Sprung aus dem dritten Stock – tragischer Suizid im Kippenberg-Gymnasium
Entsetzen und Trauer bestimmen aktuell das Schulleben am Kippenberg-Gymnasium: Dort hat sich am vorigen Freitag ein Schüler aus der Toilette im 3. Stock des Schulgebäudes in den Tod gestürzt. Er war während einer Klassen-Arbeit beim „Spicken“ auf dem (verbotenen) Handy ertappt worden. Die Betroffenheit seiner Mitschülerinnen und Mitschüler ist unfassbar groß. Die Abiturienten sagten ihre (regulär ausgelassene) „Null-Tage-Feier“ ab.
Liebe Leserschaft, Schüler-Suizide waren noch nie Thema im Blog. Aber das Zusammenfallen mehrerer Ereignisse veranlasst mich zur heutigen Ausnahme.
Laut der Studie der Robert-Bosch-Stiftung – über die am Donnerstag berichtet worden war – leiden 25 Prozent der deutschen Schüler unter „psychischen Auffälligkeiten“. Seit Corona ist dieser Horror-Wert erstmals wieder angestiegen.
Die Lokalzeitung berichtete: „Lehrerverbände und Bildungsgewerkschaften äußern sich beunruhigt und fordern für Schüler wie Lehrer mehr Zeit und Unterstützung im Schulalltag.“
Als mögliche Ursachen nannten die Studienautoren „Leistungsdruck, fehlende Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Schule sowie Zukunftssorgen“. Ferner wollen die Autoren einen Zusammenhang zwischen Armut und psychischer Belastung festgestellt haben.
Bezüglich des Schwachhauser Kippenberg-Gymnasiums muss man wohl nicht von einem ausgeprägten Armuts-Problem ausgehen.
Unabhängig vom gesellschaftlichen Stand der Eltern: Es ist wohl an der Zeit, in jeder Schule – wie häufig in den USA – einen Psychologen von außerhalb des Schul-Universums mit festen Sprechzeiten zu engagieren, bei dem sich Schülerinnen und Schüler Rat holen können. Wenn sie von existenziellen Sorgen geplagt oder gemobbt werden, oder sich völlig überfordert fühlen. Der berühmte „Vertrauenslehrer“ kann diese Funktion heutzutage nicht mehr in dieser besonderen Form wahrnehmen. Er/sie ist Lehrer, aber kein Psychologe.
Vor 25 Jahren (2001) hatte sich schon einmal ein Schüler (Gregor) dieses Gymnasiums selbst das Leben genommen. Bereits im Jahr 1990, so erinnerten sich gestern „Kippe“-Insider, hatte man zudem im Bürgerpark einen Jugendlichen an einem Baum erhängt gefunden – er fühlte sich dem Leistungsdruck an der Schule nicht gewachsen.
Um es kurz zu machen:
Unser amtierender Bildungssenator Mark Rackles (SPD) scheint derzeit viel Energie auf eine Neuausrichtung der Bremer Bildung zu verwenden. Das ist gut so. Zeitweise findet er auch noch Zeit, Schüler mit der aus seiner Sicht falschen politischen Meinung zu beschimpfen.
Leider versucht er, sich mit Ausreden durchzulavieren. Bei ButenunBinnen erklärte er unwidersprochen, mit seinem Satz von den „rechten Dumpfbacken“ habe er die CDU-Schüler-Union allgemein, nicht aber die Bremer SU gemeint.
What? Rackles hatte sich im Zusammenhang mit dem Austritt zweier SUler aus der Bremer Gesamtschülervertretung und deren Kritik an der GSV geäußert – und nicht zur SU in Hintertupfingen oder auf der Hallig Hooge.
Es ist zu hoffen, dass Herr Rackles Zeit findet, sich mit dem schrecklichen Ereignis in dem Schwachhauser Gymnasium zu beschäftigen; zumal es ja nicht der erste Suizid ist.
Dass sich der Schüler aus dem Gebäude in den Tod gestürzt hat, kann viele Ursachen haben. In erster Linie sollte unser Ober-Lehrer Rackles aber bspw. mal nachschauen (lassen), wie es um das Lern-Klima in der „Kippe“ steht, ob sich Schüler in der Lehranstalt ausreichend wahrgenommen fühlen, ob personell alles auf der Reihe ist.
Immerhin waren voriges Jahr Zustände von Angst und Schrecken aus der Schule an der Stader Straße bekannt geworden, die zuvor niemand für möglich gehalten hatte.
Liebe Leserschaft, ich will mit diesen Zeilen keine Vorurteile schüren, keine Schuld-Vermutungen äußern oder gar am Ruf des Kippenberg-Gymnasium kratzen. Wirklich nicht.
Aber ich meine, der schreckliche Tod des Jungen (offenbar ein Jahrgang unter den Abi-Klassen) muss unbedingt aufgearbeitet werden. Daran kann sich der Bildungssenator gerne sinnvoll beteiligen.
