monatlich nachvollziehbar begründet?
Und wurden die Interessen der unmittelbar betroffenen Anwohner angemessen berücksichtigt?
Am 23. September berät der Beirat Obervieland über seine abschließende Stellungnahme im baurechtlichen Verfahren. Offene Fragen sollten aus meiner Sicht vor einer abschließenden Bewertung nachvollziehbar geklärt sein.
Für mich gehört zu verantwortlicher Politik, solche offenen Fragen vor einer abschließenden Entscheidung nachvollziehbar zu klären und die Argumente der Betroffenen ernsthaft in die Abwägung einzubeziehen.
Und dann wundern sie sich, wenn die AfD gewählt wird.
Jahre lang bin ich und auch viele andere meiner Bekannten zum „Hotel am Werdersee“. gefahren, um von dort aus unsere „Hunderunde“ um den Werdersee zu starten.(inklusive Kaffee trinken und Kuchen essen.)
Es war toll!
Oft bin ich und auch wir mit den Anwohnern des „Holzdamm“ ins Gespräch gekommen!
Die Ursachen für die Angst vor der Ansiedlung von 200 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen begründet sich m.E. in dem Asylbewerber Heim gegenüber vom Werder Carré!
Die Zunahme von Straftaten,
(die ganze Palette):
Von sexueller Belästigung über Autoaufbrüche, Hauseinbrüche, LD’s (Ladendiebstahl) und sogar Tötungsdelikte) gab es in diesem Umfeld.
Es wurde sogar eine eigene Wache im Werder-Carré eingerichtet, mit Sprechzeiten für die Bürger!
Wenn die Anwohner und Eigenheimbesitzer jetzt auf die Barrikaden gehen, ist das in meinem Verständnis absolut korrekt.
Denn sie haben nicht nur Angst, sondern müssen auch fürchten, daß der Wert ihrer Immobilie stark an Wert verlieren wird.
Wer will es Ihnen dann verübeln, wenn Sie sich zur Wehr setzen?
Auch in diesem Fall wurde wiedereinmal, wie in Bremen offensichtlich üblich (Beispiel Donaustraße), über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden.
Wer kann diesen Behörden-Wahnsinn stoppen?
Die Politik offensichtlich nicht.
Nicht nur die „Begleiterscheinungen“ für die Anwohner sind bedenklich sondern auch der Umgang mit geltendem Recht.. Würde ich bauen wollen, müsste ich wohl für 70 Wohnungen zum Beispiel 70 PKW-Stellplätze und 140 Stellplätze für Fahrräder nachweisen. (Bei dem Anbau meines Hauses, 10 qm lautete die Forderung 2 PKW-und 4 Fahrrad-Stellplätze nachzuweisen) Ich nehme mal an, dass diese Vorgabe dort nicht greifen wird. Das mögliche Argument, dass Flüchtlinge weniger Autos fahren greift nicht. Nach der vorgesehenen Nutzung und gesichertem Rückfluss des Kapitals wird eine „normale“ Nutzung als Wohnraum folgen und alles ohne die üblichen Hürden…
»Achtung, Politiker: In den Stadtteilen rumort es!« schreibt Axel Schuller in seinem neuesten Blogbeitrag.
Ob Parkraumneuordnung oder neue Unterkunft für Geflüchtete – gilt das auch für unseren Stadtteil Findorff? Das kann man bisher so nicht bestätigen.
Hier rumort (noch) öffentlich kaum etwas – was auch daran liegen kann, dass in Findorff kaum BürgerInnen auf Beiratssitzungen gehen – und zugleich seitens der Lokalpolitik darüber hinaus seit Monaten ONLINE über akute Themen kaum und IN DER BREITE so gut wie gar nicht informiert wird.
https://www.ortsamtwest.bremen.de/findorff/stadtteilthemen-1575
Weil: Nichtwissen schafft Ruhe vor der Wahl 2027. Aber das könnte sich schnell ändern, wenn die üblichen Aufregerthemen akut drängend werden.
https://www.findorff-gleich-nebenan.de/2026/09/17/findorff-bekommt-eine-landesunterkunft-für-geflüchtete-alle-fakten-die-man-als-bürgerin-dazu-wissen-sollte/
„Rechts“ heisst die Keule, der sich die Politik bedient, wenn Argumente fehlen und über Strukturen in den Stadtteilen und den immensen Kosten für die Bevölkerung, die über Steuern jeden Geflüchteten bezahlt, diskutiert werden müsste.
„Heike Strack, Architektin und Anwohnerin, hat nachgerechnet: Während die Stadt einen Quadratmeterpreis von 17 Euro pro Quadratmeter „Bruttogeschossfläche“ nennt, sind es in der üblichen Vergleichsgröße „Wohnfläche“ 26 Euro/Quadratermeter.“
In der Stadt Bremen gilt die Mietenbegrenzungsverordnung Bremen als rechtliche Grundlage für die Mietpreisbremse, welche vom Senat bis zum 31. Dezember 2029 verlängert wurde.
D.h. es gibt eine Obergrenze bei Neuvermietung: Die Miete darf bei Wiedervermietung höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.
