Bürgermeister zeigt Nerven / Grüne – Partei der Realitätsverweigerer

06.10.2026 16 Von Axel Schuller

Heute zwei Themen. 1. Die Grünen wollen mal wieder die Wirklichkeit nicht wahrhaben. Auf zwei DIN-A-4-Seiten äußern sie sich zu dem ungeheuerlichen Angriff auf ein schwules Männerpaar – bringen es aber nicht über sich, die Tatverdächtigen näher zu beschreiben. Laut Polizeibericht: Arabisch Sprechende. 

2. Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) hat sich in einer Sendung von „Buten un Binnen“ erlaubt, „Nerven“ zu zeigen. Das kommt im Netz nicht gut an. Bei all meiner bekannten grundsätzlich kritischen Einstellung Regierenden gegenüber: Das hat Bovenschulte nicht verdient!

Bleiben wir erst einmal beim Bürgermeister. Der ist immerhin noch wichtiger als die – sorry – Grüne Partei der Realitätsverweigerer.

Bubi-Moderator János Kereszti plauderte zum Ende der 3.Oktober-Feierlichkeiten mit Bovenschulte live im Studio. Der Bürgermeister – vermutlich noch Adrenalin-getragen – freute sich nahezu euphorisch über das sehr gut gelungene Bürgerfest. Kereszti moderierte schließlich mit dem Hinweis ab, dass ein tolles Fest sicher auch „dem regierenden Bürgermeister“ bei der nahenden Wahl im Mai 2027 nicht schaden werde.

Aus Bovenschulte platze heraus: „Darum geht es doch gar nicht“. Und:

„Es gibt ja gar keinen regierenden Bürgermeister in Bremen.“

Der RB-Kollege schob rasch hinterher: „Präsident des Senats“.

Aber im Netz galt der Bürgermeister sofort als Besserwisser.

Dazu meine – für manche vllt überraschende – Einschätzung:

Selbstverständlich nützt eine gelungene Gedenkfeier und ein super Bürgerfest einem in diesen Tagen allgegenwärtigen Bürgermeister. Aber: Dieser Mega-Aufwand der Stadt wird doch nicht betrieben, damit ein Regierungschef glänzen kann.

Insofern habe ich Bovenschultes kurzzeitige Genervtheit über den – wie auch ich fand – unpassenden Hinweis des Bubi-Moderators, verstanden. Der wirkte nämlich irgendwie gewollt. Nach dem Motto: Ich, der Moderator, ordne das jetzt noch mal kritisch ein.

Außerdem, liebe Leserschaft, wie steht es eigentlich um die stets von allen und immerwährend eingeforderte „Empathie“? 

Der Regierungschef eines Landes, das alle 16 Jahre beauftragt ist, eine solche Riesen-Sause auszurichten, steht selbstverständlich tagelang (und vllt sogar nächtelang) unter Strom: 

Klappt alles? Machen die Linksextremisten wie angekündigt Bambule? Kommt die Bevölkerung zu dem dreitägigen Fest? Was sagen die eingeladenen von Bundesregierung, Bundestag, Verfassungsgericht? Geben wir in den Augen der breiten Masse vielleicht zu viel Geld aus? Usw.

Ich finde, aus einer solchen lang anhaltenden Anspannung heraus darf man auch mal kurz besserwisserisch auftreten, also Nerven zeigen.

Wer sich über Politiker erhebt, sollte stets überlegen, wie er/sie selbst in der Rolle agieren würde. Würde man ein solches Pensum selbst überhaupt packen? Und das – nebenbei bemerkt – für ein Sechstel des Salärs eines Sparkassenvorstandschefs…? 

In diesem Zusammenhang gilt einem weiteren Politiker meine Hochachtung: CDU-Landeschef Heiko Strohmann hat hier im Blog zum Stück über die Feierstunde in der Glocke folgenden Kommentar hinterlassen:

„Und Sie wissen: Es fällt mir nicht ganz leicht, das zu sagen. Aber auch Bundesratspräsident Dr. Andreas Bovenschulte hat eine sehr gute Rede gehalten. Eine Rede, die mich mitgenommen hat. Besonders dankbar bin ich für seinen Dank an die Polen. Dies wird in der deutschen Nabelschau oft vergessen.“

Das, liebe Mäkelnde unter uns, das nenn ich souverän.

So, nun zu den ewig gutmenschelnden Grünen.

Die Polizeimeldung war deutlich: 

„Sögestraße, 3.10.26, 23 Uhr – Zwei 29 und 33 Jahre alte Männer wurden am Samstagabend in der Altstadt aus einer etwa zehnköpfigen Gruppe heraus aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beleidigt und geschlagen.

Die beiden Männer hatten gemeinsam die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit besucht. Auf dem Nachhauseweg schlenderten sie durch die Obern- und Sögestraße. Dort kam ihnen eine größere Gruppe entgegen. Mehrere junge Männer pöbelten sie lautstark an und riefen ihnen unvermittelt homophobe Beleidigungen in arabischer Sprache zu. Als der 29-Jährige sein Handy zückte, um den Vorfall zu dokumentieren, wurde das Paar aus der Gruppe heraus von mehreren Personen mit Fäusten geschlagen. Im Anschluss flüchteten die Verdächtigen zu Fuß. (…)“

Die Grünen Kai Wargalla und Dr. Solveig Eschen meldeten sich dazu gestern zu Wort: Der Angriff auf das Schwule Paar zeige, „wie real die Gefahr von Hass und Gewalt für quere Menschen im Alltag ist.“

Und: „Umso besorgniserregender sind die massiven Kürzungen der Bundesregierung bei wichtigen Präventions-, Bildungs- und Beratungsprojekten im Bereich queres Leben.“

KEIN Wort zu den vermutlichen Tätern. Nicht ein einziges. Ähnlich eingeschränkt reagierte die Linke:

„So schön die Feier auch für viele war, müssen wir dafür sorgen, dass solche Orte für alle sichere Orte sind.“

CDU, FDP, BIW nahmen die Polizeiinfo (Arabische Sprache) auf. Die SPD äußerte sich überhaupt nicht.

Im vorliegenden Fall fand ich die FDP am überzeugendsten. Ihr innenpolitischer Sprecher Dr. Marcel Schröder erklärte:

„Religion, Kultur oder Tradition rechtfertigen keine Homophobie. Das gilt ausdrücklich auch in arabisch und muslimisch geprägten Milieus. Homosexuellenfeindliche Vorstellungen müssen dort genauso offen benannt und bekämpft werden wie überall sonst. Rücksicht auf religiöse oder kulturelle Empfindlichkeiten darf niemals wichtiger sein als das selbstbestimmte Leben der Betroffenen. Religionsfreiheit schützt den eigenen Glauben, sie gibt aber niemandem das Recht, anderen ihre Freiheit abzusprechen.“

Das kann man als „normal“ denkender Menschen nur unterschreiben.

Munter bleiben!

Herzlichst Ihr,

Axel Schuller  

P.S.:

  1. Unbedingt die Kommentare zum GeNo-Stück und zur dazugehörenden Doku anschauen; inkl. Lösungsvorschlägen für die Misere des städtischen Krankenhaus-Konzerns!
  2. Für Freitag früh darf ich Ihnen eine neue Rubrik bei bsg ans Herz legen.
  3. Im Gastkommentar zum Wochenende geht’s wirklich wieder rund.