Dohle setzt auf Bordmittel / Noch ’ne Beauftragte / Clevere Ver:disten / Bovenschulte lahmt / Neuer Lotto-Chef / Video vom Anschlag auf BLG

04.02.2026 8 Von Axel Schuller

Bitte glauben Sie es mir: Ich sehne mich nach guten Nachrichten, die ich Ihnen Skeptikern, verkünden kann. Eigentlich wollte ich Ihnen freudigst mitteilen, dass die Senatskanzlei Geld spart, indem die mediale Begleitung des in 2026 größten Bremer Tages – das „Fest zum Tag der Deutschen Einheit“ – überwiegend mit Bordmitteln wuppt. Tja, und dann nagelt wieder ein großes ABER dazwischen. Die rot-grün-rote Koalition hat – kostet ja nur Steuerzahler-Geld – fünf neue Stellen beschlossen. Nun erhalten wir also doch eine „Antidiskriminierungsstelle“. Heute geht’s ferner um mehrere Entscheidungen, die allesamt mit dem Thema „Personal“ zu tun haben. Also, dranbleiben.

DAS POSITIVE ZU BEGINN

Endlich. Ein Lob. Bremen fiebert schon jetzt dem „Tag der Deutschen Einheit“ (TDH) am 3. Oktober entgegen. Das ist – wie man sich vorstellen kann – mit einem ungeheuren Sack an Arbeit verbunden.

Zu Bremens Mega-Fest werden bis zu 400.000 Besucher erhofft. Da muss unglaublich viel vorbereitet, gesteuert und dann vor allem vermarktet werden. Senatssprecher Christian Dohle hat sich entschieden, für das Thema Öffentlichkeitsarbeit keine externen Kräfte „einzukaufen“, sondern das Fest mit seiner Mannschaft zu bewältigen. Wobei man sagen muss, dass Dohles Reich bereits heute mit rundzehn People inkl. Chef auch nicht so ganz klein geraten ist. Aber: Neben der täglichen Arbeit braucht man für den 3. Oktober halt doch Unterstützung

Die Lösung: Alle Senatsressorts wurden gebeten, Kollegen m/w aus ihren Pressestellen ins Rathaus abzuordnen.

Bitte, geht doch.

Die zwischenzeitlich in den Medien erwähnten vier neuen Stellen in Rathaus und Landesvertretung in Berlin sind laut Dohle befristet. Sie unterstützen bei der Projektsteuerung „TDE“, beim Bürgerfest, das Protokoll und die Landesvertretung bei der Begleitung der Bundesratspräsidentschaft von Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte.

BOVENSCHULTE LAHMT

Da ich gerade beim Regierungschef bin: Der hinkt bei einem von ihm persönlich festgesetzten Ziel hinterher. Er hatte vor mittlerweile 2,5 Jahren im Koalitionsvertrag versprochen, sich regelmäßig mit dem Führungspersonal des „Konzerns Bremen“ auszutauschen. Im Koa-Vertrag heißt es dazu: „Wir werden künftig einmal im Jahr eine Strategieklausur mit den Führungskräften im Konzern Bremen durchführen.“ Passiert ist bislang: nix.

Unfassbar. Bremen leistet sich Zigtausend Mitarbeiter in Ämtern, Behörden, Landesgesellschaften, städtischen Gesellschaften usw. Während der Senat einmal im Jahr Betriebs- und Personalräte ins Rathaus einlädt, um den mehrheitlich Gewerkschaftern zu huldigen, müssen die Führungskräfte in ihren Bereichen die von der Politik vorgegebenen Ziele erfüllen – und werden nicht einmal zu einem Danke-Schön-Empfang eingeladen. 

Wobei eine Klausurtagung inhaltlich angebrachter wäre. Analyse der Lage, Ziele für die Zukunft, Wege zur Ziel-Erreichung, Ziel-Vereinbarung. Und: Offene Aussprache über die vom Senat gesetzten Rahmenbedingungen – wie über das bundesweit weitreichendste Bremische Personalvertretungsgesetz.

Allmählich frage ich mich ernsthaft, ob der Senat, sprich Bovenschulte, Angst vor der eigenen Courage hat, oder ob womöglich andere Senatsmitglieder subtil gegen eine solche Klausur „schießen“, weil sie Schiss vor den mächtigen Personalvertretern des Konzerns Bremen haben.