Warum gilt das nicht auch für Mietverträge mit der Stadt?
Als Bürger führt dies zu einem Blumentstrauß an negativen Gefühlen:
1.) Frust, dass solche ein Wahnsinnprojekt initiiert wird und es nur durch Oppositionskräfte überhaupt an die Öffentlichkeit kommt!
2.) Misstrauen, denn die Art der Kommunikation, des Wirtschaftens und der Zielsetzung so viele Menschen – die so unterstellen wir natürlich – Integration wünschen, so einzupferchen macht vorne und hinten keinen Sinn. Hier werden Steuergelder benutzt – und das im Interesse nur ZWEIER Parteien, Den Investoren und Bauherren,
3.) Sorge, denn die Erfahrungen in der Steinsetzer Straße sind besorgniserregend. Schon die Idee das direkt neben einer Schule zu installieren war natürlich WAHNSINN. Nur der nächste Klopper. Und wer auf der letzten Versammlung war hat ja gehört wie die SPD sich dazu äußerte: Ihr könnt da alle eh nichts mehr dran ändern, ob ihr es wollt oder nicht. Ein Demokratie Verständnis zum Strangulieren.
Man kann nur hoffen, dass die Menschen die sich hier einbringen etwas bewegen können!
Sehr geehrter Herr Schuller,
danke für Ihren Beitrag „Bürger wehren sich gegen zu große und teures Flüchtlingsheim“.
Ein Preis von 26 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche in Bremen – gezahlt von der Sozialbehörde – und für 15 Jahre garantiert erfreut das Kapitalistenherz. Diese Miete wird von einer Rot-Rot-Grünen Regierung bezahlt, die auf der anderen Seite einen Mietpreisdeckel für privater Vermieter fordert und die zugleich droht, Mietwucher zukünftig mit Strafen zu belegen. Ich frage mich: wie passt denn das zusammen? Politiker und Politikerinnen: Bitte erklärt mir das?
Noch so ein Thema: Bürgerbeteiligung. Das wird ja in den Parteiprogrammen der Rot-Rot-Grünen Regierung groß geschrieben. Aber die Praxis weicht doch sehr davon ab.
Nach § 31 (Punkt 11) des Bremer Ortsgesetzes über Beiräte und Ortsämter haben bei örtlichen Angelegenheiten von öffentlichem Interesse die entsprechenden Stellen über das Ortsamt eine Stellungnahme des Beirates einzuholen.
Die Sozialbehörde und die Baubehörde haben nach meiner Kenntnis bei ihren Planungen des Übergangswohnheims in der Häschenstraße 17-19 in Bremen gegen das Bremer Ortsgesetz über Beiräte und Ortsämter verstoßen, d.h. der Beirat wurde übergangen. Damit wurde die Chance zur Bewohnerinformation und -beteiligung bis zum 27.8.2026 (da fand die Beiratssitzung statt) ausgelassen.
Zu den Fakten: Am 13.5.2025 haben Sozialbehörde und der Eigentümer der Immobilie in der Häschenstraße 17-19 AMM Immobilien eine Absichtserklärung – einen Letter of intent – unterschrieben, in dem die Anmietung des Objektes in der Häschenstraße 17-19 als Übergangswohnheim für ca. 200 Geflüchtete erklärt wird. Das ist eine örtliche Angelegenheit von öffentlichem Interesse und hier hatte die Sozialsenatorin vor der Unterzeichnung eine Stellungnahme vom Beirat einholen müssen. Das ist nicht geschehen.
Im Juli 2025 hat die AMM Verwaltungs GmbH einen Bauantrag „Umbau/Aufstockung Wohn- und Geschäftshaus zum Wohnhaus“ bezogen auf das Grundstück „Am Deich 60-62 und Häschenstraße 17-19“ gestellt. Hier ist zwar nicht die Rede von einem Übergangswohnheim, aber an der Adresse ist zu erkennen, dass es sich um das Übergangswohnheim in der Häschenstraße 17-19 handelt und dass die Planungen zum Übergangswohnheim konkrete Form annehmen. Auch hier wäre eine Gelegenheit gewesen, den Beirat über das Ortsamt zu einer Stellungnahme aufzufordern.
Am 22. Januar 2026 hat die Deputation für Soziales, Jugend und Integration über die Neuanmietung des Unterbringungsobjekts für Geflüchtete in der Häschenstraße 17-19 für einen Zeitraum von 15 Jahren beschlossen. Spätestens hier hätte der Beirat über das Ortsamt beteiligt werden müssen. Auch das ist nicht geschehen.
Am 15. Juli 2026 hat die Sozialbehörde die Baugenehmigung für den Bau des Übergangswohnheims in der Häschenstraße 17-19 erteilt. Vor der Unterzeichnung hätte die Baubehörde eine Stellungnahme des Beirates einfordern müssen. Auch das ist nicht geschehen.