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ACHTUNG: Dieser Beitrag ist nach Hinweisen aus der Leserschaft überarbeitet und korrigiert worden. Ich mache dies heute (27.3.), weil der Beitrag weiterhin täglich neue Leser findet.
Ich bedauere, dass ich in der ersten Fassung meine gewohnte Verabschiedung (Munter bleiben!) verwendet habe. Dies war gedankenlos, passte überhaupt nicht zu dem tragischen Ereignis. Ich bitte um Entschuldigung.
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Herzlichst
Ihr Axel Schuller
Suizid ist immer ein tragisches Ereignis und lässt das Umfeld meistens fassungslos und ratlos zurück. Wenn junge Menschen diesen Weg wählen, ist es gar nicht zu verstehen.
Das in den USA an allen Schulen die Schüler einen Zugang zu einem Psychologen haben, ist auf Grund des systematischen und kritischen Mangel an Psychologen in den USA, eine sehr exklusive Meinung. Außerdem haben die USA auf Grund des leichten Zugangs zu Waffen, deutlich höhere Suizidzahlen im Verhältnis zu Deutschland.
Dieses sensible Thema ohne Daten und Fakten in den politischen Kontext zu setzten, finde ich persönlich fragwürdig.
Die Aufarbeitung dieses Falls ist nur wichtig für die betroffene Familie, Freunde, Schüler und Lehrer.
Da politisches Kapital daraus schlagen zu wollen, wäre tatsächlich fragwürdig. Suizid ist von außen kaum erklärbar. Diese Menschen sind zum größten Teil depressiv und haben also eine massive Bewusstseinsstörung. Das wird als Stoffwechselstörung interpretiert, mit vielfältigen möglichen Ursachen und Triggern. – Wenig unabhängige Forschung und viel Quacksalberei der Pharma-Mafia.
Alle Antidepressiva tragen seit 2004/2006/2007 eine Black-Box-Warnung hinsichtlich eines erhöhten Risikos für suizidale Gedanken und Verhaltensweisen. Besonders stehen diese Produkte im Fokus:
Escitalopram (Cipralex), Sertralin (Zoloft), Citalopram, Paroxetin (Tagonis), Fluoxetin (Prozac), Fluvoxamin, Venlafaxin (Trevilor), Duloxetin (Cymbalta), Mirtazapin (Remeron), Bupropion (Elontril/Wellbutrin), Vortioxetin (Brintellix), Trazodon.
Und wenn „Druck“ einer der Trigger sein sollte, geht dieser ja in erster Linie von Eltern (Leistungserwartungen) oder Mitschülern (Mobbing) aus – und eher nicht von der Schule oder den Lehrern selbst.
Ein Suizid ist tragisch und fürchterlich für die Familie und das nähere Umfeld. Daraus einen Fall für die politische Aufarbeitung und damit zum Gegenstand von Gezänk zu machen, halte ich für keine gute Idee.
Vielen Dank für diesen mutigen und einfühlsamen Beitrag, lieber Herr Schuller. Es ist nicht selbstverständlich, über ein so schwieriges Thema zu schreiben – und Sie tun es mit dem nötigen Respekt vor dem Schmerz, den dieser Tod hinterlässt: bei den Mitschülerinnen und Mitschülern, bei der Familie und bei allen, die den jungen Mann kannten.
Die Forderung nach fest verankerten schulpsychologischen Angeboten trifft einen wunden Punkt. Leistungsdruck, das Gefühl, nicht gesehen zu werden, Zukunftsangst – das sind keine Randphänomene, sondern Realität für viele junge Menschen. Ein vertrauter Ansprechpartner außerhalb des Lehrer-Schüler-Verhältnisses kann in solchen Momenten buchstäblich Leben retten.
Falls jemand, der diesen Beitrag liest – ob Schülerin, Schüler oder Erwachsener –, selbst gerade in einer dunklen Phase steckt oder sich Sorgen um jemanden macht: Bitte holt euch Hilfe. Ihr seid nicht allein.
???? Telefonseelsorge (kostenlos, 24/7, anonym): 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
???? Nummer gegen Kummer (speziell für Kinder und Jugendliche): 116 111
https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung/
???? Online-Beratung unter: http://www.online.telefonseelsorge.de
Es gibt Menschen, die zuhören – jederzeit.
Ich finde es nicht angemessen, diesen Suizid hier an die Öffentlichkeit zu ziehen. Verwandte und Freunde haben es schwer genug, sich ohne öffentliche Berichterstattung.
Und die Verbindung zu Herrn Rackles herzustellen, finde ich in diesem Kontext unangemessen.
Der tragische Tod eines jungen Menschen verbietet vorschnelle Erklärungen, aber ebenso das Wegsehen.
