Stockfehler – die Bürgermeisterwahl 2027 kommt für Wiebke Winter zu früh
Zugegeben: Solange Friedrich Merz als Bundeskanzler amtiert, wird es die Bremer CDU schwer haben, in eine wirklich starke, regierungstaugliche Situation zu kommen. Merz jüngste Äußerung, die Waldbrände rührten vom Klimawechsel (statt zu über 90 Prozent von depperten Brandstiftern), war ein erneuter Schlag ins Sprüche-Kontor. Aber: Auch der Bremer CDU hängt ihr teilweise praktisches Unvermögen wie ein Mühlstein am Hals. Und: Die Spitzenkandidatin Wiebke Winter ist noch nicht soweit.
Die Bremer Union muss wohl oder übel zur Kenntnis nehmen: Ihre Spitzenkandidatin löst (noch) zu häufig eher mitfühlende Wähler-Gedanken aus, wie:
„Die ist einfach zu jung und unerfahren. Die passt noch nicht auf das Ministerpräsidenten-Parkett“.
Auch wenn Winters Anhängerschaft tapfer dagegen hält:
„Die packt das. Gegen die sieht Bovenschulte doch nur schlecht aus“.
Diese allgemeine (per Klein-Empirie eingefangene) Stimmung ist für Wiebke Winter und ihre Partei zwar bedauerlich, aber nicht wegzudiskutieren.
Dazu kommen aktuelle Handling-Fehler der Bremer Union, die unverzeihlich, weil vermeidbar sind.
Bleiben wir zunächst bei Wiebke Winter, die sich bei öffentlichen Verlautbarungen regelrecht an ihren Titel klammert. Vermutlich meinen sie und ihre Berater, der Dr.-Titel der Jurisprudenz versprühe automatisch die Aura der Seriosität und erhöhe damit ihr politisches Gewicht insbesondere bei (den zunehmend) älteren Wählern.
Wiebke Winter versucht, junge, mit den Grünen, vielleicht auch mit Linken liebäugelnde Wähler m/w für sich zu gewinnen. Doch damit droht sie die Wünsche der noch eingefleischten – häufig alten – Anhänger der Union zu vernachlässigen.
Beispiel: Winter debattiert mit Luisa Neubauer im Magazin „Atmo“ über Klimaschutz und stimmt überraschend Neubauers Generalkritik an der Klima-Politik der Bundesregierung („Mit dieser Energiepolitik, die gerade verbockt wird, werden wir unsere Klimaziele niemals erreichen.“) ausdrücklich zu. Winter zu Neubauer: „Da sind wir doch einer Meinung!“
Zur Erinnerung: Die Bremer CDU-Fraktionschefin gehört dem obersten Innercircle der Union, dem Präsidium der Bundespartei, an.
Zur Forderung von SPD, Grünen und Linken, dem Klimaschutz Verfassungsrang einzuräumen, antwortet die Juristin in einem ARD-Interview zur Frage, ob man das gemeinsam mit den Linken beschließen könnte, unscharf.
Dass im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und im Weser-Kurier dass Thema sofort hochgezogen wird, verblüfft die junge „Klima-Queen“ so sehr, dass sie und CDU-Landeschef Heiko Strohmann heftige Aufklärungsarbeit in den eigenen, teils verwirrten Reihen betreiben müssen.
Winter im ARD-Gespräch:
„Ich bin der Auffassung, wir müssen uns die Grundgesetzänderung anschauen und dann müssen wir mit anderen Parteien sprechen. Wenn es darum geht, dass das die einzige Möglichkeit sein sollte, Fördermaßnahmen zu machen und wenn alle gemeinsam zu dem Schluss kommen, das brauchen wir jetzt – wo ich wie gesagt skeptisch bin – dann ist es ja nicht das erste Mal, dass man im Zweifelsfall ja auch gemeinsam mit der Linkspartei einen solchen Beschluss trifft.“
Statt klar zu sagen: Nein, ließ sich Winter aufs Glatteis führen.
Das darf einer Politikerin im Wachstumsstadium passieren – aber nicht einer auf dem Wunschpfad ins Ministerpräsidentenamt.
Ihr direkter Kontrahent Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) warf sich mit Wonne auf den „Stockfehler“.
Ganz schlimm – jedenfalls für die CDU – wirkte sich eine Nachlässigkeit beim jüngsten Landesparteitag im Juni 2026 aus. Winter – direkt nach ihrer Wahl zur Spitzenkandidatin offensichtlich im Adrenalin-Rausch – übersah wie auch Landeschef Heiko Strohmann und Landesgeschäftsführer Dr. Tim Haga die Brisanz eines zu später Stunde debattierten Antrages der Jungen Union.
Darin wird u.a. die sofortige Senkung des Bremer Gewerbesteuer-Hebesatzes von 460 auf 400 Punkte sowie die Erhöhung des Freibetrages gefordert. Der hoffnungsvollen Logik folgend: Senke die Steuer unter das Niveau der Umlandgemeinden, und schon wandern keine Firmen mehr ab, im Gegenteil: Neue Firmen ziehen vllt. nach Bremen.
Doch die CDU-Parteitags-Delegierten vergaßen bei ihrem Beschluss: Bremen befindet sich mitten im Vorwahlkampf. Unter anderem mit einer geschwächten und damit aggressiven SPD sowie einer angeschlagenen rot-grün-roten Koalition. Finanzsenator Björn Fecker (Grüne) und Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte nutzen den CDU-Beschluss als willkommene Vorlage.
Ihr Vorwurf: Der CDU-Plan mindere das Bremer Steueraufkommen um 120 Millionen Euro pro Jahr, schimpfte Fecker noch halbwegs sachlich. Bovenschulte holte im Unternehmer-Netzwerk LinkedIn kräftig aus und verpasste der Union – damit auch ihrer Spitzenkandidatin – eine saftige Ohrfeige.
Der alte Fahrensmann Jens Eckhoff versuchte schließlich die Wogen zu glätten. Der beschlossene Antrag seiner Partei peile zwar das richtige Ziel an, stehe aber selbstverständlich unter einem Finanzierungsvorbehalt.
Die aufgezeigten „Stockfehler“ schaden einzeln betrachtet nicht entscheidend. In der Summe unterhöhlen diese Nachlässigkeiten und Fehler jedoch die Position der CDU-Spitzenkandidatin.
Wiebke Winter ist zweifelsohne ein großes politisches Talent. Sie hat es mit ihren 30 Jahren dank Ehrgeiz, Freude am Politik-machen und Machtwillen bereits sehr weit gebracht.
Die Wahl am 30. Mai 2027 (zur Bürgermeisterin) kommt jedoch zu früh für sie.
Noch fehlt ihr das breite Fundament einer Polit-Generalistin sowie das notwendige Maß an Abgebrühtheit, Routine und politischer Gravität.
Die politische Geschichte lehrt: Die Leichtigkeit im Tun setzt ein bestimmtes Maß an Lebenserfahrung voraus. Winters Weg vom Lehrsaal in den Plenarsaal wird 2027 aller Voraussicht nach nicht mit dem Sprung in den Senatssaal gekrönt. 2031 mag das schon ganz anders aussehen.
Das wirklich Tragische ist, dass die Bremer CDU nur über dieses eine große Talent verfügt. Ergo wird sich Bovenschulte mitsamt der rot-grün-roten Truppe vermutlich weitere vier Jahre mehr schlecht als recht durchlavieren.
Wobei er mit seinem jüngsten Vorstoß zum Bürokratieabbau durchaus den Nerv bürgerlicher Kreise positiv reizt. Am Ende wird vermutlich keiner mehr darüber reden, dass es die CDU war, die dem Senat mit ihrer Forderung nach einem Effizienznachweis aller bürokratischer Vorgaben Beine gemacht hat.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
Wiebke Winter stellt sich mit Ihrem Verhalten und Äußerungen selbst ins Abseits.
