GeNo-Kredit-Überraschung / Gen Z in HB jünger als in B / „SPD macht Bildung besser“…

29.10.2026 6 Von Axel Schuller

Bremen – unsere facettenreiche Landeshauptstadt (ja, immer noch!) bietet jeden Tag neue Überraschungen. Deshalb heute ein buntes Sammelsurium, vornehm, Nachrichten-Patchwork. Die Themen: Der Senat „pampert“ die GeNo mit 293 Millionen-Kredit, wobei es keine Rückzahlungsvereinbarung für den Alt-Kredit über 233 Millionen gibt! Die „Gen Z“ will Sonnabend für eine bessere Zukunft demonstrieren. Hoffentlich kein Anlass für Linksradikale, sich darunter zu mischen. Zum Schluss etwas, das endlich Hoffnung verbreiten soll: Die „SPD will die Bildung besser machen“ – hat sie jedenfalls jüngst plakatiert. Dazu lesen Sie heute hier einen „Brandbrief“.

GeNo:

Kurzer Nachdreh zum GeNo-Neu-Kredit: Der Senat hat dem städtischen Klinik-Konzern weitere 293 Millionen Euro auf Pump versprochen, inklusive Rückzahlungen-Bedingungen. Das Geld zu Abwendung einer Insolvenz und zum Ausgleich der in den  kommenden Jahren erwarteten Defizite wird bis 2031 gewährt. Der Senat verlangt, dass das Geld spätestens ab 2032 – in einem Zeitraum von zehn Jahren – zurückgezahlt wird.

Auf meine Anfrage im Gesundheitsressort von Claudia Bernhard (Linke), wie denn die Rückzahlungsmodalitäten für den in der Vergangenheit gewährten Kredit über 233 Millionen seien, erhielt ich eine wirklich überraschende Antwort.

Julian Okrongli schrieb für das Ressort:

„Sehr geehrter Herr Schuller,

es ist nicht vereinbart, in welchem Zeitraum die „alte“ Kreditlinie zurückgezahlt werden muss.“

Mein erster Gedanke: Donnerwetter, Bremen muss ja doch noch irgendwo Gold-Vorräte oder ähnliches vergraben haben…

Zweiter Gedanke: Wenn die Freien Kliniken in Bremen jetzt nicht auf die Gerichts-Barrikaden gehen, wann dann?

Ist aber deren Sache.

Noch ein Tip: Schauen Sie sich den vorigen GeNo-Beitrag, dort vor allem die Leserkommentare an!

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Gen Z:

Sonnabend will die Gen Z (16- bis 21-Jährige) für bessere Bildung, für ein besseres Leben und gegen die Wehrpflicht auch in Bremen demonstrieren. Zwischen 14 und 18 Uhr soll auf dem Domshof sowie während eines Umzugs durch die Neustadt und retour demonstriert werden. Angemeldet haben sich (online) mittlerweile 4.765 Personen. Nachdem der Weser-Kurier gleich mehrfach berichtet hatte, die Veranstalter hielten 500 Corona-Masken bereit, sah sich die Innenbehörde gezwungen, auf die bei Versammlungen generell verbotene (strafbare) Vermummung hinzuweisen. 

Allein die öffentlich offerierten Vermummungshilfen lassen nix Gutes erwarten. 

Dazu kommt, dass eine linke Bremer Gruppe gerade jetzt die Solidaritätstrommel für Daniel Viemann, den Stromleitungs-Attentäter aus NRW, rührt, könnte Unbill verheißen.

Bitte NICHT!

Die Behörde von Innensenatorin Dr. Eva Högl und ihrem Verfassungsschutzchef Thorge Koehler schätzen – laut Ressortsprecher René Möller – die möglichen Gefahren für Bremen und die Innenstadt als gering ein.

Kleiner Spaß am Rande: 

In Berlin haben sich noch vor der zentralen Demo der „Gen Z“ mehrere Mitveranstalter aus Angst vor Chaoten-Unterwanderung zurückgezogen. Laut „Tagesspiegel“ vom vorigen Dienstag ist jetzt angeblich eine 48-jährige Frau als Demo-Anmelderin übrig geblieben.

Sorry, 48 Jahre – das dürfte deutlich näher an der Schwelle zu den Wechseljahren als zur Gen Z (16-21 Jahre) liegen.

Bei der Bremer Anmelderin soll es sich erfreulicherweise um eine Schülerin handeln…

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„SPD MACHT BILDUNG BESSER“

Die Bremer SPD hat jüngst eine Veranstaltung unter obigem Titel durchgeführt. Eine Berichterstattung darüber habe ich leider nirgends gefunden.

Dafür flatterte der Brief eines engagierten Pädagogen in mein  Email-Fach. Der Mann war Rektor einer Förderschule im Umland, gehörte in der Schulzeit seines Kindes dem Zentralelternbeirat Bremen an und ist weiter sehr am Thema Bildung interessiert. Vor 20 Jahren ist er aus Protest aus der SPD ausgetreten. Sein Name: Bruno Ehrlich

Hier sein empörtes Schreiben an den Bremer SPD-Landesvorsitzenden Falko Wagner:

ZITAT:

„Sehr geehrter Herr Wagner,

mit Erstaunen habe ich mittels eines Plakates zu Kenntnis genommen, dass die Bremische SPD „Bildung besser machen“ will. Selbige hatte ja eigentlich über 70 Jahre Zeit, um das große Versprechen, dass auch und gerade Kinder aus Arbeiterfamilien höhere Bildungsabschlüsse erreichen können, einzulösen. Ergebnis nach über 70 Jahren: Das Versprechen wurde nicht einmal ansatzweise erfüllt, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, z.B. in England. 

Außerdem landet Bremen ja insgesamt bei Vergleichuntersuchungen regelmäßig auf einem beschämenden letzten Platz.

Meine Hoffnung, dass es dieser Partei in absehbarer Zeit gelingt, die „Bildung besser (zu) machen“ tendiert daher gegen null. Seit Jahren ist sicher auch Ihnen bekannt, dass Bremen im Vergleich mit den anderen Stadtstaaten am wenigsten Geld für Bildung ausgibt. Wenn sich dass nicht massiv ändert, helfen auch keine roten Plakate. 

Schauen Sie sich die Hamburgischen Erfolge an: Dort wurde mehr Geld eingesetzt und damit viele hilfreiche Verbesserungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt.

Aber vielleicht fällt Ihnen als Landesvorsitzender und Bürgerschaftsabgeordneter bzw. Ihren ParteikollegInnen ja bis Mai noch endlich ein, wie wichtig eine engagierte Bildungspolitik für die Zukunft unseres Bundeslandes ist. 

Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Mit freundlichen Grüßen 

Bruno Ehrlich, Förderschulrektor a. D.“

Soweit das Schreiben des Pädagogen an den SPD-Landeschef und die SPD-Bürgerschaftsfraktion.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Wie bereits angekündigt: Am Wochenende können Sie im Blog einen wirklich ungewöhnlichen Gastkommentar lesen – und das ist keine Übertreibung!