Die steigenden psychischen Belastungen unter Schülern sind belegt. Die Zahlen wurden just an dem Tag veröffentlicht, an dem sich der Junge das Leben nahm. Daraus folgt zwingend, dass Schule auch als System betrachtet werden muss, mit Leistungsdruck, Erwartungen und einem konkreten Schulklima, das tragen oder überfordern kann.
Der Einschätzung, dass soziale Faktoren am Kippenberg keine Rolle spielen, würde ich widersprechen. Das Gymnasium zieht Schüler aus ganz Bremen an, während Familien, die es sich leisten können, ihre Kinder zunehmend auf das ÖG, auf internationale Schulen oder in Internate schicken. Zurück bleibt eine breit aufgestellte Schülerschaft, die auf dem Kippenberg eine gute Ausbildung erwartet, um sich für ihre Zukunft unter hohen Leistungsanforderungen behaupten zu können.
Entscheidend ist daher auch das Schulklima. Fühlen sich Schüler gesehen oder primär bewertet? Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit, etwa an der Stader Straße, zeigen, wie lange problematische Strukturen auch von der Bildungsbehörde unentdeckt bleiben können.
Und genau hier liegt die Verantwortung von Senator Rackles. Nicht im Lagerkampf, nicht in unsäglichen Facebook-Posts und nicht in zugespitzter Rhetorik, sondern in der nüchternen Aufgabe, die Bildungsbehörde und die Schulen in den Griff zu bekommen und sich auf das zu konzentrieren, worum es geht: die Schülerinnen und Schüler, ihre Bildung und ihre Lebensperspektiven. Diese stehen ohnehin unter erheblichem Druck. Eine sich durch KI rasant verändernde Welt, unsichere wirtschaftliche und soziale Perspektiven und nicht zuletzt das Handicap eines bundesweit als schwach wahrgenommenen Bremer Abschlusses können erhebliche Zukunftsängste erzeugen.
Insofern ist es keine Politisierung, sondern staatliche Pflicht, hier genau hinzusehen. Schüler sind Schutzbefohlene. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Strukturen, Unterstützung, Wahrnehmung, personelle Ausstattung und den Zugang zu professioneller psychologischer Hilfe.
Herrn Schuller ist dafür zu danken, dass er diesen Suizid öffentlich macht, in einer Form, die nicht sensationsheischend, sondern berührend ist. Ich hoffe, sein Artikel ist Anlass für Lehrer und Familien, innezuhalten und das Gespräch zu suchen. Vielleicht nehmen sich auch andere Medien daran ein Beispiel und nehmen dieses schreckliche Ereignis zum Anlass für einen notwendigen, kritischen Diskurs.
Verschweigen verändert nichts. Ich habe selbst den Suizid eines Klassenkameraden erlebt. Auch damals wurde zunächst weggeschaut und danach geschwiegen, aus vermeintlicher Pietät oder weil man sich der Auseinandersetzung entziehen wollte. Beides hilft nicht, und weitere Suizide wurden leider nicht vermieden.
Der Schüler war unwesentlich jünger als meine Tochter. Die Geschichte macht mich unheimlich traurig.
Diese Generation scheint mir besonders sensibel zu sein. Gerade Jungen finden sich häufig schwerer zurecht, in dieser woken Gesellschaft. Dazu muss ein unheimlicher Leistungsdruck auf dem Schüler gelastet haben.
In der BILD wurde so gut wie nie über Selbstmorde berichtet, auch wenn sie, wie dieser, spektakulär waren. Aus Sorge vor Nachahmern.
Den Brückenschlag zu Rackles Blödsinn-Post zu schlagen, ist schon ambitioniert.
Den Text mit einem „Munter bleiben!“ und mit einem flotten P.S: zu enden, halte ich in diesem Fall für pietätlos.
@ Holger Fricke: Ja, auch ich bin unvollkommen! „Munter bleiben“ hätte ich weglassen sollen. Hab ich nicht genügend drüber nachgedacht, nachdem ich viel Energie darauf verwendet hatte, einen angemessenen Tonfall für den Text zu finden. Ich habe übrigens nicht vor, über jeden Suizid zu berichten. In dem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht, weil gerade die Ergebnisse der Bosch-Stiftung bekannt geworden waren. Der „Brückenschlag“ zu Mark Rackles ist keiner, sondern die Aufforderung, sich mit dem Thema psychologische Betreuung von Schülerinnen und Schülern zu beschäftigen. Andere Leser haben das erfreulicherweise so verstanden, wie es von mir gemeint war.
Das Kippenberg Gymnasium hat keine Sozialarbeiter. In Bremen gibt es einen „Sozialschlüssel“, und es haben nur Schulen in Gebieten mit vermeintlich weniger wohlhabendem Klientel bzw. mehr Familien mit Migrationshintergrund Sozialarbeiter. Das ist ein großes Problem. Ich hoffe, dass jemand vom Fach das besser wiedergeben kann als ich und auch die Begründung der Stadt dafür darlegen.