Das Bremer Sozial- und das Bauressort haben bezogen auf das Übergangswohnheim in der Häschenstraße 17-19 Tatsachen geschaffen, sich dabei nach meinem Sachverstand mehrfach über das Ortsgesetz hinweggesetzt und auf diese Weise eine frühzeitige Bürgerinformation und -beteiligung verhindert.
Ach ja und dann ist da noch der offene Brief zum Thema Übergangswohnheim von den Anwohnenden und Eigentümerinnen. Auch da warten wir seit Wochen auf eine Rückmeldung von der Sozial- und Baubehörde.
Bürgerbeteiligung: Unter dieser Regierung eine ILLUSION!
Ich wohne am Holzdamm 112.
Das ehemalige Werdersee Hotel hat die Hausnummer 104. Man kann mich wohl als unmittelbar betroffen von den Zuständen halten. Der neue Komplex soll noch länger und höher werden als der alte. Dahinter soll ein fester Fahrradunterstand von 100 Quadratmetern entstehen. Das würde dann bedeuten, dass die LKWs, die dort Sand [alter Tümpel vor dem beinahe Deichbruch – kleiner Wald] zur Deichsicherung abladen sollen, dort nicht hingelangen können. Wie kann so etwas der Baubehörde passieren?
Haben die sich nicht informiert?
Ich habe seit den ersten 2 Jahren Übergangs Wohnheim, 5 Kameras installiert. Viele fremde Menschen haben sich nachts bei mir auf dem Grundstück befunden, aus aller Herren Länder. Obwohl es hieß, dass dort nur Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht werden sollen. Ständig war die Polizei da. Hinter dem Deich, am Werdersee wurde gegrillt und der Müll dort gelassen. Die Polizei kümmert sich nicht darum, obwohl es im Naturschutzgebiet ist. Das alles will man uns noch einmal zumuten? In doppelter Größe?
Mit einer gemischten Anwohnerschaft könnte ich mich anfreunden. Aber nicht mit einem Bau, der zu hoch, zu lang und nur als Übergangswohnheim benutzt wird.
Dann kommt noch dazu, dass die Spielflächen für Kinder, in Richtung der Nachbarn geplant sind. Warum nimmt man nicht das alte Spielplatzgelände und macht dort was Neues? So wird der Lärm vom Wall der Brücke und dem neuen Gebäude abgefangen!
Alles im allen ist das schlecht durchdacht und passt so wie geplant, nicht in ein reines Wohngebiet.
Und 8 Parkplätze für Sozialarbeiter, Reinigungskräfte und Bewohner sind ein Witz!
Ich befürchte, dass es zukünftig kein Halten mehr bei Projekten wie am Holzdamm und in Findorff gibt (Dank an Herrn Rätsch für den Link. 350 Plätze mitten in Findorff, das ist schon starker Tobak). Erster Grund: RGR haben Einwanderer als dankbare Wählergruppe entdeckt – dankbar für eine schnelle und unkomplizierte Einbürgerungspolitik, die ohne großen Integrationsschnickschnack daher kommt. Zweiter Grund: Die soziokulturellen Milieus, aus denen sich Wähler und Mitglieder von RGR rekrutieren, sind überproportional bei den Gewinnern der Zuwanderung aufzufinden. Interessierte Bauherren (Wer denkt bei der Bührmann-Gruppe noch an Spielhallen?), Betreiber (AWO, DRK, etc.), Anwälte und Sozialarbeiter werden den Teufel tun, sich vom lukrativen, staatlich garantiert alimentierten Zuwanderungsgeschäft abzuwenden.
Heute so und morgen ganz anders: Konzeptlose Bremer Politik bei der Unterbringung Geflüchteten
Im Januar 2026 hatte Frau Dr. Petra Kodré – Bremer Abteilungsleiterin für Soziales / SASJI – auf der 28. Sitzung des Deputationsausschusses für Soziales, Jugend und Integration erklärt, dass es nicht das Ziel sei, „immer größere Übergangswohnheime zu errichten, sondern ein weiteres Segment zu schaffen, das zusätzlichen Wohnraum biete“ (22.1.2026). Jetzt ist im Beitrag von Herrn Schuller zu lesen, dass die Sozialbehörde gegen ihre eigene Forderung handelt und weitere G R O ß E Übergangswohnheime in Bremen mit ca. 200 Plätzen für Geflüchtete schafft. Und das, obwohl in der Fachliteratur längst von so großen Übergangswohnheimen abgeraten wird. Für die Geflüchteten sind Übergangswohnheime mit einer so großen Belegungsdichte – im Unterschied zu einer Unterbringung in kleineren Unterkünften – z.B. mit hohen psychischen Belastungen verbunden. Studien aus Sicht der Nachbarschaft zeigen, dass gerade große Gemeinschaftsunterkünfte mit Akzeptanzproblemen einhergehen und zu Distanzierungen und sozialen Spannungen zwischen Geflüchteten und Bewohnenden führen.
