Gastkommentar: Eine Lanze für Ministerin Reiche – „Realisten sind keine Lobbyisten“
Der bekannte Bremer Mathematiker, Energiewende-Experte und Mitglied des „Think Tank 4pi“, Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen (81), seit 1968 Mitglied der SPD, bricht im heutigen Gastkommentar eine Lanze für die vielfach gescholtene Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU): „Sie benennt Probleme vergleichsweise klar und wirbt dafür, Klimaschutz, ökonomische Vernunft, technische Machbarkeit sowie Akzeptanz und Belastungsfähigkeit der Verbraucher rational aufeinander abzustimmen.“

Heinz-Otto Peitgen schreibt:
„Die pauschale Verunglimpfung von Katherina Reiche als „Lobbyistin” greift zu kurz und verdrängt eine unangenehme Realität: Die deutsche Energiewende ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein ökonomisches und gesellschaftliches Problem geworden. Wer Fehlentwicklungen offen anspricht, wird heute schnell moralisch diskreditiert.
Das zentrale politische Versprechen der grünen Transformation lautete über viele Jahre: sinkende Strompreise, technologische Führung und ein neues „grünes Wirtschaftswunder”. Nichts davon ist eingetreten. Deutschland zählt heute zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen der industrialisierten Welt, energieintensive Industrien geraten unter Druck, und die erhoffte Wachstumsdynamik bleibt aus. Vieles erwies sich als politisches Wunschdenken. Ein auf fluktuierenden Quellen beruhendes Energiesystem erzeugt zwangsläufig enorme Zusatzkosten: Netzausbau, Speicher, Redispatch, Reservekraftwerke und Vorhaltung gesicherter Leistung.
Seit etwa 2020 kommt ein weiteres Symptom hinzu: Jahr für Jahr wird im deutschen Offshore-Bereich mehr potenziell verfügbarer Windstrom wegen Netzengpässen und gleichzeitiger Überschüsse aus erneuerbaren Energien abgeregelt, als neue Offshore-Windparks im gleichen Zeitraum zusätzlich hätten erzeugen können. Während politisch der weitere Ausbau propagiert wird, ist das System technisch längst an Grenzen gestoßen, die man durch rechtzeitigen Ausbau der Übertragungsnetze hätte entschärfen müssen. Der volkswirtschaftliche Schaden ist beträchtlich – bezahlt letztlich von den Stromkunden.
Bei einer ideologiefreien Analyse hätten viele der heute sichtbaren Probleme erkannt werden können. Deutschland ist inzwischen für viele ein warnendes Beispiel dafür geworden, wie man eine Energiewende nicht organisieren sollte: mit politisch erzeugtem Zeitdruck, moralischer Überhöhung, mangelnder Technologieoffenheit und systematischer Unterschätzung der Systemkosten. Entscheidend sind nicht die reinen Gestehungskosten einer Kilowattstunde Wind- oder Solarstrom, sondern die Kosten eines stabilen Gesamtsystems – und diese steigen mit wachsendem Anteil volatiler Einspeisung deutlich an.
Gleichzeitig zeigt sich, wie der über Jahre verschleppte Ausbau der Übertragungsnetze das System unter Stress setzt. Während an der Peripherie große Mengen erneuerbarer Energien erzeugt werden, fehlen Trassen zu den Verbrauchszentren. In der nächsten Phase, wenn in den Kommunen Wärmepumpen und Elektromobilität deutlich zulegen, verlagert sich dieser Stress in die unteren Spannungsebenen. Kommunale Verteilnetze, oft für eine andere Laststruktur ausgelegt, stoßen an Grenzen und müssen ausgebaut und verstärkt werden. Finanziert wird dies über steigende Netzentgelte – eine weitere Kostenlawine für Haushalte und Unternehmen.
Hinzu kommt ein oft verdrängter volkswirtschaftlicher Zusammenhang: Die Energiewende ersetzt in großem Umfang bestehenden Kapitalstock — funktionierende Kraftwerke, Netze, Heizsysteme, Fahrzeuge und industrielle Prozesse. Dadurch werden enorme Ressourcen gebunden, die für Innovation, Produktivität, Digitalisierung, Bildung oder Forschung fehlen. Eine Volkswirtschaft wird nicht dadurch reicher, dass sie funktionierende Infrastruktur vorzeitig ersetzt, sondern dadurch, dass sie ihre Produktivität erhöht.
Auch das EEG war ursprünglich als Anschubinstrument gedacht. De facto entstand ein System garantierter Renditen mit minimalem Risiko. Über Jahrzehnte erhielten Investoren feste Einspeisevergütungen, abgesichert durch den Staat und finanziert über den Strompreis. Die Kosten trugen nicht primär Vermögende, sondern Millionen Haushalte und mittelständische Betriebe – de facto eine Umverteilung von unten nach oben, von Stromkunden zu Kapitalanlegern. Zugleich zeigt sich, dass die Energiewende strukturell von dauerhaften Subventionen abhängig ist: Immer dort, wo Förderung zurückgenommen oder Risiken den Investoren zugemutet wurden, stockte der Ausbau, zuletzt sichtbar beim Rückzug aus Offshore-Windprojekten. Da Anlagen, Netze und Speicher auch künftig regelmäßig ersetzt werden müssen, entsteht kein einmaliger Transformationsaufwand, sondern ein dauerhafter, förderabhängiger Erneuerungszyklus.
Vor diesem Hintergrund wirkt die moralische Empörung über Stimmen wie Frau Reiche fehlgeleitet. Sie benennt Probleme vergleichsweise klar und wirbt dafür, Klimaschutz, ökonomische Vernunft, technische Machbarkeit sowie Akzeptanz und Belastungsfähigkeit der Verbraucher rational aufeinander abzustimmen. Wie dringend eine Reform ist, illustrierte der 1. Mai 2026: Negative Strompreise von bis zu −0,49€/KWh über mehrere Stunden, am Ende finanziert aus Steuergeldern, weil die garantierte Einspeisevergütung Anlagenbetreibern keinen Anreiz lässt, bei Überangebot abzuregeln oder zu speichern.
Genau diese Fehlanreize will die geplante EEG-Novelle adressieren — und stößt deshalb auf Widerstand derjenigen, deren Geschäftsmodell auf ihnen beruht. Schreitet der Ausbau von PV und Wind wie geplant fort, ohne dass Flexibilität und marktkonforme Anreize gleichermaßen wachsen, droht der 1. Mai zur Vorschau auf den Regelfall zu werden — mit zweistelligen Milliardenbelastungen pro Jahr für die Steuerzahler.
