Entlarvend: Ex-SPD-General kritisiert im „Fall Bas“ die Journalistenschar / Böhmermann…
Was ist mit meinem Berufsstand bloß los? Immer mehr Journalisten wirken wie verkappte Politiker. Statt zu schreiben, was ist, versuchen Kollegen manchmal mit ihrer Schreibe, selbst Politik zu machen. Der Rücktritt von Bärbel Bas (58, SPD) hat nicht nur Polit-Profis wie Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte Maß und Mitte verlieren lassen – auch Journalisten waren rudelweise daran beteiligt. Kevin Kühnert, Ex-SPD-General, hat verdienstvoll auf die zweifelhafte Rolle von Journalisten im Fall Bas hingewiesen. Heute geht es hier außerdem um das unsägliche Wirken des Bremers Jan Böhmermann.
Bleiben wir zunächst bei Bärbel Bas (58).
Diese schwarz-rote Koalition im Bund ist inzwischen so weit runtergerockt, dass eine scheidende Bundesministerin nicht einfach gehen kann (bevor sie vermutlich gehen musste). Nein sie schlägt in ihrer Trauer um die 51jährige Stieftochter und Freundin noch einmal mit der Moral-Keule in Richtung Koalitionspartner CDU.
Lars Klingbeil, Manuela Schwesig, aber auch „unser“ Andreas Bovenschulte nutzten dies auf sehr fragwürdige Weise, um die „Schwarzen“ als unmoralische Gesellen dastehen zu lassen. Meist gebrauchte Adjektive in diesem Zusammenhang: „unmenschlich“ und „rücksichtslos“.
Die Genannten und viele andere Politiker, aber auch unzählige Journalisten – wie der Berliner WK-Korrespondent – stimmten in den Chor der Krokodilstränen-Vergießer ein.
Tenor: Kanzler Friedrich Merz und andere Christdemokraten hätten Bärbel Bas derart zugesetzt, dass sie in der ohnehin schweren Trauerzeit nun alle Kraft verloren habe.
Als wacher Geist fragt man sich: Wann und wo haben CDU-Politiker Bas öffentlich auf so niederträchtige Weise attackiert?
Und siehe da: Es gibt für diese Vorwürfe keinen Beleg aus den vergangenen vier Wochen.
Und nun kommt Kevin Kühnert ins „Spiel“. Der Ex-Generalsekretär der SPD hat jüngst das Augenmerk auf die Journalisten und deren Tun gelenkt.
In wenigen Worten: Politiker wie Merz & Co (aber auch Landes- und Kommunalpolitiker) sprechen in sogenannten Hintergrundgesprächen mit Journalisten wirklich offen und ungeschützt, um Zusammenhänge besser verständlich zu machen. Laut Pressekodex gilt: Über den Inhalt dieser Hintergrundgespräche wird nicht gesprochen und erst recht niemals daraus zitiert.
Genau das haben aber Journalisten offenbar getan, haben kritische Äußerungen von CDUlern über Bas – tuschel, tuschel – an andere weitergetratscht; an Sozis, an Kollegen etc.
(Einen Link zu Kühnerts in sozialen Medien veröffentlichten Text finden Sie unten; ebenfalls die Original-Erklärung von Andreas Bovenschulte zum Rücktritt.
Bärbel Bas wird es aktuell schlecht gehen. Trotzdem darf, nein, muss man auch daran erinnern, wie die Frau früher selbst ausgeteilt hat – ohne Rücksicht auf Verluste. Vor Jusos schimpfte sie über Arbeitgeber – sie wisse, gegen wen man kämpfen müsse / gegen die Herren in ihren bequemen Sesseln und teilweise in Maßanzügen. Und die Mahnung des Bundeskanzlers, der Sozialstaat sei in der jetzigen Form nicht zu halten, bezeichnete sie gar als „Bullshit“.
Es ist schon seltsam. Während unser Heimatblatt Bas’ Rücktritt am Dienstag mit Berichten, Kommentar und Äußerung von Bovenschulte als unmoralisch und schäbig gebrandmarkt hatte, fanden sich in der Mittwochs-Ausgabe keine erhellenden Hintergründe. Etwa, dass es keine öffentlich zugänglichen Belege für etwaige niederträchtige CDU-Attacken auf Bas gibt.
Nichts. Thema erst emotional hochgegeigt, und dann: Schluss.
FAZ, ja sogar die Frankfurter Rundschau und andere waren da aufklärender unterwegs. Wie Presse eben im besten Fall agiert. In anderen als den heimischen Medien konnte man sogar vom Verdacht erfahren, dass Bas beim Abgang kräftig gegen den Koalitionspartner ausgeteilt hatte, um womöglich die SPD in Richtung rot-rot-grünes Bündnis zu schieben. Manuela Schwesigs heftige Wortwahl gegen die Union verstärkte den Verdacht.
