Bovenschulte will Steuerausfälle über Kredit ausgleichen – und der WK kaut es nur wieder
Da sitzt du entspannt beim Kaffee trinken, denkst an nix Böses und dann tritt der eigene Bürgermeister bei Spiegel online auf: Dr. Andreas Bovenschulte (SPD). Dank der einer Zufallsfunktion ist der Mann gerade Bundesratspräsident und fühlt sich berufen, der Bundesregierung Ratschläge zu geben. Ausgerechnet der Chef des höchst verschuldeten Bundeslandes fühlt sich berufen, Tipps zu geben. Vorschlag 1: Die Steuerreform mit Entlastungen für breite Schichten müsse umgehend angepackt werden. Okay. Zur Finanzierung greift er auf altes Sozi-Handwerkszeug zurück. Vorschlag 2: Steuerausfälle müssten vorübergehend mit mit Krediten bezahlt werden. Ernsthaft, Herr Bürgermeister?
Auf dem Feld „Geld bei Banken pumpen“ kennen sich die Bremer Sozis bestens aus: Aktuell sitzt das kleinste Bundesland vor einem ()wachsenden) Schuldenberg von 23,4 Milliarden Euro. Jeder Bremer (m/w/d), vom Baby bis zum Greis, ist aktuell mit 33.500 Euro verschuldet. Wer soweit gesunken ist, dem graut vor gar nix mehr. Auch nicht, Steuerentlastungen auf Pump zu finanzieren.
Was mich gestern bald noch mehr als Bovernschultes Griff in die Sozi-Werkzeugkiste empört hat, war der Umgang unserer Lokalzeitung mit dem Thema. Ein Bericht zwar auf der heutigen Titelseite – aber von der Deutschen Presseagentur. Der eigene Korrespondent für Bundesthemen hatte wohl freies Wochenende o.ä.. Und von einer eigenen Politikredaktion kann man im WK nicht mehr ausgehen.
Also lässt sich Dr. Bo bei Spiegel online aus, und die Zeitung vor Ort kaut einen dpa-Nachricht nach. Kommentar: Fehlanzeige.
Wie weit, ehemals lieber WK, willst du eigentlich noch sinken?
Gibt es in diesem Blatt wirklich niemanden mehr, der an einem Wochenende in der Lage ist, die Bovenschultschen Wirrungen einzuordnen? Echt nicht?
Dabei würde es ja schon reichen, wenn die „Zeitung“ – bald werde ich sie nur noch „Blatt“ nennen – einen Volontär beauftragen würde, nur mal das Echo auf den „eigenen“ dpa-Artikel auf Facebook auswerten zu lassen.
Spott und Hohn gießt dort die Lesergemeinde über Dr. Bo aus. Seine Forderung an die Bundesregierung von CDU (UND NOCH) SPD, nicht alle notwendigen Reformen bis zur Sommerpause durchzuknüppeln, sondern lieber erst einmal die Steuerreform anzupacken und: Wenn’s Geld für die Steuerreform nicht reiche, dafür notfalls neue Schulden aufzunehmen, lösten beim WK-eigenen Auftritt bei Facebook umgehend vernichtende Kommentare aus.
Ich zitiere:
„Bevor ich auf andere schimpfe, schaue ich meine eigene schlechte Leistung an.“
„Sagt der, der selber nichts zustande bringt.“
„Lieber Herr Bovenschulte, lassen Sie uns an den Erfolgen bzw. erfolgreichen Reformplänen des Bundeslandes Bremen teilhaben. Was kann der Bund von uns lernen? Was sollten andere Bundesländer übernehmen?“
„Als Bremer Landesregierung andere zu kritisieren, ist schon eine Lächerlichkeit an sich. Da sollte man lieber schön leise sein.“
„Selber nichts geregelt bekommen, aber andere kritisieren.“
„Aber selbst nichts auf die Reihe bekommen.“
„Weil Bremen ja so super erfolgreich ist, kann er es sich ja leisten.“
„Der kriegt nicht mal Bremen mit seiner Schrott-Koalition auf die Kette! Schaff erst mal selber was, bevor du den Mund aufmachst! Und nein, ich bin mit der Bundesregierung nicht zufrieden.“
Ende der Kommentare zu dem WK-Post auf Facebook.