Dass ausgerechnet die Lobbyisten der Windenergie über solche Warnungen empört sind, ist nachvollziehbar – sie berühren die Geschäftsgrundlage eines Systems, das auf stetigem Ausbau und anhaltender Förderung beruht. Wer heute Verantwortung übernimmt, muss die Scherben einer über Jahre ideologisch aufgeladenen Energiepolitik aufräumen. Wer auf ökonomische und technische Probleme der Energiewende hinweist, verteidigt nicht automatisch fossile Interessen, sondern fordert Realitätssinn, Technologieoffenheit und eine ehrliche Bilanz der tatsächlichen Kosten und Nebenwirkungen. Demokratie lebt davon, dass solche Debatten geführt werden können, ohne Andersdenkende reflexhaft als „Lobbyisten” oder „Klimafeinde” zu diffamieren.“
Ende des Gastkommentars
Wow, das ist mal eine Streitschrift zugunsten einer Frau, an der sich viele linke und grüne Politiker gerne reiben. Und sogar mancher Christdemokrat ebenfalls. Viele Journalisten wollen da nicht hinten anstehen und „hauen“ mit drauf. Ich will meinen eigenen Eindruck nicht verschweigen: Reiche kommt mir zuweilen wie eine Politikerin vor, die als eine der letzten noch CDU-Politik a la Ludwig Erhard vertritt.
Kurz noch zu den von Peitgen angesprochenen Strom-Speichern. Die Bremer swb AG wird einen im Hafen bauen, um Stromspitzen besser ausgleichen zu können. ArcelorMittal plant ebenfalls einen Mega-Speicher. Hoffnungen, dies sei vllt doch eine Vorstufe zum Grünen Stahl, dürften freilich überhöht sein. Wie ich höre, soll der Speicher nämlich dazu dienen, dass AM in Zeiten des Strom-Überangebotes (z.B. Starkwind, pralle Sonne, EU-weit geringer Verbrauch) nutzen will, Energie billig einzukaufen und bei Bedarf in die extrem stromintensive Produktion einzuspeisen.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Für kommende Woche kann ich Ihnen, liebe Leserschaft, etwas Neues im Blog ankündigen. Ein Interview – nicht von mir, sondern tatsächlich mit mir. 🙂
Ich habe an anderer Stelle in diesem Blog mal gesagt:
Vor Prof. Dr. Peitgen ziehe ich meinen Hut und würde salutieren.
Dem habe ich nach diesem Kommentar nichts hinzuzufügen.
Denn wer über Stromerzeugung spricht, der muss deren „Funktionslogik“ verstehen!
Und der muss „naturwissenschaftlich“ denken. Das fehlt bei den meisten Politikern.
Oder sie können es schlicht weg nicht.
Der für mich persönlich wichtigste Satz in diesem Gastkommentar ist:
„moralische Überhöhung“….
Ich sage es ganz offen: Die grüne Energiewende ist zerplatzt wie eine Seifenblase, nur politisches Wunschdenken.
Es geht immer nur um Geld! Und da ist Ökonomie gefragt, nicht Ökologie.
Ich möchte auch ausdrücklich Prof. Dr. Peitgen meinen Dank und Respekt aussprechen. Solche Stimmen brauchen wir in Deutschland viel häufiger. Menschen, die bereit sind, wissenschaftlich fundiert, sachlich und unabhängig gesellschaftspolitische Debatten anzustoßen, sind von unschätzbarem Wert. Ich hätte mir gewünscht, dass es solche Plattformen und Formate bereits vor zwanzig Jahren gegeben hätte. Deshalb gilt mein besonderer Dank auch dem bsg Axel Schuller, der diesen Austausch ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Debattenkultur leisten.
Gleichzeitig möchte ich auf den Beitrag von Herrn Teupe eingehen. Seinem grundsätzlichen Anliegen kann ich viel abgewinnen, seinem Fazit jedoch nur teilweise zustimmen. Wenn gesagt wird, die Politik habe versagt oder die meisten Politiker hätten versagt, greift mir das zu kurz. Natürlich wurden Fehler gemacht. Aber Politik handelt nicht losgelöst von der Gesellschaft. Politiker reagieren auf Stimmungen, Erwartungen und Forderungen der Bürger. Wer heute rückblickend Fehlentwicklungen beklagt, sollte deshalb auch die gesellschaftliche Mitverantwortung benennen.
Gerade in der Energiepolitik ist das deutlich sichtbar. Nach Fukushima 2011 entstand ein enormer gesellschaftlicher Druck zum schnellen Atomausstieg. German Angst! Gleichzeitig wurden vielerorts durch Bürgerinitiativen Stromtrassen, Windkraftanlagen oder andere Infrastrukturprojekte blockiert, die für eine erfolgreiche Energiewende notwendig gewesen wären. Der Ausbau der Netze von Nord nach Süd wurde verzögert, Planungsverfahren wurden erschwert, und notwendige Strukturentscheidungen wurden immer wieder verschoben. Auch der längst notwendige Rückbau von Kohlekraftwerken wurde politisch und gesellschaftlich über Jahre hinausgezögert.
Rückblickend wäre es möglicherweise vernünftiger gewesen, den Atomausstieg stärker an konkrete Bedingungen zu knüpfen: den Ausbau der Netze, ausreichende Speicherkapazitäten und den erfolgreichen Ersatz der Kohleverstromung. Doch diese Debatte wurde oft nicht rational, sondern emotional geführt. Zu häufig dominierten Ängste, Symbolpolitik und kurzfristige Stimmungen.
Hinzu kommt ein weiteres Problem, das Prof Dr. Peitgen in seinen Ausführungen ebenfalls immer wieder angesprochen hat: der Glaube, man könne komplexe Märkte durch immer neue Regulierungen perfekt steuern. Wir versuchen häufig, staatliche Planung und freien Markt miteinander zu vermischen, ohne uns klar für einen Weg zu entscheiden. Das Ergebnis sind komplizierte Regelwerke, steigende Bürokratie und häufig unbefriedigende Resultate. Entweder definiert der Staat klare Ziele und setzt diese konsequent um, oder er vertraut stärker auf Marktmechanismen. Die dauerhafte Vermischung beider Ansätze erzeugt oft mehr Probleme als Lösungen.
Deshalb widerspreche ich Herrn Teupe nicht in der Diagnose, dass Fehler gemacht wurden. Ich widerspreche aber der einseitigen Zuschreibung der Verantwortung. Die Energiepolitik der vergangenen Jahrzehnte ist nicht allein das Ergebnis politischer Fehlentscheidungen, sondern auch Ausdruck gesellschaftlicher Mehrheiten und gesellschaftlicher Stimmungen. Wer die Vergangenheit ehrlich aufarbeiten will, sollte deshalb nicht nur auf Politiker zeigen, sondern auch die Rolle von Wählern, Bürgerinitiativen und öffentlichen Debatten kritisch reflektieren.
Genau deshalb sind Plattformen wie diese und Persönlichkeiten wie Professor Dr. Peitgen so wichtig: Sie schaffen Räume für eine faktenbasierte Diskussion, die über Schlagworte, Ängste und Schuldzuweisungen hinausgeht. Davon brauchen wir in Deutschland deutlich mehr.Leider wiederholen sich die gleichen Fehler immer und immer und immer.
Deutschland braucht mehr als günstigen Strom
Der Gastbeitrag von Heinz-Otto Peitgen greift Themen auf, die derzeit in vielen wirtschaftspolitischen Debatten dominieren: hohe Energiepreise, übermäßige Regulierung, das Heizungsgesetz und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Die zugrundeliegende Botschaft ist vertraut: Deutschland habe sich durch falsche politische Entscheidungen wirtschaftlich geschwächt und müsse nun wieder stärker auf Marktmechanismen und wirtschaftliche Vernunft setzen.
