Darauf kann Bremen stolz sein: KI-Experten aus aller Welt tagen demnächst in unserer Stadt

27.04.2026 2 Von Axel Schuller

Kaum zu glauben, aber wahr: In drei Monaten wird eine der größten und wichtigsten KI-Konferenzen in Bremen stattfinden. Und das 43 Jahre nach dem ersten Treffen der Top-Experten auf deutschem Boden (Karlsruhe). Dazu werden rund 4.000 Experten aus Europa, USA, China und Afrika an der Weser erwartet. Jetzt hoffen die Planer an der Bremer Uni, dass sich die geopolitische Lage (USA kontra China) nicht weiter verschlechtert.

Viele Bremerinnen und Bremer werden sich angesichts der positiven Nachricht die Augen reiben. Aber: Bremen hat sich tatsächlich im internationalen Wettbewerb um eine der weltweit angesehensten und ältesten Konferenzen für Künstliche Intelligenz gegen deutlich größere Standorte durchgesetzt, bestätigt Derk Schönfeld bremensogesehen. Er ist Geschäftsführer der „U Bremen Research Alliance“, einer Kooperation der Universität Bremen mit 13 Instituten der von Bund und Ländern finanzierten außeruniversitären Forschung.

Ausschlaggebend war offenbar ein Gesamtpaket, das in dieser Form selten sei: Exzellente Forschung, konkrete Transferstrukturen und eine früh entwickelte KI-Strategie, die konsequent umgesetzt werde. 

Vom 15. bis 21. August 2026 wird daher die „International Joint Conference on Artificial Intelligence“ in Kombination mit der „European Conference on Artificial Intelligence“ (IJCAI-ECAI) mehrere tausend KI-Expertinnen und Experten aus aller Welt in die Hansestadt holen. Dieses international-europäisch-kombinierte Treffen spielt in der „höchsten Wissenschafts-Liga (man spricht von einem A-Star-Level). Der Meinungsaustausch wird im Congress-Centrum-Bremen und in Räumen der Uni stattfinden.

Liebe Leserschaft,

hätten Sie gedacht, dass unser kleines Bremen einmal Ziel der KI-Vordenker wird? Ich nicht. Obwohl Bremen seit Jahren bei den Meisterschaften für Fußball-Roboter weltweit vorne mitspielt. Und viele Bremer Institute und Firmen auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz führend sind.

Übrigens: KI ist kein Novum. Der Begriff „Artificial intelligence“ wurde bereits im Jahr 1955 geprägt.

Zurück zum offiziellen Teil der „Bremer“ Konferenz:

In einer Erklärung von Uni und Instituten heißt es: 

„Was Bremen auszeichnet, ist die enge Verzahnung seiner Akteure. In der ‚U Bremen Research Alliance‘ arbeiten Universität und 13 außer-universitäre Institute übergreifend zusammen. Diese Kooperation zeigt sich auch in konkreten Forschungsfeldern: etwa in der KI-basierten Robotik, die Anwendungen von der Unterwasserforschung über die Raumfahrt bis hin zur Logistik und Pflege ermöglicht. Gleichzeitig werden KI-Methoden in der digitalen Medizin, der Industrieproduktion und der Klimaforschung eingesetzt.“

Ein zentraler Baustein des Erfolgs sei die konsequente Ausrichtung auf den Wissens-Transfer. Mit dem Aufbau des Bremer KI-Transfer-Zentrums, „Digital Hub Industry“, schaffe das Land gezielt Strukturen, um Forschung schneller zur Anwendung zu bringen.

Die Mega-Konferenz wurde auch aus einem anderen Grund an Bremen vergeben: Wirtschaftlich biete die Hansestadt „ideale Bedingungen für KI-Innovationen. Etablierte Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt, maritimen Wirtschaft, Logistik und Windenergie treffen auf eine lebendige IT- und Start-up-Szene.“

Start-ups im Bereich autonomer Robotik oder digitaler Diagnostik belegten, wie aus Forschung marktfähige Anwendungen entstünden.

Bremen profitiert zudem von seinen kurzen Wegen und enger Zusammenarbeit: „Von der Grundlagenforschung über die Entwicklung Mensch-zentrierter KI-Systeme und Robotik bis hin zum KI-Transferzentrum, das den Wissens- und Technologietransfer vorantreibt, greifen die Strukturen nahtlos ineinander. Diese Stärken überzeugten bei der Bremer Bewerbung zur Ausrichtung der IJCAI 2026 und bieten ideale Voraussetzungen für ein vielfältiges Programm des Summer of AI, der von Juli bis August rund um die IJCAI in Bremen 2026 stattfinden wird“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Tanja Schultz, Professorin für Kognitive Systeme an der Universität Bremen.

Während die Bremer Uni mitsamt den Instituts-Vertretern dem Treffen der KI-Experten entgegenfiebern, beobachten sie aufmerksam die Entwicklungen in der Flugbranche

Etwaige Einschränkungen auf internationalen Strecken (Kerosin) oder auch eine reduzierte Anbindung Bremens an die Mega-Airports Frankfurt und München (Wegfall der Lufthansa-„Cityline“) könnten Auswirkungen selbst auf die Kongress-Beteiligung aus USA und China haben. Teilnehmer aus dem Silicon Valley oder Shanghai wollen nach ihrer Landung in Deutschland nicht anschließend stundenlang per Zug nach Bremen zuckeln. Bremens Airport-Sprecher John Will macht sich hinsichtlich der Bremer Anbindung aktuell wenig Sorgen. „Lufthansa führt die meisten Flüge von Bremen zu den beiden deutschen Drehkreuzen selbst durch.“

Liebe Leserschaft, lassen Sie uns heute (endlich mal) auf eine positive Nachricht anstoßen. Die Anerkennung unserer Stadt auf internationalem Parkett ist allmal ein Prosit (geht auch ohne Alkohol) wert.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Noch eine Anmerkung zur KI. Ich hoffe, dass bei dem Treffen der Wissenschaftler der Energie-Aspekt nicht zu kurz kommt. KI benötigt bekanntlich Mega-Rechenzentren mit immensem Stromverbrauch. Deshalb werden in den USA bereits neue (kleinere) Nuklear-Kraftwerke gebaut.