Von der Rot-Rot-Grünen Regierung in Bremen wird alles dem einen Argument eines enormen Unterbringungsdrucks Geflüchteter untergeordnet. Jede Verringerung der Zahl Geflüchteter an der einen Stelle – so heißt in der Ablehnung der Petition zum Übergangswohnheim in der Häschenstraße 17-19 – bedeute eine Verlagerung Geflüchteter an weniger geeignete Standorte. Die Standorte werden aber leider gegenüber den Petenten und Mitzeichnenden nicht genannt, wenn es sie denn überhaupt gibt. Ein solches Argument entzieht sich zudem einer fachlich-sachlich Debatte. Es verhindert Lösungen, z.B. hybride Wohnformen, die für alle kompatibel wären.
So kann man letztlich nur argumentieren, wenn man als Politiker kein Konzept hat.
Ob diese Politik des ‚heute so und morgen so‘ und ‚des Alternativlosen‘ bei den Bremern und Bremerinnen Zustimmung findet? Die nächste Wahl wird es zeigen.
@ Hartmut Paul: Fairerweise muss man nachtrage, das die neue Unterkunft für Geflüchtete nicht »mitten in Findorff« ist, wohl aber hinter dem Bahnhof an der Bürgerweide.
Auf der Beiratssitzung letzte Woche war man seites der Sozialbehöre noch nicht einmal in der Lage das Gebäude und die Lage für die BesucherInnen der Sitzung mittels eines Beamers an die Wand zu projizieren. Auch sonst gab es keine vorbereitete Präsentation mit einigen Fakten, die man wohl als STANDARD in der Präsentationstechnik bei einem Projekt dieser Tragweite hätte erwarten könnte.
In der Kritik stand auch nicht die Unterkunft als solche in einem früheren Bürogebäude, das sowieso da ist, sondern es wurde leichte Bedenken hinsichtlich des Umfeldes geäußert. Das war es. Hier ebenfalls nachgereicht das nachträgliche Statement des FDP Mitglieds im Beirat Findorff, der auf der Sitzung etwas »abgewürgt« wurde:
»Es dreht sich hier um den Standort. Das Bahnhofsumfeld ist ein sozialer Brennpunkt mit vielen Problemen die noch immer nicht gelöst wurden. Ob dies die richtige Umgebung ist für eine Erstaufnahmeeinrichtung und den Menschen die aus fragilen Lebenssituationen zu uns kommen, sehen CDU und FDP kritisch.
Genauso kann man nicht von der Hand weisen, dass Fachärzte und Kinderärzte aus Findorff vermutlich dadurch weitere neue Patienten bekommen werden. Auch das muss geklärt sein, wie viele Kapazitäten vorhanden sind. Es gibt in Findorff nur eine einzige Kinderarztpraxis. Wir haben daher den Eindruck gewonnen, dass wichtige Gespräche in Findorff bislang unzureichend geführt wurden. Uns wäre viel daran gelegen, dass auch die ansässigen Arzte in Findorff involviert werden. Auch diese Frage taucht daher im Fragenkatalog auf. Sie wurde beantwortet – allerdings fehlen mir ein paar konkrete Ausführungen zum genauen Vorgehen. Da allerdings noch ein Jahr Zeit ist, muss man sicherlich zu gegebener Zeit noch einmal die Gespräche suchen.
Auch wir von der FDP Fraktion Findorff haben unsere Bedenken zum Ausdruck gebracht, was die Standortauswahl betrifft und hatten insbesondere deshalb nach einer standortbezogenen Risikoanalyse gefragt. Das Ergebnis: Solche Prozesse gibt es offenkundig für die Standortauswahl geeigneter Immobilien nicht – die Auswahlkriterien des Standortes wurden somit nicht unter Risikoaspekten geprüft.
Das halten wir für einen Fehler in der Methode. Denn die Abwägung hätte unter risikoanalytischen Ergebnissen möglicherweise aufgezeigt, dass das aktuelle katastrophale Bahnhofsumfeld für Schutzsuchende mit Risiken verbunden ist, die man besser nicht blind akzeptieren sollte.
Für uns als FDP Fraktion Findorff ist klar, dass solch risikoorientierte Methoden mit zum Auswahlprozess für geeigneter Standorte gehören. Das hatte ich versucht zu verdeutlichen, es wurde aber nicht weiter aufgegriffen. Die Behörde ist dafür nicht ausreichend sensibilisiert.
Der Beschluss der Behörde steht unlängst fest.
Der Beirat wird und wurde vor vollendete Tatsachen gestellt.«
Die CDU ist übrigens auch gegen den Standort, konnte das aber auf der Beiratssitzung irgendwie so gar nicht ausdrücken…
Kerstin Eckardt (CDU), Mitglied in der Bürgerschaft, war auf der Sitzung anwesende. Sie kommentiert unseren Post: »Die Entscheidung über den Standort wurde allerdings nicht im Beirat getroffen, sondern bereits in der Februar-Sitzung der Sozialdeputation. Dort ist die Entscheidung gefallen. Eine weitere Möglichkeit, im Beirat eine formelle Ablehnung auszusprechen, besteht daher nicht.«
Ich habe Ihr geantwortet:
Das ist bekannt, daher ist Ihr Kommentar eine typische politische Nebelkerze in der Diskussion, denn darum geht es nur bedingt. Leider nichts verstanden. Worum geht es in der Kritik? Es geht um eine offene, kontroverse Diskussion mit KLAREN POSITIONEN, die nicht dargestellt wurden und es geht um einen Fragenkatalog, dessen Antworten auf Betreiben eines SPD-Mitglieds offensichtlich auf der öffentlichen Sitzung nicht nicht kommuniziert werden sollten (was nicht die Opposition, aber Herr Rätsch völlig unaufgeregt kritisiert hat) – und es geht um fehlende Reichweite, um die BürgerInnen bei einer derartig weitreichenden Entscheidung in ihrem Stadtteil zu informieren und »mitzunehmen«.
