Besonderer Behördenparkplatz / Polizei / WK verkauft seine Titelseite
Herbstferien, politisch wenig los in Bremen. Stimmt das? Eigentlich nicht. Deshalb heute ein „Kessel Buntes und Sonderbares“ aus der Hansestadt. Fangen wir mit der illustrierten Geschichte an. Das „Haven Höövt“ am Vegesacker Hafen ist Geschichte – größtenteils abgerissen. In dem Neubau ist jetzt die Polizei untergekommen. Hat aber leider keine Parkplätze für die vielen Streifenwagen. Was tun? Auf der Fahrbahn abstellen, Bauzaun drum. Fertig ist der Behördenparkplatz. Wobei die Baubehörde meint, den Parkplatz gebe es doch gar nicht…

Ich will mich jetzt nicht an Kleinigkeiten aufhalten. Nur, wenn ich mich veräppelt fühlte, kommt in mir einfach der alte „Rechercheur“ hoch. Schauen Sie das Foto an und lesen Sie dann die Auskunft von Aygün Kilincsoy, Sprecher von Verkehrssenatorin Özlem Ünsal (SPD), zu dem Tatbestand:
Kilincsoy schreibt: „Die Straße am ehemaligen Haven Höövt muss einiges leisten: Sie führt zum Parkhaus und zu den Häusern der Bremer Heimstiftung, und seit Kurzem hat dort auch die Polizei ihren Standort. Damit das für alle funktioniert, gilt laut Amt für Straßen und Verkehr derzeit:
Geparkt werden darf auf den Nebenanlagen, also neben der Fahrbahn, aber nur so, dass die Fahrbahn selbst frei bleibt.
Wie die Polizei ihre Dienstfahrzeuge vor Ort abstellt, liegt in ihrer Zuständigkeit.“
Anmerkung meinerseits: SIEHE FOTO.
Die Polizei hat so viele Auto, dass sie gleich zwei Fahrspuren in Beschlag genommen haben. Normalbürger können dort nicht fahren, werden auf die Gegenspur umgeleitet.
Fagen: Könnte es sein, dass die Gebäudefläche größer als die des früheren Haven Höövts ist? Ist das eine „Grenzbebauung“? Fehlen dadurch die Aufstellflächen für die Polizei auf dem Seitenstreifen?
Ist das noch kurios – oder doch schon Fehlplanung?
By the way: Sollten Sie als Stadtbremer mal in Nord landen, versuchen Sie nicht die Eisenbahnbrücke in der Hermann-Fortmann-Straße (führt vorbei an der Grohner Düne zur neuen Polizei-Station) zu unterqueren. Die ist immer noch gesperrt. An der Brücke samt Fahrbahn würgen Baufirmen mittlerweile seit 5 Jahren (Juni 2021) herum. Fertigstellung (angeblich): Januar 2027.
Kümmert sich eigentlich „extra3“ schon darum?
Die Nummer ist auf jeden Fall eines: unfassbar!
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THEMA: POLIZEI-„KESSEL“
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Bleiben wir bei der Polizei. Die Einheitsfeier und das Bürgerfest sind glatt über die Bühne gegangen. Und dass, obwohl sogar eine Demo der Linksextremisten für den 2.10. genehmigt worden war.
Einige Herrschaften wollten trotz des ansonsten generellen „Versammlungsverbots“ u.a. rund um die Zeltstadt von Bundestag & Co u.a. gegen Abgeordnete der AfD im Zelt demonstrieren.
Die Polizei fackelte nicht lange, separierte die paar Handvoll Leute.
Betroffene durften dann bei Radio Bremen und im Weser-Kurier über das „Einkesseln“ durch die Beamten jammern. Teilweise sogar anonym. Eine Frau beschwerte sich zudem, sie sei festgehalten worden, weil sie keinen Ausweis dabei hatte.
Leute, echt jetzt?
Weshalb dürfen sich Leute in „Qualitätsmedien“ ausheulen, obwohl alle Welt wusste: Am Tag der Deutschen Einheit herrschte großes Schutzbedürfnis, weil Sorge vor einem bspw. irren (islamistischen) Attentäter. Also war besonders viel Polizei unterwegs.
