Passt das Verhalten von Mark Rackles zum Amt eines BILDUNGS-Senators? Ex-Präses: Strategiewechsel

06.07.2026 14 Von Axel Schuller

Was ist mit Mark Rackles los? Von Beruf: Bremer Senator für Kinder und Bildung. Privat: Ein SPD-Edel-Linker, der ab und zu in den Sozialen Netzwerken mit – freundlich formuliert – überraschenden Posts auffällt. Nach seinem ziemlich unpädagogischen (und später bedauerten) Verbal-Schlag gegen die CDU-Schüler-Union („rechte Dumpfbacken“), hat er sich nun überdeutlich als Gegendemonstrant des AfD-Parteitages in Erfurt geoutet. Ganz anders der ehemalige Präses der Bremer Handelskammer, Christoph Weiss (CDU): Er plädiert für einen Strategiewechsel im Umgang mit der AfD.

Der AfD-Bundesparteitag hat den Herrn Senator Rackles schon seit längerem umgetrieben. Als einige DGB-Gewerkschaften ihre Mitglieder dazu ermunterten, in Erfurt gegen die AfD zu demonstrieren, bedauerte der Bremer Bildungssenator: „Auch wenn ich den Aufruf meiner Bundespartei noch vermisse: DGB, ver.di und SPD Thüringen rufen auf zur Demonstration anlässlich des #noAfDBundesparteitages in Erfurt.“

Als Rackles in Erfurt vor Ort war, postete er Fotos. Unter anderem von Schildern wie: „Man wählt einfach keine Nazis“.

Ist das wirklich das passende Niveau eines Senators, der für die Bildung der Bremer Kinder und Jugendlichen verantwortlich ist?

Unter Nazis versteht man landläufig Anhänger der Nationalsozialisten, die bspw. unter Hitler Juden drangsaliert und ermordet haben.

Man kann die AfD ja doof, widerwärtig, verfassungsfeindlich, faschistisch oder sonst etwas finden. 

Aber, „Nazi“ ist ein großes, geschichtlich besetztes Wort.

Wer Rechtsextreme, Rechtsradikale als Nazis bezeichnet, mindert indirekt die Gräueltaten der Nazis im „Dritten Reich“.

Bislang ist mir nicht bekannt, dass die AfD Morde begangen hätte.

Pädagogisch wertvoll auch das Foto eines Plakates in Erfurt (auf Rackles’ Account veröffentlicht): 

Arschlöscher

für

Diktatur

Das erinnert an Rackles’ unsäglichen Dumpfbacken- Spruch.

„Unser“ Bremer Senator fühlte sich bei der Demo in Erfurt offenbar so wohl, dass er unter die von ihm veröffentlichten Bilder schrieb:

„Beeindruckender zivilgesellschaftlicher Protest gegen #noAfD-Parteitag in #Erfurt. Das macht Mut.“

Kein Wort verlor das Bremer Regierungsmitglied übrigens zu den verprügelten Journalisten von „Apollo News“ und „Junge Freiheit“. Hat er es nicht mitbekommen? Oder lag das daran, dass die für angeblich/tatsächlich „rechten“ Medien unterwegs waren? Also aus Sicht von Demonstranten (wie Rackles?) für eine „falsche Meinung“ stehen?

Liebe Leserschaft, Sie haben aus meinen bisherigen Beiträgen keine irgendwie geartete Vorliebe für die AfD entnehmen können. Im Gegenteil: Ich mahne immer wieder die etablierten Parteien: Machen Sie endlich einen ordentlichen Job für die Bevölkerung, dann wird die AfD keinen weiteren Zulauf haben. Schauen Sie nach Dänemark, wie die mit Rechtsextremen fertig geworden sind. Und: Setzen Sie sich inhaltlich mit der AfD auseinander, statt lediglich verbal über sie herzuziehen.

Doch leider vereinen sich SPD, Grüne und Linke eher im lauten Rufen nach einem AfD-Verbot, statt sich zu einer zukunftsorientierten Politik zusammenzuraufen.

Christoph Weiss (60), Chef der Bremer Firma Bego, Ex-Handelskammer-Präses, Präsident der Bremer Eiswette, schrieb jüngst auf LinkedIn:

„Es ist gut, die AfD im Diskurs zu stellen. Es gibt so viele Punkte, über die man sachlich und inhaltlich diskutieren kann und muss. Die dumpfe, vielleicht gut gemeinte Nazikeule, hat offenbar die AfD eher gestärkt – Zeit für einen Strategiewechsel. Die Vorschläge der AfD führen in die Irre und hätten katastrophale Auswirkungen auf Wohlstand und Sicherheit. Das muss man den Wählern klar machen – mit sinnvollen Politik-Angeboten und nicht Diskussionsverweigerung.“

Weiss schrieb weiter: 

„Demokratie und der politische Diskurs sind anstrengend, aber das ist das Wesen demokratischer Prozesse. Wichtig ist allerdings auch, dass man zu Ergebnissen kommt. Hier sind die Parteien der Mitte gefordert, sich zu einigen und zu liefern. Wir Bürger können einen Beitrag leisten: u.a. durch realistische Erwartungen.“

Soweit der Unternehmer und Christdemokrat.

In der Verbots-Debatte fällt auf, dass ein Großteil der angeblich Wissenden von SPD, Linken und Grünen alle, die nicht in ihre Schlachtrufe einstimmen, umgehend als „rechts“ brandmarken. Es lebe die „Schubladen“-Politik.

Da ich gerade dabei bin:

Wer den Parteitag einer zugelassenen (sogar im Bundestag vertretenen) Partei verhindern will, handelt in meinen Augen zutiefst undemokratisch. Parteitage sind für die innere Demokratie von Parteien unabdingbar. Die darf man nicht unterbinden wollen, solange eine Partei nicht verboten ist.

Liebe Leserschaft, ich bin seit Mitte der 1970er in meinem Beruf tätig. In der Zeit habe ich häufig über Parteitage und Wahlveranstaltungen berichtet.

Beispielsweise auch, als Franz-Josef Strauß am 24. September 1980 in der Bremer Stadthalle als Wahlkämpfer aufgetreten ist. Auch damals gab es tumultartige Proteste gegen Strauß und Blockade-Versuche. Dennoch sind 5.000 Zuhörer in die Halle gelangt, nachdem sie zuvor allerdings ein unangenehmes Spalier von Demonstranten (inkl. Pöbeleien und Spucken) durchlaufen mussten.

Zum Schluss: Ich habe in den sozialen Netzwerken nach ähnlichen Äußerungen oder Bekenntnissen von Bremer Senatsmitgliedern gesucht, die denen von Mark Rackles auch nur ähneln. Ergebnis: NULL

Das sollte dem Senator und Neu-Bremer Rackles vielleicht doch zu denken geben.  

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Mal schauen, was die Woche noch so bringt. Vorsichtshalber kündige ich für das nächste WE schon mal jetzt einen pointierten Gastkommentar an.