SPD verleugnet eigenen Antrag / Nach Bayern greift jetzt auch Hessen an

28.01.2026 18 Von Axel Schuller

Die Bremer Koalition von SPD, Grünen und Linken ist stehend k.o. Ihr fehlt jede Kraft, Bremens Wohl und Wehe zu gestalten. Noch schlimmer: Mit der gestern gebotenen Art des Anti-Parlamentarismus fördern ausgerechnet jene Parteien, die ja stets vorgeben, ach so engagiert gegen „Rechts“ zu agieren, genau das eine: ein weiteres Abdriften von Bürgern nach „Rechts“. Denn Rot-Grün-Rot treten mit ihrem Verhalten den letzten Respekt für dieses Parlament mit Füßen. Und unsere Heimatzeitung? Der fehlen zu dem kraftlosen und peinlichen Zustand der Koalition wertende Worte. Wie bitter. 

Es ist an sich unvorstellbar. Die Union bringt einen Dringlichkeitsantrag ein, um den ungeheuerlichen Farbanschlag auf das Privathaus des obersten Verfassungsschützers zu kritisieren. Titel des Antrages:

 „Linksextremistische Einschüchterung entschlossen stoppen: Bremische Bürgerschaft verurteilt den Anschlag auf das Wohnhaus des Leiters des Verfassungsschutzes auf das Schärfste!“

CDU, FDP und BD votieren aus tiefer Überzeugung für den Antrag, während SPD, Grüne und Linke sich enthalten. Aus Rücksicht auf die Linken, die dem Verfassungsschutz ja generell den Einsatz von V-Leuten verbieten möchten.

SPD und Grüne – sorry – „enteiern“ sich selbst, nur um ihrem Linken Koalitionspartner nicht öffentlich zu widersprechen. Oder: An der Weser wedelt der Schwanz mit dem Hund. Irre.

Der Antrag wurde dennoch angenommen, weil laut Parlamentssatzung lediglich Ja- und Nein-Stimmen gelten. Enthaltungen fallen nach diesem Verfahren unter den Tisch.

Bei solchen Gelegenheiten frage ich mich immer: Verfügt die „gute alte Tante SPD“ eigentlich noch über so etwas, was man unter Brandt, Schmidt und selbst Schröder als „Ehrgefühl“ beschrieb. Long long ago.

Schlimmer: Diese bewusst vermurkste Abstimmung zeigte unbescholtenen Außenstehenden, dass es in dem „Hohen Haus“ nicht um Inhalte, sondern offenbar um Partei-Taktiererei geht.

SPD, Grüne und Linke schafften Mittwoch sogar noch eine Steigerung der bürger-unfreundlichen Art des Parlamentarismus

Die SPD um Fraktionschef Mustafa Güngör hatte vor einem halben Jahr den Entwurf eines neuen Gesetzes für den Verfassungsschutz an alle Parteien verschickt. Nach dem Motto: Schaut mal, ist das so okay? Das war’s dann. Der Gesetzentwurf „ruhte vor sich hin“. Denn erneut traten die Linken auf die Bremse. 

Diese Bruch-Koalition kann sich seitdem nicht auf das neue Gesetz einigen. Die CDU, nicht auf den Kopf gefallen, kupferte den Text (irgendwann total entnervt) Wort für Wort ab – und stellte das Gesetz am Mittwoch als ihr eigenes zur Abstimmung. Und nun kommt’s: SPD, Grüne und Linke lehnten den Text ab. SPD und Grüne nicht aus Überzeugung, sondern weil die Linken bockten. Ach ja, Güngör versuchte Mittwoch ernsthaft, den Eindruck zu erwecken, sein von der CDU kopierter Text sei nicht fertig, bedürfe noch des Feinschliffs. Nach über einem halben Jahr! Haha.

By the Way: Zwischenzeitlich habe ich ernsthaft überlegt, ob es allmählich nicht an der Zeit wäre, dass der Verfassungsschutz mal die Linken daraufhin beobachtet, wie es diese Partei so mit der Verfassung hält. Immerhin geht die Linke teilweise auf die PDS zurück, die wiederum aus der DDR-Staatspartei SED entstanden war. 