Diese Sitzung mit 16 Bürgerinnen im Publikum aus einem Stadtteil mit 25.000 Menschen war (wieder einmal) symthomatisch, das man die Menschen nicht erreicht. Auch die CDU-Mitglieder im Beirat haben es noch nicht einmal geschafft, die KLARE ABLEHNUNG ihrer Partei auf der Sitzung deutlich zu machen.
Gilt auch und besonders für die Bürgerschaftsabgeordnete Kerstin Eckardt: Die kam zu spät zur Sitzung (was passieren kann), setzte sich in die fast leere erste Reihe und sagte während der gesamten Diskussion kein Wort. Schwächer und harmloser kann man sich als Bremer Opposition nicht darstellen.
Der geschätzte Kollege Axel Schuller nimmt seine Leser mit nach Habenhausen, damit sie die Angst der Anwohner „nachempfinden“ können. Ich möchte sie auf einen anderen Weg mitnehmen, einen, den ich seit sechzehn Jahren im Beirat Horn-Lehe selbst gegangen bin.
Auf dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise lebten in Horn-Lehe zeitweise annähernd 900 Geflüchtete gleichzeitig, verteilt auf mehrere Standorte: 110 unbegleitete Jugendliche beim Fallturm, 550 Menschen, meist Familien, hinter dem Gebäude NW1, dazu die Turnhalle am Horner Bad mit Wohncontainern für 80 weitere Personen, die Halle an der Curiestraße mit weiteren 80 Plätzen und die Grazer Straße, in der noch im Winter 2016 Jugendliche wohnten, deren genaue Belegung sich nicht mehr ermitteln ließ, während die Grundschule nebenan ihren Sportunterricht in eine zur Notturnhalle umgebaute Aula verlegen musste, sowie eine Inobhutnahmestelle in der Berckstraße mit konstant rund 40 unbegleiteten Minderjährigen. Das brachte den Stadtteil an seine organisatorischen Grenzen.
Wo damals Zelte und Notunterkünfte in Serie improvisiert werden mussten, stehen heute geordnete Übergangswohnheime, getragen von zwei verschiedenen Wohlfahrtsverbänden: die Horner Eiche und die Deutsche Eiche, betrieben vom DRK, zusammen 231 Plätze, dazu die AWO mit der Anne-Conway-Straße, 507 Plätzen, Teil eines größeren, von Anfang an gemeinsam für Studierende und Geflüchtete geplanten Wohnkomplexes, genau die Durchmischung von Wohnraum, die sich die Anwohner in Habenhausen in ihrem offenen Brief an den Beirat selbst gewünscht haben. Zusammen mit dem gerade eröffnenden Horner Tor für 100 weitere Menschen trägt der Stadtteil damit im geordneten Regelbetrieb annähernd so viel wie am Krisenhöhepunkt 2015/16, nur wohnen die Menschen heute in festen Wohnungen, mit Nachbarn nebenan, die selbst zur Miete wohnen.
Dass es sich dabei nicht nur um verwaltete Koexistenz handelt, lässt sich ebenfalls belegen. Schon 2015 ermöglichte die Universität mit dem Programm IN-Touch Geflüchteten ein Gaststudium, im Wintersemester 2015/16 mit 140 Teilnehmenden, dreimal so vielen wie im Semester zuvor, von der EU-Kommission als Beispiel guter Praxis gelistet. Die studentische Arbeitsgruppe Refugees Welcome organisierte Deutschkurse, Sport und Behördenbegleitung, mit 20 festen und rund 100 unterstützenden Mitgliedern. Diese Verbindungen haben sich mit den Zelten nicht aufgelöst: Ortsamt, Beirat und die Kirchengemeinden richteten später gemeinsam einen Runden Tisch ein, aus dem drei feste Arbeitsgruppen hervorgingen, für ein Begegnungscafé, Sprachtreffs und Kinderbetreuung, mitfinanziert aus dem eigenen Budget des Beirats. An der Anne-Conway-Straße laufen bis heute ein Fußballprojekt mit dem ortsansässigen FC Riensberg, ein Sprach- und Frauencafé im Haus der Familie Horn-Lehe und eine Fahrradwerkstatt. Auch das Horner Tor lädt mit seinem Bürgersaal und der Bäckerei im Erdgeschoss den Stadtteil ausdrücklich zur Begegnung ein.