Ihre ungeschickten Handlungen und auch ihre „Lapsus linguae“ mögen ihrer Unerfahrenheit und auch ihrem Alter geschuldet sein.
Ich habe allerdings den Eindruck, daß sie als Zugpferd der CDU wegen ihres Aussehens und Jugendlichkeit ins Rennen geschickt wurde, um junge Wähler zu rekrutieren.
Zweifellos ist Dr. Wiebke Winter eine Vollblut Politikerin!
Aber leider ist es in der Realität oft so:
„Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort“….
Ihre Zeit wird kommen, davon bin ich überzeugt, aber noch nicht jetzt oder in naher Zukunft.
Ich glaube fest daran
Lieber Axel Schuller, ein Stockfehler macht noch keinen Winter!
Sie wissen, dass ich Ihre Art, das journalistische Handwerk zu betreiben, gut finde. Sie schaffen es immer wieder, kontroverse Themen aufzugreifen, sie sehr interpretativ darzustellen und damit zu provozieren: Sie werfen einen dicken Stein in den See und schauen, welche Wellen er schlägt. So ist es auch heute wieder. Das ist völlig in Ordnung. Deshalb will ich auf vieles gar nicht eingehen, sondern auf einen Punkt: den Klimaschutz.
Ich weiß nicht, ob die Waldbrände nun an bescheuerten Brandstiftern liegen. Die gab es vor 40 Jahren auch schon: Menschen, die im Wald ein Lagerfeuer gemacht oder gegrillt haben, die mit einem überhitzten Katalysator in den Wald gefahren sind oder beim Rauchen unachtsam waren. Das kann alles sein.
Aber was ist mit den ausgetrockneten Flüssen und den niedrigen Wasserständen? Waren das saufende Taucher?
Deshalb glaube ich schon, dass man gerade als Christdemokrat selbstkritisch sagen muss: Die Klimapolitik der Bundesregierung – und nicht nur dieser Bundesregierung, sondern insgesamt seit 2011 – war suboptimal und schlecht. Wir hängen immer noch dem Gedanken neuer Atomkraftwerke und billigem Russlandgas hinterher, anstatt endlich das auszubauen, was wir können: Windkraft und Solarenergie. Zur Windkraft gehört selbstverständlich auch ein leistungsfähiges Leitungsnetz. Auch das haben wir letztlich verpennt.
Wenn die junge Generation um Wiebke Winter das einfordert, ist das ihr gutes Recht, ja sogar ihre Pflicht. Denn es geht um ihre Generation und ihre Zukunft. Wir Lebensälteren werden die Auswirkungen des Klimawandels nicht mehr in dem Maße erleben wie sie.
Und dann soll der Parteitag der nächste Stockfehler gewesen sein. Ja, kann man so sehen. Natürlich kann man als Partei jeden kleinen, abweichenden und noch nicht vollständig durchgerechneten Antrag einhegen. Kann man machen. Das wäre übrigens meine Aufgabe. Ich bin der Landesvorsitzende, nicht Frau Winter. Aber ich mache es bewusst nicht. Ich lasse jungen Menschen Freiraum. Gerade deshalb sind wir als Partei so gut aufgestellt.
Dabei geht es nicht nur um Wiebke Winter. Es geht auch um Theresa Gröninger, Martin Michalik, Simon Zeimke, Sina Dertwinkel, Stadtrat Maximilian Charlet und die OHB-Geschäftsführerin Sandra Schmull. Das ist eine Generation, und dahinter wächst bereits die nächste heran: junge Schüler und Auszubildende, die sich Gedanken über Wirtschaftspolitik machen.
Zeigen Sie mir bitte, wo man das sonst in einer Gesellschaft findet, in der wir Älteren ständig behaupten, die jungen Leute kümmerten sich um nichts. Hier machen sich junge Menschen eben nicht nur Gedanken über die nächste Jeans oder darüber, wohin sie am Wochenende gehen. Sie fragen sich: Wie sieht die Wirtschaft der Zukunft aus? Wie können wir künftig erfolgreich wirtschaften? Und sie beschäftigen sich nicht nur mit der Ausgabenseite nach dem Motto: „Wir brauchen mehr, wir brauchen mehr.“ Sie stellen auch die entscheidende Frage: Wie bekommen wir das Geld eigentlich herein?
Das kann man natürlich plattmachen. Klar. Hätten wir machen können. Aber sagen Sie mir bitte: Warum sollten wir?
Es ist Ihr gutes Recht zu behaupten, für Frau Winter komme das alles zu früh. Aber gerade die ältere Generation, die auch in diesem Blog sehr intensiv mitdiskutiert, muss sich selbst fragen: Habt ihr Alten noch die Zeit, vier weitere Jahre Rot-Rot-Grün zu ertragen, mit SPD Spitzenkräften um die 70?
Am Ende ist es die Entscheidung des Wählers. Und um diese Entscheidung kämpfen wir,
Mit oder ohne Doktortitel.
Zunächst einmal muss es 10 Monate vor der Wahl kein Nachteil sein, unterschätzt zu werden und natürlich hat ein über 60-jähriger Bürgermeister mehr Lebenserfahrung als eine 30jährige – geschenkt! Was Bremen aber braucht ist eine positive und vor allem glaubwürdige Zukunftsvision und da – mit allem Respekt – finde ich die junge Gruppe mit weiteren Talenten, wie Theresa Gröninger und anderen, um Wiebke Winter geradezu herzerfrischend. Bremen sammelt rote Laternen, während der SPD-Bürgermeister die Erfolge der Bremer Verteidigungsunternehmen (früher „Kriegswirtschaft“) für seine Politik in Anspruch nimmt. Das ist allerdings wirklich eine lustige Pointe der Politik, zeigt aber eine gewisse Realitätsferne.
Bremen braucht eine politische Frischzellenkur mit neuen Ideen und neuem Schwung. Begeisterung und positive Gestaltungsfreude sind doch das absolute Gegenmodell zu dem politischen Erschöpfungszustand der aktuellen Koalition. Wiebke Winter und ihr Team, zu dem ja auch „alte“ Fahrensleute gehören, verkörpert diese Begeisterung und die Überzeugung, dass Bremen mehr kann. Eine Einschätzung, die ich teile. Der Schwung wird Bremen gut tun – ich freue mich darauf!
Ich finde den Beitrag gerade deshalb interessant, weil seine Einwände auf sehr unterschiedlichen Ebenen liegen. Bei den Waldbränden hat Merz durchaus einen Punkt: Klimawandel, Trockenheit und Waldstrukturen erhöhen die Brandgefahr oder die Folgen der Wirkung eines Feuers. Bei der Energiepolitik ist es völlig legitim, die Strategie der Bundesregierung für falsch zu halten – und langfristig nach einer günstigeren, sicheren und klimaverträglichen Energieversorgung zu suchen, statt sich vorschnell auf neue fossile Strukturen festzulegen und den Weg zu langfristig günstigen Formen abzuschneiden. Auch eine mögliche Zusammenarbeit mit den Grünen oder punktuelle Mehrheiten mit der Linken sind für mich keine politischen „Stockfehler“, sondern Fragen konkreter Inhalte.
Die eigentliche Schwäche sehe ich deshalb woanders: Frau Dr. Winter äußert sich zu sehr vielen Einzelthemen, aber bislang wird daraus kein überzeugendes Bild davon, wohin die Bremer CDU Bremen eigentlich führen will.
Eine Gewerbesteuersenkung ist noch keine Wirtschaftspolitik. Abgrenzung von SPD, Grünen oder Linken ist noch keine Strategie. Und auch die Aufzählung einzelner politischer Positionen ersetzt kein Programm.