Doch möglicherweise greift diese Diagnose zu kurz.
Denn die eigentliche Frage lautet nicht, ob Strompreise wichtig sind. Natürlich sind sie das. Energie muss für private Haushalte ebenso wie für Unternehmen bezahlbar bleiben.
Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Ist der Strompreis tatsächlich das zentrale Problem Deutschlands?
Wer die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre betrachtet, stößt auf eine ganze Reihe von Herausforderungen, die mit Energiepreisen nur begrenzt zu tun haben. Fachkräftemangel, schleppende Digitalisierung, marode Infrastruktur, langsame Genehmigungsverfahren, geringe Gründungsdynamik, Investitionsrückstände, demografischer Wandel und die zunehmende internationale Konkurrenz in technologischen Zukunftsfeldern begleiteten Deutschland bereits lange vor der Energiekrise.
Die Konzentration auf den Strompreis wirkt deshalb manchmal wie die Suche nach einer einfachen Erklärung für eine komplexe Situation.
Deutschland steht nicht vor einer Energiefrage.
Deutschland steht vor einer Strategiefrage.
Die Welt verändert sich. Der Klimawandel ist Realität. Geopolitische Spannungen nehmen zu. Technologien verändern ganze Branchen. Wertschöpfungsketten werden neu organisiert. Gesellschaften altern. Rohstoffe und Fachkräfte werden zu strategischen Ressourcen.
Aus keiner ernstzunehmenden Perspektive ergibt sich daraus die Möglichkeit eines „Weiter so“.
Gerade deshalb braucht Deutschland eine Vorstellung davon, welche Rolle es künftig in dieser Welt spielen will.
Von einer Wirtschaftsministerin erwarte ich daher mehr als die Kritik einzelner Gesetze oder den Hinweis auf hohe Energiekosten. Ich erwarte eine strategische Erzählung.
Wo soll Deutschland in zwanzig Jahren stehen?
Welche Technologien wollen wir entwickeln?
Welche Industrien wollen wir stärken?
Wie wollen wir Wohlstand schaffen, wenn Arbeitskräfte knapper werden?
Wie verbinden wir wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit Klimaschutz und sozialer Stabilität?
Diese Fragen betreffen nicht nur das Wirtschaftsministerium. Aber sie gehören in seinen Mittelpunkt.
Dabei fällt auf, dass die aktuelle Debatte häufig einen Gegensatz konstruiert, der in dieser Form gar nicht existiert. Wirtschaft gegen Klimaschutz. Wettbewerbsfähigkeit gegen Nachhaltigkeit. Wachstum gegen ökologische Verantwortung.
Tatsächlich lassen sich diese Ziele nicht voneinander trennen.
Eine Wirtschaft ohne gesellschaftlichen Zusammenhalt verliert ihre Stabilität.
Soziale Sicherheit ohne wirtschaftliche Leistungsfähigkeit lässt sich nicht finanzieren.
Klimaschutz ohne wirtschaftliche Perspektive verliert Akzeptanz.
Und wirtschaftliches Wachstum, das ökologische Grenzen ignoriert, schafft die Krisen von morgen.
Die Aufgabe besteht deshalb nicht darin, zwischen diesen Zielen zu wählen. Die Aufgabe besteht darin, sie miteinander zu verbinden.
Gerade deshalb überzeugt mich die Sehnsucht nach einer Rückkehr zu vermeintlich einfacheren Zeiten nicht. Die Bundesrepublik der sechziger oder achtziger Jahre existiert nicht mehr. Die Weltmärkte, die Technologien, die Energieversorgung und die geopolitischen Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verändert.
Die Frage lautet nicht, wie Deutschland zur Vergangenheit zurückkehrt.
Die Frage lautet, wie Deutschland seine Zukunft gestaltet.
Dafür braucht es mehr als günstigen Strom.
Es braucht Investitionen in Bildung und Qualifikation. Es braucht Forschung und Innovation. Es braucht eine leistungsfähige Verwaltung. Es braucht moderne Infrastruktur. Es braucht Planungssicherheit für Unternehmen. Und es braucht eine politische Führung, die unterschiedliche Interessen nicht gegeneinander ausspielt, sondern in ein gemeinsames Zukunftsbild integriert.
Vielleicht liegt genau hier die eigentliche Schwäche der aktuellen Debatte.
Wir sprechen ausführlich über die Kosten der Transformation.
Viel zu selten sprechen wir darüber, welches Land am Ende der Transformation entstehen soll. Und hier erwarte ich den Beitrag von Frau Reiche – und sehe ihn nicht.
Lieber Heinz-Otto Peitgen, die Anhänger von Kreationismus, der Flachen Erde oder des menschengemachten Klimawandels haben eines gemeinsam: Es sind geschlossene Glaubensvorstellungen, die weitgehend von der Wirklichkeit entkoppelt sind. Jedes Argument, jedes Indiz, das für eine andere Wirklichkeit spricht, prallt an ihnen ab. Selbst Ihr Kollege Gerd Ganteför, der nur ein klitzekleines „Aber“ in den Raum stellt (und an den menschengemachten Klimawandel glaubt), wird als Ketzer „gesteinigt“.
Leider haben „wir“ diesen religiösen Fanatikern das Ruder überlassen. Die und ihre opportunistischen Handlanger haben eine Transformationsindustrie inklusive eines mächtigen Lobbykomplexes erschaffen, der nun ums Überleben kämpft. Und da ist jedes Mittel recht und das aussprechen der „Wahrheit“ ein revolutionärer Akt.
Außerhalb Deutschlands hat man diesen CO₂-Hexenwahn nie wirklich ernst genommen. Dort hat es gereicht, eine CO₂-Konsumsteuer einzuführen, um die Superreichen weiterhin steuerfrei davonkommen zu lassen, oder durch E-Autos den Smog in den eigenen Megastädten zu bekämpfen.
Katharina Reiche ist vorzuwerfen, dass sie zu den Opportunisten gehört, die noch unsicher sind, ob sich der Wind bereits gedreht hat. Sophie Scholl soll gesagt haben: „Der größte Schaden entsteht durch die Mitläufer, die nur überleben wollen, sich fügen und alles mitmachen.“
Ich bin fassungslos über den Applaus für das ewig Gestrige. Wollen wir weiterhin von importierter dreckiger Energie abhängig sein? Ich nicht! Fr. Reiche sabotiert die Energiewende, etwa in dem es keine adäquaten Regeln für Speicher gibt, der Netzausbau begrenzt wird und Überkapazitäten an Gaskraftwerken gebaut werden sollen. Und warum geht Smartmeter und intelligente Steuerung in Deutschland so irre langsam? Die Tagespreise an der Strombörse zeigen dann die Quittung dafür (NB: nur ein Bruchteil des Stroms geht über die kurzfristige Börse!). Es ist vielfach belegt, dass Erneuerbare den Strompreis senken (sie sind so billig), und teure Gaskraftwerke dank merit order Prinzip dann für alle den Preis steigern.