Als ob es nur Probleme in Schulen in vermeintlich „sozial schwachen“ Gebieten gibt! Jede/r Sozialarbeiter/in weißt, dass Probleme in allen Familien vorkommen können. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass die Gymnasien im Zentrum von Bremen von Schüler/innen aus allen Stadtteilen besucht werden.
Eine Freundin von mir hatte vor kurzerm Probleme mit Kippenberg. Ihre Tochter (12 Jahre) wurde wirklich schlimm gemobbt, inklusive Cybermobbing. Es stimmt, was Herr Schuller schreibt, die Vertrauenslehrerin war überfordert und konnte nicht helfen. Die Rebuz (Die Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren) sind völlig überfordert und haben hunderte von Fällen, die sie nicht abarbeiten können. Zum Glück konnte meine Freundin einen Schulwechsel hinbekommen, was nicht einfach war.
Insofern ist das schon ein wichtiges politisches Thema, das Herr Schuller hier aufgreift. Alle Schulen, auch Gymnasien und Grundschulen im vermeintlich „besser gestellten“ Stadtteilen sollten Schulsozialarbeiter bekommen.
Ich hoffe, dass sich hier Fachleute melden, die mehr über die Misere in den Schulen/Rebuz wissen.
Liebe Leserschaft, im Beruflichen Gymnasium Technik, war jüngst ebenfalls ein schrecklicher Todesfall zu beklagen. Ein Leser schickte mir die Rundmail des Schulleiters, wollte den Text aber nicht unter seinem Namen veröffentlichen. Deshalb gebe ich den Text unter meinem Namen wieder. Ich mochte Ihnen, liebe Leserschaft, diese Rundmail nicht vorenthalten.
Hier nun das Schreiben des Schulleiters, dessen Namen ich aus Datenschutzgründen lösche:
„Liebe Lernende, liebe Eltern, liebe Schulgemeinschaft,
in tiefer Trauer müssen wir Ihnen mitteilen, dass ein Schüler des Beruflichen Gymnasiums Technik heute, am 28.02.2026, auf dem Rückweg einer Schulfahrt verstorben ist. Die Ursachen werden aktuell von den Behörden ermittelt. Wir haben ein Krisenteam zusammengestellt, um der Schulgemeinschaft zu helfen, mit dem Verlust umzugehen. Wir tun alles Erforderliche, um den Teilnehmer*innen der Schulfahrt und der Klassengemeinschaft des verstorbenen Schülers sowie den betroffenen Kolleg*innen zu helfen, dieses Ereignis zu bewältigen. Folgendes bieten wir allen am Schulleben Beteiligten an: • Die Lehrkräfte an unserer Schule stehen zur Verfügung, wenn das Bedürfnis besteht, Gefühle und Empfindungen in der Klassengemeinschaft zu besprechen. • Unsere Schulsozialarbeit steht ebenfalls für Einzel- oder Gruppengespräche zu Verfügung. Die Kontaktaufnahme sowie die Terminvergabe erfolgt über die E-Mail-Adresse xxx Das ReBUZ West xxx steht mit spezialisierten Unterstützungsangeboten ebenfalls zur Verfügung. Auch Sie können unterstützen, wenn sich betroffene Schüler*innen öffnen, um den Trauerfall zu bewältigen, in dem Sie offen für Gespräche sind und Gefühlsäußerungen akzeptieren oder Aktivitäten fördern, die guttun. Achten Sie bitte besonders auf Belastungsreaktionen im Verhalten, wie z.B. Konzentrationsschwäche, Angstzustände, Albträume, Appetitlosigkeit, überdrehtes Verhalten, Aggressivität oder andere, nicht gewöhnliche Verhaltensweisen. Treten Sie in diesen Fällen bitte mit der Klassen- oder Kurslehrkraft in Verbindung.
Mit tiefer Anteilnahme
Name des Schulleiters“
Ein Schüler nimmt sich das Leben, offenbar nach einer vergleichsweise banalen schulischen Situation. Ob das der alleinige Auslöser war oder nur der letzte Tropfen, lässt sich von außen kaum beurteilen. Aber genau hier beginnt die Verantwortung: Schule ist nicht nur ein Ort für Regeln und Sanktionen, sondern auch ein soziales System, das sensibel mit Druck, Ausgrenzung und individuellen Krisen umgehen muss.
Bildungspolitik hat somit nicht nur mit Lehrplänen zu tun, sondern auch mit den realen Lebenslagen von Schülerinnen und Schülern. Gerade in Krisen zeigt sich, ob Verantwortung übernommen wird.
Das sogenannte Raushalten hilft weder bei der Aufarbeitung eines tragischen Einzelfalls noch bei der Verbesserung des Schulklimas.
Und dann stehen da noch die wohlklingenden Sätze der Schule über „Entfaltung, Neugier und Leistungsfreude“ und die „Welt von morgen“. Das Problem ist nicht, dass diese Ziele falsch wären – im Gegenteil. Aber sie verlieren jede Glaubwürdigkeit, wenn sie nicht mit einem ernsthaften Umgang mit den aktuellen Problemen einhergehen.