Die entscheidende Frage müsste deshalb lauten: Wie will die CDU die Wachstumspotenziale Bremens entwickeln? Hafen und maritime Wirtschaft, Industrie, Energie, Wissenschaft und Innovation, Fachkräfte, Stadtentwicklung und eine leistungsfähige Verwaltung – wie gehören diese Dinge zu einem gemeinsamen Zukunftsprojekt zusammen, von dem die Bremerinnen und Bremer tatsächlich profitieren?
Das ist für mich das eigentliche Problem des Beitrags und vielleicht auch der Bremer CDU: Nicht zu wenig Abgrenzung, sondern zu wenig Zukunft. Zu wenig Strategie. Und vor allem zu wenig überzeugendes Programm, das aus den einzelnen Politikfeldern eine Vorstellung davon macht, wie Bremen in zehn oder zwanzig Jahren leben und wirtschaften soll.
Die These, Wiebke Winter sei für das Bürgermeisteramt 2027 schlicht „zu jung“, überzeugt mich nicht. Politische Reife ist schließlich keine Frage des Geburtsdatums, sondern von Kompetenz, Haltung, Lernfähigkeit und der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.
Sebastian Kurz wurde mit 31 österreichischer Bundeskanzler, Emmanuel Macron mit 39 französischer Präsident und Sanna Marin mit 34 finnische Ministerpräsidentin. Alle Regierungschefs arbeiten zudem im Team – niemand regiert allein; entscheidend ist, ein gutes Team zusammenzustellen und Mehrheiten in einer Koalition zu organisieren.
Und auch das Gegenteil von „zu jung“ kann ein Problem sein: Zu alt, zu routiniert und zu bräsig ist für politische Erneuerung ebenfalls keine überzeugende Qualifikation.
Wiebke Winter Spitzenkandidatin der CDU. Jetzt sollte man nicht darüber philosophieren, ob sie 2027 vielleicht noch nicht „soweit“ sei, sondern ihr die Chance geben, zu zeigen, was sie kann. Gerade in der aktuellen Bremer Lage braucht es frischen Wind, neue Ideen und den Mut zum Aufbruch – und nicht noch vier Jahre „Weiter so“.
Vielleicht ist die eigentliche Frage deshalb nicht, ob Winter zu jung ist, sondern ob Bremen sich einen weiteren Stillstand leisten kann.
Was mir in diesem Meinungsbeitrag fehlt, der eine vorzeitige, personifizierte Demontage der CDU Spitzenkandidatin ist, die es sehr wohl schaffen könnte, wenn man sie nicht schon vorher demontieren würde, ist die Nennung einer personellen Alternative. Oder um Gerhard Schröder aus anderen Zusammenhängen zu zitieren: Wer soll es denn machen? Ich bitte um Antwort. Vielen Dank.
Axel Schuller verharmlost schon wieder den Klimawandel: Im Vorspann zum heutigen Blog-Beitrag unterstellt er Kanzler Merz, dass er den „Klimawechsel“ als Ursache der jüngsten Waldbrände bezeichnet habe, obwohl doch Brandstiftung die Hauptursache sei. Natürlich werden Waldbrände nicht durch den Klimawandel entfacht, sondern meist durch fahrlässige oder absichtliche Brandstiftung. Aber dass bereits kleine Brandherde sich dermaßen stark ausbreiten können, hat sehr wohl mit dem Klimawandel zu tun – wegen der zeitweise damit verbundenen Dürre. Nichts anderes hat auch Merz gemeint. Laut Medienberichten sagte er, Deutschland müsse damit rechnen, dass die Zahl der Großschadenereignisse zunehmen werde. „Das ist der Klimawandel.“
Frau Dr. Winter versucht junge Wähler mit Zukunftsängsten für die CDU zu gewinnen.
Daran kann ich überhaupt nichts Verwerfliches entdecken. Das gemeinsame Interview mit Luisa Neubauer war ein gutes Beispiel einer modernen jungen Diskussion mit gemeinsamen und unterschiedlichen Positionen.
Natürlich sind Gewerbesteuersenkungen, um Wirtschaftswachstum zu generieren ein richtiger Weg. Bremen steht Wasser bis über den Kopf, weil die Sozis in den letzten 55 Jahren das Bundesland gnadenlos bürokratisch aufgebläht haben und die Einkommenssteuer inzwischen am Wohnort erhoben wird.
Für Steuersenkungen gibt es im Dauerkrisenmodus nicht mehr den richtigen Zeitpunkt. Das die Gelder aus dem Länderfinanzausgleich endlos nach Bremen fließen werden ist eine Utopie.
An einer Neuordnung des Föderalismus führt schon jetzt kein Weg mehr vorbei. Wer bestellt bezahlt. Bremen kann überhaupt nichts mehr bestellen. Kinder, Bildung und Soziales kosten jährlich rund 2 Milliarden Euro. Gute Resultate? Fehlanzeige.
Eine Neuordnung der Bundesländer ist der einzige Weg, um aus dieser „untoten Zwangslage“ wieder herauszukommen.
Anspruchsdenken und der Ruf nach dem Staat, für alle Probleme eine Lösung zu generieren sind typisch für linksgerichtete Regierungsbündnisse.
Natürlich ist der Unvereinbarkeitsbeschluss zu einer Zusammenarbeit mit den Linken für Grundgesetzänderungen obsolet und nicht mehr zeitgemäß.
Wer glaubt, wie der große alte Mann des Fussballs im Süden der Republik, keine Angst vor den Unwählbaren haben zu müssen, weil deren Vorhaben sich jeder Logik entziehen würden und zudem deren Stärke auf die missglückte Presse durch Schlechtreden der Arbeit der Bundesregierung schiebt, der liest zuviel in der Zeitung mit dem dünnen Papier und den großen Buchstaben. Sogar zum Frischfisch einwickeln ungeeignet.
Natürlich sind Enteignungsfantasien der in Berlin starken Linken gefährlich, aber ein Umbau in einen „völkischen Unrechtsstaat“ ist noch ne ganz „andere Nummer“.
Das hatten wir schon einmal.
Früher, als „Konservative“ noch konservativ waren, haben die nicht mit Terroristen verhandelt, sondern ihre besten Leute lieber über die Klinge springen lassen, wie Hans-Martin Schleyer. Oder allzu korrupte Gefolgsleute und potenzielle Whistleblower wurden ungestraft abgeräumt, wie Uwe Barschel.
Heute sagt eine Winter zu Neubauer: „Da sind wir doch einer Meinung!“ Ohne mich da jetzt allzu sehr aus dem Fenster zu lehnen: Helmut Kohl hätte sich 1969 nicht zu einem Gespräch bei „konkret“ hinreißen lassen, und er hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht öffentlich solche Worte an Ulrike Meinhof gerichtet.
Was nützt „politisches Talent“, wenn in der Person die falsche Ideologie steckt, von der sich „Konservative“ angewidert abwenden? Und das gilt ja im Prinzip für die ganze Parteispitze der CDU. Das Einzige, was scheinbar übrig geblieben ist, ist der Hang, sich kaufen zu lassen – wie Kohl durch Flick. IM Erika hat mit ihrer Zersetzungstätigkeit ganze Arbeit geleistet.
Und diesen Jungunionlern kann man nur raten, mal bei Ludwig Erhard nachzulesen, warum der Spitzensteuersatz zu seiner Zeit bei 80 % lag, und zwar beim 13-Fachen des Durchschnittseinkommens. Oder bei Paul Kirchhof, warum der Steuersatz hoch sein muss, bei gleichzeitig hervorragenden Abschreibungsmöglichkeiten.
