Dokumentation: Ex-Selenskji-Sprecherin spricht zu EU-Abgeordneten / SPD-Arbeitskreis
Liebe Leserschaft, der „Arbeitskreis Internationales“ der Bremer SPD trifft sich am Freitag, 1. Oktober, um über Krieg und Frieden in der Welt und über das Grundsatzprogramm der SPD zu beraten. Ich weiß, dass in Teilen dieses Kreises eine Rede die Runde macht, über die bislang wenig bis gar nicht berichtet wurde. Es ist die Ansprache einer ehemaligen Sprecherin von Wolodymyr Selenskyj vor Mitgliedern und Gästen des EU-Parlaments. Die Schweizer Weltwoche hat die Rede dokumentiert.
Nachfolgend für Sie die Rede als Link sowie als Film-Mitschnitt inklusive der einführenden Worte von einladenden AfD-Funktionären (was den Inhalt der Mendel-Rede aus meiner Sicht nicht schmälert). Nun hat Julija Mendel – wenn Sie dies wollen – das Wort:
Hier der Filmmitschnitt (leider mit Werbung versetzt, da via YouTube verbreitet)
«Die Ukraine steht am Rande des Untergangs»: Julija Mendel, Selenskyjs Ex-Pressesprecherin, plädiert im EU-Parlament für Gespräche mit Russland
Soweit die Veröffentlichungen derSchweizer „Weltwoche“.
Liebe Leserinnen und Leser, möge jetzt jeder sein eigenes Urteil fällen. Entweder: „Wow, dass die Frau das öffentlich sagt“, oder: „Na ja, von einem Russland-Fan, kannste ja nix anderes erwarten“, oder was auch immer.
Zur Info:
Ja, Europa-Abgeordnete der AfD haben die Ansprache von Frau Mendel initiiert. Und: Ja, die Schweizer „Weltwoche“ gilt als „nationalkonservativ und wirtschaftsliberal“.
Dies ändert ja aber nichts am Inhalt der Rede. Ich traue allen Mitmenschen, insbesondere meiner Leserschaft, zu, sich ein eigenes Bild zu machen. Bleibt abzuwarten, ob und wie sich der „Arbeitskreis Internationales“ der Bremer SPD dazu verhält.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
Als ich die Rede von Frau Julija Mendel gelesen habe, trieb es mir die Tränen in die Augen.
Wie kann es sein, dass ein angeblich Kokain abhängiger Staatschef und ein von „Kriegstreibern“ durchsetztes Europäisches Parlament über die Zukunft und das Schicksal eines ganzen Volkes bestimmen können?
Und das in Zeiten, in denen man mit Informationen quasi überflutet wird.
Es geht da offensichtlich wohl nur noch um wirtschaftliche und persönliche Interessen.
Mir tun die Menschen leid, (insbesondere die Kinder), auf deren Rücken dieses Hegemoniestreben durchgeführt wird.
Ich habe vor etlichen Jahren mal eine Vorlesung von mir an der Tierärztlichen Hochschule Hannover mit der Einleitung gegenüber Medizinern begonnen:
„Der Mensch ist das Ergebnis mangelnder Antisepsis des Kosmos“…
Moin Josef Teupe, nicht der Mensch als solcher ist das Problem, sondern unsere Unfähigkeit als Gruppe, die Narzissten, Soziopathen, Psychopathen und die besonders dummen Menschen von Machtpositionen fernzuhalten.
Diese Leute stellen nur wenige Prozent der Population dar, und doch kann ich aus persönlicher Erfahrung berichten, dass deren Dichte in Machtpositionen erschreckend hoch ist.
Und zum Stellvertreterkrieg der NATO-Rüstungsindustrie mittels der Ukraine gegen Russland, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Dritten Weltkrieg ausweiten wird, kann man nur Dankesnoten an die Politikredakteure im ÖRR senden. „Gute Arbeit – Planübererfüllung!“ – Das Hirn der Konsumenten ist erfolgreich verkleistert worden.
lieber Herr Büchse
vllt hätte ich es anders formulieren sollen:
“ Der Mensch ist das Ergebnis mangelnder antiseptischer Vorsorge des Kosmos “
Denn dann gäbe es ihn erst gar nicht!
Ich teile die Auffassung von Frau Mendel, dass es keinen Sinn macht, für Landgewinn Menschenleben zu opfern. Das entstammt einer vormodernen Denke. Selbst unter machtpolitischen Gesichtspunkten erscheint es heute sinnvoller, die eigene Bevölkerung zu schützen, statt sie durch Kriege zu dezimieren.
Und ich habe zunehmend den Eindruck, dass es mittlerweile auch darum geht, möglichst viel Geld für Kriegstüchtigkeit auszugeben und diesen Geldstrom auf hohem Niveau zu halten. In jedem Krieg hat es Kriegsgewinnler gegeben, die vornehmlich finanzielle Interessen hatten und Argumente nutzten, wenn sie ihre Einnahmen erhöhten. Dass solche Interessen auch in heutigen Kriegen eine Rolle spielen können, sollte man deshalb zumindest hinterfragen. So betrachtet, wird dieser Krieg auch aus westlicher Sicht widerlich.
Im Falle von Frau Mendel empfinde ich es jedoch als regelrechten Skandal, dass sie am 16. September als Rednerin nach Straßburg eingeladen war, aber nicht in das Europäische Parlament eingelassen wurde. Dafür mag es Gründe geben – aber dann müssen diese Gründe auch genannt werden.
Nach meinen Recherchen hat die Parlamentsverwaltung zwar bestätigt, dass Frau Mendel der Zugang verweigert wurde, bis heute, am 30. September, aber keine konkrete Begründung dafür geliefert. Euractiv berichtete bereits am 17. September, dass das Europäische Parlament den konkreten Fall nicht kommentieren wollte.
Gerade dieses Schweigen schafft Raum für Vermutungen. Etwa für die Frage, ob die wenige Tage zuvor von Präsident Selenskyj gegen Frau Mendel verhängten Sanktionen mit der Zutrittsverweigerung zusammenhängen. Einen solchen Zusammenhang kann man ohne Belege nicht behaupten. Aber ebenso wenig kann man erwarten, dass solche Vermutungen verschwinden, solange das Europäische Parlament nicht erklärt, warum einer eingeladenen Rednerin der Zugang verweigert wurde.
Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, trägt als Präsidentin auch institutionelle Verantwortung dafür, dass ein solcher Vorgang aufgeklärt wird. Dass sie sich dazu öffentlich nicht erklärt, wirft Fragen auf. Die freundlichste Interpretation wäre, dass sie den Vorgang nicht im Griff hat. Eine andere Interpretation drängt sich dadurch geradezu auf – und genau das hätte die Parlamentsleitung durch eine transparente Erklärung vermeiden können.
Auch von den Europaabgeordneten hätte ich erwartet, dass sie auf einer Aufklärung bestehen. Wenn ein Parlament den Anspruch erhebt, ein Ort der politischen Debatte und der Meinungsvielfalt zu sein, sollte es erklären können, warum einer eingeladenen Rednerin der Zutritt verweigert wurde.
Dass dieser Vorgang von den Medien kaum weiterverfolgt wird, ist für mich der eigentliche Skandal.