Beifang von der Sachsen-Anhalt-Wahl: Winter und Palmer
Im Nachgang zur Wahl am vorigen Wochenende habe ich für Sie, liebe Leserschaft, zwei Filmchen aus dem Netz zusammengestellt.
Dr. Wiebke Winter hat sich auf das Glatteis einer Wahl-Kommentierung begeben. Schauen Sie selbst. Und Tübingens blitzgescheiter OB Boris Palmer (einst Grün) hat die Wahl im Gespräch mit Constantin Schreiber eingeordnet.
Zunächst die Bremer CDU-Spitzenfrau Dr. Wiebke Winter bei WELT-TV:
Und hier Palmer bei Schreiber:
https://www.youtube.com/watch?v=wGlG1jSk-Ow
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr as
Schon in dem Blog vom 24.08. 26 „Stockfehler“ – die Bürgerschaftswahl für Dr Wiebke Winter 2027 kommt zu früh für sie (32 Kommentare)- habe ich ihre fehlende Professionalität und Unerfahrenheit in einem Kommentar angesprochen.
Dem habe ich nach diesem erneuten „Lapsus linguae“ nichts hinzuzufügen.
Allerdings stellt sich mir persönlich eine Frage:
Wer lässt sie so ins offene Messer laufen?
Wer berät und/oder instruiert sie?
Denn wer sich mit Paul Ronzheimer (BILD Vize) am Wahlabend an einen Tisch setzt,
der muss mindestens genauso mit allen Wassern gewaschen sein. wie er selbst.
Frau Dr Winter sollte ernsthaft darüber nachdenken, daß die “ ungeschminkte Wahrheit“ (ihre) oft nicht angebracht ist.
Voltaire hat mal gesagt:
„Motivation ist das ausgewogene Spiel mit dem Überwasser/Unterwasser.“
Manchmal geht man halt „Baden“, ein anderes Mal schwimmt man dann wieder oben.
Hoc sensu (in diesem Sinne)….
Frau Dr. Winter hat Welt-TV mit Buten und Binnen verwechselt. Shit happens!
Nicht gerade ein rhetorischer Lichtblick, aber vermutlich steht sie auch noch etwas unter Schock.
Manchmal ist es besser dann erst mal nichts zu sagen, natürlich wird dies auch wieder von der Presse kritisiert.
Warum steht die CDU so schlecht da?
Der Wortbruch von Merz („keine weiteren Schulden mehr“), eine schlechte Wirtschaftspolitik, überall nur Stückwerk, ob Gesundheits- oder Sozialpolitik.
Ein Ludwig Erhard ist allerdings weit und breit nicht zu sehen.
Wenn junge Politiker/-innen dann nur die üblichen Sprechblasen von sich geben („Bürger mitnehmen“), dann wird dies nur einen harten Kern zufriedenstellen, der natürlich immer kleiner wird.
Aber man wird in der CDU ( Bremens ) nicht „Chefin“, wenn man eine konservative Partei reformieren will.
Ich kann mich da Herr Teupe nur anschließen. Ich hab mich in den letzten Monaten immer wieder gefragt, wer Wiebke Winter berät, ob jemand sie berät oder ob sie vielleicht beratungsresistent ist. Man sagt ja so schön: Es gibt keine schlechte PR. Das trifft in diesem Fall aus meiner Sicht nicht zu. Mit ihrem Auftritt bei Welt-TV tingelte Wiebke Winter zwar durch sämtliche Social-Media-Timelines in Bremen und Deutschland, der Zuspruch für ihre Aussagen dürfte die 5-Prozent-Hürde aber nicht geschafft haben. Für viele Menschen verkörperte der Auftritt genau das, was sie an der Politik der etablierten Parteien und vor allem der aktuellen Bundesregierung stört: Viel Palaver, viele Plattitüden, viel leere Worthülsen, aber vor allem: nicht den Ansatz einer gesunden Selbstreflexion. Ich kann ja verstehen, dass Wiebke Winter vor den Augen der Nation keine Friedrich-Merz-Generalkritik üben will. Aber ein bisschen gesundes Selbsteinschätzung und ein Eingestehen der eigenen Fehler wäre das Mindeste gewesen.
