Bürgermeister Bovenschulte – auf dem Weg vom Macher zum „Schlaffi“?

23.02.2026 11 Von Axel Schuller

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) galt in der  Corona-Krise als besonnener Macher. Davon ist er inzwischen weit entfernt. Was ist mit dem Mann geschehen, der sich – ich muss es leider so sagen – allmählich zu einem „Schlaffi“ entwickelt? Obwohl er die Linken der Koalition aufforderte, sich von Extremen zu distanzieren, stimmten „seine“ Senatorinnen Kristina Vogt und Claudia Bernhard einem hoch-provokanten Antrag der Linken zur „Interventionistischen Linke“ zu. Am Mittwoch wird im Parlament über die CDU-Misstrauensanträge gegen Vogt und Bernhard abgestimmt. Seit dem Linken-Parteitag hat sich die Lage dramatisch geändert. Jetzt liegt das Votum auf der Hand: Gegen die Linken Regierungsmitglieder, gegen die Koalition mit den Linken.

Speziell jene Sozialdemokraten, die in ihrem Inneren noch verspüren, für wen sie im Parlament sitzen – nämlich ganz bestimmt nicht für Linksextreme wie von der „Interventionistisch Linke“ – können streng logisch gar nicht anders, als die beiden Linken Senatorinnen abzuwählen

Und das haben sich die beiden Damen selbst eingebrockt.

Beim entsprechenden Linken-Antrag – im Blog vom 22.2.26 dokumentiert – hätten sie sich zumindest – mit der amtsüblichen Würde von Regierungsmitgliedern – enthalten können.

Aber nein, die emotional aufgedrehte Wirtschaftssenatorin Vogt verharmloste den Antrag auch noch, indem sie sichtlich aufgebracht ins Saalmikro rief: 

„Jeder Bürgermeister dieser Stadt war in irgendeiner Sekte; auch der Innensenator, um das mal ganz klar zu sagen“.

Ex-Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) erklärte auf Anfrage von bremensogesehen: „Ich bin 1971 in den sozialdemokratischen Hochschulbund eingetreten. Die Einstufung als Sekte ist eine Frechheit.“

Wie will Dr. Andreas Bovenschulte mit dieser schwer wiegenden Hypothek der Linken bloß weiterregieren? Wie soll Kristina Vogt mit CEOs der Wirtschaft gesichtswahrend über Ansiedlungen verhandeln, wenn diese von ihren Beratern erfahren, dass die Linke auf die laut Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestufte Interventionistische Linke als „Teil der Zivilgesellschaft stolz ist“, wie es im Beschluss des Parteitages heißt?

Wie soll Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard vor dem Hintergrund ihrer Zustimmung als Verhandlerin mit meist juristisch geschulten Geschäftsführungen von freien Krankenhäusern auftreten? Oder als Aufsichtsratsvorsitzende der GeNo ernst genommen werden? „Ach, das ist doch die, die sich nicht von Ultra-Linken der Gesellschaft abgrenzt“. Wirklich feine Aussichten…

Bovenschulte wird dennoch versuchen, sich mit diesem Senat bis zur nächsten Wahl im Mai 2027 irgendwie durchzuwurschteln.

Es sei denn, dass sich einige SPD-Abgeordnete noch an ihr Gewissen erinnern. Und nicht alle Grünen Abgeordnete ihre Wertmaßstäbe über den eigenen Posten-Erhalt stellen.

Dann böten sich zwei Auswege an: Neuwahlen – der sauberste Weg, um die Meinung der normalen Bürgerinnen und Bürger zu erfahren. Oder aber Bovenschulte wechselt in eine Große Koalition. Zweite Variante ist eher unwahrscheinlich. Dafür ist der Bürgermeister zu sehr Gesinnungs-Linker. Dafür ist er zu ängstlich (im Volksmund: zu feige). Und dafür ist er – inzwischen ein nahezu hervorstechendes charakterliches Merkmal – zu zaudernd. Ihn hat offensichtlich – warum auch immer – die Kraft des Machers verlassen. 

Von dieser Kraftlosigkeit haben Ende 2025 bereits die Grünen profitiert. So konnten sie dem Bürgermeister das für OHB  interessante Gewerbe-Erweiterungsgebiet „Horner Spitze“  entreißen. Die Linke hat ihn jetzt mit ihrem Provo-Beschluss regelrecht gedemütigt.

Ach, wie schön es doch wäre, wenn in Bremen – wie in anderen Stadtstaaten – endlich mal wieder ein „Regierender Bürgermeister“ im Rathaus säße. 

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Abschließend möchte ich heute meinen Kollegen von Weser-Kurier und Radio Bremen zu der jeweils beherzten Einordnung dieser Bovenschultschen Regierungs-Art gratulieren. Danke!