@Heiko Strohmann Das ist ein Witz, oder? „Die Energiepolitik der vergangenen Jahrzehnte ist nicht allein das Ergebnis politischer Fehlentscheidungen, sondern auch Ausdruck gesellschaftlicher Mehrheiten und gesellschaftlicher Stimmungen.“ – LOL
Walter Lippmann hat in seinem Buch Die öffentliche Meinung von 1922 geschrieben: „Das größte Risiko von Soft Power ist, dass die Auftraggeber von Propaganda als Medienkonsumenten anfangen, an ihre eigenen Lügen zu glauben.“
Der Inhalt von Die öffentliche Meinung (englischer Originaltitel Public Opinion) ist eine Monographie Walter Lippmanns aus dem Jahr 1922. Sie kritisiert das partizipatorische Modell der modernen Demokratie und analysiert die ambivalente Rolle der Massenkommunikation bei der Erzeugung der öffentlichen Meinung. Lippmann befürwortet die Steuerung der öffentlichen Meinung durch eine intellektuelle Elite im „allgemeinen Interesse“, für das Gemeinwohl im Sinne der Staatsräson. Das war übrigens eines der Lieblingsbücher von Joseph Goebbels. Zu seinen Zeiten hat der Staat die Propaganda bestimmt, heute sind es wenige Milliardäre.
Ich empfinde es ziemlich erschreckend, dass Sie als Teil der politischen Akteure – und dazu noch in einer angeblich konservativen Partei – offensichtlich keinerlei Ahnung haben, welchen Kräften Sie ausgesetzt sind. Ich empfehle Ihnen, mehr Bücher zu lesen und weniger KI einzusetzen, bis Sie dort die richtigen Fragen stellen können. Fragen Sie Ihr Lieblings-LLM doch mal, wie die Finanzierungsstrukturen des IPCC, der WHO und anderer dubioser Organisationen aussehen, die unsere Politik maßgeblich bestimmen. Ober was der Energieverbrauch der KI mit dem Ausstieg von BlackRock aus der Transformationsindustrie zu tun hat? Aber Vorsicht, das LLM ist durch ihre früheren Fragen vor konditioniert.
Ich würde auch stark bezweifeln, dass Sie als Schausteller keine Interessenüberschneidungen mit den Interessen der Finanziers haben, welche die Propaganda bezahlen, die Sie dann als „gesellschaftliche Stimmungen“ wahrnehmen.
Daniel Ryser heute in infosperber (Schweiz): Ein Streit setzt voraus, dass zwei Seiten dieselbe Wirklichkeit teilen und verschiedene Schlüsse ziehen. Was hier passiert, ist etwas anderes: zwei Gruppen, die in verschiedenen Informationsräumen leben, von verschiedenen Algorithmen geformt werden, verschiedene Erzählungen für wahr halten und die einander nicht mehr begegnen, ausser in der Gewissheit, dass die andere Seite es einfach nicht begriffen hat oder sogar lügt.
Katharina Reiche, eine der letzten Getreuen von Ludwig Erhard ? Das glaube ich nicht, aber sie ist eine Politkerin, die es aus Überzeugung und wegen ihres realistichen Denkens wagt, Fehlentwicklungen aufzuzeigen und dafür Fakten aufzeigt, die real und in sich logisch zugleich sind..Die Kritiker, die in den vorausgegangenen Kommentaren als Grüne, Linke oder SPDler bezeichnet werden, sind auch auch in anderen Parteien teilweise zu finden, weil sie nicht verstanden haben, dass eine funktionierende Demokratie ohne ökonomisches Wachstum mit Wohlstand für alle nicht funktionieren kann. Dieses Wachstum kann aber nur ereicht werden, wenn wir z.B. eine Energieversorgung haben, die im gewerlichen wie im privatenBereich die Kosten nicht in die Höhe treibt, sondern langfrsitig senkt. Das Senken nur für die Verbraucher hilft aber nichts, wenn der Staat dafür die Finanzierung übernimmt und sich zu Lasten der Verbraucher wieder langfristig insgesamt verschuldet.
Dass es bei jeder Veränderung auch irgendwo Nachteile gibt, ist bekannt und in sich logisch. Insich logisch ist aber auch der gesamte Gastkommentar von Heinz-Otto Peitgen. Daran dürfen wir nicht zweifeln.
Die funktionierende Ökonomie steht letztlich im Vordergrund. Das hat nicht nur Frau Reiche erkannt und das haben eben ihre Kritiker nicht erkannt oder sie wollen es nicht wahrhaben.
Ähnliche Diskussionen, wie wir sie seit einger Zeit wahrnehmen und die auch in einigen Kommentaren zu diesem blog widersprüchlich sind, hatten wir auch in Bremen schon in früherenJahren. Ich habe das häufig genug miterlebt, dass man eine verstärkte „soziale Umverteilung“ wollte, ohne zu erkennen, dass dieses Ziel – etwas verkürzt ausgedrück – nur erreicht werden kann, wenn man das wirtschaftliche Wachstum zunächst einmal erreichen muss. Dazu aber trägt die Ernergie zweifelsfrei stark bei . Also muss es einen Weg geben, der die Ziele mit hoher Priorität auch erreichbar machen: gesundes, stabiles Wachstum. Und genau das ist es, wofür sich Frau Reiche auch mit ihrer Energiepolitik in die Bresche legt. Dafür bin iich ihr ebenso dankbar wie ich Herrn Peitgen für seinen Gastkommentar danbkbar bin.
Herzlichen Dank für diesen Gastbeitrag!
Ich habe Heinz-Otto Peitgen in meinem Mathematikstudium erlebt. Schon damals war er nicht nur fachlich beeindruckend, sondern vor allem eines: außergewöhnlich klug im Durchdringen komplexer Systeme. Genau diese Fähigkeit tut der energiepolitischen Debatte heute gut.
In seinem Beitrag trifft Professor Peitgen den entscheidenden Punkt: Wer auf technische Machbarkeit, Systemkosten und ökonomische Belastungsgrenzen hinweist, ist kein Gegner von Klimaschutz, sondern nimmt ihn ernst. Gerade die Energiewende braucht weniger moralische Etiketten sondern eine nüchterne Betrachtung des Gesamtsystems.
Sehr verehrter Herr Mayer,
Sie haben natürlich vollkommen recht. Mein vorheriger Kommentar war lediglich ein Defekt in meinem Betriebssystem. Ich habe bereits eine Störungsmeldung an Bill Gates geschickt, damit mein Chip neu kalibriert werden kann.
Von Massenkommunikation, Meinungsbildung oder der historischen Bedeutung moderner Kommunikationsmittel habe ich selbstverständlich keinerlei Ahnung. Dass politische Bewegungen schon immer neue Medien genutzt haben, um gesellschaftliche Stimmungen zu beeinflussen – von der Zeitung über das Radio bis zu sozialen Netzwerken –, ist mir völlig unbekannt.