Liebe Leserschaft, ich will Sie nicht in die Tiefen einer Gemeinschafts-Depression hinunterziehen.
Aber: Das Echo auf Dr. Bo’s Top-Einfall, die Steuerreform teilweise über neue Schulden, statt über brutales Sparen am Staat selbst zu finanzieren, müsste zumindest den Bürgermeister tief im Boden versinken lassen.
Und der Weser-Kurier müsste es merken, aufzeigen und kommentieren.
Aber was will man noch von einer Zeitung erwarten, die – beispielsweise – Meldungen zur Lufthansa-Strecken-Streichung BRE-FRA mit einem Jumbojet bebildert? (Für Nicht-Flieger: Der Jumbo kann in Bremen nur leer und fast ohne Kerosin in den Tanks starten/landen)
Okay, kleinlich der Schuller, werfen Sie mir jetzt vllt entgegen. Falsch.
Was soll man von einer LOKAL-Zeitung halten, die das jüngste Brücken-Beschleunigungsprogramm des Senats ausgerechnet mit einem Foto der A1-Autobahnbrücke illustriert? Für diese Brücke ist der BUND, nicht das LAND Bremen verantwortlich.
Wer rettet diese Zeitung vor sich selbst?
Liebe Leserschaft, Sie haben es bereits bemerkt: Dieser Text ist ein klein wenig in Rage entstanden. Musste einfach raus.
Aktualität geht auch im Blog vor. Deshalb veröffentliche ich das am Sonntag angekündigte Interview mit mir 🙂 zu einem späteren Zeitpunkt.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Für alle Nachzügler: Unbedingt den sonntäglichen Gastkommentar von Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen nachlesen.
Lieber Axel Schuller!
Die geharnischte Auffassung teile ich.
Nur ein kleiner Hinweis: die B 747-400 Jumbo Jet kann in Bremen durchaus mit Passagieren starten und landen, wie etwa am 9.8.2009. Allerdings nicht randvoll getankt. Für einen Flug nach Mallorca sollte es reichen.
Sorry, wie konnte ich das bloß ausblenden? Klaro, dass sich der eine Jumbo-Schauflug vom 9.8.2009 in den Gehirnzellen der WK-Redaktion offenbar eingebrannt hat.
Moin. Man muss Umfragen nicht ernst nehmen, aber sie geben Hinweise. Selbst wenn es nicht ein grosses Institut ist, das aber auch für Konzerne arbeitet!
Aktuelle Civey-Umfrage zu Bovi vom 7.6.:
Sehr zufrieden: 9,8 %
Etwas zufrieden: 15,5
Unentschieden: 10,7
Weniger zufrieden: 25,3
Gar nicht zufrieden: 32,7
Es bleibt also einiges zu tun – in Bremen!
LOL „altes Sozi-Handwerkszeug“ – die Sozis haben mit Handwerk so viel zu tun wie die Volksrepublik Nordkorea mit einem Mondflug. Die Profession der Sozis ist der Verrat ihrer eigenen Wähler. Ich würde das nicht als ehrbares Handwerk bezeichnen.
Laut der ZDF-Doku „Die geheime Welt der Superreichen – Das Milliardenspiel“ zahlen die knapp 300 Milliardäre nur 1 % Steuern auf ihr Einkommen. Die ca. 35.000 Einkommensmillionäre zahlen durchschnittlich 24 % Steuern, und der Bürger mit Medianeinkommen zahlt inklusive Sozialabgaben und Konsumsteuern mit gut 80 % Abgabenlast die Zeche.
Übrigens unterstützt das Finanzministerium laut ZDF die Steuerberater der Milliardäre mit gezielter Lückenberatung.
https://www.zdf.de/video/dokus/die-wahrheit-ueber-100/zdfzeit-die-geheime-welt-der-superreichen-100
Und bevor jetzt jemand „Neiddebatte“ in die Tasten haut – womöglich ein kleiner Millionär mit 2 Mio. Jahreseinkommen und 49 % Steuerlast –, sollte dieser noch einmal gründlich über die Zahlen meditieren.