Auch bei den Zahlen, mit denen Axel Schuller Empörung erzeugen will, lohnt ein Blick nach Horn-Lehe. Die 26 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche für Habenhausen sind keine amtliche Zahl. Amtlich sind nur 17 Euro pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche, aus 65.000 Euro Monatsmiete auf rund 3.800 Quadratmetern. Die Umrechnung auf die höhere, gebräuchlichere Wohnflächen-Zahl stammt von der Anwohnerin und Architektin Heike Strack. Ob eine solche Milchmädchenrechnung überhaupt seriös ist, wage ich zu bezweifeln, bei Strack so wenig wie bei einer Übertragung auf das Horner Tor. Genau das ist der Punkt: Quadratmeterpreise, aus grober Fläche und einer einzigen Mietsumme errechnet, ohne Ausstattung oder Nebenkostenanteil zu kennen, taugen weder hier noch dort für eine seriöse Empörung. Ein Preisskandal, der sich exklusiv an Habenhausen festmachen ließe, lässt sich mit dieser Art von Rechnung so oder so nicht belegen.
Und dann ist da noch das, was in keinem der bisherigen Berichte zur Sprache kommt: Es ist derselbe Investor. Amer Sandawi und seine AMM Holding sind in Horn-Lehe bereits länger Eigentümer der Horner Eiche und der Deutschen Eiche, das neue Horner Tor liegt direkt daneben, ebenfalls von ihm gebaut, und nun bauen sie auch den Neubau am Werdersee. Dabei hatte die Stadt mit einem Vorbetreiber der Horner Eiche schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, 2019 kostete die Trennung von ihm rund eine Million Euro. Sandawi kaufte die Immobilie erst danach und baute sie um. Für Habenhausen wählte die Stadt ihn, ausdrücklich wegen der „guten Erfahrungen“ aus Horn-Lehe, wie das Sozialressort selbst mitteilte. Wer sich in Habenhausen vor einem unbekannten Investor fürchtet, fürchtet sich vor jemandem, der in Horn-Lehe seit Jahren baut und vermietet.
Bei der Kriminalitätsfurcht lässt sich Horn-Lehe ebenfalls nicht so einfach entkräften, wie es bequem wäre. 2025 registrierte die Polizei hier 2634 Straftaten, 125 weniger als im Vorjahr, der Stadtteil gilt offiziell als sicher. Gleichzeitig sind Fahrraddiebstähle, Autoaufbrüche und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen spürbar gestiegen, ohne dass die Polizei selbst dafür eine Erklärung hätte. Eine Verbindung zu den Unterkünften stellt in keiner der mir vorliegenden Quellen jemand her, weder um sie zu behaupten noch um sie auszuschließen. Wer mit der Angst der Menschen ehrlich umgehen will, muss auch diese Lücke benennen, statt sie durch Schweigen zur Bestätigung der einen oder der anderen Seite zu machen.
Dass die Stadt in Habenhausen spät und schlecht informiert hat, dass eine faktische Verdopplung der ursprünglich diskutierten Gebäudegröße ohne erneute Aussprache stattfand, bleibt davon unberührt und ist ein politisches Versäumnis der Stadt, kein Grund, an den Menschen zu zweifeln, die dort einziehen sollen. Der Beirat Obervieland wurde in eine Vergrößerung dieser Dimension offensichtlich nicht mehr einbezogen.
Was Horn-Lehe von Habenhausen tatsächlich unterscheidet, ist eine über zehn Jahre gewachsene Erfahrung aus wiederkehrenden Beiratssitzungen, aus realen Reibungen und Beschwerden: dass aus einer Zeltstadt am Ende ein Haus mit Bürgersaal werden kann. Diese Erfahrung ersetzt keine Zahlen und kein Verfahren, aber sie wäre auch für Habenhausen zu haben gewesen, hätte die Stadt die Anwohner von Anfang an eingebunden.
Manfred Steglich, u.a. Mitglied des Beirats Horn-Lehe
Liebe Frau Dr. Scheller, danke für die interessante Chronologie zur Häschenstraße. Ich kenne denselben Investor aus Horn-Lehe, wo Sandawi als Investor und Bauherr mehrfach persönlich im Beirat erschienen ist, mit Plänen und allerlei großen Versprechen, nicht immer eingehalten, aber immerhin im Gespräch. Auch das nach einem teuren Zerwürfnis mit einem Vorbetreiber 2019. Vielleicht macht genau das den Unterschied: nicht der Investor, sondern ob er sich der Nachbarschaft überhaupt stellt. Ihr Fall verdient jedenfalls eine Antwort der Behörde, keine weitere Verzögerung.
Sehr geehrte Herr Schuller,
vielen Dank für Ihre Berichterstattung zum geplanten Flüchtlingswohnheim am Holzdamm 104.
Auch ich wohne in unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen „Hotel zum Werdersee“ und bin fassungslos darüber, was uns hier zugemutet wird. Der geplante Neubau ist völlig überdimensioniert! Ich bin davon überzeugt, dass die aktuelle Planung, 200 Flüchtlinge so konzentriert in dem geplanten Wohnheim unterzubringen, das Wohngebiet massiv überfordern wird. Unter diesen Bedingungen kann keine Integration stattfinden, sondern ein sozialer Brennpunkt wird vorprogrammiert!