Merkwürdig: Zugleich sitzen in der WK-Redaktion Kollegen, die mit heimischen Politikern von Rot, Dunkelrot und Grün – sagen wir mal – nachsichtiger umgehen.
Beispiele:
Als Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss mit vollem Ernst behauptete, sie wisse nicht, wie viele persönliche Referenten ihr zuarbeiten, berichtete das Heimatblatt brav und sachlich. Was die Kollegen von einem gepfefferten Kommentar abhielt, ist bis heute ihr gut gehütetes Geheimnis. Zur Erinnerung: Persönliche Referenten haben im öffentlichen Dienst ein ganz besondere „Vertrauens-Rolle“ – ihre Stellen müssen nicht einmal öffentlich ausgeschrieben werden.
Vogt blieb angeblich auch im Amt, um die Einheitsfeierlichkeiten von Bundesratspräsident Bovenschulte nicht zu stören. Aber, selbst nach dem 3. Oktober, keine bohrenden Fragen, ob Vogt jetzt vllt doch mal Konsequenzen ziehen wolle. Nix.
Ähnlich freundlich gingen Kollegen mit Wissenschaftssenatorin Dr. Henrike Müller (Grüne) um.
Die schlug der Bremischen Bürgerschaft vor, die für bremische Hochschulen geltende Zivilklausel abzuschaffen.
Grüne, SPD und Linke ließen die „eigene“ Senatorin jedoch brutal abblitzen. Folgen: KEINE.
Der WK konnte sich nicht mal zu einem einordnenden Kommentärchen aufraffen.
Vorerst letztes Bremer Trauerspiel:
Der Bremer ZDF-„Kabarettist“ Jan Böhmermann, spielte in seinem „ZDF Magazin Royal“ vom 2. Oktober einen Film ein:
Er auf einer blauen „Schwalbe“, verkleidet als AfD-Wahlsieger von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. Böhmermann knattert „als Siegmund“ über die Landstraße, wird plötzlich von einem Lkw überrollt. Lacher im Publikum.
Das reichte den Film-Verantwortlichen aber noch nicht. Der Lkw setzt – über das „Unfallopfer“ hoppelnd – zurück, um erneut drüber zu fahren. Wieder Lacher.
Darauf: Kein Wort der Empörung von irgend einem Politiker in Bremen. Immerhin kokettiert Böhmermann mit seiner Herkunft aus Vegesack. Und immerhin durfte dieser Unterhaltungs-Mensch in Bremen Nord schon die Haltestellen in BSAG-Bussen ansagen.
Aber: Keinerlei Reaktion in der Hansestadt.
Was wäre wohl gewesen, wenn ein „rechter“ TV-Clown die Linken-Galionsfigur Heidi Reichinnek o.a. (per KI-Technik) überfahren hätte?
Die Antwort, liebe Leserschaft, mögen Sie sich selbst geben.
So, hier der Link zu Kevin Kühnert und Bovenschulte. Lohnt sich in echt.
https://bremensogesehen.com/20261014-doku-kuehnert-bovenschulte-bas/
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
P.S.: Zum Wochenende ein „Demokratie-theoretischer“ Gastkommentar – jedoch mit sehr praktischen Auswirkungen.
Lieber Herr Schuller,
danke, dass Sie das Thema „Rücktritt von Frau Bas“ hier thematisieren.
Der Rücktritt von Frau Bas kam für alle überraschend und ist selbstverständlich nachvollziehbar. Frau Bas sagte unter anderen zu ihrem Rücktritt „… Darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden.“ Das Ganze ist sehr offen formuliert.
Und hier haben Sie vollkommen Recht Herr Schuller, was Herr Klingbeil, Frau Schwesig und unser Bürgermeister Bovenschulte daraus machen ist nur noch schäbig. Hier Wörter wie “unmenschlich“ und „rücksichtslos“ zu nutzen ist ein Versuch aus der bedauerlichen Situation von Frau Bas billige politische Rendite zu schlagen. Billiger Applaus für die Menschen in den eigenen Reihen. Bestätigt wird das zum Beispiel, wenn ranghohe SPD Vertreter wie Tim Klüssendorf (SPD, Generalsekretär) bei Frau Maischberger in der Talkshow sitzen und genau bei der Frage nach den Belegen nur herumeiern und irgendwas von Gesamtkontext sagen. Warum? Weil zumindest in dieser Diskussion keine konkreten Belege genannt werden.
Das alles ist so fern von den Bürgern, dass jeder der nur halbwegs die Nachrichten verfolgt, das billige Manöver von Lars Klingbeil, Manuela Schwesig und unserem Bürgermeister Bovenschulte durchschaut. Welches Ziel verfolgen die drei? Wollen sie damit möglicherweise von der schwierigen Situation der SPD ablenken?
