Unsäglich: SPD-Fraktionschef Güngör instrumentalisiert die Angst seiner Tochter

01.10.2026 12 Von Axel Schuller

Emotionen sind in der Politik verpönt. Meist wird nur Rechts-Populisten der Einsatz von „Emo“ unterstellt. Aber, das ist falsch. Emotionen bahnen sich wie jüngst auch bei Bundeskanzler Friedrich Merz den natürlichen Weg. Bei der Auszeichnung hervorragender Schulen – traten ihm Tränen der Rührung in die Augen. Mustafa Güngör, SPD-Fraktionschef in Bremen, setzt Emotionen indes ein, indem er Ängste seiner 13jährigen Tochter vor der AfD in die Öffentlichkeit trägt. Und Dr. Solveig Eschen (Grüne Fraktionsvize), eine groß gewachsene Frau, erweist sich als mega dünnhäutig. Geradezu mimosenhaft – auf Neudeutsch: mimimi…

Vorweg: Ich mag Menschen, die ihre Emotionen nicht innerlich einmauern. Und, ich kenne Situationen, da treten auch mir Tränen in die Augen.

Was ich aber nicht „abkann“, wenn Politiker bewusst mit Emotionen arbeiten. Besonders beliebt auf dem Polit-Klavier: die Angst.

Mustafa Güngör hatte jüngst alle sozialdemokratischen Fraktionschefs in Bremen zu Besuch. Dabei vereinten sich alle Fraktionsvorsitzenden (u.a.) hinter der Forderung an Bundestag und Bundesrat, endlich ein Verbotsverfahren gegen die AfD auf den Weg zu bringen. 

Im Lokalblatt WK las ich anlässlich der SPD-Pressekonferenz über Güngör:

„Seine eigene 13-jährige Tochter habe ihn vor etwa einem Jahr gefragt: „Müssen wir Deutschland verlassen?“ Aus der Wahrnehmung, hier nicht mehr gewollt zu sein, sei inzwischen der Wunsch nach einem anderen Lebensumfeld geworden. Die Frage seiner Tochter habe zuletzt gelautet: „Wann können wir Deutschland verlassen?“

Das nenn’ ich Politik mit emotionalem Holzhammer. Güngör kämpft seit der – bis heute gerichtlich immer noch nicht bestätigten – Einstufung der AfD durch den Verfassungsschutz (am 2.5. 2025: „gesichert rechtsextremistisch“) für ein Verbot. 

Sein damaliger „eigener“ Innensenator und Jurist Ulrich Mäurer (SPD) hielt davon nichts. Der 1.000-seitge Bericht der Verfassungsschutzes, so der Jurist, enthalte nichts substanziell Neues. Damit werde man vor dem Verfassungsgericht wohl keinen Erfolg haben. 

Güngör ist auf diesem Polit-Feld hyperaktiv. Zuweilen hat man gar den Eindruck, kein anderes Thema beschäftige ihn intensiver als ein AfD-Verbot.

Bremens neue Innensenatorin Dr. Eva Högl hat ihm, den Grünen und Dunkelroten in der Koalition den Gefallen getan, sich direkt nach ihrer Vereidigung (Dezember 2025) für ein AfD-Verbot auszusprechen.

Nun ist Güngör – zumindest auf der Ebene aller SPD-Fraktionsvorsitzenden – ein Stück weitergekommen.

Ich frage mich indes: Weiß seine Tochter, dass Vater Mustafa ihre Äußerungen nutzt, um in der Öffentlichkeit Stimmung zu machen? Und: Wie muss man sich eigentlich Gespräche im Hause Güngör vorstellen, so dass die Tochter solche Ängste entwickelt? Die mit der aktuellen Wirklichkeit ja nicht wirklich etwas zu tun haben. Die AfD regiert in keinem einzigen Bundesland. Die AfD ist (noch) nicht verboten. Die AfD ist in Bremen – anders als Linksextremisten – bislang als nicht als gewalttätig aufgefallen.

Aber: Vater Güngör selbst grenzt „Rechts-Konservative“ wie die „Bürger in Wut“ von der parlamentarischen Teilhabe im Bürgerschaftsvorstand etc mit folgenden „Argumenten“ aus:

„Wir haben berechtigte Zweifel, dass diese Bürger in Wut so bürgerlich und harmlos, wie sie behaupten, gar nicht sind.(…)

Tatsache ist doch, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Bürger in Wut und das Bündnis Deutschland ziehen faule Eier förmlich an, verehrte Kolleginnen und Kollegen, und das besonders aus den Reihen der AfD.

