Mit Nachrichten-Recycling zum Hafen vom Niedergang der Koalition ablenken?

14.02.2026 5 Von Axel Schuller

Endlich eine gute Nachricht für Bremen. Eurogate und Maersk investieren 1 Milliarde Euro in den Hafen von Bremerhaven. Große Freude in Senat und Bremischer Bürgerschaft. Aber: Ist das wirklich neu? Oder wird hier bereits Bekanntes einfach aufgewärmt? Nach dem Motto: Kommunikation ist alles. Notfalls auch, um Sand gleichsam wie mit einer Baggerschaufel in die Augen des ahnungslosen Publikums zu  streuen. Die Bremer Koalition droht momentan im Strudel der unappetitlichen Verquickungen Linker Politiker mit der linksextremen Szene zu geraten. Da recycelt man dann halt eine gute Nachricht (aus dem Herbst 2025) und haut sie ein zweites Mal als „good news“ raus.

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte ist gelernter Jurist. Bedeutet: Der Mann verfügt nicht nur über analytischen Verstand, sondern er sichert sich auch ab

Am Ende seiner Presseerklärung vom Freitag zur vermeintlich neuen Investitionszusage von Maersk und Co. heißt es:

„Jetzt ist der Bund gefordert, die Außenweser-Vertiefung weiter voranzutreiben und zügig umzusetzen. Zusätzlich zu den Investitionen ist die Vertiefung der Außenweser eine wesentliche Voraussetzung dafür, das volle Potenzial des modernisierten Terminals ausschöpfen zu können.“

Aha: Ohne Außenweser-Vertiefung gibt’s offenbar auch keine Milliarden-Investition. NTB, gemeinsames Unternehmen von Maersk und Eurogate, setzt auf immer größere Schiffe, die bspw. Bremerhaven und Wilhelmshaven möglichst vollbeladen anlaufen, um die Container von dort aus auch über die Ostsee zu verteilen.

Außenweser-Vertiefung – ziehen da wirklich alle mit? Die niedersächsische Landesregierung hält bislang an ihrer Forderung fest: Wenn Außenweser-Vertiefung bei Bremerhaven, dann auch Vertiefung der Unterweser bis Brake. Mal sehen, ob es gelingt, dieses Junktim aufzuheben. Der Nabu will die Vertiefung bis Brake – soweit ich weiß – nicht „klaglos“ hinnehmen. Insofern bleibt abzuwarten, was am Ende tatsächlich herauskommt.

WESER-KURIER – „EXKLUSIVES“ UND HÖHERER ABO-PREIS

Vor dem Hintergrund der Ankündigungs-Wiederholung der Maersk-Absichten mutet ein Post von WK-Chefredakteur Benjamin Piel vom Freitag etwas putzig an. Er schrieb Freitag-Vormittag, kurz vor Veröffentlichung der Maersk-Presseerklärung, von Glücksgefühlen beseelt: „Das sind ja mal spannende Exklusiv-Nachrichten aus der Weser-Kurier-Redaktion! Für Bremen und den Hafen in Bremerhaven eine richtig dicke und gute Nachricht…“

Über diese „Exklusiv-Nachricht“, hatten die Medien (inkl. WK) erstmals bereits im Herbst 2025 berichtet.

Piel ist jetzt übrigens „Chefredakteur (v.i.S.d.P.) – sprich: Silke Hellwig hat vor ihrem endgültigen Ausscheiden noch freie Tage und Urlaub. „Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes“ ist jetzt nicht mehr sie, sondern Piel.

Gleich zu Beginn der neuen Piel-Ära erhöht der WK wieder einmal die Preise. Drei Euro mehr für die gedruckte Zeitung, zwei fürs E-Paper.

Wie bereits im vorigen Jahr werden die neuen Endpreise erneut nicht genannt. Die müssen sich die schlauen Leser selbst errechnen. Nämlich: 53,90 Euro für die Papierausgabe.

Wow. 53,90 gegenüber 18,36 Euro für die Öffentlich-Rechtlich-Angebote – inkl. dem Regionalprogramm „buten un binnen“. Der WK traut sich was…

Die LINKE VERSTRICKT SICH IMMER MEHR

Schauen wir eben nochmal auf die Linken in dieser Stadt.

Mit Anatol Anuschewski und Lea Voigt haben sich nun bereits zwei von den Linken nominierte Mitglieder, bzw. Stellvertreter, des Bremischen Verfassungsgerichtes (Staatsgerichtshof) aus den juristischen Ehrenämtern verabschiedet.

Ein Mitarbeiter der Linken Bürgerschaftsfraktion wurde aus dem Verkehr gezogen, weil man bei ihm zu enge Zusammenhänge zur „Interventionistischen Linken“ befürchtete.