Wenn Schule wirklich ein Ort der Entfaltung sein soll, dann muss sie auch ein Ort sein, an dem Schüler in Krisen gesehen werden. Und wenn Bildung gerechter und zukunftssicher werden soll, dann gehört dazu auch, Verantwortung nicht wegzuschieben, sondern sich ihr zu stellen – gerade dann, wenn es unbequem wird.
Der letzte Kommentar von Herrn Schuller zeigt, dass wir vor lauter Schweigen gar nicht wissen, wie schwerwiegend die Situation am Bremer Schulen wirklich ist. Eine Statistik wieviele Suizide von Bremer Schülern verübt wurden, ist offenbar dringend erforderlich.
Danke für den Beitrag. Er spricht mir in vielen Punkten aus der Seele. Unser Sohn ist in der 8. Klasse am Kippenberg und der Leistungsdruck ist groß und die Maßnahmen bei Fehlverhalten sind sehr streng. Die Eltern werden weitestgehend aus der Kommunikation rausgehalten. Wir bemängeln seit langem, dass es keine Schulsozialarbeit an dieser Schule gibt.
Erst heute habe ich von dem Fall von Gregor aus dem Jahr 2001 gelesen. Was hat die Kippe daraus gelernt? Was wird sie aus diesem Fall lernen? Hoffentlich verändert sich etwas an dem Klima an der Schule! Das Thema muss auch mit der Schülerschaft aufgearbeitet werden. Es reicht nicht zu sagen, dass man ja mit einem Lehrer sprechen kann, wenn man sich unwohl fühlt. Es gibt sicher einige Schüler:innen, denen es ähnlich schlecht geht und die unter dem gleichen Druck leiden. Das Kippenberg Gymnasium muss sich seiner Verantwortung stellen und sich dringend wandeln. Mich macht dieser Vorfall sehr betroffen und meine Gedanken sind bei der Familie.
Lieber Axel Schuller,
bei allersonsten meistens Zustimmung zu Ihren Themen, haben Sie sich mit diesem Beitrag übernommen. Als International wirtschaftlicher Dipl.-Psychologe weise ich auf folgendene (mögliche Schnittmengen) in der Gesamtbetrachtung dieses Einzelfalls hin: Keiner von uns kennt die Entwicklung und das Elternhaus des jungen Mannes. Stand er ggf. „unter sich selbst“ oder gar seines Eltenhauses; möglicherweise sogar unter „der Gemeinschaft“ seiner sozialen Werte? Welche Veränderungen hätten in seiner Umgebung wahr genommen werden können? Schulpsychologen können nur auf Anfragen reagieren – keinesfalls auf sog. „Anzeichen“. Denn dafür ist es bei Betroffenen oftmals viel zu spät. Hier müssten Kinder- und Jugendspychologen hinzugezogen werden.
Mich macht die Nachricht auch sehr betroffen. Dazu 4 Punkte.
1. Mein Sohn hat vor ein paar Jahren auch das Kippenberg-Gymnasium besucht. Zu dieser Zeit gab es einen Lehrer, der u.a. Schüler mit Migrationshintergrund schwer gemobbt hat und vermutlich aus diesem Grund vom Horner Gymnasium von der Schulaufsicht zum Kippenberg-Gymnasium versetzt wurde. Zum „Glück“ wechselte er zu einer Schule nach Bayern, wo er dann munter weiter sein Unwesen treiben konnte. Was mich damals wirklich fassungslos hinterlassen hat: Weder die Schulleitung noch die Schulaufsicht haben trotz massiven Elternprotest etwas gegen diesen Mann unternommen. Das war für mich Systemversagen. Ich befürchte, dass es nicht besser seither geworden ist.
2. Thema Leistungsdruck: Im Zentralelternbeirat wurde die sog. Schulbusstudio zum Suchtkonsum von Schülern vorgestellt. Auffällig war der sehr hohe Medikamentenmissbrauch unter Schülern. Jemand brachte es so auf den Punkt: Früher waren Suchtmittel ein Protest gegen die Gesellschaft, jetzt werden sie genutzt, um besser zu funktionieren.
3. Ein Aspekt wundert mich bei dem Suizid am Kippenberg-Gymnasium allerdings. Ich bin immer wieder in Gebäuden, wo sich Fenster schon im ersten oder zweiten Stock nicht öffnen lassen, sondern nur auf Kipp stellen lassen, wohl um zu vermeiden, dass jemand aus dem Fenster springt oder fällt. Warum gab es hier keine solchen baulichen Vorsichtsmaßnahmen? Das sollte bei Schulgebäuden auf jeden Fall auf den Prüfstand.