Meiner Meinung nach geht dieses Manöver nicht auf, die Menschen leben schließlich nicht hinter dem Mond. Bei konkreten Nachfragen dazu kommen alle drei ins Schwitzen, konkrete Belege, die dieses Wording auch nur im Ansatz rechtfertigen würden, sind sie uns weiterhin schuldig.
Und wieder einmal dreht sich Politik nur um sich selbst.
Bärbel Bas hatte in vielen Fragen durchaus recht, aber was nützt das, wenn sie einem Apparat vorsteht, in dem sie von allen Bremsern und Verhinderern fachlich in die Tasche gesteckt wird? Gleiches gilt für Kevin Kühnert, der noch blanker dasteht. Die Tatsache, dass er für den „Bürgerbewegung Finanzwende e. V.“ arbeitet, lässt mich an der Ernsthaftigkeit und Wahrhaftigkeit dieses Vereins zweifeln.
Politiker ohne Qualifikation oder wenigstens eine vorzeigbare Erfolgsbilanz sind das Problem, denn sie führen uns sichtbar in den Abgrund. Wenn die sich nicht solche Hofnarren wie Jan Böhmermann und ein Dutzend andere auf unsere Kosten halten würden, die ständig auf der Opposition herumdreschen, wären die Fragen an diese „Politiker“ wahrscheinlich zu groß.
Dass im Politzirkus gemobbt wird, was das Zeug hält, kann niemanden wundern, oder? Es wächst aus einem Zusammenspiel aus Persönlichkeit und Machtstrukturen. Wenig Empathie, Rücksichtslosigkeit, Dominanzstreben und geringe Kooperationsbereitschaft sind die stabilsten Befunde. Der organisationale Nährboden sind unklare Hierarchien, hoher Leistungsdruck, fehlende Sanktionen und schlechte Führung.
Und wieder Mal zerlegt sich „die demokratische Mitte“ weiter selbst. Ganz ohne Zutun von AFD und LINKE. Die Ränder profitieren von dem Schmierentheater der Mitte-Parteien und „die Mitte“ beschleunigt ihren Niedergang erneut selbst. Ob reflexhafter Automatismus oder bewusstes Kalkül spielt letztlich keine Rolle, das Ergebnis ist das gleiche.
Wenn es noch eine Chance zur Umkehr hin zu seriöser, vertrauensvoller und verlässlicher Zusammenarbeit gibt, dann muss sie schnellstmöglich ergriffen werden, ansonsten ist die „Mitte“ in Kürze wirklich Geschichte.
Journalistische Unabhängigkeit – aber bitte in alle Richtungen
Axel Schuller beklagt, Journalisten würden zunehmend Politik machen, statt sachlich zu berichten. Ein berechtigter Anspruch. Nur sollte er dann auch für den eigenen Kommentar gelten.
Beim Fall Bärbel Bas fordert Schuller zu Recht, zwischen belegbaren Tatsachen und politischen Interpretationen zu unterscheiden. Allerdings macht er es sich selbst zu einfach, wenn er aus fehlenden öffentlich zugänglichen Belegen für konkrete Angriffe der CDU praktisch den Schluss zieht, die Vorwürfe seien haltlos. Dass Vorwürfe nicht hinreichend belegt sind, ist nicht dasselbe wie der Beweis, dass es keine entsprechenden Vorgänge gab. Hier wäre journalistische Präzision gefragt – in beide Richtungen.
Auch die Kritik an der Berichterstattung des WESER-KURIER über Kristina Vogt und Henrike Müller wirft Fragen auf. Natürlich darf man kommentieren, wenn eine Senatorin vor einem Untersuchungsausschuss eine bemerkenswerte Aussage macht oder eine politische Initiative im Parlament scheitert. Aber muss aus jedem Vorgang zwingend ein Kommentar werden? Sachliche Berichterstattung ist nicht schon deshalb unzureichend, weil sie nicht die Empörung liefert, die ein Kolumnist erwartet. Und politische Verantwortung bemisst sich nicht allein daran, ob jemand zurücktritt.
Am deutlichsten wird die Schieflage beim Abschnitt über Jan Böhmermann. Die Szene, in der ein als Ulrich Siegmund dargestellter Böhmermann von einem Lkw überrollt wird, kann man geschmacklos und unangemessen finden. Satire darf scharf sein, muss sich aber auch Kritik an ihren Mitteln gefallen lassen. Doch Schuller belässt es nicht bei dieser Kritik. Er verbindet sie mit der Herkunft Böhmermanns, seinen früheren Haltestellenansagen in Bremen-Nord und dem angeblichen Schweigen der Bremer Politik. Aus einer fragwürdigen Fernsehszene wird so ein weiterer Beleg für ein vermeintliches politisches Versagen der Stadt.