Und da geht man natürlich ohne Ausweis auf solch ein Fest. Hat zuvor selbstverständlich nie etwas davon gehört, dass in bestimmten Bereichen ein Demo-Verbot gilt….
Wenn sich solche Leute in den Medien großflächig als Opfer darstellen dürfen, kann ich junge Männer und Frauen verstehen, die allmählich darüber grübeln, ob ihre Berufswahl wirklich so sinnvoll war.
Polizisten müssen sich heutzutage in aller Öffentlichkeit anpöbeln und sogar angreifen lassen, wie jüngst Marco Lübke, innenpolitischer Sprecher der CDU, kritisierte. Demnach wurden im vergangenen Jahr in Bremen 784 entsprechende Delikte registriert – knapp 80 Prozent mehr als noch 2022.
Echt fies, weil schmerzhaft: Einige Demonstranten stoßen mittlerweile mit Schirmspitzen und Fahnenstangen unter die Visierhelme der Beamten. Beobachtet während der Kleinscharmützel rund ums Einheitsfest.
Und noch so ein Ding: Als Schüler kürzlich gegen die Wehrpflicht demonstrierten, duldeten sie in ihren Reihen Jugendliche, die in Richtung begleitende Polizisten (meist junge Beamte der Bereitschafts-Hundertschaft) skandierten: „Alle Bullen sind scheiße“. Irgendwann wird die Polizei wohl Nachwuchsprobleme bekommen…
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SCHADET WERBUNG AUF DEM TITEL?
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Zum Schluss noch ein Aufreger – jedenfalls unter älteren, langjährigen Zeitungslesern: Der Weser-Kurier hat vorige Woche zum zweiten Mal seine Titelseite an ein Möbelhaus verkauft. Keine Infos, Fotos, Nachrichten auf Seite 1. Sondern Werbung von Höffner. Vom Weser Report kennt man das. Aber der finanziert sich schließlich auch zu 100 Prozent aus Anzeigen und Beilagen.
In der WK-Redaktion regten sich, wie ich höre, keine Bedenken oder gar Gegenwehr. Da ist man inzwischen um jeden Euro froh, der in der Kasse landet.
Mal schauen, wie sich das im Wahlkampf noch entwickeln wird.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Schon mal vorsorglich: Zum Wochenende gibt’s erneut einen Gastkommentar. Hoffentlich ähnlich stark (und sachlich) diskutiert wie der am vorigen WE.
Mittlerweile hat die Polizei-Pressestelle auf die Anfrage von bsg geantwortet:
„Wir können nachvollziehen, dass die derzeitige Parksituation unserer Dienstfahrzeuge für Irritationen sorgt und möglicherweise auch zu Einschränkungen führt. Dafür bitten wir um Verständnis.
Die aktuelle Regelung ist dem Baufortschritt im Speicherquartier geschuldet und mit den Verantwortlichen abgestimmt und genehmigt.
Nach Abschluss aller Baumaßnahmen wird der überwiegende Teil unserer Dienstfahrzeuge im Kontor (das ist das Parkhaus-Gebäude; Anm.- d. Red.) untergebracht. Lediglich unmittelbar für Einsätze benötigte Fahrzeuge werden weiterhin im Außenbereich stehen.
Wir hoffen, dass sich die Situation damit bald entspannt, und bedanken uns für Ihre Geduld.“
Der wohl in der Aussage von Aygün Kilincsoy wichtigste/richtigste Satz lautet:
„Wie die Polizei ihre Dienstfahrzeuge vor Ort abstellt, liegt in ihrer Zuständigkeit“!
Haben wir oft genug erlebt im Bereich Innenstadt Revier „Am Wall“ und auch in der „Buchtstrasse“, oder in Walle beim Edeka Center….
Da werden/greifen dann eigene polizeiliche Spielräume und Interpretationen.
Muss man mit leben.
Es gibt eben Gleichere als Gleiche.