Tatsächlich haben Sie mich entlarvt. Als Schausteller sitze ich nachts in meinem Schindelwagen, verbunden über Starlink mit einer geheimen Kommandozentrale milliardenschwerer Strippenzieher. Dort erhalte ich meine täglichen Anweisungen, welche gesellschaftlichen Stimmungen ich wahrnehmen darf und welche nicht. Anschließend fahre ich durchs Land, um im Auftrag finsterer Eliten die Bevölkerung gleichzuschalten.
Die Möglichkeit, dass politische Entscheidungen manchmal tatsächlich von gesellschaftlichen Mehrheiten getragen werden, habe ich dabei leider völlig übersehen. Vielen Dank für diese aufschlussreiche Korrektur.
Lieber Heiko Strohmann, es freut mich, dass ich ins Wespennest getreten bin. Immer wenn man bei anderen Leuten so eine allergische Reaktion auslöst, ist der eigene Leitgedanke nicht falsch gewesen. Und sie haben das auch lustig erwidert – Chapeau! Da läuft vor meinem inneren Auge echt ein Film ab: Sie in ihrem Schindelwagen mit Starlink, weil sie auf der Bürgerweide in einem Funkloch stehen – köstlich, BRD live!
Aber das Problem, das da eigentlich zutage tritt, hat @Karl Grabbe oben beschrieben. Wir leben nicht in derselben medialen „Wirklichkeit“. Wenn Sie „finstere Eliten“ schreiben, referenzieren Sie auf sogenannte „Verschwörungsmythen“ und denken, da haben Sie mich mal schön diskreditiert. Ich denke: „Oh, die „Epstein-Kaste“ – die wird den Heiko Strohmann lieber im Sinne von Lippmann steuern wollen, als ihm Befehle zu geben.“ – Dieses Privileg haben nur wenige!
Aber wenn wir schon bei der „Epstein-Kaste“ oder Ihren „finsteren Eliten“ sind: Es geht hier ja um das Für und Wider zu Katharina Reiches Politik. Das ist die Lebensabschnittsgefährtin von Karl-Theodor Guttenberg, dem ehemaligen Verteidigungsminister, der mit seiner „gemachten“ Doktorarbeit leider ein paar Jahre zu früh erwischt wurde und darum zurücktreten musste. Aus den von Ihnen wenig beachteten neuen Medien konnte man erfahren, dass die Ex-Frau von Guttenberg von Jeffrey Epstein eine Kreditkarte mit einem Tageslimit von 1.500 US-Dollar bekommen haben soll – warum, ist unbekannt.
„…dass politische Entscheidungen manchmal tatsächlich von gesellschaftlichen Mehrheiten getragen werden…“
Wenn das so wäre gäbe es ja alle paar Wochen eine Volksentscheidung zu wichtigen Themen, gibt es aber nicht.
Leider finde ich jetzt eine alte Studie aus dem Familienministerium nicht wieder, die länger unter Verschluss war. Da wird nachgewiesen, dass die Politikerkaste oft das Gegenteil von dem macht, was eine Mehrheit will, und einer sehr kleinen, sehr reichen Minderheit nützt. Wenn ich mich richtig erinnere war das im Hartz4 Kontext.
Die ökologische Transformation gilt als eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Sie ist politisch weitgehend konsensual als notwendig anerkannt – wissenschaftlich begründet durch Klimaforschung, ökologisch motiviert durch Ressourcenknappheit und normativ legitimiert durch die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen.
Dennoch entfaltet sie in der gesellschaftlichen Realität eine ambivalente Wirkung:
Der Grund liegt in ihrer besonderen Struktur. Anders als viele politische Reformen betrifft die ökologische Transformation nicht nur einzelne Sektoren, sondern greift tief in Lebens-stile, wirtschaftliche Strukturen, politische Entscheidungsprozesse und kulturelle Selbstverständnisse ein.
Sie ist damit kein singuläres Politikfeld, sondern ein gesamt-gesellschaftliches Reorganisationsprojekt mit komplexen sozialen und ökonomischen Folgewirkungen.
Und es produziert Gewinner und Verlierer ! Es werden Erwartungen enttäuscht und so neue Konfliktlinien erzeugt.
Die Transformation der Wirtschaft hin zu klimaneutralen Produktionsweisen bedeutet in vielen Branchen tiefgreifende Strukturbrüche.
Besonders betroffen sind Industriezweige, die stark auf fossilen Technologien basieren – etwa der klassische Automobilbau und seine Zulieferindustrien. Der Übergang zur Elektromobilität verändert nicht nur Produkte, sondern gesamte Wertschöpfungsketten.
Viele traditionelle Komponenten werden obsolet, während neue Technologien andere Materialien und Qualifikationen erfordern. Dies führt zu einem realen oder antizipierten Arbeitsplatzverlust, der insbesondere industrielle Kernregionen betrifft. Für die betroffenen Arbeitnehmer bedeutet dies nicht nur ökonomische Unsicherheit, sondern auch einen Verlust sozialer und beruflicher Identität
Ein weiterer Faktor ist die Erosion politischer Vertrauensbeziehungen. Wahrgenommene Inkonsistenzen in Gesetzgebung (Heizungsgesetz) Förderpolitik (Vertrauensbruch: E-Autoförderung), unklare strategische Zielsetzungen oder die Diskrepanz zwischen nationalen Maßnahmen und globaler Wirkung tragen dazu bei, dass staatliche Handlungsfähigkeit infrage gestellt wird.
Dies geschieht umso mehr, je ziel- und planloser die verantwortliche politische Regie wahrgenommen wird!
Wenn jeder Hausneubau eine Architektenplanung erfordert, warum gibt es dann noch keine für diese gesellschaftlich komplexe Neuausrichtung?
Deswegen meinen herzlichen Dank an Prof. Peitgen für sein kluges und offenes Statement zum Thema Energiepolitik mit Augenmaß, verbunden mit der herzlichen Bitte an alle Kommentatoren, auf die „kleinen persönlichen Nickelligkeiten“ zu Gunsten einer fruchtbaren Diskussion zu verzichten!
Herr Mayer, als jemand, der Ihre informierten Polemiken meistens schätzt, darf ich Ihnen sagen, dass ich Ihre Invektive gegen Herrn Strohmann nicht nachvollziehen kann.
Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen seiner Behauptung, dass es nach Fukushima ein breites gesellschaftliches Meinungsklima für den Radikalausstieg aus der Atomkraft gab, und Ihrem Hinweis auf das Buch von Lippmann. Sie legen nahe anzunehmen, dieses breite gesellschaftliche Klima sei von wenigen Milliardären erzeugt worden und nicht aus sich selbst heraus entstanden, also quasi herbei manipuliert worden.
Mir fallen allerdings keine Milliardäre ein, die zum damaligen Zeitpunkt ein Interesse an dieser Manipulation gehabt sollten. Die Eigner der Atommeiler gehörten sicher nicht dazu, die kalifornischen Techmilliardäre spielten damals noch keine große Geige und interessierten sich vermutlich wenig für die Zukunft der Kernenergie oder ihrer Konkurrenz der erneuerbaren Energien in Deutschland. Auch ein Donald Trump, der Deutschland alles Schlechte an den Hals wünscht, war noch nicht in Sicht.
