Linker Staatsrat stützt Sichtweise des plötzlich „abwesenden“ Jobcenter-Mitarbeiters

21.05.2026 11 Von Axel Schuller

Deutschland ist zurecht stolz auf den Sozialstaat. Viele Menschen benötigen die Unterstützung, wenn sie alleine nicht mehr klarkommen. ABER: Die Missbrauchsquote beträgt locker 30 Prozent und nicht 1 Prozent, wie uns änderungsfeige Politiker zuweilen „verklaren“ wollen. Liebe Leserschaft, ich hatte jüngst über eine ZDF-Reportage zum Bürgergeld berichtet. In diesem Film hat ein Mitarbeiter des Jobcenter (JC) Bremen „ausgepackt.“ Dieser Mann ist nicht mehr im Amt anzutreffen. Laut ZDF ist er bis Jahresende bei Zahlung der Bezüge freigestellt. Dabei springt dem Ex?-Mitarbeiter sogar Wirtschaftsstaatsrat Kai Stührenberg (Linke) inhaltlich zur Seite. „Ich habe selbst den Eindruck gewonnen, den der JC Mitarbeiter geschildert hat.“

Hammer, oder? Dr. Sarah Tacke, Leiterin der ZDF-Redaktion Recht und Justiz sowie Autorin der Reportage, berichtete Mittwoch bei „Lanz“, der Bremer Fred Göken sei aus seinem Job gedrängt worden. Sie selbst war nach Ausstrahlung des Films massiv von Linken kritisiert worden. Tacke wirbt für den Sozialstaat, lehnt aber dessen Missbrauch kategorisch ab.

Der Bremer CDU-Landesvorsitzende Heiko Strohmann hat mir leider erst gestern eine Stellungnahme zum ZDF-Film über den Missbrauch des Sozialstaates gemailt. Diese können Sie im ersten Kommentarfeld unter diesem Blogstück lesen. Die Union hatte das Thema Missbrauch des Sozialstaates in Bremen vor Monaten beim Senat abgefragt und offenbar bloß ausweichende Antworten erhalten.

Liebe Leserschaft, ich will Ihnen noch kurz von meinen Bemühungen berichten, vom Jobcenter etwas zum „Fall“ Fred Göken zu erfahren. 

Die Behörde, gemeinsam vom Senatsressort für Soziales und Arbeit sowie der Agentur für Arbeit, hat jede Auskunft verweigert. Die Pressestelle teilte auf entsprechende Fragen von bsg mit: „Nach Rücksprache und im Auftrag von Herrn Spinn (Geschäftsführer; Anm. d. Red.) teile ich Ihnen mit, dass das Jobcenter zu individuellen arbeits- oder personalrechtlichen Angelegenheiten einzelner Beschäftigter keine Auskünfte erteilt. Dies gilt unabhängig davon, ob einzelne Sachverhalte zuvor öffentlich thematisiert worden sind. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir weder zu möglichen arbeitsrechtlichen Maßnahmen noch zu Inhalten etwaiger Vereinbarungen oder zu zukünftigen Beschäftigungsperspektiven Stellung nehmen.“

Gerne hätte ich berichtet, ob der JC-Mitarbeiter gekündigt oder in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde – bei weiterem Bezug des Gehaltes.

Und zwar, weil der die Zustände bei der Jobvermittlung im ZDF offenbar zutreffend beschrieben hatte.

Zur Erinnerung: Staatsrat Kai Stührenberg – jetzt für Wirtschaft und Häfen zuständig – hat gestern bei Facebook gepostet:

„Ich muss zugeben, dass ich in meiner Zeit als Arbeitsstaatsrat genau den Eindruck gewonnen habe, den der JC Mitarbeiter geschildert hat. Ich halte es auch für viel sinnvoller im Kampf gegen Rechts diese Phänomene ernst zu nehmen als sie zu verleugnen. Auch, damit die vielen wirklich Bedürftigen nicht diskreditiert werden. Wir müssen auch die systematischen Prozesse ändern, die dazu führen.“

Wie bereits gesagt: Die Stellungnahme von Bremens CDU-Chef Heiko Strohmann lesen Sie bitte im ersten Kommentarfeld unter diesem Text.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Zum Sonntag darf ich Ihnen wieder einen Gastkommentar ankündigen, der für jeden einzelnen von Ihnen, liebe Leserschaft, wichtigen Erkenntnisgewinn verspricht!