BWL- oder Jurastudium macht eben noch keinen Intellektuellen, sondern lediglich eine Anscheinsselite mit Bugs.
R.I.P. CDU
Diese Schelte gegen den richtigen Satz von Merz ist ein Bespiel der Verhin¬de-rung einer faktenbaiserten Diskussion über die epochale Herausforderung Kli-ma¬krise. Der Spruch aus dem Lager der Klimakrisenleugner kann nicht oft ge-nug wiederholt werden: „Merz jüngste Äußerung, die Waldbrände rührten vom Klimawechsel (statt zu über 90 Prozent von depperten Brandstiftern), war ein erneuter Schlag ins Sprüche-Kontor“.
Merz hat doch recht, die jahrelange Belastung der Wälder nicht nur durch die Erderwär¬mung führt dazu, das heute gezündete Streichhölzer solche riesigen Flächen¬brände auslösen. Als Jugendlicher im Nordschwarzwald habe ich in den 1950er Waldbrände, die durch Bandstifter ausgelöst waren, erlebt. Die Brände blieben jedoch auf eine überschaubare Fläche begrenzt und die Jugendgruppe der katholischen Kirche konnte schnell als „gute Tat“ Bäume unter schweren Bedingungen nachpflanzen. Wenn es heute zwischen Bad Wildbad und Freudenstadt zur Brandstiftung kommt, dann brennt auf riesigen Flächen der seit Jah¬ren ausgetrocknete Wald.
Ich kann mich nur dem Kommentar von Christoph Weiss anschließen, den ich voll inhaltlich teile. Wiebke Winter ist als Spitzenkandidatin keine unerfahrene politische Seiteneinsteigerin, sondern verfügt über mehrjährige politische Praxis in JU, Partei und Fraktion. Wenn sie sich auch als Mitglied des CDU-Präsidiums traut, eigene Überzeugungen zu bekunden, so zeugt dies von Stärke und nicht von Naivität.
Dann lassen wir doch alles beim Status quo. Läuft doch total super hier – ob jetzt RGR, oder RRG ist alles egal. Mehr als 70 Jahre SPD-geführt, Bremen steht da, wo es hingehört. Die Kandidatin der CDU ist zu jung, ihr fehlt das politische Gewicht…btw. in 10 Jahren ist sie zu alt, bringt keinen frischen Wind mehr in die Politik, vertritt die Ideen von „alten weißen Männern“ und überhaupt, sie ist schließlich aus der CDU. Hier ein Stockfehler, da „vergisst“ das Internet ausnahmensweise und trotzdem sind Aussagen von vor 5 Jahren natürlich omnipräsent hervorzuholen.
Diese ganzen „Schein-Diskussionen“, erinnern mich an das Motto: „Man streitet nicht um die Wahrheit zu finden, sondern um sie zu vermeiden.“
Wenn DAS der Weg in die Zukunft sein soll, puh, da komme ich als Berufsoptimist auch an meine Grenzen…Ob dadurch die gesamtpolitische „Begeisterung“ zunimmt, wage ich im übrigen zu bezweifeln, bzw. sehen wir doch die Umfrageergebnisse der zukünftigen Landtagswahlen. Mit den immergleichen Methoden, Rhetoriken und Vorschlägen ein anderes Ergebnis zu erwarten ist echt krass!
Was wäre wenn? Bereits nach der letzten Bürgerschaftswahl wäre eine bremische GroKo möglich gewesen, mit Andreas Bovenschulte als Präsident des Senats. Ob diese Konstellation nach der nächsten Wahl realisierbar sein wird, ist fraglich, denn die beiden damals deutlich kleineren Regierungsparteien haben ihre jeweiligen speziellen Befindlichkeiten und teilweise abstrusen Absichten weiterhin unbeirrt vorgetragen und mit Hilfe der Sozialdemokraten weitgehend realisiert. Damals war Wiebke Winter kaum sichtbar. Aber die Linke und Grüne haben z.B. immer wieder die Kompetenzen der Polizei und Staatsschützer begrenzt, deren Tätigkeit misstrauisch beobachtet und erschwert. Die damalige grüne Sozialsenatorin importierte 2022 rund 1.100 unbegleitete Jugendliche im „Fluchtverband“ nach Bremen. Brutale Straßenkriminalität, Raubüberfälle sogar tagsüber in der Innenstadt, haben seitdem enorm zugenommen. Überhöhte Bauvorschriften verschärften bislang die Mieter-Misere.
Es quälen sich Busse und Autos durch die verengte Martini-Straße, PKW finden kaum Parkplätze, so in der Dechanatstraße, wo mittels über 1.3 Mio EUR rund 12 Parkplätze beseitigt wurden, als „Klimastraße“ deklariert. Obgleich das Bau- und Verkehrsresort nun von einer Sozialdemokratin geleitet wird, realisieren die dortigen Beamten und Angestellte zügig den von den grünen Vorgängern konzipierten Parkplatzklau. Ob vieles anders und wie dann mit der CDU unter Frank Imhoff gelaufen wäre, wissen wir nicht, aber die CDU hätte geringeren Aufwind, die Linke und Grüne Partei würden bei ihren Stammwählerschaften verharren. Wie geht’s nun weiter?
Anfang 2004 wollte eine junge Frau in der CDU Deutschland Spitzenkandidatin werden. Angela Merkel, so war ihr Name. Sie musste extra eingeführte „Regionalkonferenzen“ bestreiten und stellte sich auch in Bremen vor. Die Herren der CDU waren „gut vorbereitet“. Sie hatten die FRAUEN gebeten, Bedenken gegen die Kandidatur in die Debatte einzubringen. So auch in Bremen! Und siehe da, die damalige Vorsitzende der Frauenunion war sich nicht zu schade für die Frage: ‚Ist die CDU schon reif für die Spitzenkandidatur einer Frau?‘ Sofort habe ich mich zur Debatte gemeldet mit der Frage: ‚Wie lange akzeptiert die CDU noch die Kandidatur von alten Männern?‘ Danach haben mich ausschießlich Männer angesprochen und mit besorgten Gesicht gemeint: Das wird nicht einfach für dich für die nächste Listenaufstellung.
Die junge Angela Markel wurde Sitzenkandidatin, Kanzlerin und hatte 16 Jahre lang das Vertrauen der Mehrheit der BürgerInnen und Bürger der Republik. Ja, so kann es kommen!
Ach ja, Wiebke Winter. Ich kann mich noch gut an ihren Straßenwahlkampf zur Bundestagswahl 2021 erinnern, als sie bei Bürgergesprächen und Wahlkampfauftritten in Bremen mit der Kamera begleitet wurde.
In einer Szene wurde Wiebke Winter – die damals als Mitgründerin der Klima-Union und Mitglied von Armin Laschets „Zukunftsteam“ bundesweit stark als klimapolitische Stimme der CDU medial positioniert wurde – von einem Bremer Bürger am Wahlkampfstand mit der Frage konfrontiert, wie hoch denn der prozentuale CO₂-Anteil in der Erdatmosphäre sei. Das sollte man ja als Klima-Expertin eigentlich wissen.
Ihre Antwort „rund 20 Prozent“ war überraschend und so derartig falsch, dass der Fragesteller laut lachen musste. Zur Erinnerung: Der reale Anteilswert von CO₂ liegt bei 400 ppm, also mickrigen 0,04 Prozent. Das ist eine „kleine“ prozentuale Abweichung von knapp 50.000 Prozent! Für jemanden, der sich das Thema „Klimawandel“ als Schwerpunkt-Thema für die politische Karriere ausgewählt hat, ist das schon sehr traurig. Naja, sie ist halt Juristin und keine Naturwissenschaftlerin – wie die meisten Menschen, die bei jeder „Klima“-Meldung in Panik geraten.