Das oberste 1 % (ca. 400.000–800.000 Personen/Haushalte) bezieht insgesamt rund 10–13 % des Nationaleinkommens (nach World Inequality Database und anderen Studien; Tendenz leicht steigend). Darin sind die Milliardäre enthalten, machen aber nur einen kleinen Teil dieser Gruppe aus.
Der Vermögenszuwachs der deutschen Milliardäre betrug 2024/2025 ca. 30 % (Oxfam, inflationsbereinigt). Gleichzeitig schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2024 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,2 %.
Der Kuchen wird kleiner – und trotzdem steigt das Vermögen von 300 Milliardären um 30 %. Liebe kleine Millionäre, das auch geht auf eure Kosten. Vielleicht wird es mal Zeit, sich mit der breiten Unterschicht, die inzwischen etwa 50 % der Bevölkerung ausmacht, zu solidarisieren.
Mehr als 1 teures Steak am Tag schafft auch der Reichste nicht. Der Rest des Geldes wird investiert und schafft Arbeitsplätze. Dort wo es wirtschaftlich ist. Also nicht in Bürokratur (Google >“teurer als geplant“) odere NGO’s (OXFAM > Sexskandal; CAMPUS-Buch > Linda Polman: Die Mitleidsindustrie) oder „Rettungsschiffe“ im Mittelmeer die Emigranten ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln und damit wahrscheinlich zu mehr Toten beitragen. Mit Neid fängt man Stimmen aber verschlechtert den Wirkungsgrad der Volkwirtschaft.
@Karl Grabbe, interessante „Theorie“, die Sie da haben. Die ist auf jeden Fall für Kindergärten und Vorstände geeignet. Damit können Sie mir sicherlich 3–4 Fragen zu Sachverhalten beantworten, die einem in der ökonomischen Wirklichkeit so über den Weg laufen.
Sie schreiben: „… Der Rest des Geldes wird investiert und schafft Arbeitsplätze. Dort, wo es wirtschaftlich ist.“
Bei Private-Equity-Investitionen, IPOs und Anleihenkäufen bei der Ausgabe könnte das richtig sein. Allerdings werden rund 99,9 % aller „Investitionen“ auf dem Zweitmarkt an sogenannten Börsen abgewickelt.
1. Wie erhält VW denn das Geld für Investitionen, wenn ich meine VW-Aktie an einen anderen Spekulanten verkaufe? Ich glaube, dass VW dabei nichts erhält.
2. Wie erklären Sie uns mittels Ihrer „Theorie“, warum die Summe der Börsenkapitalisierung um den Faktor 10–100 über den Realwerten liegt – je nachdem, wen man fragt?
2b. Wo kam das Geld dafür her?
3. Wie erklären Sie uns die sinkende Geldumlaufgeschwindigkeit? Von historisch über 8 Umläufen im Jahr auf 1,3 vor sechs Jahren und heute wohl unter 0,9? Wer bunkert das Geld?
4.Wer nimmt in diesem Zusammenhang, in unserem Kreditgeldsystem den notwendigen Kredit auf, um ausreichend neues Geld für Zinsen und zur Aufrechterhaltung des BIP zu gewährleisten?
Ich persönlich muss zugeben, dass ich nicht genug Ahnung vom Thema habe, um hier irgendwelche Theorien aufzustellen. Ehrlich gesagt würde ich mich freuen, wenn berufenere Leute wie @Rudolf Hickel diese Fragen beantworten würden. Der hat immerhin viele Bücher mit Hand und Fuß zum Thema geschrieben, deren Inhalt über weite Strecken ganz gut war.
Bürgermeister Bovenschulte rät der schwarz-roten Bundesregierung bei den nötigen Reformen auf die Bremse zu treten, außerdem solle sie die Ziele herunterschrauben, um die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger zu senken. Zusammengefasst: Weniger Ambition, weniger Mut, weniger Umsetzung – stattdessen mehr Vorsicht und Zurückhaltung. Und als Lösung für die vielen Probleme schlägt er die Aufnahme von wieder neuen Schulden vor, Sparen sei momentan schwierig.
