Sarah Ryglewski wechselt zu „Engagement Global“ – wussten Sie, was das ist?
Als gutgläubiger Staatsbürger meint man, der Staat gehe sorgsam mit dem ihm anvertrauten Steuergeld um. Doch manchmal kommen leise Zweifel auf. Man weiß ja, dass es ein „Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ gibt. Auch die Existenz der „Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) ist geläufig. Aber was macht die „gemeinnützige Gesellschaft für Engagement Global“, zu der jetzt Bremens aus dem Amt geschiedene Parlamentarische Staatssekretärin Finanzen und Staatsministerin im Kanzleramt, Sarah Ryglewski (43), als Geschäftsführerin aufsteigt?
Dank des Weser-Kurier und seiner empfindsamen Berichterstattung über Ryglewskis Wechsel nehmen manche von uns überhaupt erstmals diese vermutlich bedeutende gGmbH mit Sitz in Bonn wahr.
„Engagement global“. Google merkt zu dem Wort „Engagement“ an: „Es beschreibt die freiwillige Bereitschaft, sich aktiv für eine bestimmte Sache, ein Ziel oder für andere Menschen stark zu machen – meist ohne Bezahlung, sondern aus persönlicher Überzeugung.“
Na ja, die von uns allen finanzierte Gesellschaft weist im Netz immerhin 815 Beschäftigte aus („ohne studentische Hilfskräfte, Praktikanten und Personen in Elternzeit)“, für die wir – Steuerzahler – 2024 rund 54 Millionen Euro allein an Personalkosten aufgewendet haben.
Liebe Leserschaft, der neue Job ist für Frau Ryglewski bestimmt sinn- und gehaltsfüllend (monatliches Salär laut WK: 12.000 Euro). Aber ein Blick auf die Website der Gesellschaft fördert nicht so knallige Ergebnisse zu Tage, so dass ich spontan denken würde: Hej, ohne diese GmbH wären Deutschland und die Welt „ärmer“.
Auf der Website der „Engagement Global“ ist zu lesen:
„Hier finden Sie eine Übersicht unserer Programme und Angebote, die Ihr globales Engagement fördern und nachhaltige Entwicklung unterstützen. Ob Einzelpersonen, Schulen, Organisationen oder Kommunen – wir unterstützen alle, die sich für eine gerechte und nachhaltige Welt einsetzen möchten.“
Das Überziel dieser Bundes-Gesellschaft lautet: Wir wollen eine bessere Welt erreichen, indem die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN weltweit bis 2030 umgesetzt werden – dafür bleiben noch vier Jahre.
Für den Fall, dass Sie die 17 gerade nicht parat haben, hier die Überschriften (Nachlesen lohnt sich) In der Reihenfolge von 1 bis 17:
Keine Armut
Kein Hunger
Gesundheit und Wohlergehen
Hochwertige Bildung
Geschlechtergleichstellung
Sauberes Wasser und Sanitärversorgung
Bezahlbare und saubere Energie
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Industrie, Innovation und Infrastruktur
Weniger Ungleichheiten
Nachhaltige Städte und Gemeinden
Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster
Maßnahmen zum Klimaschutz
Leben unter Wasser
Leben an Land
Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Um die „Agenda 2030“ weiter aufzuschlüsseln, sind die 17 Ziele in insgesamt 169 Unterziele (Indikatoren) aufgeteilt.
Zur Erfassung der kompletten Arbeit von „Engagement Global“, empfehle ich einen eigenen Blick auf die Homepage der gGmbH. Einer vom Bund finanzierten Gesellschaft, die jährlich „Fördermittel“ von nahezu 490 Millionen Euro raushaut.
By the Way: Gegen – Achtung Altsprech – „Entwicklungshilfe“, die auch Deutschland nutzt, kann niemand etwas einwenden. Aber, ich habe den Eindruck, dass sich um das Thema – Neusprech – Entwicklungszusammenarbeit ein eigenes Biotop mit ungeheuer großen (staatlichen) Finanzmitteln entwickelt hat.
So lohnt übrigens auch ein Blick auf die Website der „Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) – an deren Spitze ein hessischer Sozialdemokrat als Vorstandschef wirkt, der 2018 bei der Landtagswahl gescheitert war: Thorsten Schäfer-Gümbel.
Die GIZ dreht ein ganz großes Rad: Weltweit 24.000 Mitarbeiter m/w, Budget von 4 Milliarden Euro.
Sarah Ryglewski – so darf man dem WK entnehmen – fühlt sich für den neuen Job gut gewappnet. Nicht nur wegen ihrer Tätigkeit als parlamentarische Staatssekretärin für den damaligen Finanzminister Olaf Scholz und danach als als „Staatsministerin im Kanzleramt“ für die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. Nein, ihre Ursprünge gehen eigenen Angaben zufolge zurück auf den Job als „Quartiersmanagerin“ für das Programm „Wohnen in Nachbarschaften“. Für den neuen Job muss sie von Bremen nach Bonn übersiedeln. „Dennoch“ – so das Heimatblatt – wird ihre Beziehung zu Bremen nicht nur aus familiären Gründen eng bleiben.“
Klar: Ryglewskis Ehemann Tim Cordßen-Ryglewski (52) war Staatsrat des damaligen Senatsressorts für Wissenschaft und Häfen. Nach der Bürgerschaftswahl 2023 wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt und lebt offenbar weiter in der Hansestadt.