Mich würde deshalb interessieren, welche Kräfte an den damaligen politischen Akteuren gezerrt haben sollen, denen Herr Strohmann nach Ihrer Lesart heute noch unterworfen ist. Wäre schön, Sie würden ein wenig genauer werden. Da Herr Strohmann sich dadurch auszeichnet, dass er in der Regel weder moralisierend oder arrogant noch persönlich herabsetzend auftritt, also auch bei unterschiedlichen Ansichten ein zivilisierter Diskussionspartner bleibt, finde ich das gerechtfertigt.
Herr Hartmut Paul, Herr Strohmann ist denen nicht unterworfen. Aber er konsumiert Medien, die diese Agenda propagieren und die anderen als Verschwörungstheoretiker diskreditieren. Das gilt auch für die meisten anderen die immer den aktuellen Mainstream Narrativen hinterher laufen. Ich bemerke so etwas, für mich ist das offensichtlich.. Walter Lippmann oder Edward Bernays beschreiben diesen Prozess exakt. Noam Chomsky hat das dann zusammen mit Edward S. Herman sechzig Jahre später noch einmal aufgewärmt – im Buch Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media von 1988.
Kennen Sie den Film Die üblichen Verdächtigen? Das Ganze Klima-Narrativ geht auf den Club of Rome von 1968 zurück. Die Basis war damals die Peak-Oil-Theorie und wie sich die amerikanische Ölindustrie davor retten kann. Die IEA (International Energy Agency) wurde 1974 gegründet. Sie war lange stark auf fossile Energien und Energiesicherheit fokussiert und hat erst in den letzten 15–20 Jahren ihren Fokus deutlich auf Erneuerbare und Klimaschutz erweitert. Die IRENA (International Renewable Energy Agency) folgte 2009.
Ich habe Grok einmal eine Liste von verdächtigen Oligarchen aufstellen lassen, die durch die Green-Deal-Politik profitiert und wahrscheinlich voran getrieben haben:
1. Rockefeller Brothers Fund (RBF): Divestment von fossilen Brennstoffen seit 2014 (zunächst Kohle, dann breiter). Sie haben massiv in Clean Energy investiert und Kampagnen gegen Ölkonzerne (z. B. #ExxonKnew) geführt. Der Fonds unterstützt Klimaklagen, Reduktion der Öl-/Gas-Produktion und Übergänge zu erneuerbaren Energien.
2. Rockefeller Foundation: Hat über 1 Milliarde USD in Klimaschutz und Energie-Transition investiert (Stand 2023+). Starkes Engagement in der Global Energy Alliance for People and Planet (GEAPP), die erneuerbare Mini-Grids, Batterie-Speicher und Zugang zu sauberer Energie in Entwicklungsländern fördert. Sie kooperiert mit IRENA, IEA und anderen bei Initiativen für eine Milliarde Menschen bis 2030. Die Foundation hat sich ebenfalls von fossilen Investments getrennt.
3. Aileen Getty (Enkelin): Gründete die Aileen Getty Foundation und den Climate Emergency Fund. Sie finanziert disruptive Klimaschutz-Aktivismus-Gruppen (z. B. Extinction Rebellion, Just Stop Oil). Das ist eher radikale Advocacy als direkte Investition in Erneuerbare-Technologie oder Politik wie bei den Rockefellers.
4. Michael Bloomberg
Ehemaliger Bürgermeister von New York, Gründer von Bloomberg LP.
Bloomberg Philanthropies: Hat über 1 Milliarde USD in Klimaschutz investiert. Starkes Engagement gegen Kohle (Beyond Coal-Kampagne: Hunderte Kohlekraftwerke geschlossen), Förderung erneuerbarer Energien in Städten und Entwicklungsländern.
Finanziert UN-Klimainitiativen, Cities for Climate Action und saubere Energie-Projekte. Einer der einflussreichsten privaten Klimafinanciers.
5. Bill Gates
Gründer von Breakthrough Energy (2015) und Breakthrough Energy Ventures (Investitionsfonds mit Milliarden).
Fokus auf technologische Innovation: Saubere Energie, Speicher, Kernkraft (neu), Kohlenstoffabscheidung, nachhaltige Landwirtschaft etc. Investiert in Startups für skalierbare Lösungen jenseits von Solar/Wind.
Kooperiert mit Regierungen und anderen Milliardären. Hat Hunderte Millionen bis Milliarden in Clean-Tech gesteckt.
6. Jeff Bezos
Bezos Earth Fund: 10 Milliarden USD Commitment (2020) für Klimaschutz und Naturschutz. Davon ein signifikanter Teil in Dekarbonisierung von Energie & Industrie, erneuerbare Projekte, EVs und Naturlösungen.
Fördert große Initiativen wie Elektrifizierung von Schulbussen, Solar/Batterie-Projekte in Afrika und AI für Klimamonitoring.
7. Tom Steyer
Hedgefonds-Manager, der früh in Clean Energy investierte. TomKat Foundation und NextGen America.
Starkes politisches und philanthropisches Engagement für Klimapolitik, erneuerbare Energien und Anti-Fossil-Fuel-Kampagnen. Einer der sichtbarsten „Green“-Investoren unter Milliardären.
8. Heising-Simons Foundation und Sea Change Foundation (Simons-Familie, aus Hedgefonds-Vermögen): Große 6. Funder von Klimaschutz, Clean Energy Policy und Forschung.
9 Walton Family Foundation (Walmart-Erben): Investiert in erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ironischerweise neben ihrem Retail-Imperium).
10.Packard Foundation und Hewlett Foundation: Langjährige Unterstützer von Umwelt- und Energie-Transition-Projekten.
Herr Mayer, danke für die ausführliche Antwort. Der entnehme ich, dass es einflussreiche und finanziell potente Zeitgenossen gibt, die in ihren Investitionsentscheidungen eher auf den Grünen als den fossilen Deal setzen. Nun werden Sie mir zustimmen, dass es sicher ebenso mächtige Akteure gibt, die nach wie vor auf den fossilen Deal setzen. Die setzen ihre Macht medial sicher genauso wirksam ein wie die grüner orientierten. Dann müsste man Herrn Strohmann konzedieren, dass er medial allenfalls einem Feld mit mehreren Vektoren unterworfen ist und für sich einen begründeten eigenen Willen in Anspruch nehmen kann.
Die von Ihnen genannten Akteure sind erst weit nach 2011 so richtig ins grüne Rollen gekommen. Insoweit finde ich Herrn Strohmanns Behauptung eines autochthonen gesellschaftlichen Antiatomkraft-Meinungsklimas nach Fukushima nach wie vor sehr plausibel. Könnte sogar sein, dass die von Ihnen benannten grünen Strippenzieher selbst durch Fukushima beeinflusst worden sind.