So bleibt ein katastrophaler Auftritt, der Winter und der CDU nur geschadet hat.
PS. Mich würde echt mal interessieren, was Chefkommentator Strohmann hierzu zu sagen hätte…. 😉
Unfassbar peinlich, was Frau Dr. Winter da von sich gibt.
Ich habe den Eindruck, sie hat 2-3 Sätzchen auswendig gelernt und wiederholt diese wie eine Sprechpuppe.
Sie ist nicht willens und/oder in der Lage die einfachste Frage der Journalisten zu beantworten.
So wie Frau Winter keine Kritik an Merz zulässt bzw. selbstkritisch äußert, muss sie aus meiner Sicht zwingend aus dem CDU-Vorstand zurück treten, wenn ihr großer Held, ihr Idol, Friedrich Merz ist den nächsten (hoffentlich) maximal vier Wochen aus dem Bundeskanzleramt gefegt wird.
Bei „buten un binnen“ wird sie nach meiner Beobachtung dagegen mit Samthandschuhen angefasst, wie die meisten Politiker.
(manche „Journalisten“ möchten sich ja die Tür zu einer hoch bezahlten Pressesprecherstelle im Umfeld der Bremer Regierung ab Juni 2027 offen lassen)
Reinste Comedy. Hoffentlich wird die hier nicht Bürgermeisterin. – LOL
Aber leider ist Minich kein Siegmund, und wir müssen darauf hoffen, dass Merz fest an seinen Stuhl geschraubt ist und sicherlich nicht freiwillig zurücktritt. Der wird dem Partei-Zombie bis zur Wahl sicherlich noch einige Stimmen kosten. Da kann ich Frau Winter nur empfehlen, den großen Vorsitzenden einmal auf dem Marktplatz auftreten zu lassen.
Lieber Herr Teupe, lieber Herr Grabowski,
erst einmal Entschuldigung, dass ich als „Chefkommentator“ so spät meinen Senf dazugebe. Ich war den ganzen Tag unterwegs und habe eben beim Wirtschaftsempfang in Bremerhaven auch noch den Blogger Axel Schuller getroffen. Aber das nur vorweg.
Ja, es war vielleicht nicht der beste Auftritt. Und ja, vielleicht hat sie sich von Herrn Ronzheimer und seiner sehr aufgeregten Kollegin etwas zu sehr den Schneid abkaufen lassen. Geschenkt.
Aber die krachende Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt jetzt im Wesentlichen an Friedrich Merz festzumachen, greift mir deutlich zu kurz. Ich habe dazu ohnehin eine etwas andere Auffassung, aber darum geht es hier gar nicht.
Wir müssen genauso über die CDU in Sachsen-Anhalt selbst reden. Wenn eine Partei sämtliche Wahlkreise verliert, die sie vorher gehalten hat, dann kann die Erklärung nicht ausschließlich in Berlin liegen. Das sagt auch etwas über Kandidaten, Verankerung und politische Arbeit vor Ort aus. Und wenn man sich anschaut, wie sich manche Parteifreunde jetzt nach der Niederlage verhalten, erklärt das vielleicht im Nachhinein auch ein Stück weit das Ergebnis.
Natürlich muss man ebenso fragen, ob die Vorbereitung und Unterstützung aus dem Konrad-Adenauer-Haus ausreichend waren. Die Ratlosigkeit, die jetzt an manchen Stellen zu spüren ist, fällt schließlich nicht vom Himmel. Das alles gehört auf den Tisch und muss ohne Scheuklappen analysiert werden.Aber daraus jetzt gleich eine generelle Unprofessionalität zu konstruieren, nach dem Motto „Ich habe es ja schon immer gesagt“, da sage ich:
Liebe Freunde der Volksmusik, lasst mal die Kirche im Dorf.
Kritik ist richtig und notwendig. Aber wir sollten uns auch einmal fragen, wie wir inzwischen mit unseren eigenen Führungspersonen umgehen. Wenn jeder unglückliche Satz, jeder schwächere Auftritt und jede Formulierung sofort zum Skandal hochgezogen wird, dürfen wir uns am Ende nicht wundern, wenn niemand mehr den Mut hat, überhaupt etwas zu sagen.
Sehr geehrter Herr Strohmann
Es ist absolut richtig, wenn Sie in „medias res“ gehen und die Gründe für das ‚katastrophale“ Abschneiden der CDU bei der Sachsen -Anhalt Wahl überwiegend dort verorten!
Mein Kommentar bezog sich eher auf den Auftritt von Dr Winter bei WELT TV.
Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe
Einige andere und ich selbst auch waren total geschockt wegen der Unbedarftheit und Naivität von Frau Dr. Winter.
Man hätte sie anders ‚briefen“ müssen,
zumal zum Zeitpunkt der Diskussion nur Hochrechnungen und noch kein vorläufiges Endergebnis vorlagen.
Da hätte ich mir von Frau Dr. Winter mehr Professionalität erhofft.
Es ging mir in meinem Kommentar (wie gesagt) lediglich um den Auftritt von Frau Dr Winter, nicht um das Wahlergebnis.
Ihnen weiterhin „gute Arbeit“ …
Vielen Dank für Ihre Reaktion Herr Strohmann. Ich weiß zu schätzen, dass Sie eine inhaltliche, auch manchmal unangenehme Diskussion nicht scheuen. Mir ging es aber ebenfalls um den Auftritt von Wiebke Winter bei WELT TV und nicht um die Performance von Friedrich Merz, deren Bewertung diesen Rahmen hier sprengen würde.
Ich bin grundsätzlich kein Fan der Arbeit der rot-grün-roten Koalition hier in Bremen und glaube, ein Regierungswechsel würde diesem Bundesland sehr gut tun. Dafür braucht es aber aus meiner Sicht nicht nur eine starke CDU, sondern auch eine FDP im Parlament und eben auch eine(n) starke(n) Bürgermeister-Kandidatin oder – Kandidaten gegen Herrn Bovenschulte. Das ist Wiebke Winter meiner Meinung (noch) nicht. Die Gründe wurden glaube ich vielen Menschen vor allem in den letzten Wochen deutlich. Und da sind doch auch Sie gefordert, Herr Strohmann: Frau Winter braucht gute Beratung, Ihre Beratung. Denn Erfahrung kann man weder kaufen noch von jetzt auf gleich lernen. Und ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass Sie, Herr Strohmann, Wiebke Winter raten, ständig irgendwelche Bundesthemen in Talkshows zu besprechen.
Wenn Wiebke Winter hier Bürgermeisterin werden will, dann sollte Sie sich vor allem mit Bremen beschäftigen. Denn hier gibt es genug Themen und Probleme. Solange sie aber lieber ständig auf der die nationalen Bühne in Berlin um Aufmerksamkeit buhlt, ist sie in meinen Augen als Bremer Bürgermeisterkandidatin nicht glaubhaft bzw. geeignet.
Ich denke, dass Frau Winter schon jetzt, trotz ihrer jungen Jahre, ein politisches Fossil ist.
Sie verdankt ihren steilen politischen Aufstieg in der CDU m.E. dem Versuch der Bremer CDU, auf den klimapolitischen Zug aufzuspringen und zu suggerieren, dass die CDU in Sachen Klima ganz weit vorne ist. Dumm für die CDU, dass das Thema massiv an Bedeutung verloren hat und andere Themen in den Vordergrund getreten sind, z.B.: Rückbau des Gesundheitswesens für alle gesetzlich Versicherten, zunehmend trübe Wirtschaftsaussichten, hohe Staatsverschuldung, Inflation, Aufrüstung, Kriegsangst und wohl auch immer noch Migration.
Bei diesen Prioritätenverschiebungen in der öffentlichen Debatte dürfte eine klimapolitische Gallionsfigur ehr deplatziert sein. Was bleibt, ist die offenkundige Botschaft der CDU, dass sie nunmehr bei der Auswahl ihres politischen Führungspersonals dort angelangt ist, wo die Grünen schon lange sind: Der Weg in politische Spitzenämter führt vom Kreißsaal in den Hörsaal und von dort in den Plenarsaal.