KOALITION SCHACHERT UM ANTI-DISKRIMINIERUNG

Kommen wir zur jüngsten, offenbar endgültigen  Personalentscheidung: SPD, Grüne und Linke haben sich bekanntlich u.a. auf längere Arbeitszeiten für Beamte (wöchentlich + 1 Stunde) Einsatz von Fußfesseln und Drohnen geeinigt. Linke und Grüne erhalten im „Gegenzug“ – natürlich auf Kosten der Steuerzahler – die Zustimmung der SPD, nun doch eine „Antidiskriminierungsstelle“ mit einer Leitung nach der Besoldungsgruppe B2 (aktuell: 9.080,76 Euro Grundgehalt) plus vier Mitarbeitern (so der WK) einzurichten.

VER:DI IST ECHT CLEVER

Mit dem Thema Personal hat auch der jüngste Streik der Bus- und Bahnfahrer der Bremer Straßenbahn AG zu tun. Die erste Empörung hat sich etwas gelegt. Aber, dass es bundesweit überhaupt zu solch einer konzentrierten Streikaktion von Ver:di kommen konnte, geht auf die Schwäche der Arbeitgeberseite (kommunale Arbeitgeberverbände der Bundesländer) zurück. Ver:di hat es in der Vergangenheit – wirklich sehr clever! – geschafft, die Laufzeiten der jeweiligen Tarif- und Rahmenverträge für den öffentlichen Nahverkehr der Länder (bis auf Niedersachsen) zu synchronisieren

Bedeutet in der Praxis: In den einzelnen Bundesländern gelten für das Fahrpersonal von Bussen und Bahnen zwar unterschiedliche Wochenarbeitszeiten, unterschiedliche Urlaubszeiten, unterschiedliche Löhne (Grundlöhne von 3.190 bis 3.926 Euro plus Nacht- plus Wochenend-Zuschläge), aber verhandelt wird an einem Termin. So hat Ver:di eine Verhandlungsmacht aufgebaut, die nicht unbedingt zum jeweiligen gewerkschaftlichen Organisationsgrad passen muss.

In Bremen wird aktuell übrigens nicht über Gehälter, sondern über die Höhe von Zuschlägen für Überstunden, Nachtarbeit und Zulagen für „Funktionsinhaber“ verhandelt. Darunter versteht Verdi unter anderem: „Ticketprüfer“, „Brandschutzbeauftragte“ und „Streckenlehrfahrer“.

NOCH EIN GESCHÄFTSFÜHRER FÜR LOTTO BREMEN

Zum Schluss noch eine Personalentscheidung aus dem „Konzern Bremen“. Die Toto- und Lotto GmbH erhält auf Beschluss des Gesellschafterkreises (mehrheitlich Stadtgemeinde, Fußballverband und Landessportbund) im ersten Halbjahr 2026 mit Nils Biehle (50) einen neuen ersten  Geschäftsführer (neben dem zweiten GF Peter Schneider, Leiter der staatlichen Spielbank). Noch ist Biehle bei Finanzsenator Björn Fecker als Leiter des Referates 13 tätig, unter anderem zuständig für Steuerfahndung, Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie Vermögenssteuer. Biehle tritt künftig an die Stelle des bisherigen Bremer Lotto-Chef Michael Barth (70), der Ende 2025 ausgeschieden ist. Der Posten war zuletzt mit 165.000 Euro dotiert.

So, das muss für heute reichen – Sie Nachrichten-Junkies 🙂 

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller 

P.S.: Ein aufmerksamer Leser hat mir Mittwochabend noch ein Bekennerschreiben zum jüngsten Farbanschlag auf die BLG-Zentrale geschickt. Erschienen ist es auf der linken Plattformtumult„. Bitte sehr.

ZITAT Anfang:

„Video zur Aktion gegen BLG Logistics in Bremen

Link zum Video: https://archive.org/details/aktion_202602

In den vergangenen Tagen haben InternationalistInnen der BLG Logistics im Rahmen der #RiseUp4Rojava Kampagne einen Besuch abgestattet und die Mittäterschaft dieser unterstrichen.

Die BLG hat 2019 knapp 1.000 Container gefüllt mit Munition und Waffen über den Bremer Hafen in den Nahen Osten verschifft. Die Zahlen der Exporte sind in den Folgejahren in die Höhe geschossen.

Als InternationalistInnen stellen wir uns gegen die Kriegstreiber und stattdessen an die Seite des Widerstands!

Es lebe der Widerstand in Rojava!“

Zitat Ende

Ich bleibe dabei: Der Linksextremismus breitet sich in unserer Stadt immer weiter aus.