Der Clip wurde im Spätsommer 2021 als kurzes Video auf Instagram und Twitter verbreitet. Mittlerweile ist das ungeschnittene Originalvideo von den gängigen Plattformen gelöscht. Das Teil scheint also auch Wiebke Winter inzwischen so peinlich zu sein, dass der Clip nicht mehr zu finden ist. Tja, das Internet vergisst eben doch.
Wer in der Politik nach den wahren Treibern von Entscheidungen sucht, landet schnell bei der klassischen Frage: „Cui bono?“ – Wer profitiert eigentlich? Wer diese Frage auf die Bremer CDU und ihren auffallend grünen, klimapolitischen Kurs der letzten Jahre anwendet, stößt auf ein dichtes Geflecht, das weit über bloße politische Überzeugungen hinausgeht. Es ist ein Geflecht aus handfesten Arbeitsverträgen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten, die direkt in das Firmenimperium des Bremer Großinvestors Dr. Klaus Meier führen.
Dass die Bremer CDU und ihre Spitzenkandidatin Wiebke Winter so vehement für die „grüne Wende“ trommeln, verliert schnell den Anschein reinen Idealismus, wenn man sich die Gehaltslisten anschaut. Klaus Meiers geschäftlicher Erfolg ruht maßgeblich auf erneuerbaren Energien und nachhaltiger Stadtentwicklung.
Ein genauerer Blick in das Handbuch der Bürgerschaft und auf die Recherchen von Axel Schuller in seinem Blogbeitrag vom Mai dieses Jahres zeigt jedoch, dass das Verflechtungs-Netzwerk im Detail subtil gestrickt ist, aber dennoch eine im deutschen Parlamentsbetrieb beispiellose Dichte aufweist:
* Jens Eckhoff, der finanzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, lenkt im Hauptberuf als Geschäftsführer die D2D4 GmbH – das zentrale Family Office und damit das finanzielle Herzstück von Klaus Meiers Firmennetzwerk.
* Dr. Wiebke Winter, die Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin, arbeitet nebenher als Rechtsanwältin in der Kanzlei Blanke Meier Evers (bme), bei der Klaus Meier Miteigentümer und Partner ist.
* Claas Rohmeyer, ebenfalls CDU-Bürgerschaftsabgeordneter, steht als Pressesprecher auf der Gehaltsliste von ADLER Solar – einem Unternehmen, an dem Meiers Family Office D2D4 als maßgeblicher Investor beteiligt ist.
* Theresa Gröninger (wirtschaftspolitische Sprecherin) und Martin Michalik (Fraktionsvize) arbeiten beide beim innovativen Logistik-Spezialisten cellumation GmbH. Meiers Family Office ist hier zwar nicht der Alleinherrscher, sondern einer von mehreren lokalen Investoren (neben der Sparkasse Bremen und C. Melchers). Doch für Gröninger und Michalik gilt eine wichtige Ehrenrettung: Sie waren dort bereits tätig, bevor Klaus Meier als Investor einstieg.
Auch wenn diese Biografien teilweise unabhängig von Meiers Investments begannen: Das „Geschmäckle“ bleibt. Fünf von 24 Mitgliedern der CDU-Fraktion – also ein Fünftel – stehen direkt oder indirekt in wirtschaftlicher Verbindung zu ein und demselben Großunternehmer. So intensiv ist keine andere Fraktion in Bremen personell mit einem einzelnen Unternehmer verbunden.
Doch wie reagiert die Parteispitze auf Kritik an diesem Zustand? Wenn Beobachter den Finger in die Wunde legen, gerät die Führung sofort in den Verteidigungsmodus. CDU-Landeschef Heiko Strohmann springt seiner Spitzenkandidatin vehement zur Seite und bügelt jegliche Kritik mit dem Spruch ab: „Ein Stockfehler macht noch keinen Winter!“. Strohmann argumentiert, dass es geradezu die Pflicht der jungen Generation um Wiebke Winter sei, einen ambitionierten Klimaschutz einzufordern, da es schließlich um deren Zukunft gehe.
Was Strohmann als „herzerfrischende Frischzellenkur“ und bewussten „Freiraum für junge Ideen“ feiert, könnte man auch weniger blumig formulieren: Die Bremer CDU hat sich in eine beispiellose Nähe zu einem einzelnen Akteur begeben. Der erstaunlich grüne Anstrich der Partei und ihrer Spitzenkandidatin ist somit kein reines Produkt rein theoretischer Überzeugung – er deckt sich auch ganz hervorragend mit dem Geschäftsmodell ihres (teilweisen) Brötchen- und Investitionsgebers.
Am Ende bleibt die entscheidende Frage: Kann ein Parlamentarier seine Loyalität zu seinem privaten Arbeitgeber oder dessen Investorenkreis im Plenarsaal wirklich immer komplett verdrängen, wenn es um millionenschwere Stadtentwicklung, Bebauungspläne, Fördermittel oder Verkehrsplanung geht?
Liebe Brigitte Dreyer, war Angela Merkel gut oder schlecht für Deutschland? – Nur das ist die entscheidende Frage, nicht, ob sie eine Frau oder ein Mann ist. Und diese Frage sollte an jeden Kandidaten/in gestellt werden.
Das beste Bundestagswahlergebnis war 2013 mit 34,1 % der abgegebenen Stimmen für die CDU bei einer Wahlbeteiligung von 71,5 %. Also war die Gesamtzustimmung bei den Bürgern miserabel; nur eine Minderheit fand sie gut.
Wofür stand Merkel?
– Den Sündenfall der Bankenrettung und der damit verbunden Verdopplung der Staatsschulden um Bankster zu retten.
– In der Folge die wahnhafte „schwarze Null“.
– Zurück in die Atomkraft und gleich wieder raus, mit mindestens 150 Milliarden Schaden. hat sie auch auf dem Kerbholz.
– Die „Plandemie“ nicht zu vergessen.
– Dass Ursula Leyen Cheftechnokratin der Räterepublik EU ist, verdanken wir ihr ebenfalls.
Die Frage sollte sein, warum es in der CDU eine Mehrheit gab, die diese Kapitalsozialistin und ehemalige FDJ-Funktionärin an die Macht gebracht hat. Wer das ehrlich beantwortet, weiß, warum sich die AfD erfolgreich von der CDU abspalten konnte, oder?
Nichts gegen die junge Frau Wiebke Winter. Leider ist sie in der falschen Partei, die zurzeit einen Bundeskanzler stellt, der sich noch im Azubi-Zustand befindet. Allerdings hat er kürzlich den richtigen Satz zu den großen Waldbränden gesagt, die mit dem Klimawandel zusammenhängen. Man lernt eben nie aus!
Lieber Herr Strohmann, ihr Kommentar verknüpft Niedrigwasser, Waldbrand und Klimapolitik zu einer großen Erzählung. Physikalisch sind das jedoch unterschiedliche Vorgänge mit unterschiedlichen Ursachen.
Beim Niedrigwasser ist die Kausalkette einfach: Ausbleibender Niederschlag und hohe Verdunstung vermindern Zuflüsse, Grundwasserneubildung und Abfluss. Dann sinkt der Pegel. Das ist Hydrologie. Niedrigwasser am Rhein gab es allerdings auch lange vor der aktuellen Klimadebatte — etwa 1921 und 1947. Historische Berichte kennen zudem trockene Sommer mit stillstehenden Mühlen. Damals hatten die Menschen offenbar andere Sorgen als die heutige Neigung, aus jedem Extremereignis sofort eine politische Gesamterzählung zu machen.
