CDU befindet sich mit den Misstrauensanträgen auf dem Holzweg

10.02.2026 13 Von Axel Schuller

Dass die Union gegen den wachsenden Linksextremismus vorgehen will. Prima. Dass sie in diesem Zusammenhang aber Misstrauensanträge gegen zwei Linke Senatorinnen stellt, wirft Fragen auf. Oder weiß die Bremer CDU etwas, was wir nicht wissen? Die Christdemokraten werfen den beiden Regierungsdamen Bernhard und Vogt keine handwerklichen Fehler bei der Amtsausübung vor, sondern sie sprechen den Linken insgesamt die sittliche Reife ab, der Landesregierung anzugehören. Die Union will so die brüchige rot-grün-rote Koalition „sprengen“. Ich vermute jedoch, dass sie eher zur Festigung des Zweck-Bündnisses beiträgt.

Es geschieht ja nicht so häufig, dass ich eine Äußerung von Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) übernehme. Aber er hat mit seiner Einschätzung recht, dass die CDU-Misstrauensanträge  „substanzlos“ seien. Denn: Die Misstrauensanträge richten sich gegen Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt und Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard, ohne konkrete Vorwürfe gegen die zwei Linken zu erheben. Die Verstrickung der dunkelroten Partei, bzw. deren Abgeordneter wie Olaf Zimmer, dienen als Beleg für die Regierungsunfähigkeit

Wir sind in Bremen inzwischen so weit gekommen, dass es eines Lobes wert ist, wenn sich Politiker gegen den wachsenden Linksextremismus stellen. Gut auch, dass die Union nicht locker lässt und das Thema Linksextremismus immer wieder aufs Tapet bringt (leider nicht immer durchgängig konsequent; s.u.).  

Für diese Dauer-Erinnerungen sind aber Anfragen im Parlament, Aktuellen Stunden und Anträge passende Instrumente.

Ich verstehe ja den Ansatz, die rasante Zunahme von linksextremistischen Taten und die teilweise abseitigen, schlimmer noch: Nicht-Reaktionen der Linken Partei geißeln zu wollen. Die Enttarnung eines Verfassungsschutz-V-Mannes bei Anwesenheit eines von den Linken empfohlenen stellvertretenden Staatsgerichtshof-Mitgliedes, der Farbanschlag auf das Haus des Verfassungsschutz-Chefes inkl. Zerstörung von Reifen und Scheiben eines vor dem Haus geparkten Autos müssen unter allen Umständen aufgeklärt werden. Wie übrigens auch der Brandanschlag auf das Fahrzeug einer Woltmershauser Gaststätte.

Aber mit Misstrauensanträgen

Natürlich sticht der Linke Abgeordnete Olaf Zimmer mit seinen teilweise kruden, linken Gedanken und Überlassung seines Büros an die „Rote Hilfe“ hervor.

Aber begründet das Misstrauensanträge gegen Kristina Vogt und Claudia Bernhard?

Btw: Die Linken hatten den auch intern nicht unumstrittenen Zimmer nur auf Rang 14 ihrer Wahlliste platziert; aufgrund von 1.746 Persönlichkeitsstimmen sprang er bei der Bürgerschaftswahl dann auf Platz 7 vor.

Die Argumentation der CDU, diese Linke mit ihren teilweise extremen Links-Auslegern gehöre in keine Regierung, kann man ja nachvollziehen. Aber: Wenn die jetzt rausgekickt würden? Neuwahlen? Große Koalition?

Dr. Andreas Bovenschulte war schon nach der Bürgerschaftswahl 2023 zu feige, ein rot-schwarzes Bündnis zu schmieden; zog die schon damals immer wieder streitende Koalition von rot-grün-rot  vor. Weshalb sollte sich der dem linken SPD-Spektrum zugehörige Regierungschef jetzt plötzlich auf die Seite der Union  schlagen? 

Wie links der Herr „Bovi“ tickt, kann man bspw. daran ablesen, dass er die SPD-CO-Bundesvorsitzende Bärbel Bas zum Schaffermahl eingeladen hat. Jene Frau, die insbesondere mit Unternehmern fremdelt.

Nun noch ein unrühmliches Kapitel der Union im Kampf gegen den Linksextremismus.

Bündnis Deutschland (BD), vom Verfassungsschutz weiterhin nicht unter Beobachtung, aber von allen anderen Bürgerschaftsparteien als „Rechtspartei“ einsortiert, hatte Ende 2024 einen Antrag gestellt, den Bremer Verein „tumulte“ und die  dazugehörige Plattform „tumulte.org“ zu verbieten

BD-Chef Jan Timke führte seinerzeit aus:

tumulte.org ist ein Bremer Regionalableger, welcher der linksextremen Szene zugeordnet ist, verherrlicht Gewalt und propagiert ähnliche Inhalte wie die linksradikale Plattform „Indymedia.“

Sie ahnen, was geschah? Alle anderen Fraktionen haben seinerzeit diesen Verbotsantrag abgelehnt.

Weil er inhaltlich falsch war? Oder, weil er von den „falschen“ Abgeordneten gestellt worden war?

Vielleicht sollte zumindest die Union mal überdenken, ob ihre Total-Verweigerung BD gegenüber sinnvoll und gerechtfertigt ist. Fraktionschef Timke, von Beruf Bundespolizist, hat direkt nach der Wahl 2023 Abgeordnete rausgeworfen, die gedanklich mit der AfD geliebäugelt hatten. 

Und so wie die SPD Wähler an die AfD verliert, ist 2023 womöglich auch mancher Wähler zum BD abgewandert.

Zum Schluss noch ein dickes Lob: Bremens Innensenatorin Dr. Eva Högl hat diese Woche den aktuellen „Solidaritätsaufruf“ der „Interventionistischen Linken“ (IL) scharf kritisiert. 

Sie teilte in einer Presseerklärung mit:

„Hier wird mit billigen Mitteln versucht, Anschluss an eine breite Öffentlichkeit zu finden“, so die Senatorin. In dem Aufruf unter dem Motto „Wir sind alle IL“ behauptet die Gruppe, Opfer einer Hetzkampagne zu sein. Zudem wird der Rücktritt der Amtsleitung des Verfassungsschutzes gefordert.

„Das ist ein durchschaubares Manöver„, sagte Dr. Högl. „Die IL versucht, sich als harmlose Bürgerinitiative darzustellen und ein Feindbild aufzubauen, das nicht der Realität entspricht.“ Tatsächlich gehe es nicht um linke Politik im Allgemeinen, sondern um gewaltorientierten Linksextremismus. „Die IL ist eine Gruppierung, die zum Ziel hat, unsere Demokratie und Verfassung zu überwinden. Deshalb wird sie seit Jahren zu Recht im Verfassungsschutzbericht geführt.“

ZITAT Ende

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller