Ein Experiment: Die KI empfiehlt für Bremen „Freihandels- und Innovationszonen“

23.07.2026 24 Von Axel Schuller

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) rudert aktuell wie ein politisch Ertrinkender durch die sozialen Netzwerke. Beim Geschäfts-Netzwerk LinkedIn feiert er Bremer Erfolge – die freilich Unternehmer für sich reklamieren: Rückgang der Arbeitslosenzahl, relativ hohe Einkommen und jüngst: Platz 1 unter den aufsteigenden Städten. Großen Anteil an den Erfolgen hat die – von der SPD ansonsten – skeptisch betrachtete Rüstungsindustrie. Liebe Leserschaft, nur Wachstum durch Rüstung kann’s auf Dauer nicht sein. Wer entwirft endlich mal eine Vision für die Stadt? Heute lade ich Sie zu einem etwas ungewöhnlichen Experiment ein.  

Nach einer anregenden Debatte im Bekanntenkreis über Bremen habe ich die kostenfreie Version von Chat GPT heruntergeladen und die KI nach Bremens möglichen Vorteilen als eine „Sonderhandelszone“ befragt.

Das überraschende Ergebnis der KI möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Gedanken der KI von Chat GPT:

„Wenn Bremen in Deutschland den Status einer Sonderhandels- oder Sonderwirtschaftszone erhalten würde, könnte das erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen – allerdings nur, wenn die Europäische Union entsprechende Ausnahmen zulassen würde.

Mögliche Vorteile wären:

  • Steuerliche Anreize: Niedrigere Unternehmenssteuern oder Steuerbefreiungen könnten internationale Unternehmen anziehen.
  • Zollvorteile: Waren könnten zollfrei eingeführt, verarbeitet und wieder exportiert werden. Das wäre besonders für den Hafen Bremen/Bremerhaven attraktiv.
  • Mehr Investitionen: Internationale Konzerne könnten Produktions- und Logistikstandorte in Bremen aufbauen.
  • Neue Arbeitsplätze: Mehr Unternehmen würden den Bedarf an Fachkräften in Logistik, Industrie, IT und Dienstleistungen erhöhen.
  • Stärkung des Hafens: Bremen könnte sich stärker gegenüber Konkurrenzhäfen wie Rotterdam oder Antwerpen positionieren.
  • Innovation: Vereinfachte Genehmigungen und Forschungsförderung könnten Hightech- und Zukunftsbranchen anziehen.

Es gäbe aber auch Nachteile und Hürden:

  • EU-Beihilfe- und Wettbewerbsrecht: Deutschland kann nicht einfach einer Region dauerhaft Sondersteuern oder Zollprivilegien gewähren. Solche Maßnahmen müssten mit dem EU-Recht vereinbar sein.
  • Steuerausfälle: Bund und Land Bremen würden zunächst weniger Steuereinnahmen erzielen.
  • Ungleichbehandlung: Andere Bundesländer könnten ähnliche Sonderregelungen verlangen.
  • Verlagerung statt Wachstum: Unternehmen könnten lediglich ihren Sitz nach Bremen verlegen, ohne dass insgesamt neue Wirtschaft entsteht.

Wäre das für Bremen sinnvoll?

Bremen hätte gute Voraussetzungen:

  • Deutschlands zweitgrößter Seehafenverbund (Bremen/Bremerhaven)
  • Starke Logistik- und Luftfahrtindustrie
  • Gute Anbindung an internationale Handelsrouten

Ein realistisches Modell wäre weniger eine klassische „Steueroase“ als vielmehr eine moderne Freihandels- und Innovationszone mit:

  • beschleunigten Genehmigungsverfahren,
  • zollrechtlichen Erleichterungen,
  • Forschungsförderung,
  • Digitalisierung der Hafenlogistik,
  • attraktiven Bedingungen für Wasserstoff-, KI- und maritime Technologien.

Ein solches Konzept könnte Bremens Wirtschaft deutlich stärken, müsste jedoch eng mit dem deutschen Verfassungsrecht und den EU-Vorgaben abgestimmt werden.“

Soweit die Kurzversion von Chat GPT.

(Meine Ergänzung zum KI-Vorschlag: Bremens Neustädter Hafen und der Bremerhavener Hafen verfügen bereits seit Jahren jeweils über ein sogenanntes Freihafengebiet).

ACHTUNG: Liebe Leserschaft, auch nach diesem beeindruckenden Ergebnis der Künstlichen Intelligenz habe ich nicht vor, das Schreib-Zepter aus den Händen zu legen.

Ich habe heute die KI für uns arbeiten lassen, weil es mich zunehmend nervt, dass viele Bremer Politiker meist nur klein-klein denken – max. von einer Legislaturperiode zur nächsten. 

Ich würde so gerne endlich einmal hören:

So ist es aktuell um Bremen bestellt.

Unser Ziel für 2030 oder von mir aus auch 2035 lautet.

Sie verstehen schon, so ein bisschen von Chinas Denke mit klaren Visionen/Plänen in unsere Politik integrieren – selbstverständlich, ohne die Diktatur einer Partei anzustreben.

Klingt jetzt womöglich etwas hilflos. Ist es irgendwie auch. 

Aber: Es muss mit unserer Stadt doch endlich vorangehen!

Abschließend noch eine Bitte: Politiker und Verwaltungslenker, schauen Sie sich die KI-Vorschläge insbesondere hinsichtlich der „Vereinfachung“ von Abläufen an – und probieren Sie dies schon mal aus.

Wagen wir ein neues Denken, frei von Ideologie, frei von Besitzstand-wahren, frei von Polit-Tabus und frei von Bedenkenträgertum.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Bremens Häfen sind für die hiesige Wirtschaft und Ertragskraft des Bundeslandes eminent wichtig. Dennoch frage ich mich, ob die aktuelle Ver.di-Forderung für die Hafenarbeiter in Höhe von 8,2 Prozent wirklich in die Zeit passt?

P.P.S.: Fürs Wochenende darf ich Ihnen erneut einen „knackigen“ Gastkommentar zu einem brisanten Thema ankündigen.