Beim Waldbrand gilt eine andere Kausalität. Dürre und Sommerhitze zünden keinen Wald. Sie trocknen Gras, Streu, Reisig und Holz. Dadurch kann ein vorhandener Funke oder eine Flamme leichter ein Feuer entzünden und dieses schneller ausbreiten. Für den Brandbeginn braucht es aber eine Zündquelle: Zigarette, Glut, Grillfeuer, Funken, heiße Fahrzeugteile, Brandstiftung oder selten Blitzschlag. Gerade die von Ihnen genannten Nachlässigkeiten sind also nicht Nebensache, sondern der Anfang der Kausalkette.
Die Frage lautet nicht: „Waren das saufende Taucher?“ Sie lautet: Wer oder was hat gezündet — und warum haben Prävention, Überwachung und schneller Erstangriff nicht funktioniert?
Denn wir haben bewährte Brandschutzkonzepte, die aus den Lehren verheerender Stadtbrände über die Jahrhunderte entstanden sind. Moderner Brandschutz beruht auf Technik, Regeln und Organisation: Zündquellen verhindern, Verbote kontrollieren, Risikoflächen überwachen, Zufahrten und Löschwasser sichern, Brände sofort bekämpfen. Im Wald gilt nichts anderes.
Über Energiepolitik kann man streiten. Aber Klimaschutz ist kein Ersatz für Brandschutz. Wer beides vermischt, hat schnell einen politischen Schuldigen — aber noch keinen Waldbrand verhindert.
Ich weiß nicht, ob die Spitzenkandidatur für Wiebke Winter zu früh kommt. Ich frage mich eher, ob sie die Richtige ist. Grundsätzlich teile ich die Ansicht, dass es die beste Wahl als Spitzenkandidatin ist, die die CDU Bremen hatte. Wiebke Winter hat großes Potenzial, eine für Bremer Verhältnisse gewaltige Reichweite auf Social Media und Aufmerksamkeit auch in überregionalen Medien. Ich hab allerdings nicht wirklich das Gefühl, dass es Ihr Hauptanliegen ist, Bremen besser zu machen, wie es Winter immer wieder predigt. Vieles, was Wiebke Winter von sich gibt, wirkt gestellt, orchestriert, auswendig gelernt. Politik aus vollem Herzen für Bremen will sie machen, es wirkt aber oft eher wie nach Politik aus dem Lehrbuch. Wenn Wiebke Winter von „Vertrauensoffensive“ oder wahlweise vom „System bzw. Senat Bovenschulte“ spricht, wirkt das wie eine gut geübte Performance, aber selten wirklich authentisch. So verhält es sich aus meiner Sicht auch mit „Klima-Wiebke“. Es scheint, als habe sie diese Version ihrer Selbst ausgerechnet jetzt wieder ausgegraben, wo Friedrich Merz endlich die Herausforderungen des Klimawandels erkannt zu haben scheint und das Thema auch in Bremen im Zuge des Sommers wieder höher auf der Agenda steht. Wie schon damals, als Winter die Klima-Union zu den Hoch-Zeiten von „Fridays for Future“ vorantrieb. Zum Vergleich: in ihren ersten Monaten als CDU-Fraktionsvorsitzende hatte sich die ehrgeizige Politikerin auffällig emsig und wortgewaltig um die Bremer Sicherheit gesorgt. Von Klimapolitik war da wenig zu hören. Und ich bin sicher, dass spätestens zum Tag der Deutschen Einheit wieder mehr die „Law-and-Order-Wiebke“ in Erscheinung treten wird. Und das ist mein Problem mit Frau Winter. Sie wirkt weniger wie eine Kämpferin für ihre Überzeugungen, sondern mehr wie eine Poster-Politikerin, die ihre Überzeugungen nach der aktuellsten Potenzial-Analyse wählt. Um diese Überzeugungen glaubhaft zu vertreten, fehlen aus meiner Sicht aber Erfahrung, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, authentisch aufzutreten. Angesprochen auf ihre ARD-Aussagen.zu einem Klima-Deal mit den Linken soll sie intern gesagt haben „Ist doch gut, so werd ich bekannter.“ Selbst wenn ich diese Aussage nicht hundertprozentig verifizieren kann, passt sie doch sehr gut in mein Bild von Wiebke Winter.
Seltsam, seltsam, mal zu jung, mal zu alt, mal zu unerfahren, mal zu festgefahren, mal im falschen Laden, mal im richtigen, mal zu inkompetent, mal richtig schlau, mal schon lange dabei, dann wieder nicht lang genug, mal mit großer Reichweite in Social Media, bei den anderen geht’s auch ohne, dann mit Dr. und dann spielt der Titel keine Rolle, mal nah an Merz, dann besser nicht, dann grundsätzlich gut, dann zum falschen Zeitpunkt.
Hallo geht’s noch?
Sollen das etwa Argumente sein, tragfähige noch dazu?
Spricht auch nur eine dieser Bemerkungen dafür, dass in Bremen alles so bleiben kann oder soll wie es ist?
NEIN ????!!! Mitnichten !!!
Sorry, aber das ist alles Quatsch!!!
Es geht doch wohl um Bremen und darum die Potentiale, die die Stadt hat, auch endlich zu heben und nicht weiter vor die Wand zu fahren!!!
Was ist dafür nötig?
Vom alten Senat, sprich R-G-R, noch mehr oder endlich mal Ärmel aufkrempeln und was Neues wagen?
Buten un Binnen, wagen un winnen. Das hat Bremen groß(artig) gemacht und da können wir für unsere Stadt auch wieder hin.
Nur wollen muss man‘s schon!
Also weg von dem Parteienhickhack und hin zur Sachebene und der Frage, wie die für Bremen und seine Bürger die beste Lösung aussehen kann und muss, und wie diese Lösung am schnellsten, sichersten und kostengünstigsten erreicht werden kann.
Probleme lösen heißt der Auftrag, sonst nix! Also, an die Arbeit bitte und zwar so, wie der Wähler das möchte!
Denjenigen Politikern, die das verstanden haben, möge ein gutes Fingerspitzengefühl und Zielstrebigkeit beschieden sein und zwar jedem Thema das für die Bürger ein Problem darstellt, ob das Klima oder Bildung, Sicherheit oder Kriminalität, Wirtschaft oder Arbeitsplätze, fließender Verkehr oder wohnortnahe Parkplätze, Hitzeschutz oder Schattenbildung, Bäume erhalten statt Bäume fällen, Erneuerung des bestehenden Radwegenetzes oder Neubau bzw. Verlängerung weiterer Radwege geht.
Nicht die Parteien und ihre Ziele sind zu priorisieren, sondern die Lösung der vorhandenen Probleme und davon gibt’s in Bremen reichlich und noch mehr!
Der Wähler und die Wählerin wollten schon bei der letzten Wahl eine große Koalition von CDU und SPD oder andersrum. Das ist letztlich egal, Hauptsache die Probleme werden im Sinne der Bürger gelöst!!! Wenn das endlich wieder in den Focus genommen wird, löst sich auch das andere, das blaue Thema mit dem Pfeil, Sie wissen schon, der der in die falsche Richtung fliegt!
Bremen braucht einen gewaltigen Neuanfang, oder auch eine Frischzellenkur, wenn möglich für die Regierungskoalition als auch ganz viele Verwaltungsebenen.
Nun stellt sich eine junge, intellektuell versierte Wieke Winter zur Verfügung, wird von Ihrer Partei gewählt und aufgestellt und gibt ihr Bestes. Chapeau für dieses Selbstbewusstsein und den entsprechenden Mut, diese schwierige Aufgabe zu meistern.
Dass sie dabei Fehler macht, ist hinzunehmen, denn sie tut etwas und darf / muss dabei anecken. Gönnen wir uns eine vernünftige Art des Umganges mit Fehlern.