Nun ist die Zielsetzung der Invest- Neuausrichtung von reichen Familien-Stiftungen in Anbetracht der diagnostizierten Klimakrise ja im Grundsatz richtig. Dass dies nun ein überhastetes Sterben traditioneller fossiler Wirtschaftszweige bei uns ausgelöst haben soll, erscheint schon in Anbetracht des relativ langen Wirkzeitraumes Club of Rome (eindringlich 1980) eher unwahrscheinlich. Es waren doch vielmehr die zähen Beharrungskräfte in der traditionellen Wirtschaft gepaart mit dem Unvermögen der verantwortlichen Politik die folgerichtig daraus sich entwickelnden Technologien (Windkraft/PV/Transrapid/E-Mobilität/Life-Cycleforschung und Produktreceycling) etc.) volkswirtschaftlich als Zukunftstechnologien und Exportwertschöpfung zu entwickeln. Heute hat hier China die pool-position mit annähernd 80 -85 % Marktanteilen. Also was seither und bis heute abgängig ist ist eine tragfähige Zukunftserzählung für den Sozial- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Von den bislang fehlenden, aber hierzu notwendigen Bildungs- und Ausbildungsvoraussetzungen einmal ganz abgesehen.
Herr Paul, der Atomausstieg ist eng mit der Energiewende verknüpft (Ausbau Erneuerbarer Energien, Netzausbau etc.). Er war und ist politisch und gesellschaftlich umstritten – Befürworter sehen ihn als Erfolg der Anti-Atom-Bewegung und Risikovorsorge.
Der Atomausstieg wurde 2000 beschlossen, das wird immer gerne vergessen.
Der Begriff „Energiewende“ wurde 1980 vom Öko-Institut in der Studie/Buch „Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran“ geprägt. Frühe politische Schritte 1990/1991: Stromeinspeisungsgesetz (StrEG) – erste gesetzliche Förderung für Strom aus Erneuerbaren (Wind, Solar etc.), eingebracht von CSU und Grünen.
2000: Unter der rot-grünen Regierung (Schröder) wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen – ein Meilenstein mit Einspeisevergütung und Vorrang für Grünstrom. Die Mainstream Medien haben das immer unterstützt, wie auch jedes mal die Kriegsvorbereitungen. Das ist kein Zufall sondern ein Indiz für Käuflichkeit der Medien. Noam Chomsky hat absolut recht wenn er sagt „das Zustimmung medial hergestellt wird“.
Erster Atomausstieg unter Rot-Grün (2000–2002)
Nach der Bundestagswahl 1998 vereinbarte die rot-grüne Bundesregierung (SPD/Bündnis 90/Die Grünen) unter Kanzler Gerhard Schröder mit den Energieversorgern den sogenannten Atomkonsens (Juni 2000).
2002 trat das Atomausstiegsgesetz (Novellierung des Atomgesetzes) in Kraft: Begrenzung der Laufzeiten auf durchschnittlich ca. 32 Jahre pro Anlage über Reststrommengen (keine festen Termine, aber Ausstieg perspektivisch bis ca. 2020–2022). Neubauverbot für AKW.
Erste Abschaltungen: Stade (2003) und Obrigheim (2005).
Laufzeitverlängerung unter Schwarz-Gelb (2010)
Die schwarz-gelbe Regierung (CDU/CSU/FDP unter Angela Merkel) beschloss 2010 eine Laufzeitverlängerung (im Schnitt 12 Jahre zusätzlich). Dies wurde als „Ausstieg aus dem Ausstieg“ kritisiert und löste große Proteste aus. Merkel hat als Opportunistin dann einfach auf eine Gelegenheit gewartet diese Wähler zurück zu gewinnen.
Fukushima und beschleunigter Ausstieg (2011)
Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima (März 2011) verkündete die Bundesregierung ein dreimonatiges Atom-Moratorium für die ältesten Reaktoren.
Ethik- und Sicherheitskommissionen wurden eingesetzt. Die Kommission war bewusst besetzt (Wissenschaft, Politik, Kirche, Wirtschaft, Gewerkschaften), um gesellschaftlichen Konsens vorzutäuschen.
Im Juni 2011 beschloss das Kabinett Merkel den Aus für acht ältere AKW und einen stufenweisen Ausstieg der übrigen bis Ende 2022. Der Bundestag verabschiedete am 30. Juni 2011 mit großer Mehrheit (513 Ja-Stimmen) das 13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes – parteiübergreifend unterstützt. Die Laufzeitverlängerung von 2010 wurde zurückgenommen.
Lieber Herr Wewerka, die Klimakrise ist ein Scam (Betrug). Das kann man schon an den berühmten Eisbohrkernen erkennen. Die mit dem Film Eine unbequeme Wahrheit 2006 bekannt wurden, von Davis Guggenheim mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten und Präsidentschaftskandidaten Al Gore über die globale Erwärmung.
Wenn man CO₂-Konzentration und Temperatur übereinanderlegt, sieht man, dass die Temperatur dem CO₂ um gut hundert Jahre vorausgeht. Das liegt daran, dass warmes Wasser weniger CO₂ löst als kälteres.
Aber das und ein Dutzend andere Falsifizierungen spielen keine Rolle. Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie eben an irgendeinen anderen Scheiß.
„Wenn man eine Lüge oft genug wiederholt, wird sie zuerst zur Gewissheit und dann zur Wahrheit.“
Edward Bernays
Lieber Herr Mayer, auch wenn man gegen den Strom der Wissenschaft paddelt und sich dafür eine scheinbar stimmige Sytax zusammenstellt, bleibt der Poppersche Ansatz gültig: Die These, dass die Erderwärmung durch uns Menschen massgeblich getriggert wird, konnte bislang noch nicht falsifiziert werden.
Lieber Herr Mayer: Die These ist teilweise richtig, aber als Erklärung der heutigen Erderwärmung irreführend.
Der Kern der Aussage bezieht sich auf Eisbohrkerndaten aus vergangenen Eiszeitzyklen. Dort sieht man tatsächlich oft, dass die Temperaturänderung der CO₂-Änderung um einige Jahrzehnte bis mehrere hundert Jahre vorausgeht.
Aber was steckt dahinter?
Die anfängliche Erwärmung wurde durch Änderungen der Erdbahn ausgelöst (Milanković-Zyklen).
Die Ozeane erwärmten sich. Warmes Wasser kann tatsächlich weniger CO₂ lösen als kaltes Wasser.
Dadurch wurde zusätzlich CO₂ aus den Ozeanen freigesetzt. Dieses zusätzliche CO₂ verstärkte die bereits begonnene Erwärmung durch den Treibhauseffekt.
Das bedeutet: Das CO₂ war damals oft nicht der ursprüngliche Auslöser, aber ein wichtiger Verstärker der Erwärmung.
Ein häufiges Missverständnis besteht, daraus zu schließen: „Wenn CO₂ der Temperatur hinterherläuft, kann CO₂ keine Erwärmung verursachen.“
Für die heutige Erwärmung ist die Situation anders:
Die CO₂-Konzentration steigt zuerst, hauptsächlich durch Verbrennung von Kohle, Öl und Gas.
Die Temperatur folgt diesem Anstieg. Isotopenmessungen des Kohlenstoffs zeigen eindeutig, dass der zusätzliche Kohlenstoff überwiegend aus fossilen Brennstoffen stammt.
Die Ozeane geben heute netto nicht CO₂ ab, sondern nehmen insgesamt einen erheblichen Teil der menschlichen Emissionen auf.