Mit genau dieser Politik-Taktik hat der SPD-Bürgermeister Bremen in den letzten Jahren weiter heruntergewirtschaftet. Kein Mut, kein Reformwille – Bovenschulte ist in dieser Hinsicht ein mehr als schlechter Ratgeber.
Bremen ist mittlerweile die gefährlichste Großstadt Deutschlands, hochverschuldet und in vielen relevanten Bundesvergleichen, wie zum Beispiel bei der Bildung, abgeschlagen. Angesichts dieser vernichtenden Bilanz ist es mehr als vermessen, dass sich Bovenschulte jetzt zum großen Ratgeber aufschwingt. Was wir in Bremen und in Berlin brauchen, ist eine Regierung, die die Probleme der Menschen erkennen, ernst nimmt und jetzt zügig mutige Lösungen und Reformen vorantreibt, um diese Probleme zu lösen. Da müssen wir hinkommen.
Sehr verehrter Herr Schuller,
vielen Dank für Ihre schnelle Reaktion gestern Abend auf das unsägliche Spiegel-Interview von Bürgermeister Bovenschulte. Meinem Kommentar werde ich die heutige Pressemitteilung beifügen.
Gleichzeitig möchte ich kurz in die Runde berichten, dass der Fall Fred Göcken auf Bundesebene sehr wohl zur Kenntnis genommen worden ist. Ich habe es leider nicht früher geschafft, da ich heute den gesamten Tag beim Bundesvorstand in Berlin war. Der Generalsekretär wird sich der Angelegenheit annehmen. Zudem haben unsere Freunde in Nordrhein-Westfalen dieselben Probleme und Bedenken adressiert wie wir.
Der Unterschied besteht allerdings darin, dass Nordrhein-Westfalen Regierungsverantwortung trägt und deshalb das Problem angehen kann. Insbesondere der Missbrauch sozialer Leistungen im Zusammenhang mit der europäischen Freizügigkeit wird in den kommenden Jahren eine zentrale politische Herausforderung darstellen. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund einer perspektivisch sinnvollen EU-Erweiterung um die Westbalkanländer.
Dabei muss klar sein: Freizügigkeit bedeutet Freizügigkeit auf dem Arbeitsmarkt, nicht die uneingeschränkte Inanspruchnahme nationaler Sozialsysteme. Hier besteht politischer Handlungsbedarf. Es liegt an uns, die entsprechenden Regelungen so auszugestalten, dass sie den Grundgedanken der europäischen Freizügigkeit bewahren und gleichzeitig Fehlanreize sowie Sozialmissbrauch vermeiden.
Nach umstrittenem Bovenschulte-Interview im Magazin DER SPIEGEL
Dr. Wiebke Winter: „Wir brauchen dringend Reformmut – Bovenschultes Interview steht sinnbildlich dafür, wie Bremen regiert wird: mutlos, ideenlos, ausgelaugt“
Mit scharfer Kritik reagiert die stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Bremen, Dr. Wiebke Winter, auf die Aussagen von Andreas Bovenschulte, der in einem Interview mit dem Magazin DER SPIEGEL weniger Tempo bei den anstehenden Reformen der Bundesregierung und die Aufweichung der Schuldenbremse forderte.