Was aber tun wir bzw. der Journalismus? Statt eine engagierte Kandidatin zu stärken, einen Rückhalt aufzubauen, den sie verdient, schwächen wir sie schon 10 Monate vor der Wahl mit unqualifizierten Befürchtungen! Wer hat denn da noch Lust, sich für diese Stadt / dieses Land in herausragender Weise zu engagieren? Auf diese Zauderer fällt kein gutes Licht.
Freuen wir uns lieber über einen richtig scharfen, mit guten Argumenten ausgetragenen offenen Wahlkampf. Wir Bremer haben es verdient und der/ die Bessere gewinnt.
Eine Bitte zum Schluss. Manche Blog-Beiträge sind mittlerweile Ko-Referate und länger als der eigentliche Blog. Fassen Sie sich bitte kürzer und bleiben Sie beim Thema, dann liest man Ihre sicherlich fundierten Beiträge mit Interesse..
Bitte nicht wieder Klimaleugner-Sprüche. Es ist klar erwiesen: der menschgemachte Klimawandel (besser: Klimakrise) bringt mehr Extremwetterlagen, dazu gehören auch Hitze und Trockenheit – und die bringen Waldbrandrisiken. Es ist VÖLLIG egal, ob der Zündfunke natürlich, durch Unachtamkeit oder absichtlich entsteht, denn ohne den menschgemachten Klimawandel hätten wir das Problem nicht in dem Ausmaß!
@Thomas Meier-Vierow
„In der Kürze liegt die Würze“.
Ich habe mich schon seit längerem in diesem Blog von Herrn Schuller dafür entschieden.
Einmal habe ich sogar die Frage aufgeworfen, ob es noch der Blog von Herrn Schuller sei oder der von Heiko Strohmann?
Herr Strohmann hat mir sogar beigepflichtet.
Allerdings möchte ich aber auch sagen,
dass die Kommentare ein schier „unendliches Potential“ an Informationen beinhalten, die man sonst so nicht bekommen würde.
Herr Schuller sollte den Blog in seiner sufffisant provozierenden Art genau so weiter führen!
Früher oder später werden dann einige Kommentatoren feststellen, dass sie überlesen werden.
Vllt konzentrieren sie sich dann auch auf das Wesentliche in ihren Aussagen und nicht auf ihre ausschweifenden geistige Ergüsse.
Alles eine Frage der Zeit….
(die man hat)…..z.B. zum Lesen dieses Blogs
Moin Thomas Meyer-Vierow, Der Überbringer der schlechten Nachricht ist ja nicht für das Problem verantwortlich, das er benennt. Wenn Wiebke Winter nicht von den „Grünen“ unterscheidbar ist, sollten das die CDU-Wähler im Altenheim schon wissen und sich fragen, ob sie das wollen. Auch @Volker Redder zeigt hier ungeahnte journalistische Potenziale, danke dafür. Mit was haben wir es bei der CDU zu tun? Dem Klaus-Meier-Wahlverein?
Die CDU steht doch nicht für Aufbruch, sondern für ein zähes „Weiter so“. Wenn sich Wiebke Winter nur aus opportunistischen Gründen an die Grünen ranwanzt (wessen Brot ich esse…), wäre das ja noch schlimmer, als wenn sie den Mist glaubt. Denn dann würde ihre spätere praktische Verwaltungsarbeit wie bei Merkel ausschließlich dem Machterhalt dienen, koste es was es wolle. Aber diesen Politikstil müssen wir überwinden.
Mit welchen Fachleuten und mit welchen konkreten Konzepten will die CDU die dysfunktionale Verwaltung Bremens denn auf Vordermann bringen? Was ist mit den dysfunktionalen Schulen, der Polizei und der Justiz? Wer das nicht beantworten kann, ist nicht der oder die Richtige.
Zumindest der Teil über den Klimawandel konnte aus der WELT stammen.
Auch da werden ständig Äpfel mit Birnen verglichen.
Sicher entstehen viele Waldbrände durch Brandstiftung, bzw. unvorsichtigen Umgang mit leicht entflammbaren Materialien. Aber die Ausschläge nach oben begünstigen eben die Waldbrände. Was bei 25 Grad noch lange glimmt und erst später entflammt, vielleicht noch rechtzeitig entdeckt wird, brennt bei 35 Grad sehr schnell und lichterloh. Und selbst wenn ich die Waldbrände „abziehe“, die extrem vielen Tagen mit Temperaturen über 30 Grad gab es in der Häufung früher nicht, ausgenommen das Jahr 2003, welches zwar nicht ganz so viele heiße Tage hatte wie 2026, aber extrem lange Heißphasen und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit.
Ich wundere mich bis heute, daß man dieses Jahr in D fast vergessen hat.
z.B. in Frankreich schuft man wegen der vielen Hitzetoten damals den ersten nationalen Hitzeaktionsplan.
In Deutschland passierte: nichts.
Und zum Interview im WK mit Frau Winter und Frau Neubauer, hat Herr Schuller nicht erwähnt, daß sie gerade in dem Interview ja auch sagte, wenn die CDU sich mehr um den Klimawandel kümmert, kommt dies in erster Linie den GRÜNEN zugute. Für diese Aussage ist sie ja auch kritisiert worden, weil sie wieder sehr parteikleinlich wirkt.
Ansonsten finde ich die Kritik an ihr eher albern, in anderen Ländern gabs Ministerpräsidenten unter 30.
Liebe Leserschaft, ich neige bekanntlich weder zum Dickschädeltum noch zum unbedingten Recht-Haben-Wollen. Deshalb bringe ich an dieser Stelle die Presseerklärung von Dr. Wiebke Winter zum Abstimmungs-Waterloo der rot-grünen-roten Koalition über die geplante Stelle der Antidiskriminierungsbeauftragten. Erstens, weil ich die Presseerklärung gelungen finde und zweitens, weil Sie in unserem Heimatblatt daraus arg wenig lesen können
Hier die CDU-PRESSEERKLÄRUNG:
Antidiskriminierungsstelle geht nicht durchs Parlament
Dr. Winter: „Diese Abstimmung ist ein schwerer Schaden für den Senat Bovenschulte und das wichtige Thema Antidiskriminierung“
Die rot-rot-grüne Koalition hat am Mittwochnachmittag bei einer Abstimmung in der Bremischen Bürgerschaft schweren Schaden verursacht und ihre Zerstrittenheit deutlich offenbart. Die zur Wahl stehende Kandidatin für die Leitung der neuen Landesantidiskriminierungsstelle, Dr. Devrimsel Deniz Nergiz, bekam nicht die nötige Mehrheit von der rot-rot-grünen Koalition und scheiterte mit 40 Ja-Stimmen zu 40 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung.
Für die CDU-Fraktion ist völlig offen, was die gescheiterte Abstimmung jetzt für die Zukunft der Koalition insgesamt bedeutet. Nach der unterschiedlichen Haltung zum Umgang mit Linksextremismus, zur Zivilklausel und in der uneinheitlichen Abstimmung im Bundesrat von Bürgermeister Bovenschulte und Finanzsenator Björn Fecker ist fraglich, ob die Koalition wirklich bis zum Ende der Legislaturperiode durchhält.
„Diese Abstimmung ist ein Offenbarungseid für Rot-Rot-Grün. Mit ihrem Abstimmungsverhalten hat die Koalition das wichtige Thema Antidiskriminierung beschädigt und die selbst auserkorene Kandidatin. Die Koalition erklärt die Landesantidiskriminierungsstelle in ihrem Koalitionsvertrag zu einem zentralen Projekt und schafft es dann nicht einmal, die nötige Zustimmung von ihren Abgeordneten zu bekommen. Einige Abgeordnete der Koalition fehlten, andere müssen gegen die eigene Kandidatin gestimmt haben. Anspruch und Wirklichkeit könnten kaum weiter auseinanderliegen“, erklärt Dr. Wiebke Winter, Vorsitzende der CDU-Fraktion.
