Warum riskieren denkende Politiker ein Wahl-Desaster im kommenden Mai?

29.09.2026 10 Von Axel Schuller

Das ist mir ein völliges Rätsel: Die Empörung von Anwohnern in der Neustadt, in Findorff und weiteren „bedrohten“ Stadtteilen wächst sich angesichts der amtlich „gekillten“ Parkplätze langsam aber sicher zu einer heftigen Wut aus – doch die politisch Verantwortlichen tun so, als ginge ihnen das am „langen Rücken“ vorbei. Und das, obwohl am 30. Mai kommenden Jahres gewählt wird. Und das, obwohl Ex-Bausenatorin Dr. Maike Schaefer 2023 explizit für ihr Drangsalieren der Autofahrer abgestraft wurde.

Das Sahne-Häubchen der behördlichen und politischen Ignoranz:

Man räumt legale und illegale Stellplätze ab, ohne zuvor Ersatzflächen zu schaffen.

Das erinnert mich fatal an die Fehlentscheidung, erst Atomkraftwerke zu genehmigen und anschließend nach einem Endlager zu suchen.

Bei den Windmühlen wiederholt sich das System: Rotorblätter aus Verbundstoffen „backen“, anschließend grübeln, wo man die Dinger endlagern kann. Aktuelle „Lösung“: Zerhacken und bei der Zementherstellung verbrennen. Ist keineswegs CO2-frei.

Zurück zum Park-Irrsinn:

Mein vorerst letzter Appell an jene Politiker m/w, die sich ihren Wählern m/w noch ein klein wenig verbunden fühlen:

Gehen Sie in die Neustadt. Gehen Sie nach Findorff und in die Östliche Vorstadt, wo das aufgesetzte Parken knallhart verboten wird. Sogar dann, wenn dort die Fußwege breit genug sind, um das rechtlich erlaubte aufgesetzte Parken zuzulassen.

Beispiel: Isarstraße und Donaustraße. In der Isarstraße darf nicht mehr mit zwei Reifen auf dem Fußweg geparkt werden. In der Donaustraße sehr wohl. Wer wohnt in der Donaustraße, dass keine Parkplätze „gekillt“ werden? (Früher waren es Dr. Henning Scherf und Edo Lübbing-von Gärtner, ein hoher Beamter in der Baubehörde.)

Die Behördenäußerung, in der Isarstraße herrsche ein intensiverer Fußgängerverkehr ist eine vorgeschobene Begründung – siehe den Buten un Binnen Film (ohne jeden Fußgänger. Und, dass in der Donaustraße weiter aufgesetzt geparkt werden darf, belegt, dass das Bundesverwaltungsgericht diese Parkform nicht generell verboten hat.

In Findorff gibt es übrigens einen mit der Donaustraße vergleichbaren, laut Bürgerinitiative aktuellen Fall:

Dort wurde die breite Andreestraße auf der linken Seite total „abgeräumt“, die um die Ecke herumliegende, schmale Geibelstraße aber nicht.

Ist das Absicht oder purer Zufall? In der engen Geibelstraße sollen laut BI sowohl die Vorsitzende der Bremer SPD, Gesa Wesselowski-Müller und Rechnungshofpräsidentin Dr. Imke Sommer wohnen.

Die Andreestraße hat sich seit der behördlichen Brutal-Aktion übrigens zur „Rennstrecke“ (u.a.) für eilige Paket-Lieferanten entwickelt.

Als I-Tüpfelchen überlegt die Verkehrsbehörde jetzt, auf der freien Andreestraßen-Seite eine Cambio-Mobilitätsstation einzurichten.

Noch ein Detail aus der Neustadt. Nach der Parkplatz-Killing-Aktion in der Willigstraße (zwischen Buntentorsteinweg und Kornstraße) nutzen große Laster nun die kleine, aber nur noch  einseitig beparkte Straße, um zu den nahegelegenen Supermärkten zu kommen – so ersparen sich die Fahrer eine lästige Ampel…

Verzweifelte, autofahrende Bewohner fragen sich: Denkt eigentlich mal irgendein „Behördenfuzzi“ über die späteren Auswirkungen der angeordneten Taten nach?

Das bürgerfeindliche Behördenspiel in der Neustadt geht weiter! Nun sollen Lahn – und Delmestraße bis Jahresende zu Fahrradstraßen umgewandelt werden.

Mit der Folge: Dass erneut ein ganzer Sack voller Parkplätze entfallen wird.

Der ADFC jubelt. So werde das Radfahren in der Lahnstraße sicherer.

Ha ha, lieber ADFC. Die Unsicherheit des Radverkehrs rührt dort doch daher, dass Radfahrer in der Einbahnstraße in beiden Richtungen unterwegs sind.

Liebe Leserschaft, falls Sie sich über meine Ortskenntnis wundern:  Unsere Familie hat von 1979 bis 2007 in der Neustadt gelebt. Aus dieser Zeit existieren noch viele Kontakte dorthin – die einen steten  Info-Fluss bedeuten.

Zum Schluss einige Hinweise:

Ich hatte für dieses Stück der Bau-/Verkehrsbehörde mehrere Fragen gestellt. Die Antworten des Pressesprechers von Senatorin Özlem Ünsal finden Sie als Doku

https://bremensogesehen.com/20260929-doku-verkehrsbehoerde-parken-pressestelle/

Außerdem finden Sie weiter unten eine zweite Doku: Darin geht es um ein völlig anderes Thema: Die Rede einer ehemaligen Selenskji-Sprecherin zu EU-Parlamentariern. Sie wissen ja, ich bin unbelehrbar und glaube immer noch an die Kraft der Diplomatie.

Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller  

P.S.: Und, einen Gastkommentar gibt’s am kommenden Wochenende auch wieder bei bremensogesehen.