4. Es gibt inzwischen das Konzept der Mental Health First Aid Helfer, das ich selbst im Rahmen einer Schulung kennen lernen durfte. Dieses Präventionskonzept verdient weite Verbreitung. Nicht nur, aber gerade auch an Schulen..
Als ich den Blog gestern Nacht das erste Mal gelesen habe, war ich erschüttert. Das bin ich auch heute noch.
Das ist heftig, habe ich an Herrn Schuller geschrieben. Heute, nach all den Kommentaren denke ich: Man sollte diesen unsäglichen (Paragraphen 216 StGB) – straflose Beihilfe zur Selbsttötung – abschaffen, um einen Ermittlungsansatz zu haben und den Ursachen/Gründen des SM näher zu kommen.
Das dreht das Geschehenevzwar nicht zurück, aber hilft in Zukunft, solche Ereignisse zu verhindern.
http://www.peacegregor.de/data/briefwechsel_mit_schule.htm
Unter diesem Link findet sich eine Dokumentation zum letzten Suizid am Kippenberg Gymnasium und gibt Aufschluss über den Umgang damit von Seiten der Schule, der Behörde.
Es ist zu hoffen, dass daraus gelernt wurde und der Umgang damit heute ein anderer ist.
Es ist zutiefst ekelhaft, wie der Autor hier den tragischen Suizid eines jungen Menschen als Plattform für persönliche Meinung und politische Polemik benutzt. Besonders widerlich ist, dass er völlig unbelegte Zusammenhänge herstellt, als hätte er irgendeine Ahnung von den Ursachen dieses Todes. So gedankenlos und moralisch verwerflich mit menschlicher Tragik umzugehen, ist mehr als nur schlecht recherchiert – es ist respektlos gegenüber dem Verstorbenen, seiner Familie und allen, die ihn kannten.
Gleich daneben steht der Kommentar von Simon Zeimke, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Anstatt Empathie zu zeigen, nutzt er die Tragödie eines Kindes, um Aufmerksamkeit für sich selbst zu generieren – weil er sonst offenbar keine politische Relevanz hat. Dieses Verhalten ist kleinlich, taktlos und zeigt deutlich, wie wenig Fingerspitzengefühl manche Politiker besitzen.
Wenn wir über psychische Belastungen von Schüler:innen sprechen wollen, dann mit Fakten, Sensibilität und Respekt – nicht als billige Bühne für persönliche Meinungen oder politische Selbstdarstellung. Alles andere ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die den Verstorbenen kannten.
@Hilde Kohake Komisch, ich lese da was ganz anderes. Ich sehe da überambitionierte Eltern, die enormen Druck auf Lehrer ausüben, um ihre Nachkommen durch das Schulsystem zu tunneln. Derselbe Druck lastet sicherlich auch auf dem Jugendlichen. Wir werden nie erfahren, ob und welche Substanzen und Sprüche der bekommen hat, um „endlich“ zu performen.
Gut 60 % eines Jahrgangs machen Abitur, aber nur 20 % haben eigentlich die Voraussetzungen dafür, aktuell um die 45–50 % Studienberechtigtenquote – ich glaube, da liegt der Kern des Problems. Der Ruf nach Psychologen und dem Bildungssenator ist gesellschaftstypisch: Das Problem wird im Außen gesucht. Eine extrem teure Impfung gegen Minderleistung wäre der Renner.
Mobbing kann man aus einer Gruppen-Dynamik heraus verstehen und ist für Lehrer kaum sichtbar wenn sie nicht sogar selbst Täter sind. Nur ca. 10–20 % der Klasse sind reine Täter oder reine Opfer – der Rest verstärkt oder ignoriert das Geschehen und hält die Dynamik am Laufen.
Täter haben hohe Aggressivität, Impulsivität, geringe Empathie und geringe Impulskontrolle sowie ein Bedürfnis nach Macht und Dominanz. Opfer sind passive (häufigste): körperlich oder sozial schwächer, ängstlich, unsicher, sozial isoliert, mit niedrigem Selbstwertgefühl, oft „anders“ (Aussehen, Verhalten, Leistung, Herkunft, sexuelle Orientierung, Behinderung).
Und dann gibt es provozierende Opfer (ca. 10–20 %): impulsiv, reizbar, provozieren selbst – werden dann aber zum Opfer.
Suizid ist halt eine seltene, unerwünschte Nebenwirkung von so einem Treiben.
@ Herr Schuller:
Die Vermischung dieses schrecklichen Geschehens mit dem weiteren Kommentar ( Rackles ) fand ich mehr als unangemessen.
Das Thema Suizid im Schulsystem sollte man davon unabhängig diskutieren dürfen.
Ich schreibe extra „im Schulsystem“, weil dieses System viele psychisch krank macht,
Wie könnte man da entgegensteuern ?
Wichtig wären natürlich Reformen in der Schule, wer mal den Unterricht in Skandinavien oder den NL verfolgt hat, der wird sehen, daß man dort menschlicher miteinander umgeht.