Die designierte Spitzenkandidatin der CDU für die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft verurteilte die passive Haltung des Bremer Bürgermeisters: „Wir brauchen dringend Reformmut – Andreas Bovenschultes Interview steht sinnbildlich dafür, wie Bremen regiert wird: mutlos, ideenlos, ausgelaugt. Statt Aufbruchstimmung lesen wir nur, was alles nicht geht. Hier wird die Trägheit der Bremer Politik ins bundesweite Schaufenster gestellt und als Fürsorge verkauft. Das ist purer Populismus. Bovenschulte fehlt eine echte Vorstellung davon, wie unsere Gesellschaft in zehn oder 20 Jahren aussehen soll. Das ziellose Regieren auf Sicht ohne Blick für die wirklichen Herausforderungen muss ein Ende haben.“
Dr. Winter kritisiert vor allem die fatale Haltung des Bremer Regierungschefs zum Schuldenmachen: „Die Aussagen zur weiteren Aufweichung der Schuldenbremse sind ein Angriff auf die Generationengerechtigkeit. Dagegen werden wir uns entschieden wehren. ‚Sich ehrlich machen‘, wie es im Interview gefordert wird, heißt für mich, die Menschen auf die Herausforderungen einzuschwören, Verantwortung mitzutragen und Aufbruchstimmung zu erzeugen, erst recht, wenn wir als Bundesland in unserem föderalen System so profitieren.“
Dr. Winter macht deutlich: „Das Interview ist die Sonntagsrede eines Zauderers, der die Rolle des Bundesratspräsidenten nutzt, um von den Problemen im eigenen Bundesland abzulenken: die Staatsräteaffäre spitzt sich zu, Missstände im Jobcenter, mangelnde Sicherheit, Bildungsdesaster – und die einzige Antwort ist der populistische Fingerzeig auf die Bundesregierung. Das ist zu billig. Bremen kann mehr.“
Lieber Herr Heiko Strohmann, „…insbesondere der Missbrauch sozialer Leistungen im Zusammenhang mit der europäischen Freizügigkeit wird in den kommenden Jahren eine zentrale politische Herausforderung darstellen.“
Warum wollen Sie das auf die lange Bank schieben? – Sie könnten den Zugang zu Sozialleistungen für EU-Bürger sofort vergleichbar zu Eltern unabhängigen Bafög regeln. Wer kein Jahr einen Vollzeitjob hatte, bekommt nichts. Kindergeld für Kinder außerhalb der BRD? – Weg damit! Womöglich müsste Bremen einfach Fakten schaffen und auf Konfrontationskurs mit dem Bund und der EU gehen.
Was ist denn mit nicht EU-Bürgern ohne Asylstatus? – Die könnten sofort abgeschoben werden. Zur Not muss man eben ein Regime in Afrika dafür bezahlen, dass es die Leute aufnimmt. Wie das in England gemacht wird.
Was ist mit der wirkungslosen Ertüchtigungsindustrie? – Die könnte auch sofort abgeschaltet werden, das Geld steht dann unmittelbar für bessere Ausgaben zur Verfügung.
Ich glaube ein Volksbegehren zum Thema hätte Erfolg, machen Sie doch eines. Gehen Sie endlich in eine glaubwürdige Oppositionsrolle und machen dem Senat Feuer unterm Hintern.
Auf was wartet die CDU, auf die AfD? Das Ganze würde ich BD übrigens auch nahelegen, sonst bleibt ihr bei 1%.
Ich glaube, in Wirklichkeit wollen Sie lieber die Leistungen des Sozialstaat komplett streichen unter Beibehaltung der Bürokratie, um die Bürger ohne Perspektive in Obdachlosigkeit, Kriminalität und Schlimmeres zu treiben. Darum interessieren Sie sich auch nicht für die Rechtsbrüche und Schikane innerhalb der Behörde gegenüber Leistungsempfängern.
@Thomas Meyer: Wer Firmen über Aktienkäufe finanziert, trägt ein erhebliches Risiko. Ein Weiterverkauf kann Gewinne oder Verluste bringen. Der Kauf von Aktien im Markt, mit hohem Währungs- und Kursrisiko, definiert den Firmenzeitwert als Grundlage für Finanzierung von Firmen und sichert deren Bonität. Das Management wird so zu wirtschaftlich positiven Entscheidungen gezwungen, damit der Firmenwert nicht sinkt. Staat und die vielen staatsnahen Geldempfänger sind dieser Kontrolle nicht unterworfen. Wahlen alle 4 Jahre sind nicht genug. Wenn die Politik dabei Verluste hinnehmen muss, so bleibt doch die Bürokratie und ihr geringer Wirkungsgrad überwiegend erhalten. Schwierigkeiten bekommen nur Leute wie Herr Göcken die versuchen, das System zu optimieren. Der Apparat will die eigene Unzulänglichkeit, bei der das schwächste Glied den Marschtritt vorgibt, unter der Decke halten.