Dem Rot-Rot-Grünen Senat scheint dies egal zu sein, denn offenbar haben die Behörden (Sozialressort, Bauressort) die Order, vollendete Tatsachen zu schaffen.
Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen! Die Wohnqualität des Quartiers wird dadurch massiv leiden und bei den Immobilien wird es einen erheblichen Wertverlust geben. Nur die Investoren werden die großen Profiteure sein!
Warum wird das in einem mittlerweile reinen Wohngebiet so durchgezogen? Nur bei einer normalen Wohnbebauung, im Rahmen derer dann auch eine wohngebietsverträgliche Anzahl von Flüchtlingen untergebracht werden könnten, bestünden Chancen auf eine Integration und Akzeptanz!
In Bezug auf das Übergangswohnheim Hotel Werdersee (ÜWH) hat man von Anfang ohne ausreichende Information der Bevölkerung gearbeitet. Als sich im Juni 24 der Beirat das erste Mal mit dem Thema beschäftigte, traf er bewusst keine endgültige Entscheidung. Bereits damals wurde der Bau mit bis zu 200 Menschen in dem „faktisch „reinen“ Wohngebiet mit rund 200 Anwohnern in der Straße vom Beirat als zu tendenziell zu groß empfunden. Wie man dem Protokoll vom 5.6.24 entnehmen kann, habe ich bereits damals vorgeschlagen statt – überholt einen Solitär zu bauen- „gemeinsame Kontaktflächen von Anfang an für alle“ vor Ort zu schaffen: - Es wurde ein Kindergarten (Krippe/Kita) gefordert, der die Unterversorgung in Habenhausen und Obervieland abgefedert hätte- und den vielen Kindern (bis zu 80 sind im ÜWH) geplant von Anfang an eine Strukturversorgung gebracht hätte.
-Ich schlug vor das ÜWH gemeinsam mit eingestreuten Studentenwohnungen zu gestalten. Den Studenten hätte man die Wohnungen vergünstigt überlassen können. Dafür könnten diese verpflichtet werden das ÜWH und seine Bewohner 1-3 Stunden die Woche ehrenamtlich zu unterstützen, also z. B. Deutschunterricht anzubieten oder Kindern Nachhilfe zu geben. Das hätte für die Bewohner des ÜWH bei Problemen auch nach 17 Uhr Ansprechpersonen bedeutet. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten.
Das wäre gelungene Integration und Verzahnung von Anfang an, auch wenn das ÜWH per se kein Dauerwohnort sein soll, faktisch aber mangels verfügbarer Wohnungen sein wird.
Die 150-200 Anwohner vor Ort in der Beiratssitzung im Mai 26 sprachen vor allem gegen die Größe, die mangelnde Informationspolitik und merkten die unzureichende Infrastruktur an Schulplätzen und Kitas an.
Nun soll der Beirat morgen einen ungedeckten Scheck unterschreiben.
Nach der Antwort auf die Berichtsbitte der CDU befindet sich die Bauakte weiterhin in wesentlichen Punkten in der Bearbeitung und Prüfung. Die Behörde hat nun doch noch Prüfungsbedarf aufgrund der energischen Nachfragendes Beirates zum Bau: zur tatsächlichen Anzahl der erlaubten Vollgeschosse, Gebäudehöhe, Bruttogrundfläche und Kubatur.
Die Wohnungen haben nicht mal Keller, sollen aber sehr verdichtet belegt werden auch mit vielen Kindern.
Hier wird vom Investor argumentiert, das Keller- anders als bei Wohnungen – bei einem ÜWH nicht vorgeschrieben seien.
Um das verpflichtende Außengelände in der Größe zu berechnen wird dann aber anders als beim ÜWH das Baurecht herangezogen und so getan, als würde man wie die Gewoba ein Mehrfamilienhaus mit Wohnungen bauen.
Mit diesem „Trick“ muss für die vielen kleinen Wohnungen unter 40 qm kein Außengelände geschaffen werden. Am Ende bleibt ein Minispielplatz über.
Faktisch plant Soziales aber auch in die kleinen Wohnungen Familien mit Kindern unterzubringen- bis zu 80 und damit 40% der Gesamtbelegung sind geplant, teilte die Behörde mit.
Das kann nicht funktionieren. Kinder brauchen Platz zum Spielen und Toben- der ihnen in dieser beengten Wohnform fehlt. Da sind Konflikte mit der Nachbarschaft vorprogrammiert.
Es ist auch zu billig, die von den Anwohnern sachlich vorgetragenen Bedenken einfach pauschal als „Ausländerfeindlichkeit“ abzutun, wie es der SPD Beiratssprecher am 19.5.26 in der Beiratssitzung tat. Auch Aussagen wie „egal, ob ihr klagt oder eine Petition einreicht- es wird genau so durchgezogen“, erschüttern eher das Vertrauen in den Rechtsstaat.