Dann wird das Abitur auch zu wichtig genommen, man kann auch ohne Abitur Karriere machen. Es gibt mittlerweile auch viele Möglichkeiten dies noch später nachzuholen, oder eben auf anderen Wegen einen Zugang zum Studium zu finden. Und es ist auch kein Drama eine oder sogar zwei Ehrenrunden zu drehen.
Die Änderung der Schulstrukturen wird aber schon lange diskutiert, in den 70ern sah es mal so aus, als ob sich etwas ändern würde, schon die 45 Minuten Schulstunde ist anachronistisch.
Dann gibt es leider auch viel Mobbing von Lehrern, habe dies selbst erlebt, ich habe deshalb zwei Ehrenrunden drehen müssen. Dazu war ausgerechnet der Lehrer auch noch der einzige Vertrauenslehrer an der Schule.
Dann wird auch „Leistung“ völlig falsch definiert, wer beste Klausuren schreibt wird nicht unbedingt ein guter Arzt.
Es wird zu viel Wert auf „Notendurchschnitt“ und „Punktewerte“ gelegt, ohne zu hinterfragen worum es eigentlich geht.
Wer braucht später schon Integralrechnung ?
Warum spielt gesunde Ernährung und Gesundheitskunde so gut wie keine Rolle ?
Auf das Leben bereitet dieses Schulsystem nicht besonders gut vor.
Also eigentlich regelt der Pressekodex unter Punkt 8 ganz klar, dass über Suizid nicht berichtet wird.
Aus diversen Gründen.
Das wissen Sie auch.
Was Sie als verrenteter Ex-Journalist mit diesem „Artikel“ hier machen, ist unappetitlich.
– Sie wissen nicht, was die Gründe für den Suizid sind.
– Sie haben keine Belege für Ihre steilen Thesen, die Sie in den Zusammenhang mit der Bildungspolitik stellen.
– Sie nehmen keine Rücksicht darauf, was Mitschüler, Angehörige und Freunde des Schülers beim Lesen Ihres „Artikels“ empfinden.
– Sie… sollten sich schämen! (Und alle Politiker, die sich hier ähnlich äußern gleich mit)
@ Peter Meier: Zu Ihrer Information der Text aus Pressekodex des Deutschen Presserates:
„RICHTLINIE 8.7
SELBSTTÖTUNG
Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zu-
rückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung
von Namen, die Veröffentlichung von Fotos und die
Schilderung näherer Begleitumstände.“
Bundesweit verzeichnete das Statistische Bundesamt für das Jahr 2023 insgesamt 10.304 Freitode. In Bremen nahmen sich 90 Menschen das Leben. Unter den bundesweit 10.304 Menschen, die nicht mehr leben wollten, befanden sich 173 junge Menschen im Alter von 15 bis unter 20 Jahren, davon 50 Mädchen und 123 Jungen. Diese Verteilung hat mich überrascht und gibt zu denken.
Gerade bei jungen Menschen ist der Freitod besonders erschütternd. Wer ihn vollständig aus der Öffentlichkeit heraushalten will, blendet mögliche strukturelle Probleme aus.
Hinzu kommt, dass es sich offenkundig nicht um ein isoliertes Ereignis handelt. Es gab wiederholt Fälle im schulischen Umfeld, zuletzt im Februar und nun erneut im März.
Parallel dazu wurde erst kürzlich die Studie der Robert-Bosch-Stiftung veröffentlicht. Demnach berichtet ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler bundesweit von psychischen Belastungen. Als Ursachen nennen die Autoren Leistungsdruck, fehlende Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Schule sowie Sorgen um die eigene Zukunft. Spätestens hier stellt sich die Frage, ob wir noch von Einzelfällen sprechen oder genauer hinsehen müssen.
Und ja, die Berichterstattung über Freitod verlangt Sensibilität. Genau deshalb gibt es klare Leitlinien, um Nachahmungseffekte zu vermeiden („Werther-Effekt“). Aber Zurückhaltung bedeutet nicht Schweigen.
Axel Schuller hat diese Verantwortung erkennbar ernst genommen. Er verzichtet auf Sensationslust, nennt keine Namen und ordnet das Geschehen in einen größeren Zusammenhang ein.
Dass er damit eine Debatte anstößt, ist kein Fehlverhalten, sondern Teil journalistischer Verantwortung. Die Kommentare hier zeigen, dass der Artikel etwas bewirkt hat und viele Menschen in Bremen sich mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen.
Schweigen schützt nicht. Eine sachliche, verantwortungsvolle Berichterstattung kann helfen, Probleme sichtbar zu machen. Und genau das ist hier geschehen.
…jetzt erst sehe ich Ihren eigenen Kommentar, in dem Sie zwar den Namen eines Schulleiters nicht nennen, jedoch veröffentliche Sie darin eine Mailadresse einer Schule und den vollen Namen einer Rebuz-Beschäftigten.
