Machtkampf zwischen Personal und Vorstand bremst Recyclinghöfe aus

06.05.2026 14 Von Axel Schuller

Bremerinnen und Bremer beschweren sich, der Betrieb der Recyclinghöfe funktioniere nur eingeschränkt, manchmal auch gar nicht. Unfassbare Erklärung des Problems: Soll ein Recyclinghof-Mitarbeiter kurzfristig an einem anderen Standort aushelfen, wird er nicht einfach dorthin gefahren. Nein, in Bremen müssen zuvor Personalrat der Bremer Stadtreinigung (DBS), die Frauen- und der Schwerbehindertenbeauftragte zustimmen. Man kann auch sagen: Das ist Öffentlicher Dienst in Reinkultur. Und dann will diese rot-grün-rote Koalition Ende 2028 auch noch die Abwasserspezialisten von hanseWasser in den Schoß von Vater Staat zurückzerren. Gott bewahre!

Unsere Heimatzeitung hat mehrfach über die Engpässe auf den Recyclinghöfen und dem daraus resultierendem Ärger betroffener Bürger berichtet. Auch, was die Anstalt öffentlichen Rechts – das ist „Die Bremer Stadtreinigung“ nämlich – offiziell dazu erklärt. Am Mittwoch durften wir lesen:

„Momentan kann die DBS (…) keinen Zeithorizont angeben, wann sich die Öffnungszeiten wieder festigen, teilte das Unternehmen mit. „Es handelt sich um die Abstimmung von komplexen Dienstvereinbarungen und das ist ein langwieriger Prozess. Wir sind hier in einem guten Austausch, aber eine kurz- oder mittelfristige Besserung ist aus den benannten Gründen nicht in Sicht„, sagt Sprecherin Lena Hartmann.

Und weiter:

Das gelte auch für kurzfristige Schließungen und die Frage, inwieweit die Mitbestimmung durch den Personalrat Krankheitsvertretungen an einzelnen Standorten verzögere. „Der Zeitrahmen lässt sich nicht so konkret benennen. Es führt aber dazu, dass wir bei kurzfristigen Ausfällen nicht schnell und flexibel reagierenkönnen“, erläutert Hartmann.“

Soweit das Zitat aus dem Weser-Kurier.

Die DBS-Pressestelle teilte mir auf Anfrage ergänzend mit: 

„Die einzige Reaktionsmöglichkeit auf kurzfristige (Personal-)Ausfälle sind somit eben auch kurzfristige Schließungen oder Leistungseinschränkungen, z. B. in der Annahme.“ 

Heute (Donnerstag) nun meldet sich ein Personalratsmitglied im WK zu Wort, spricht von einer demnächst anstehenden Einigung mit dem DBS-Vorstand bis zum Herbst. Es geht um bessere Eingruppierungen verbunden mit höheren Gehältern (DBS ist jetzt ja öffentlicher Dienst) und auf zusätzliches Personal. Was Personalrat und Vorstand nicht sagen: Alle Mehrkosten werden natürlich den Gebührenzahlern mit zeitlichem Verzug in Rechnung gestellt.

Fazit: Interne Machtkämpfe zwischen Betriebsrat und Vorstand stehen allem Anschein nach über den Bedürfnissen und Wünschen der Bevölkerung, also von uns Kunden.

Sehr geehrter Öffentlicher Dienst: Was glauben Sie eigentlich, wer Ihre Gehälter bezahlt? Der Liebe Gott bestimmt nicht. Und auf Bäumen wächst das Geld auch nicht. Wir Bürger und Bürgerinnen finanzieren Müllabfuhr, Straßenreinigung und Recyclinghöfe per (gefühlt jährlich steigenden) Gebühren und zum Teil mit Steuergeldern.

Dies führt zu einer glasklaren Erwartung. Nämlich, dass die Recyclingshöfe – unabhängig von den internen Beratungs- und Mitbestimmungs-Verfahren oder Sonstigem – eines tun: reibungslos funktionieren! 

Und zwar insbesondere, wenn die Bremer im Frühjahr und Herbst größere Mengen an Grünschnitt abliefern wollen. Da reicht eine Wochenend-Öffnung sonnabends von 9-14 Uhr nicht aus!

Zur Erinnerung: Als die Bremer Firma Nehlsen 15 Jahre lang für Müllabfuhr und Recyclingshöfe zuständig war, hat es nie irgendeinen „Tanz“ um Abfuhren und Öffnungszeiten gegeben. Und die Gebühren waren über viele Jahre stabil.

Vor diesem Hintergrund muss einem allmählich angst und bange werden, dass die Regierungskoalition die gut funktionierende Firma hanseWasser 2028 ebenfalls rekommunalisieren will. 

Mittlerweile malt die kommunale Wirklichkeit dem Betrachter ein unschönes Bild:

Sobald die Öffentliche Hand als Unternehmer auftritt, wird es teurer und schlechter.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Mein Rat: Den heutige Beitrag rasch lesen und – bei Bedarf – schnell kommentieren. Denn morgen habe ich einen „Angriff“ auf Ihre Lachmuskeln vor…