Es braucht für alle Seiten vertretbare Lösungen. Ohne Änderungen wird das nicht geschehen.
Dass Integration von Anfang an mitgedacht werden sollte, ist übrigens nicht nur eine politische Forderung.
Manuel Siegert vom BAMF hat 2021 anhand der IAB-BAMF-SOEP-Befragung untersucht, welchen Einfluss Gemeinschaftsunterkünfte auf soziale Kontakte haben. Sein Ergebnis: Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften hatten seltener Kontakt zu Deutschen in ihrer Nachbarschaft und verbrachten seltener Zeit mit Deutschen als Geflüchtete in Privatwohnungen.
Besonders interessant: Bei kleinen Gemeinschaftsunterkünften mit weniger als 20 Bewohnern bestand dieser Unterschied nicht mehr. Ihre Bewohner hatten ähnlich häufig Kontakt zu Deutschen wie Geflüchtete in Privatwohnungen.
Genau deshalb halte ich es für sinnvoll, bei solchen Projekten nicht nur über Unterbringung, sondern von Anfang an über Größe, Durchmischung und konkrete Begegnungsmöglichkeiten nachzudenken. Mein damaliger Vorschlag, Studentenwohnungen einzustreuen und damit unmittelbare Kontakte und Unterstützung vor Ort zu schaffen, zielte genau darauf.
Quelle: Manuel Siegert (2021), Beeinflussen Gemeinschaftsunterkünfte die soziale Integration Geflüchteter?, Soziale Welt 72, S. 206–236.
DOI: https://doi.org/10.5771/0038-6073-2021-2-206
Als Anwohner und Petent lehne ich das geplanten Übergangswohnheim in der Häschenstraße nicht grundsätzlich ab. Die Anzahl von 190 Geflüchteten in 35 Wohneinheiten halte ich aber für äußerst problematisch. Die Belegung mit durchschnittlich 5,4 Geflüchtete pro Wohneinheit deutet eher auf eine Massenunterkunft als auf wohnungsähnliche Bedingungen hin, mit den bekannten in der Literatur beschriebenen negativen Folgen für Anwohnende und Geflüchtete. Diese Sätze reichen bereits aus, damit sich bestimmte Gruppen wie folgt äußern: „Gegen Rechts sind wir gerne laut“ .
Zudem halte ich den Schlüssel von max. 1,25 Sozialarbeitskräfte je 100 Geflüchtete für viel zu gering. Eine vernünftige Eingliederung von Geflüchteten in die Gesellschaft wird auch dadurch erschwert, weil Bremen in den letzten Jahren eine Reduzierung der Integrationskurse um mehr als 40 % vorgenommen hatte.
Aus diesem Grunde wurde im Petitionsausschuss, in der letzten Ortsamtssitzung, aber auch schriftlich gegenüber der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration einen Antrag auf hybride Wohnform gestellt. Dabei soll nach unseren Vorstellungen, die Gesamtanzahl der untergebrachten Menschen im Übergangswohnheim reduziert und je zur Hälfte aus Geflüchtete und aus Studierende der sozialen Arbeit bestehen. Das Zusammenleben von Geflüchteten und Studierenden könnte zu einer Verringerung von Konflikten beitragen und sich positiv auf die Integration der untergebrachten Geflüchteten auswirken. Gleichzeitig wird hierdurch eine Verbesserung der Mietsituation für Studierende erreicht, die ebenfalls dringend auf Wohnraum in der Nähe der Fakultät an der Hochschule Bremen angewiesen sind.
Der Antrag auf hybride Wohnform wurde von der Abteilungsleiterin Soziales – Frau Dr. Petra Kodrè – der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration in der Phase „des Unterbringungsdrucks für Geflüchtete“ mit Datum vom 11. September 2026 abgelehnt.
Die Hebesätze für die Ermittlung der Grundsteuer werden in Bremen kontinuierlich angehoben; die Interessen der Anwohnenden spielen ansonsten leider keine Rolle!
17 Euro/m² oder 26 Euro/m² – ???
Laut dem qualifizierten Mietspiegel der Stadtgemeinde Bremen liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete aktuell bei 7,69 €/m².
17 Euro/m² für 19 m² Wohnungen also gut 325 € im Monat? – Echt jetzt? Das ist ein tolles Signal für alle Vermieter, die an Bürgergeldempfänger vermieten. Und ein schlechtes Signal für alle, die für ihr Geld arbeiten müssen.
Dieses angebliche „links der Mitte“-Regierungsbündnis ist also nicht willens, zum Beispiel eine nicht gewinnorientierte Wohnungsbaugenossenschaft mit billigem Fremdkapital auszustatten oder sogar selbst Wohnraum zu erstellen?
Stattdessen können laut Grok die AMM Holding GmbH (die Sandawi-Brüder: Amer, Mohammad und Marwan) fette Übergewinne auf unsere Kosten einstreichen. Das ist ja klassischerweise das Gegenteil von „links“.
Hätten wir eine unabhängige Justiz, würden die verantwortlichen Politiker und Beamten vor Gericht stehen.