Daher ist die Aussage: „Warmes Wasser löst weniger CO₂ als kaltes Wasser.“ wissenschaftlich korrekt.
Die Schlussfolgerung daraus:„Deshalb ist der heutige CO₂-Anstieg nur eine Folge der Erwärmung.“ ist dagegen durch die Messdaten nicht (mehr) gedeckt.
Kurz gesagt:
In vergangenen Eiszeitzyklen lief CO₂ der Temperatur oft hinterher und verstärkte die Erwärmung. Bei der gegenwärtigen globalen Erwärmung steigt das CO₂ jedoch zuerst an und treibt einen wesentlichen Teil der beobachteten Erwärmung an. Deswegen ist die Schlußfolgerung: die Klimakrise ist ein Scam (Betrug) leider nicht korrekt.
Lieber Herr Wewerka, es freut mich, dass Sie das noch einmal nachrecherchiert haben.
Der menschliche Ausstoß beträgt nur etwa 3–5 % der gesamten jährlichen CO₂-Emissionen. Es wird behauptet, dass die CO₂-Konzentration vor der Industrialisierung bei etwa 278 ppm lag. Das würde bedeuten, dass praktisch nahezu 100 % des langfristigen Anstiegs auf 420 ppm seit der Industrialisierung menschengemacht wären. Das geht davon aus, dass es keinerlei CO₂-Senken gibt, die dieses CO₂ aufnehmen würden.
Übrigens findet man im Meyers Konversations-Lexikon, das um 1910 in Gebrauch war (6. Auflage 1902–1908), für den CO₂-Gehalt der Atmosphäre Angaben von 300 ppm bis 400 ppm, je nachdem, wo und wann gemessen wurde. Und eine Messbreite von 100 ppm gibt es heute immer noch, das ist nicht die Messungenauigkeit. Siehe die angeblichen 278 ppm vor der Industrialisierung. Weder die 278 ppm noch die 420 ppm sind der Mittelwerte, sondern niedrige und hohe Werte in einen Streufeld. Da sind wir wieder beim Betrug.
Diese Klimamodelle gibt es seit den 1990er Jahren. Bisher gibt es damit noch keine zutreffende Vorhersage der globalen Durchschnittstemperatur über einen Zeitraum von fünf Jahren. Das IPCC musste gerade das Szenario mit 4,5 °C Erwärmung zurückziehen, weil es massiven Widerstand von Klimaforschern gab. Auf diesem Szenario basieren allerdings die entsprechende Grundgesetzänderung und alle sogenannten Klimaschutzmaßnahmen.
Lieber Thomas Mayer: Ich habe nochmal Ihre ppm Co2-Zahlen recherchiert, weil es für mich als Arbeitsmediziner auch berufsbezogen sehr interessiert ist: : Historische Messungen und Rekonstruktionen aus Eisbohrkernen sowie direkte atmosphärische Messungen zeigen ungefähr:
Jahr CO₂-Konzentration
1910 ca. 300 ppm
1958 (Beginn der Mauna-Loa-Messungen) ca. 315 ppm
1980 ca. 339 ppm
2000 ca. 370 ppm
2025/2026 > 420 ppm
Das entspricht einem Anstieg von rund 120 ppm seit 1910, also etwa 40 % mehr CO₂ in der Atmosphäre als damals.
Der Begriff „ppm“ bedeutet „parts per million“ (Millionstel). 120 ppm wirken klein, sind für Spurengase aber sehr groß. Zum Vergleich: Vor Beginn der Industrialisierung lag der CO₂-Gehalt etwa 10.000 Jahre lang meist zwischen 260 und 280 ppm.
Die Frage, ob der Anstieg menschengemacht ist, wird nicht nur aus der zeitlichen Korrelation geschlossen. Dafür gibt es mehrere unabhängige Belege:
1. Die Menschheit emittiert jährlich Milliarden Tonnen CO₂ durch Verbrennung fossiler Brennstoffe.
2. Der atmosphärische Sauerstoffgehalt sinkt leicht, wie man es bei Verbrennung erwartet.
3. Das Verhältnis der Kohlenstoffisotope (^12C, ^13C) verändert sich genau in die Richtung, die für fossile Brennstoffe typisch ist.
4. Die Ozeane nehmen netto CO₂ auf und versauern dadurch. Wären sie die Hauptquelle des zusätzlichen CO₂, müsste man etwas anderes beobachten.
Deshalb geht die Klimaforschung nicht davon aus, dass die heutige CO₂-Zunahme eine natürliche Schwankung ist, sondern dass sie überwiegend durch menschliche Aktivitäten verursacht wird. POC und damit keine H0-Falsifi-kation der Gegenthese nach Popper !
Realisten sind keine Lobbyisten.
Wer auf Netzstabilität, Systemkosten und Versorgungssicherheit hinweist, beschreibt keine Ideologie, sondern die Betriebsanleitung eines Industrielandes.
Seit Jahren wird versucht, physikalische Grenzen mit politischen Narrativen zu überstimmen. Das Ergebnis sind steigende Kosten, wachsende Komplexität und eine Debatte, die sich im Kreis dreht.
Man kann eine Seifenblase lange bewundern. Platzen wird sie trotzdem, sobald sie auf die Realität trifft.
Heinz Otto ist ein Mann mit dem ich vor vielen Jahren zusammengearbeitet und viel von ihm gelernt habe. Immer schon hat er komplex gedacht und so Innovationen ermöglicht. In diesem Artikel spricht er die Lücken bei der Energiewende an und trifft damit auf den Punkt. Wenn wir das wirklich hintrügen wollen, dann dürfen wir den Markt nicht ignorieren und sollten das ganze System holistisch denken und organisieren. Stückwerk belastet die Wirtschaft und die Steuerzahler*innen. Das er die faktische Umverteilung ebenfalls anspricht ist sehr bemerkenswert.
Der Artikel verdient eine ehrliche Debatte.
@Kai Stührenberg. Vor allem ist Heinz-Otto Peitgen Unternehmer. Wenn er dies schreibt, ist das bemerkenswert: „… de facto eine Umverteilung von unten nach oben, von Stromkunden zu Kapitalanlegern. Zugleich zeigt sich, dass die Energiewende strukturell von dauerhaften Subventionen abhängig ist: Immer dort, wo Förderung zurückgenommen oder Risiken den Investoren zugemutet wurden, stockte der Ausbau.“
Was er nicht explizit schreibt, ist: Weil das alles nicht mit der Wirklichkeit in Verbindung steht funktioniert es nicht und es geht auch und vor allem auf Kosten meiner Klasse.
Ich als „rechter Antikapitalist“ kann hier eine Systemkritik erkennen, die vorgeblich „Linke“ nicht erkennen wollen. – Echt jetzt? „Umverteilung von unten nach oben“ – alle politischen Großnarrative der letzten 30 Jahre dienen diesem Prozess, und die Büttel der Überreichen schaffen es, sich selbst als „links“ zu verkaufen. Und zwar sowohl gegenüber ihren Fans wie auch gegenüber ihren Gegnern.