„Damit hat der Senat Bovenschulte erneut seine Zerstrittenheit und Führungsschwäche offengelegt. Wenn dieses Vorhaben tatsächlich den Stellenwert hat, den der Senat Bovenschulte ihm öffentlich beimisst, ist dieses Ergebnis umso bemerkenswerter“, so Dr. Winter, die auch auf die jederzeit transparente Haltung der CDU-Fraktion in dieser Frage hinweist. „Wir haben lange vor der Abstimmung angekündigt, dass wir die Schaffung dieser zusätzlichen Stelle – unabhängig von der Person – ablehnen und deshalb konsequenterweise auch der Wahl ihrer Leitung nicht zustimmen werden“, stellt Dr. Winter klar.
Aus Sicht der CDU-Fraktion bestehen in Bremen bereits zahlreiche Strukturen und Anlaufstellen, die sich mit Diskriminierung und dem Schutz Betroffener befassen. „Wir halten eine weitere, zusätzliche und für den Steuerzahler kostspielige Stelle deshalb nicht für notwendig. Wer sie aber unbedingt schaffen will, sollte zumindest in der Lage sein, dafür die eigene Regierungsmehrheit zu organisieren. Genau daran ist Rot-Rot-Grün heute gescheitert“, so Dr. Winter abschließend.
Als ich heute die Verkündung des Abstimmungsergebnis „live“ gehört habe, war ich innerlich geschockt und aber auch zerrissen.
Einerseits habe ich gedacht,
das ist der Anfang vom Ende von RGR.
Die Koalition fällt auseinander!
Andererseits habe ich an Dr Nergiz als Mensch gedacht.
Wie muss sich jemand fühlen, der sich bewusst für Antidiskriminierung (auch im Job)
einsetzt und dann durch das Abgeordneten Votum die „Rote Karte“ gezeigt bekommen hat?
Politik und deren Entscheidungsfindung ist nicht alles.
Es mag ja sein, dass menschliche Belange oft ausgeblendet werden.
Aber in diesem Fall halte ich es für geboten, dass die Abgeordneten der Bürgerschaft sich fraktionsübergreifend bei Fr. Dr Nergiz entschuldigen.
Das wäre menschlich zumindest geboten,
unabhängig von dem, was in der Abstimmung für oder gegen Dr.Nergiz gesprochen haben mag.
Warum erinnert mich diese Posse etwas an die missglückte Wahl der durchgefallenen Verfassungsrichterin Frau Brosius- Gersdorf im Bund?
Aber es gibt einen Unterschied.
Ich denke es ging hier nicht um Vorbehalte gegen die zu wählende Person.
Frau Dr. Nergiz wird sehr wahrscheinlich für das Amt weiter zur Verfügung stehen und bei einer erneuten Wahl im September mit den Stimmen der wieder genesenen Abgeordneten gewählt werden.
Außer sie steht für das Amt dann nicht mehr zur Verfügung.
Und dann wird diese Parlaments-Episode bald wieder vergessen sein.
Schwamm drüber.
Lieber Herr Schuller, über den Artikel war ich doch etwas erstaunt. Sie sprechen Frau Dr. Winter, eine hoch gebildete und ausgebildete junge Frau im Alter von 30 Jahren, die Fähigkeit, eine kleine Großstadt bzw. ein kleines Bundesland zu führen ab. Sie präferieren offenbar einen älteren Herrn, der ggf. etwas an Erfahrung gesammelt hat, aber nicht unbedingt durch Dynamik und Ideenvielfalt auffällt. Ich gehöre mittlerweile auch zur älteren Generation und traue Frau Dr. Winter und ihrem Team eine Menge zu zum Wohle Bremens. Ich gehe auch davon aus, dass meine Altersklasse insgesamt dem Nachwuchs eine Menge zutraut. Erfahrung ist sicher hilfreich, oft aber auch schädlich, da sie den Blick auf die Zukunft verstellt. Wenn die sogenannte Erfahrung dann nur zum tricksen taugt, hilft sie nicht wirklich. Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir solche Menschen wie Dr. Winter und ihr Team in Bremen haben. Außerdem enthält die sogenannte Erfahrung auch immer eine ganze Anzahl selbst gemachter Fehler.
Ich hoffe, dass Frau Winter mit ihren 30 Jahren die Chance bekommt, unser Land nach vorne zu bringen.
Moin Michael Busch, Sie sprechen da ein interessantes Thema an. Der deutsche Staat wird von Leuten geleitet, die keinerlei Führungserfahrung haben. Ihr „kleines Land“ ist praktisch ein großer, komplexer Konzern mit über 62.000 Mitarbeitern (inkl. Personen in Ausbildung und Beschäftigten von Mehrheitsbeteiligungen des Bremer Staates).
Die Politiker, die sich erdreisten, uns etwas erzählen zu wollen, würden in ihren Organisationen keine Referatsleiter werden können, weil sie nicht qualifiziert sind. Wie wollen solche Personen da irgendetwas erfolgreich beeinflussen oder gar umbauen? Ich würde wetten das sich die meisten sogar weigern ein Buch über Organisationsmanagement zu lesen.
Und die CDU reit ihre Kandidatin Wiebke Winter da unrühmlich ein. Es gibt keine öffentlichen Hinweise darauf, dass sie in der Kanzlei mit 20–30 Abgestellten ein Team, Mitarbeiter oder Assistenten führt bzw. leitet.
Ich habe schon 30-jährige Abteilungsleiter erlebt – grundsätzlich gibt es das, dass ist nicht das Problem.
Bei der Debatte über Dr, Wiebke Winter sollte man weniger über ihr Alter und mehr über die Messlatte sprechen, die das Amt des Bremer Bürgermeisters nun einmal hat.
Ein Blick auf Hans Koschnick oder Henning Scherf zeigt, was politische Führung in Bremen einmal ausgemacht hat: Koschnick brachte bereits vor seinem Amtsantritt jahrelange Erfahrung in Bürgerschaft und Senat mit und entwickelte später eine enorme politische und internationale Autorität. Scherf hatte vor seiner Zeit als Bürgermeister eine jahrzehntelange Laufbahn in unterschiedlichsten Senatsressorts hinter sich, von Finanzen und Soziales bis Bildung und Justiz.
Natürlich muss niemand heute erst 30 Jahre Politik machen, bevor er Bürgermeister werden darf. Aber die Frage ist legitim: Wo sind bei Dr. Wiebke Winter bislang die vergleichbare Führungserfahrung, die fachliche Breite und vor allem die Fähigkeit, unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen zusammenzubringen?
Genau daran sollte man sie messen. Nicht an einem „Stockfehler“, aber auch nicht daran, ob sie jung und medienwirksam auftritt. Bremen braucht an der Spitze keine perfekte Selbstdarstellung, sondern politische Substanz, Durchsetzungsfähigkeit und Autorität. Besitzt Dr. Winter diese Eigenschaften schon? Es wäre wirklich schade wenn solche eine talentierte Politikerin verheizt werden würde….
Frau Winter himmelt diesen Merz doch an. Daher glaube ich ihr kein Wort.
Sollte sie tatsächlich bei der Bürgerschaftswahl 2027 ein gutes Ergebnis einfachen, wird sie mit Sicherheit auf ganzer Linie „merzen“. Nichts von ihren markigen Forderungen wird dann noch Gültigkeit haben, Kritik an linke-grüber Politik wird es dann vor ihr nicht mehr geben..
Eine Stimme für Winter und die CDU ist daher aus meiner Sicht eine verschenkte Stimme.