Die künftige Co-Geschäftsführerin der „Engagement Global“ war eigentlich eher durch Zufall in den Bundestag gekommen. Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen war nach dem schlechten Wahlergebnis der SPD von 2015 (minus 5,8 % auf 32,8 Prozent) zurückgetreten. Nachfolger wurde Dr. Carsten Sieling, der deshalb sein Bundestagsmandat aufgeben musste. Dafür rutschte die „Nachrückerin“ auf der SPD-Liste Ryglewski in den Bundestag nach und machte rasch Karriere.
Sieling hielt sich als Bürgermeister nur bis zur Wahl 2019 (SPD: 24,9 %) im Amt, wurde von Dr. Andreas Bovenschulte abgelöst. Seitdem dient Sieling seinem früheren Arbeitgeber, der Arbeitnehmerkammer Bremen als „Beauftragter der Geschäftsführung“.
Liebe Leserschaft, ich hoffe, dass diese Zeilen ein wenig bei der Einordnung von Ryglewskis neuem Job geholfen haben.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Fürs Wochenende darf ich Ihnen einen Gastkommentar ankündigen, an dem sich vermutlich die Geister scheiden werden.
Diese pseudo-privaten, staatlich finanzierten Organisationen dienen dazu, das Handeln der Verwaltung der demokratischen Kontrolle zu entziehen. Und „unsere“ angeblichen Volksvertreter im Parlament machen das mit wehenden Fahnen mit. Danke dafür.
Ich erinnere mich noch lebhaft: Die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (unterzeichnet von Friedrich Merz) zur „Politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen“ mit 551 Fragen zu rund 17 NGOs wurde am 24. Februar 2025 datiert und kurz nach der Bundestagswahl im Bundestag eingereicht.
Hat der wahrheitsliebende (LOL) Merz als (noch) Kanzler denen inzwischen den Geldhahn abgedreht? – Nein, natürlich nicht, ist ja von der mutmaßlichen IM-Erika (CDU) erst so richtig eingeführt worden. Wo kämen wir denn hin, wenn Politikdarsteller plötzlich tun würden, was sie versprechen.
Die von der wortbrüchigen CDU erkannten dubiosen Organisationen (davon gibt es allerdings mehrere hundert)::
Omas gegen Rechts (oft besonders hervorgehoben)
Campact
Correctiv (Propaganda-Netzwerk, bekannt durch die Fake News zur Wannsee Konferenz 2.0 )
Greenpeace die haben doch dem mutmaßlichen NATOd-Kriegswaffenindustrie-IM Thomas Röwekamp letzte Woche zum billigen PR-Stunt verholfen
BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) arbeitet gegen die Arbeitsplätze in der Autoindustrie
Deutsche Umwelthilfe arbeitet im Auftrag von Toyota gegen die deutsche Autoindustrie
Attac
Amadeu Antonio Stiftung das finanzielle Rückrad der sogenannten Antifa
Foodwatch
Peta Deutschland
Animal Rights Watch
Agora Energiewende
Agora Agrar
Dezernat Zukunft
Netzwerk Recherche
Verein Neue deutsche Medienmacher*innen Der Verein kritisiert angeblichen Rassismus und Diskriminierung in den Medien und berät Redaktionen. Denen haben wir zu verdanken das Ausländerkriminalität medial kaum vorkommt.
Delta1 gGmbH (bzw. ähnliche Delta-Organisationen)
Muss wohl versteckte Wahlhilfe für die AfD sein. Noch fragen?
Die Sozialdemokraten sorgen weltweit für Gerechtigkeit, unter dem machen sie nix. Darum können sie sich einfach nicht den „Kleinscheiss“ kümmern, wie gute Schuldbildung, funktionsfähige Straßen und Brücken, Sauberkeit und Sicherheit etc.
Die Welt braucht dringend ihre umfassende Kompetenz und das kämpferische Eintreten für (siehe Aufgabenkatalog von Gesellschaft für Engagement Global). Dafür braucht man die Besten, die bereits in der Stadtteilarbeit für die Welt gearbeitet haben.
So lässt es sich gut leben und ernährt auch in finsteren Zeiten die Familie. Der Bürger bezahlt mit seinen Steuergroschen!
Herzlichen Glückwunsch Frau Ryglewski für diese berufliche Karriere . Sie haben Alles richtig gemacht. In Bremen hat man sie als Politikerin nicht so richtig gespürt, in Berlin ebenfalls nicht ,die Aufgabe im Bereich „Wohnen in Nachbarschaften“ ist eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit und bedarf aus meiner Sicht keiner Stelle als Quartiersmanagerin.
Nach derartig herausfordernden beruflichen Meilensteinen bedarf es natürlich erst einmal einer mehrmonatigen Auszeit, um den Stress der Berliner Tätigkeit zu verarbeiten. Da fragen sich viele andere 43 jährige Berufstätige, ob sie nicht auch einmal so Urlaub machen dürfen, wie Sie die letzten Jahre unauffällig gearbeitet haben .
Aber Chapeau, Sie nutzen nur die Gelegenheiten, die staatsnahe „Versorgungsunternehmen „wie z.B. die Engagemant Global in Bonn bieten. Ich kann es Ihnen nicht verdenken. Interessant wäre in diesem Zusammenhang einmal eine Auflistung ähnlicher Unternehmen, um die finanziellen Belastungen für den deutschen Steuerzahler wertmäßig zu erfassen. Niemand in Deutschland würde ein Fehlen dieser Alibi-Organisationen bemerken und das eingesparte Geld könnte Kita, Schule oder anderen Bildungseinrichtungen zu Verfügung gestellt werden, wo es dringend benötigt wird.
Ihnen wünsche ich eine schnelle Einarbeitung in diesen „Versorgungsposten“, der sicherlich keine größeren Herausforderungen mit sich bringt .
Ist alles schön ausgeglichen.
In der Welt engagiert sich die SPD für mehr Gleichheit, Gesundheit und Geschlechtergerechtigkeit, in Deutschland sorgt sie mit der Krankschreibungspflicht ab dem 1. Krankheitstag und der Überweisungspflichtigkeit für Facharztbesuche für volle Wartezimmer bei den Allgemeinärzten.
Und im Sinne der Ausgeglichenheit hoffe ich des Weiteren auf eine angemessene Weiterbeschäftigung für Frau Ryglewskis Ehemann in Wohnortnähe seiner Frau. AS hat es schon angedeutet: Die GIZ verfügt über ein Budget, das weiterhelfen könnte, und sitzt m.W. auch in Bonn.
Hoffentlich wird das nach der nächsten Wahl mal besser 😉
Dachte immer, die Grünen sind Spitze im Plündern des Staates, aber die haben es wohl von der alten Tante SPD gelernt. Danke für diese aufklärerischen Hintergrundinfos.
Hast Du die Finger schon im Topf – pack die Gelegenheit beim Schopf!
Lieber Volker Redder, die Ausplünderung des Staates hat viele Gesichter. Die intellektuell benachteiligten ehemaligen Parteisoldaten werden eben mit bestens bezahlten Posten als Frühstücksdirektoren belohnt. Gut vernetzte Personen gründen NGOs. Andere wie z.B. Jens Spahn sorgen dafür, dass der Staat weit überhöhte Rechnungen – z. B. für Labormasken und „Impfungen“ – bezahlen muss. Ich habe da den leisen Verdacht, dass es fette Kickbacks gab oder noch geben wird.
Aber die Königsklasse verkauft IT-Dienstleistungen als Monopol an die öffentliche Hand. Mir fallen da Adesso und dessen Tochtergesellschaft Staige ein, die mit „KI“-Überwachung der Bürger in Berlin und anderswo unser Geld abgreifen. Um mal einen Bezug zum Gastkommentar vom Sonntag zu setzen. Und dass wir es wie bei den Masken und MRNA-Gentherapie mit einer Technologie zu tun haben, die mutmaßlich nicht so funktioniert wie besprochen. Oder nehmen wir die Drohnen der Firma Vanhelsing, bei denen sich das ukrainische Regime weigert, diese einzusetzen, weil die Einsatzteams immer sterben.
Sie könnten diese „lustige“ Riege der Topabgeifer sicherlich auch um bunte Beispiele erweitern, oder?
Deutschland hat ein systematisches Problem mit der Qualifikation des politischen Personals und Korruption. Wir müssen endlich Mindeststandards für Minister, Staatssekretäre und auch Abgeordnete einführen. Und unabhängige Staatsanwaltschaften die auch gegen die Regierung ermitteln können. Dann wird es unabhängig von der jeweiligen Parteikonstellation besser.
manus manum lavat….
(eine Hand wäscht die andere)…
Wo kann ich preiswert, günstig (und nachhaltig – der Spass muss erlaubt sein…) so viel fr…., wie ich ko…. möchte…???
Nur einen Punkt rausgegriffen:
„Weniger Ungleichheiten“
damit hätte die SPD doch schon mal in Bremen anfangen können.
Stattdessen ist die Bilanz – nicht nur in diesem Punkt – absolut verheerend.
In keinem anderen Bundesland ist der Schere zwischen arm und reich so weit offen.
Diese vielen seltsamen Organisationen, deren Ziele sich auch mehrfach überschneiden, zahlen oft hohe Gehälter aus, während man im Unterbau auf niedrige Löhne setzt.
Man „parkt“ dort Politiker, die in ihrem Amt gescheitert sind, oder als Belohnung nach einer langen Amtszeit.
Wer diese Organisationen durchgoogelt, der findet viele vertraute Namen.
SPD, CDU, GRÜNE und FDP unterscheiden sich da nicht, lediglich bei der LINKSPARTEI ist dies sehr selten.