NEXT von Radio Bremen fällt auf üble Art über Bremens Reiche her

21.11.2025 24 Von Axel Schuller

Radio Bremen ist ein öffentlich-rechtlicher Sender. Laut Rundfunkstaatsvertrag mit vielerlei Aufgaben belastet. Eine davon lautet, zur Bildung der Bevölkerung beizutragen. Heute habe ich für Sie ein Werk der jungen RB-Redaktion „NEXT“ im Angebot. Ich präsentiere Ihnen, liebe Leserschaft, die Transkription eines NEXT-Stückes auf Instagram über Bremens reichste Bürger m/w. Ich hoffe, dass Sie den mitgelieferten Link (unten) öffnen können. a) Um sich ein eigenes Bild zu machen und b) die auf Instagram nebenstehenden Kommentare einiger User zu lesen.

Hier die Transkription des RB-Beitrages auf „Insta“:

REICHSTE BREMER

„Es gibt einen neuen, ersten Platz bei den reichsten Menschen aus Bremen.

Ich wette, ihr habt noch nie von denen gehört.

Auf Platz 5 ist laut „Manager Magazin“ die Familie Fuchs. Die haben aus einer Reparaturwerkstatt ne Firma gemacht, die heute im Universum nach Aliens und Exoplaneten sucht. OHB baut aber auch Militärsatelliten. Die sind gerade unnormal am „Ballen“ und haben ihr Vermögen angeblich verdoppelt in nur drei Jahren. Die Füchse besitzen jetzt circa eine Milliarde Euro.

Platz 4 ist fast schon ein Promi in Bremen. Kurt Zech, der „Bruder“ hat Bremen Monopoly gespielt. In der Stadt läuft kaum ein großes Bauprojekt ohne ihn. Und mittlerweile gehört ihm gefühlt die halbe Stadt. 1,4 Milliarden Euro soll er wohl auf Tasche haben.

Also Platz 3 ist für echt behämmerster Fiebertraum. Die Familie Lürssen baut im verarmten Bremen-Nord Luxusjachten für Oligarchen, Ölscheichs und die Kardashians. Kriegsschiffe, allerdings auch. Das Business läuft anders gut. In nur drei Jahren soll sich deren Vermögen verdoppelt haben. 1,6 Milliarden Euro laut „Manager Magazin“.

Platz 2. Unsere Gedanken sind bei den Chefs von WPD. Die Entwickler Windparks sind nicht mehr die Reichsten in Bremen. Gut, dass sie genug Geldscheine haben, mit denen sie ihre Tränen trocknen können. Sie haben frühzeitig auf die Aktie Windenergie gesetzt. Und das zahlt sich jetzt aus. 4,4 Milliarden Euro sollen Blanke und Meier gehören.

Platz 1. Wer zur Hölle ist Familie Hollweg? Sie sind mit einem Großhandel für Gebäudetechnik dumm reich geworden. Jetzt sind sie big im Kunsthandel unterwegs mit der „Karin und Uwe Hollweg Stiftung“. Jetzt sind sie die reichsten in Bremen. 5 Milliarden Euro schwer, sagt das „Manager Magazin“.

Klarstellung von Bremen NEXT:

Die Jacobs-Familie aus Bremen ist übrigens noch reicher, wohnt aber inzwischen woanders.

Korrektur durch NEXT: „Im Video sagen wir, dass Familie Hollweg im „Kunsthandel“ tätig war. Tatsächlich waren sie im Großhandel tätig und haben eine große Kunstsammlung. Ob sie aber auch mit Kunst explizit gehandelt haben, ist nicht klar.“

Soweit die NEXT-Transkription:

Das, liebe Leserinnen und Leser, ist Jugendsprache a la NEXT von Radio Bremen.

Kein Wort zum Mäzenatentum (Hollweg), zu den teilweise unglaublichen Aufbauleistungen (Zech und Fuchs) sowie zu der Innovationskraft (Dr. Klaus Meier/Kelloggs-Quartier). Oder völlig schräg: „Im verarmten Bremen-Nord.“

Frage: Will der Öffentlich-Rechtliche Sender damit Neid schüren oder eher seine junge „Kundschaft“ dazu anhalten, sich selbstständig zu machen? Zu ackern, Geld zu verdienen, um irgendwann auch vielleicht in der Aufzählung vom „Manager Magazin“ aufzutauchen?

Als „kleines Vorbild“ könnte NEXT ja mal zunächst das Salär von Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) nennen. Der erhält zwar keine Million, aber immerhin rund 180.000 Euro im Jahr.

Für Jugendliche, die noch höher hinaus wollen, könnte NEXT natürlich auch die Gagen der öffentlich-rechtlichen Intendanten nennen. Die schleppen ganz schön ab, Digga. Und die, liebe NEXT-„Fabrikanten“, tragen kein (persönliches haftendes) wirtschaftliches Risiko.

Die WELT hat jüngst die Liste der ÖRR-Oberen veröffentlicht:

Ex-WDR-Intendant Tom Buhrow: 427.900 Euro

SWR-Intendant Kai Gniffke: 392.530 Euro

ZDF-Intendant Norbert Himmler: 382.560 Euro

NDR-Intendant Joachim Knuth: 360.371 Euro

WDR-Intendantin Katrin Vernau: 348.000 Euro

BR-Intendantin Katja Wildermuth: 340.267 Euro

Radio Bremen-Intendantin: Yvette Gerner: 284.536 Euro

MDR-Intendant Ralf Ludwig: 280.750 Euro

HR-Intendant Florian Hager: 255.000 Euro

SR-Intendant Martin Grasmück: 245.000 Euro

RBB-Intendantin Ulrike Demmer: 220.000 Euro

Dazu kommen meistens noch Gelder für „Aufwandsentschädigungen.

Also, liebe NEXT-Fans. Jetzt habt ihr doch mal konkrete Ziele, für die es lohnt, sich ins Zeug zu schmeißen.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

Es folgt der Link zum NEXT-Video:

https://www.instagram.com/reel/DQ1Pd2kDLKC

P.S. für alle, die den Newsletter zum Blog nicht abonniert haben: Nachtrag zum vorigen Weser-Kurier-Blog: Die Eigentümer und der Aufsichtsrat der Bremer Tageszeitungen konnten sich am 22.11. erneut nicht auf eine Weiterbeschäftigung des Vorstandes David Koopmann über 2025 hinaus einigen. Der Termin für einen erneuten Versuch: 11. Dezember 2025. Und noch etwas: Ist Ihnen auch aufgefallen, dass das Blatt am vergangenen Freitag einen ausführlichen  Artikel zum Neustädter Hafen mit einem Foto der Industriehäfen auf der anderen Weserseite illustriert hat? Kann (im schlimmsten Fall) passieren, aber: Keine Korrektur und keine Bitte um Entschuldigung. WK, das geht gar nicht. Da ich gerade dabei bin: Seit geraumer Zeit erscheinen im WK die Restaurant-Tests ohne auch nur einen winzigen Hinweis, welche Preise jeweils aufgerufen werden. Noch einmal: Das geht gar nicht.