Mega-Böller verbieten oder den Preis eher – à la Mäurer – krass in die Höhe treiben?

02.01.2026 25 Von Axel Schuller

Böller und Raketen sind offensichtlich Teufelszeug. Während die einen damit das alte Jahr wegschießen wollen, gibt es gleichzeitig einige, deren Hirnmasse geradezu eingekocht sein muss. Auf jeden Fall werfen sie Brutal-Kracher auf Passanten und auf Polizisten, Feuerwehrleute sowie Rettungskräfte. Mindestens genauso übel sind völlig verantwortungslose Zeitgenossen, die Raketen waagerecht auf Menschen abschießen. Kann ein Böllerverbot helfen? Oder wäre auch ein anderer Weg denkbar? Achtung: Ich mach’ heute mal „auf Mäurer“. 🙂

Wer in der Silvesternacht das Abbrennen ganzer Batterien mit super-lauten Krachern erlebt hat, denkt vermutlich: Warum diese irrsinnigen Mengen? Weniger ginge doch auch. Die armen Tiere. Sammeln die ihren Dreck hinterher eigentlich auch auf? Wo nehmen die bloß das viele Geld her?…

Erfährt man dann am Neujahrsmorgen noch,  dass – sorry – Halbhirne Polizisten, Feuerwehrleute und – völlig pervers – Sanitäter und Notärzte mit Krachern und Raketen unter Beschuss genommen haben – dann kommt bei vielen der Gedanke auf: Warum wird dieser Mist nicht komplett verboten?

Offensichtlich lebt in unserem Land eine (zu) große Menge an Menschen, die weder verantwortungs- und rücksichtsvoll noch mitfühlend sind. Auf den Punkt gebracht: Die sind offenbar einfach dumm. 

WK-Kollege Benjamin Piel hat das in seinem Leitartikel zum Wochenende treffend beschrieben. Leute, die in Tenever mutmaßlich vom Staat unterstützt werden, greifen ausgerechnet diesen Staat mit Böllern an, der sie womöglich „füttert“. Welch abstruse Situation!

Ich frage mich: Kann man diesen Menschen, die überwiegend an sich und nur an sich denken, mit einem Böller-Verbot beikommen? Und: Bestraft man mit einem Feuerwerks-Verbot nicht auch alle, die ein paar Leuchtraketen in den Himmel schicken wollen? Ohne blöde herumzuböllern?

Spontan dachte ich am Neujahrsmorgen: Schluss mit dem ganzen Mist, der laut ist, die Luft verpestet und Unmengen an Dreck hinterlässt.

Ein Verbot funktioniert aber halt nur, wenn jene, die sich nicht daran halten, bestraft werden. Und zwar umgehend. Nicht, wie an unseren Gerichten inzwischen üblich, nach Monaten oder nach über einem Jahr.

Außerdem: Kommt eine größere Gruppe zum Feiern zusammen, kann man Einzelne, die trotzdem Feuerwerk zünden, kaum dingfest machen.

Deshalb zwei Vorschläge à la Ulrich Mäurer (praktiziert beim Einfordern der Polizei-Mehrkosten bei Risiko-Fußballspielen):

Stufe 1: Rettungsdienste, Ärzte und Krankenhäuser tragen bundesweit alle Kosten zusammen, die durch Feuerwerks-Verletzungen entstanden sind. (Alkoholschäden fallen nicht darunter, weil unmäßig gesoffen wird ja auch an anderen „besonderen“ Tagen.)

Die genannten Stellen melden die Gesamtsumme dem Bundesgesundheitsministerium. Die Ministerin Nina Warken stellt den vermutlich mehrstelligen Millionen-Betrag den Herstellern und Großhändlern der Böller und Raketen in Rechnung. 

Das Geld wird anschließend (je nach Mitgliederzahl) den Krankenkassen erstattet. Schließlich kommen ja alle Krankenversicherten für den Aufwand in Arztpraxen und Krankenhäusern auf.

Stufe 2: Polizei und Feuerwehr addieren bundesweit die durch das Silvester-Geschehen entstandenen Zusatzkosten, melden die Summe nach Berlin. Innenminister Alexander Dobrindt stellt den hohen Millionen-Betrag ebenfalls den Herstellern und Großhändlern von Böllern und Raketen in Rechnung. Das Ministerium überweist das Geld (aufgeteilt nach eingesetztem Personal) an die Polizeien und Feuerwehren der Kommunen und Länder zurück. 

Ergebnis: Böller-Hersteller und Großhändler werden die enormen Kosten auf die Waren umschlagen. Raketen werden dadurch (hoffentlich) so teuer, dass man sich diese nur in Maßen leisten kann. Böller werden nicht mehr angeboten. (Der online-Verkauf muss natürlich unterbunden und die Gesetzeslage angepasst werden).

Ja, ich höre schon die stets Sozialbewegten sagen: Feuerwerk darf kein Luxus werden…

Warum eigentlich nicht? Erstaunlicherweise befinden sich unter den Exzessiv-Feuerwerkern übermäßig viele, bei deren im TV gezeigten Großeinkauf man denkt: Na hoffentlich haben die nach dem nächsten 15. noch genug zu essen.

Ja, ich weiß: Das hört sich elitär an. Ist es aber gar nicht: Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Geben arme Menschen weniger Geld für den Böller-Unfug aus, verfügen sie (und, nicht zu vergessen, ihre Familien) im Januar über mehr Geld. Das ist sozialpolitisch „wertvoller“, als wenn diese ihr halbes oder gar dreiviertel Monatssalär binnen weniger Minuten in die Luft jagen.

Liebe Leserschaft, was halten Sie von diesen Gedanken? Oder, haben Sie andere Ideen, wie man des Feuerwerks Herr werden kann?

Den derzeitigen (beschriebenen) Zustand halte ich jedenfalls für unerträglich.

Munter (und bitte gewogen) bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Liebe Blog-Leserschaft, herzlichen Glückwunsch! Sie gehören zu den (manchmal) eben doch besser informierten Bremerinnen und Bremern. Weser-Kurier und Radio Bremen haben am 2.1.26, mittags, endlich wahrgenommen, dass Linksextremisten am 23.12. das Auto einer Woltmershauser Gaststätte abgefackelt haben. Sie, meine liebe, diskussionsfreudige Leserschaft, hatten das bereits am 31.12.25 auf bremensogesehen gelesen.