Olaf Zimmer, Linken Abgeordneter, der sein Stadtteilbüro der „Roten Hilfe“ überlässt, ist weiter als „Provo“ unterwegs. Auf Facebook postet er ein Foto: „Meine Stammkneipe. Mono“. Darauf eine Kreidetafel mit der Aufschrift: „Hausverbot für Wiebke Winter“ – eben jene CDU-Fraktionschefin, die die Linken Senatorinnen Claudia Bernhard und Kristina Vogt per Misstrauensvotum aus dem Senat befördern möchte.

Apropos Vogt: 

Die „taz“ hatte (laut Archiv am 7.5. 2015) berichtet: „Im Jahr 1984…war Vogt nach Bremen gezogen. Im Stadtteil Walle betrieb sie eine Kneipe namens ‚Horizont’. Später wechselte sie als Rechtsanwaltsfachangestellte in die Kanzlei des politisch engagierten Verteidigers Jan Sürig.“

Sürig? Betreibt der nicht mit Anatol Anuschewski eine Anwaltskanzlei? Anuschewski ist bis vorige Woche jenes stellvertretendes Mitglied des Staatsgerichtshofes gewesen, das wegen der Anwesenheit bei der Enttarnung des V-Mannes bei der „Interventionistischen Linken“ anwesend und deshalb unter Druck geraten war.

Also Anfrage von bremensogesehen an Vogts Büro: 

„Trifft es zu, dass Frau Vogt vor ihrer Polit-Karriere in der Kanzlei des RA Sürig als Rechtsanwaltsfachangestellte tätig war? Wenn ja: In welchem Zeitraum?  War RA Anuschewski in der Kanzlei Sürig teilweise oder ganz in der Zeit tätig, als Frau Vogt dort angestellt war?“

Antwort aus dem Hause Vogt:

„Ja, Frau Vogt war vor ihrer politischen Tätigkeit bis Anfang 2011 als Rechtsanwaltsfachangestellte unter anderem auch in Kanzleien beschäftigt, in den Herr Sürig als Rechtsanwalt tätig war. Frau Vogt war vor ihrer politischen Laufbahn in mehreren Kanzleien beschäftigt, unter anderem auch in der Kanzlei von Notar Hans-Peter Ulrich (Mitglied des CDU Wirtschaftsrats). Eine persönliche oder berufliche Überschneidung mit Herrn Rechtsanwalt Anuschewski gab es nicht, Frau Vogt kennt ihn persönlich nicht.“

Das hätten wir dann also ohne Einschaltung eines Anwaltes geklärt. 

Erschütternd bis skandalös ist übrigens das dröhnende Schweigen von SPD und Grünen zu den gedanklichen und tatsächlichen Verquickungen von Linker Partei/Fraktion mit der „IL“. Frei nach dem Motto: Was wir nicht kommentieren, kann es gar nicht gegeben haben…

Die vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestufte „IL“ schlägt sich nach der „Enttarnung“ des Verfassungsschutz-V-Mannes übrigens mit einer neuen Art von „Verräterin“ herum. Der V-Mann hatte von 2017 bis 2021 ein innigliche Beziehung mit einer Frau der IL (M. genannt), die den Spitzel des Verfassungsschutzes nach Beendigung der Liaison NICHT umgehend verpfiffen hatte. Dies wirft die IL dieser „M.“ nun als Verrat vor.

Übrigens. Dem Text der IL über die Enttarnung des V-Mannes auf der Website „tumulte“ kann man interessante Neuigkeiten entnehmen: 

Weder der Verfassungsschutz noch der V-Mann selbst haben die Enttarnung etwa durch ungeschicktes Verhalten hervorgerufen. Nein, die (bereits genannte) ehemalige Partnerin M. war es. Vier Jahre nach der Liebesbeziehung mit dem V-Mann hat sie sich der IL gegenüber geöffnet und den Ex-Partner verpfiffen. 

ACHTUNG:

Zum Thema Linksextremismus in Bremen werde ich am Montag einen außerordentlich informativen Text als Dokumentation veröffentlichen.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Noch eine Frage in die Runde der demokratischen Bürgerschaftsparteien: Die „Rote Hilfe Bremen“ firmiert als „Rote Hilfe e.V.“ Was hat das „e.V.“ zu bedeuten? Bloß beim Amtsgericht „eingetragener Verein“ oder ist die „Rote Hilfe“ (laut Verfassungsschutz eine linksextremistische Gruppierung) gar ein als gemeinnützig anerkannter Verein – mit steuerlich absetzbarer Spendenmöglichkeit?