Dokumentation: Das sagt die Verkehrsbehörde von Özlem Ünsal

29.09.2026 5 Von Axel Schuller

Liebe Leserschaft, hier die Antworten des Pressesprechers von  von Senatorin Özlem Ünsal, Aygün Kilincsoy, auf meine entsprechenden Fragen:

Hallo Herr Schuller,

klar ist: Die Neuordnung des Parkens verändert den Alltag direkt vor der Haustür. Wer seit Jahren an derselben Stelle parkt, muss sich umstellen. Dass das Ärger auslöst, verstehen wir. Dass sich etwas ändern muss, hat das Bundesverwaltungsgericht 2024 entschieden, aufgrund von Klagen aus Bremen zur Sicherstellung von barrierefreien Gehwegen: Die Stadt darf zugeparkte Gehwege nicht dauerhaft hinnehmen. 

Auf dem Gehweg muss Platz sein für Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen und das Kind auf dem Schulweg. 

Noch dringender ist, dass Feuerwehr und Rettungsdienst jederzeit durchkommen. Deshalb kommen die Rettungswege zuerst.

Wie sich etwas ändert, entscheiden wir, und zwar mit Augenmaß: Stadtteil für Stadtteil, Straße für Straße – aber nach einem systematischen, abgewogenen Konzept, nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung. 

Unser Ziel sind so viele Parkplätze, wie die Straßen hergeben. Aber wir müssen hier auch andere Bedarfe berücksichtigen, die ebenfalls in den Straßen Platz finden müssen. 

Das ist insbesondere vor dem Hintergrund sich verändernden Mobilitätsanforderungen notwendig. 

Wo der Gehweg breit genug bleibt, darf weiter halb darauf geparkt werden, dann aber „angeordnet“, d.h. legal. Mit dem Bewohnerparken bekommt Vorrang, wer im Quartier wohnt. Und wer das Parken ordnet, muss auch Angebote machen: 

Wir prüfen aktiv, Stellplätze zum Mieten auf privaten Flächen zu schaffen. Auch die Einrichtung von Quartiersgaragen (z.B. am Südbad) wird weiterhin geprüft. Für die Quartiersgarage am Südbad hat der Senat im September den Weg frei gemacht hat.

Vor dem Pilotprojekt zu „Parken in Quartiere“ in der Neustadt wurden Maßnahmen zur Rettungssicherheit durchgeführt, jeweils punktuell in einzelnen betroffenen Straßen (Stufe 1 und 2 des Konzepts „Parken in Quartieren“). So sieht es das Konzept „Parken in Quartieren“ vor, das Deputation, Senat und Stadtbürgerschaft zwischen November 2025 und Januar 2026 beschlossen haben:

  • Stufe 1. Rettungswege sichern in den innenstadtnahen Stadtteilen Neustadt, Walle, Findorff, Mitte, Östliche Vorstadt und Schwachhausen
  • Stufe 2. Rettungswege sichern in den übrigen Stadtteilen
  • Stufe 3. Parken ordnen und Gehwege freimachen in den sechs innenstadtnahen Stadtteilen, zusammen mit Bewohnerparken und weiteren Angeboten
  • Stufe 4. dasselbe in den übrigen Stadtteilen

Die Stufen folgen grundsätzlich nacheinander. Die Rettungswege haben Vorrang, weil es im Ernstfall um Leib und Leben geht. Werden zukünftig weitere Straßen identifiziert, in den Rettungswege eingeschränkt werden, werde diese kurzfristig parallel bearbeitet.

Findorff und Andreestraße: Die Maßnahmen in der Andreestraße waren notwendig, damit Feuerwehr und Rettungsdienst jederzeit durchkommen. Das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) hat in diesem Zusammenhang 2025 in Findorff (und in weiteren Stadtteilen) weitere Straßen neu regeln müssen. Karte und Liste finden Sie auf https://parken.bremen.de/quartiere-und-massnahmen/rettungssicherheit  .

Das flächendeckende Ordnen des Parkens zur Sicherstellung der Barrierefreiheit, also Stufe 3, steht in Findorff noch aus.

Infos zum Konzept Parken in Quartieren: www.parken.bremen.de :

Neustadt: Lahnstraße und Delmestraße:

In der Neustadt startete die erstmalige Umsetzung der Stufe 3 des Konzepts „Parken in Quartieren“, als Pilotprojekt. https://parken.bremen.de/quartiere-und-massnahmen/pilotprojekt-neustadt-west. Es wird vorgezogen vor allen anderen Quartieren/Stadtteilen bearbeitet. Das Pilotgebiet umfasst drei Quartiere zwischen Neuenlander Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Westerstraße und B 6. Das Parken wird zur Sicherstellung der Barrierefreiheit im gesamten Bereich geordnet. Es wird Bewohnerparken zur Entlastung des Straßenraums eingeführt. Parallel werden Begleitmaßnahmen umgesetzt.

Das „aufgesetzte“, bisher illegale Parken wird unterbunden. Dort, wo es die Straßenbreite zulässt, wird aufgesetztes Parken angeordnet, d.h. es wird markiert und beschildert. In anderen Straßen, wo das aufgrund des Straßenquerschnitts nicht möglich ist, wird am Fahrbahnrand geparkt. Jede Straße wird einzeln betrachtet: Markierung und Beschilderung laufen bis Ende Oktober, mittlerweile sind über 80% der Straßen neu geordnet. Das Bewohnerparken startet im November, wenn alle notwendigen Schilder und Parkscheinautomaten aufgestellt sind.

Die Delmestraße und Lahnstraße liegen im Pilotgebiet.

– Delmestraße: hier werden keine Maßnahmen zum Parken notwendig – es wird schon jetzt legal geparkt.

– Lahnstraße: Für die Lahnstraße wurde – parallel zum Projekt „Parken in Quartieren“ – die Einrichtung einer Fahrradstraße auf Wunsch des Beirats geprüft. Der Beirat hat die Einrichtung vor Kurzem beschlossen. Vor diesem Hintergrund werden hier nun Maßnahmen getroffen, die z.T. auch da Parken betreffen. Die Planung der Fahrradstraße läuft derzeit.

Weitere Stadtteile:

Die Umsetzung des Konzepts Parken in Quartiere – Stufe 3 – wird nach dem Abschluss der Arbeiten zum Pilotprojekt begonnen.

Der Ablauf wurde wie folgt festgelegt: Es wird parallel in 4 Stadtteilen gearbeitet, siehe Abbildung.

  • Walle/ Findorff
  • Mitte / Östliche Vorstadt
  • Schachhausen
  • Neustadt

Es werden immer mehrere Quartiere in einem „Cluster“ bearbeitet. Die Reihenfolge (hier im Bild; Priorität „1“ bis „3“) ergibt sich aus dem Belastungsgrad (Grad der Einschränkung der Barrierefreiheit). Der 1. Cluster in der Neustadt wurde vorgezogen als Pilotprojekt bearbeitet.

Insgesamt sollen alle innenstadtnahen Stadtteile bis ca. 2030/31 bearbeitet werden, danach folgen die innenstadtfernen Stadtteile (hierfür gibt es noch keine Reihenfolge).

Einen weitergehenden, konkreten Zeitplan für einzelne Quartiere oder Straßen gibt es derzeit noch nicht.

Bevor sich in einem Stadtteil etwas ändert, stellen wir die Planung öffentlich im Beirat vor und kündigen die Maßnahmen an. Bewohnerparken führen wir nur im Einvernehmen mit dem Beirat ein.“

ENDE der Mitteilungen von Herrn Aygün Kilincsoy