Noch einmal aus der Sicht von unbescholtenen Außenstehenden: Wie kann die SPD ihren eigenen Text ablehnen? Das ist doch Gaga. Und dann ging auch noch Innensenatorin Dr. Eva Högl (SPD) in die „Bütt“ und lobte den Gesetzentwurf als „sehr guten“ Text und bescheinigt diesem sogar: „Der ist beschlussreif.“ 

Herr Güngör, Sie mögen Ihre Koalition mit den Linken dank unwürdiger Abstimmungs-Tricksereien zusammenhalten. Aber, meinen Sie ernsthaft, so den Respekt von Wählerinnen und Wähler zu gewinnen?

In diese Phase von Bremens Selbstzerstörung durch die Koalition knallte jüngst noch ein (leider nachvollziehbarer) Frontalangriff von Hessens Landeschef Boris Rhein CDU). Der hat – wie schon Markus Söder – die Nase vom Länderfinanzausgleich gestrichen voll. Aber, so was von!

Gegenüber der FAZ vom 26. Januar klagte Rhein darüber, dass Hessen als wohlhabendes Bundesland zwar fast vier Milliarden Euro in den Finanzausgleich einzahle, zugleich aber neuerdings selbst Kredite in Höhe von 1,7 Milliarden Euro benötige, um die eigenen Ausgaben zu decken. Darauf hat Rhein  – verständlicherweise – null Bock. 

In der FAZ schimpfte er über Nehmerländer, die sich für ihre jeweilige Bevölkerung bessere Standards leisteten, als er seinem Hessen-Volk bieten könne. Als Negativ-Beispiel nannte er – klaro –  Bremen mit seiner FreiKarte für alle Kinder und Jugendlichen. Und Berlin mit seinen massenhaften Baum-Planzungen – bezahlt von Geberländern. Rhein fordert eine Neuordnung des Föderalismus. Der hessische MP in Wut: „Wir sind solidarisch, aber wir sind doch nicht idiotisch.“

Was Boris Rhein im Fall Bremen freundlicherweise unter den Tisch fallen ließ, ist ein anderes Blödsinns-Projekt, das wiederum auch die Linke den Koalitionären von SPD und Grünen und dem damaligen Innensenator Ulrich Mäurer schier aus den Rippen gepresst hatte: Die gedruckte Quittung für angeblich anlasslose Kontrollen von Personen durch die Polizei. Die Technik samt Drucker am Gürtel hatte wegen der Einstiegs-Kosten von 200.000 Euro bereits 2025 den Weg ins „Schwarzbuch“ des Steuerzahlerbundes gefunden. Nunmehr haben die Steuerschützer aktuell in der Innenbehörde nachgefragt und nach eigenen Angaben erfahren, dass die Polizei im Jahr 2025 keine e i n z i g e Quittung ausgestellt habe. Klar, wer am Bahnhof auf möglichen Drogenhandel überprüft wird, fordert bei den Beamten keine Quittung ein, sondern sieht zu, dass er sich schleunigst verdrückt.

Aber: Ohne auch nur eine Quittung zu drucken, verschlingt die Bereitstellung der Technik und die Wartung der Geräte jährlich  21.500 Euro!

KORREKTUR: Die Innenbehörde hat mir mittlerweile mitgeteilt, die Aussage des Steuerzahlerbundes treffe nicht zu: „2025 wurde im Land Bremen eine Kontrollquittung ausgestellt.“

Boris Rhein, schauen Sie doch gerne mal in Bremen nach, wo die Gelder Ihrer Hessen überall aus dem Fenster geworfen werden…

Liebe Leserschaft, Sie kennen meine Meinung zum Thema Geld-Verschwenden durch den Bremer Senat: Uns kann nur noch ein Sparkommissar des Bundes mit entsprechenden Befugnissen retten. 

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller 

P.S.: Sorry, Mittwoch konnten Sie, liebe Leserschaft, mehrere Stunden lang Beiträge weder bewerten noch kommentieren. Nun ist die Technik wieder up to date.