Lange gewartet mit meinem Beitrag.
Bovenschulte, (nix Dr. ), wird gerade von Plagiat-Jäger überprüft, ist ein „Egomane“ (ich zuerst, dann der Rest) ist ewig gestrig!
Entweder will er sich wichtig machen, oder er will sich und seine „gescheiterte SPD“ über den Tag der „Deutschen Einheit“ bringen!
Leider klappt das nicht, weil selbst auch jeder nicht Politik Interessierte im eigenen Portmonee merkt, was auf Landesebene und in Berlin beim Bund so alles schief läuft!
Und dann holt dieser Mann den Hammer raus und teilt aus – in Richtung Bund!
Der war – aus meiner Sicht – schon in Weyhe als „Bürgermeister“ ein Versager.
Durften viele live erleben!
Und dann hat er auch noch seine „Schergen“ (ich denke da z.B. nur an Steffen Nadrowski, heute Referatsleiter Stadtumbau bei Senatorin Ünsal)
mit nach Bremen gebracht.
Ein heute pensionierter Leitender Polizei-Direktor und immer noch in Weyhe im Gemeinderat aktiver SPD Mann hat vor einigen Jahren mal zu mir gesagt: Wo Bovenschulte Verantwortung hat, brennt irgendwann die Hütte.
Dieser Erkenntnis ist nichts hinzuzufügen.
@Karl Grabbe Ich denke, dass Sie ideologisch schon auf der „richtigen Seite“ stehen.
Aber um die Frage zu beantworten, was denn jetzt zu tun ist, um in eine bessere Situation zu kommen, oder was überhaupt die gesellschaftliche Zielrichtung sein soll, braucht man ein Mindestmaß an Durchblick über die Natur unseres Staatssystems. Und was bewirken Rationalisierung, Offshoring, das Kreditgeldsystem und Konsumsteuern eigentlich mit der Gesellschaft?
Lesen Sie doch mal das Buch von Markus Krall: Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen. Warum wir unsere Gesellschaft neu organisieren müssen. – das wird Ihnen gefallen.
Dort lernen Sie unter anderem, dass es gut 20 % börsennotierte Zombieunternehmen gibt, die nicht nur keine Gewinne machen, sondern echte Wertvernichter sind. Das widerspricht vollkommen Ihrem Weltbild.
Man sieht ja schon, dass da etwas nicht stimmt, allein an der Tatsache, dass Fred Göcken trotz Informantenschutzgesetzen von anderen im System angegriffen werden kann und in einen langwierigen Prozess vor den Sozialgerichten gepresst wird. Das System – oder besser gesagt: das „Regime“ – behauptet, es sei eine Republik mit demokratischen Prinzipien, also „unsere Demokratie“. Was man allerdings sieht, ist ein System aus Herrschaft und bezahlten Schergen, welche diese Herrschaft durchsetzen. Abtrünnige Schergen werden in einem Feudalsystem verstoßen – und genau das ist es, was wir hier beobachten können.
Horst Seehofer, der ehemalige bayerische Ministerpräsident, hat leicht angetrunken in einem irrationalen Anflug von Wahrheitsliebe im TV gesagt: „Die, die gewählt werden können, haben nichts zu sagen, und die, die was zu sagen haben, können nicht gewählt werden.“ Jetzt behaupten immer alle, Seehofer habe da gelogen – lächerlich!
@Thomas Meyer: Statt einer langen Antwort. Vielleicht lesen Sie mein Buch „MENSCH, MARKT, MACHT, MORAL“.
Nicht wirklich glaubwürdig, wenn ausgerechnet die CDU die Schuldenmacherei kritisiert, da muß ich auch gar nicht nach Berlin schauen, sondern zurück in den Space Park, oder was davon noch übrig ist.