Persönlichkeitsrechte, Pressekodex, Anstand… Für Sie alles nicht bindend.
Sie sind bloß ein Blogger, der seine kleine Bubble glücklich macht – aber kein professioneller Journalist mehr!
Ja, hier zu kommentieren wertet ihren Content nur unnötig auf.
Ihr Blog ist wie eine 24/7 Schmuddelkneipe mit klebrigen Tischen, einem Erdnussautomaten, der noch D-Mark nimmt und abgestandener Luft, in die man einfach nicht geht.
Die Stammgäste sind zufrieden, die anderen gehen rückwärts wieder raus, wenn sie sich einmal dorthin verirren.
Danach haben sie das Bedürfnis, zu duschen!
Peter Meier, schön, dass Sie in meinem „klebrigen Laden“ waren und kommentiert haben.
Lassen Sie es künftig doch einfach.
Hätten Sie Ihren Kommentar über eine andere Person verfasst, hätte ich ihn wegen des beleidigenden Tonfalls nicht veröffentlicht. Ich selbst verfahre seit 50 Jahren nach dem Motto: Wer austeilt, muss auch einstecken.
Mailadresse und Namen in der Schulmail habe ich gelöscht. Zur Erinnerung: Die Schulmail war mir von einem Vater zugeschickt worden, mit der Bitte, ohne seinen Namen zu veröffentlichen. Weil das Thema wichtig ist, habe ich diese Leser-Mail ausnahmsweise unter meinem Namen mit entsprechendem Hinweis veröffentlicht.
Also, tschüss, Herr Meier.
Dieser Kommentar stammt von einer Familie, die ihre Tochter wegen schlechter Erfahrungen vom Kippenberg Gymnasium genommen hat.
Der Name der Autorin ist mir bekannt. Sie hat darum gebeten, den Namen nicht zu veröffentlichen, um erneuten Stress von der Familie fernzuhalten.
„Vorerst möchte ich betonen, dass dieser Text nicht direkt mit dem schrecklichen Vorfall vom 13. März am Kippenberg-Gymnasium zu tun hat. Ich kenne die Hintergründe des Ereignisses nicht. Dennoch hat es mich nachdenklich gemacht und daran erinnert, wie wichtig es ist, dass Schulen gut ausgestattet sind, um mit belastenden Situationen umzugehen, die in der Schule auftreten können – sei es durch Mobbing, Überforderung oder andere schwierige Umstände.
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen wurde mir bewusst, dass manche Situationen in Schulen nicht immer so gehandhabt werden, dass Kinder ausreichend unterstützt und geschützt werden. Das möchte ich hier teilen, um das Bewusstsein dafür zu stärken, wie dringend nötig es ist, dass Schulen vorbereitet sind und die notwendigen Strukturen haben, um Probleme frühzeitig zu erkennen und anzugehen.
Die Ereignisse am Kippenberg-Gymnasium vor etwa zehn Tagen haben mich tief bewegt. Sie bringen Erfahrungen zurück, die für uns noch sehr gegenwärtig sind.
Meine Tochter war bis vor Kurzem in der sechsten Klasse dieser Schule und über längere Zeit einer belastenden Situation ausgesetzt. Sie erlebte Mobbing innerhalb der Klasse. Was jedoch besonders schwer wog, war der Umgang der Schule damit.
Aus meiner Sicht wurden die Probleme nicht ernsthaft anerkannt. Statt einer offenen Auseinandersetzung hatte ich wiederholt den Eindruck, dass relativiert, verschoben oder abgewehrt wurde. In Gesprächen fühlte ich mich nicht gehört. Es entstand zunehmend das Gefühl, dass die Verantwortung, oder das Problem, bei uns gesucht wurde – nicht im System oder in der Klassendynamik.
Besonders kritisch empfand ich die fehlende Transparenz. Gespräche fanden teilweise ohne unser Wissen statt; es wurde mit anderen Eltern und Kindern gesprochen, ohne uns einzubeziehen. Das hat nicht zur Klärung beigetragen, sondern zur weiteren Isolation.
Was bleibt, ist der Eindruck eines Systems, das sich eher schützt, als hinzuschauen. Genau das darf nicht passieren. Schule muss ein Ort sein, an dem Probleme ernst genommen werden – nicht erst, wenn es zu spät ist.“
Moin Herr Meier, ich wollte Ihnen persönlich schreiben. Dies scheiterte leider daran, dass es die von Ihnen angegebene Mailadresse offenbar nicht gibt. Deshalb auf diesem Weg: Ich werde weitere Kommentare von Ihnen künftig erst dann wieder veröffentlichen, wenn Sie sich an die in Mitteleuropa üblichen Umgangsformen halten und sich nicht hinter Fake-Absenderadressen verstecken.
Ich finde den Artikel total unangemessen. Der Suizid ist nichts für die Öffentlichkeit und belastet das Umfeld schon genug. Es ist respektlos für alle Betroffenen.