Ihr Personal ist uns in weiten Teilen einfach zu undurchsichtig. Wir können bei so wichtigen Ämtern nicht ins Risiko gehen und auf gut Glück mit potenziellen Verfassungsfeinden zusammenarbeiten.“

Zitat Ende

Hat Vater Güngör Tochter Güngör von dieser Art seiner Ausgrenzungspolitik erzählt? 

By the way: Koalitions-Kollegen, die übermäßig nach Links driften, duldet Güngör in „seiner“ rot-grün-roten Koalition. Olaf Zimmer, Abgeordneter der Linke, hat gestern auf seiner Facebook-Seite allen Ernstes den Link zu einem Aufnahmeantrag zur „Roten Hilfe“ veröffentlicht. Die „RH“ wird – anders als Bürger in Wut – vom Verfassungsschutz beobachtet (und als linksextremistisch eingestuft). 

Thema Meinungsvielfalt

Der BDZV (Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger) hat Mitte September eine große bundesweite Kampagne für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt initiiert. Auch der WK hat sich daran beteiligt. 

Kernaussage der Kampagne:

„Demokratie braucht viele Stimmen“.

Ja, richtig!

Aber: Kommen bei uns wirklich alle Stimmen zu Wort? Spiegeln Tageszeitungen wie der WK tatsächlich die Wirklichkeit? 

bremensogesehen hat jüngst eine nachdenklich stimmende Rede von Julija Mendel über Zustände in der Ukraine vor EU-Parlamentariern dokumentiert. Haben Sie darüber etwas im Heimatblatt gelesen. Oder, der Schweizer EX-Oberst Jacques Baud – von der EU scharf sanktioniert wegen einer anderen Sicht auf den Krieg der Russen in der Ukraine. Irgend etwas im WK dazu gesehen?

Dies, liebe Leserschaft soll nicht zur Generaldebatte über den Weser-Kurier mutieren. Nein, mir geht es um das Versprechen deutscher Zeitungen, für Vielfalt zu stehen. Tun die das wirklich? Oder wird dort nach eigener „Haltung“ sortiert?

Richtig bedenklich finde ich, wenn Bürgerschaftsabgeordnete – aus deren Sicht – unbequeme, falsche oder was auch immer für – Meinungen aussperren.

Konkreter Fall aus der bremensogesehen-Werkstatt. 

Dr. Solveig Eschen (45), Grüne, laut LinkedIn-Profil „Psychologin, stellvertretende Fraktionsvorsitzende“ hatte nach der Mahnmal-Einweihung für Laye-Alama Condé unter anderem gepostet: 

„Die Entmenschlichung der Opfer (…) Am Samstag den 26.09.2026 wurde das Mahnmal zum Gedenken der Opfer gewaltsamer Brechmitteleinnahmen in einer bewegenden Zeremonie eingeweiht.“

In den Sozialen Netzwerken kann man zu Posts Kommentare abgeben.

Ich hatte sinngemäß daruntergeschrieben: „Es gibt auch eine andere Sicht auf die Einweihung, siehe bremensogesehen.com“

Dieser Kommentar verschwand kurz darauf.

Meiner zweiter Versuch, der Meinungsvielfalt unter die Arme zu greifen, misslang erneut.

Anschließend konnte ich nicht einmal mehr auf das Profil der führenden Grünen-Politikerin – offenbar hatte sie (oder ein Helferlein) mich „geblockt“.

Recherche-Motor angeworfen. Mail an Frau Dr. Eschen: Haben Sie mich geblockt?

Keine Antwort.

Zweite Anfrage per Mail.

Wieder keine Antwort.

Entspricht dieses Verhalten dem aktuellen Grünen-Verständnis von Meinungsfreiheit und vor allem von Meinungsvielfalt? Oder fühlt sich Frau Eschen in ihrer „Blase“ einfach wohler? Da wir Steuerzahler für ihr Gehalt aufkommen, hielte ich das mit der „Blase“ für unangemessen.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Für Sonntag darf ich Ihnen einen Gastkommentar ankündigen, der mich beim (Vorab-)Lesen wegen der Tiefe und Klugheit des Autors beeindruckt hat. Also, „schalten“ Sie am Sonntag (oder wann immer Sie während des „Bürgerfestes“ Zeit haben) bitte ein.