Und der „Reformmut“ fast aller Parteien sah bisher so aus, daß er vom unteren Drittel ins obere Drittel umverteilte.
Das Sterben der Innenstädte hängt nicht nur mit dem Internet zusammen, sondern auch mit einer Nachfrageschwäche schon ab der Mittelschicht. Selbst für dringende Ersatzinvestitionen ist einfach kein Geld mehr da. Ganz oben hat man schlaflose Nächte, weil man nicht weiß ob man noch in Bitcoin oder Luxus ETWs investieren sollte. Und ganz unten droht immer mehr Menschen der Verlust der Wohnung.
@Karl Grabbe Bei Ihrer Staatskritik kann ich absolut mitgehen. „Administrative Bevormundung ersetzt zunehmend echtes ökonomisches Kalkül. Staatliche Entscheidungen orientieren sich nicht mehr primär an Wirtschaftlichkeit, sondern an bürokratischen Logiken, Machtinteressen und Selbsterhaltung der Apparate. Dies führt zu typischen Phänomenen wie ‚teurer als geplant‘-Projekten, überbordender Regulierung und einer systematischen Entmündigung des Bürgers.“
Ich würde sagen, dass dies ebenso für große Unternehmen gilt – Stichwort Zombifizierung.
Ihre mathematische Begründung des Zinses halte ich für – ich sage mal – Unsinn. Ein zentraler Punkt Ihres Buches ist der Nachweis, dass es ein natürliches Recht auf Zins gibt. Dass Sie sich ausgerechnet Marx als Referenzpunkt ausgesucht haben, finde ich seltsam. Es gab ja noch andere bedeutende Ökonomen des 18. und 19. Jahrhunderts. Zum Beispiel Richard Cantillon, nach dem in der Ökonomie der Cantillon-Effekt benannt wird: Eine Erhöhung der Geldmenge verteilt sich nicht automatisch gleichmäßig auf alle Bereiche einer Volkswirtschaft, sondern in Stufen. Manche Bereiche profitieren zuerst, während der Rest später oder gar nicht von der Geldschöpfung profitiert.
Ein aktuelles Beispiel ist die Übernahme des hochverschuldeten Warner-Medienkonzerns durch den kleineren, ebenfalls hochverschuldeten Paramount-Medienkonzern mittels neuem Kredit. Das zeigt, dass Cantillon auch heute noch recht hat. Paramount sitzt durch seinen Besitzer Ellison einfach näher an der Geldschöpfung als die Eigentümer von Netflix, die nicht genug Kredit aufbringen konnten.
So wie ich das sehe, gehen Sie nicht auf die Giralgeldschöpfung durch Geschäftsbanken (Fiat-Geldsystem) ein. Das ist aber ein zentrales Problem: Der Staat, der eigentlich das natürliche Geldschöpfungsmonopol hätte – weil er bestimmt, womit Steuern bezahlt werden müssen –, verschuldet sich stattdessen bei Privatbanken, die das Geld aus dem Nichts erschaffen. Geldschöpfung ist eine Machtfrage, die Regierung besitzt gar nicht die Macht, sondern die haben die Besitzer der privaten Banken. Wenn der Staat aufhört neuer Schulden zu machen sind wir alle pleite, weil schlicht das Geld für z.B. die Zinsen für Immobilien Kredite nicht erschaffen wird. Unser Geldsystem ist nämlich ein Schneeballsystem.
Und seit Bremen seine eigene Landesbank an Niedersachsen verschenkt hat, sich also nicht mehr bei sich selbst verschulden kann, gilt das auch hier.
@Thomas Mayer > Sie haben sicher recht mit Ihrer differenzierten Betrachtung. Aber mein Text bezieht sich auf das theoretische Fundament des Zinses. Das einzige Guthaben das der Mensch bei der Geburt mitbekommt ist Lebenszeit. Je geringer die Lebenszeit des Gläubigers, desto höher müsste deshalb der pauschale Nutzungsentgelt als Grundlage des verliehenen Lebensertrages gegenüber längerer Lebenszeit sein um die Nutzungsintensität zu erhalten.