Und dann die Gegenfrage, was wohl geschehen wäre, wenn ein „rechter TV-Clown“ Heidi Reichinnek überfahren hätte. Als Frage nach möglichen doppelten Standards ist das legitim. Als Beleg für solche Standards taugt ein hypothetisches Szenario jedoch nicht. Dafür müsste man vergleichbare Fälle und die tatsächlichen Reaktionen darauf untersuchen.
Genau hier liegt das grundsätzliche Problem des gesamten Beitrags: Schuller fordert von anderen journalistische Distanz, Objektivität und Belege. Gleichzeitig verwendet er selbst Begriffe wie „Krokodilstränen-Vergießer“, „brav und sachlich“, „Nix“ und „unsägliches Wirken“. Das ist erkennbar meinungsstarker Kommentarjournalismus – was völlig legitim ist. Es sollte dann aber nicht der Eindruck entstehen, die eigene politische Deutung sei die neutrale Wahrheit, während andere Journalisten bereits durch ihre Einordnung Politik betrieben.
Journalistische Unabhängigkeit bedeutet nicht, auf Kommentare zu verzichten. Sie bedeutet, Tatsachen, Vermutungen und Wertungen sauber auseinanderzuhalten – und die eigenen Maßstäbe auch auf die politische Seite anzuwenden, der man selbst nähersteht.
Mein Wunsch an „bremensogesehen“ wäre deshalb nicht weniger Meinung, sondern mehr Konsequenz: dieselbe Bereitschaft, die eigene Perspektive kritisch zu hinterfragen. Denn wer anderen Einseitigkeit vorwirft, sollte sich genau daran messen lassen.
Ach, ein neues Theaterstück auf der Berliner Bühne? „Bärbel und die Nibelungen – oder wie man ein Minister-Scheitern zum Drama adelt“?
In den Parteizentralen der SPD und den linken Redaktionsstuben läuft derzeit wieder das beliebteste politische Improvisationstheater der Saison: Täter-Opfer-Umkehr für Fortgeschrittene.
Da tritt Bärbel Bas als Arbeitsministerin zurück, und prompt stimmen Lars Klingbeil, Manuela Schwesig und Andreas Bovenschulte im Chor das Hohelied der großen Betroffenheit an. „Schäbig“, „unanständig“, „unmenschlich“ sei der Ton der Union gewesen! Blöd nur: Auf die einfache Frage, was der Koalitionspartner denn nun konkret Fieses verbrochen hat, folgte das große kollektive Rum-Eiern. Konkrete Beweise? Fehlanzeige.
Dabei lag der wahre Grund für den Frust schlicht auf dem Schreibtisch des Arbeitsministeriums, bzw. eben nicht. Seit Monaten wartet die Koalition vergeblich auf fertige Gesetzentwürfe zur Rente und zum Bürgergeld. Statt Ergebnisse zu liefern, pflegt Frau Bas lieber ihre ganz eigene Form der Diplomatie: Beim Juso-Kongress blies sie frohgemut zum „Klassenkampf“ gegen die Wirtschaft, und Korrekturwünsche aus dem Kanzleramt bügelte sie charmant als „Bullshit“ ab. Wer mit solchen verbalen Nebelkerzen um sich wirft, sollte beim ersten Gegenwind vielleicht nicht gleich nach einem Schiedsrichter rufen.
Aber wozu eine verunglückte Arbeitsbilanz sezieren, wenn man eine wunderschöne Opfererzählung haben kann? Die überwiegend linke Haltungspresse stürzte sich denn auch dankbar auf das Narrativ von der „bösen Union“. Dass hier eine Ministerin schlicht an ihren eigenen Hausaufgaben gescheitert ist, wird geflissentlich übersehen. Warum auch kritischen Journalismus betreiben, wenn man sich stattdessen so herrlich gemeinsam empören kann?
Zur Sicherheit habe ich mir den Film aus dem ZDF Magazin Royal in der Mediathek angesehen. Herr Schuller hat Recht. Im Zentrum der Kritik sollte aber nicht stehen, dass keine Reaktion aus der bremischen Politik erfolgte. Das Machwerk ist ja noch gar nicht Gegenstand medialen Interesses.
Für unglaublich halte ich vielmehr, dass so etwas überhaupt gezeigt wird. Ein Mensch wird von einem LKW mehrfach überrollt: Ein Anlass für Gelächter aus dem Hintergrund. Der LKW fährt „zur Sicherheit“ nochmal zurück und vorwärts wieder über das Opfer: Wieder Gelächter. Was bitteschön hat diese Verhöhnung jeder Menschenwürde mit Kabarett oder Satire zu tun? Welcher satirische Gehalt wohnt dem inne? Etwas derartig Widerliches habe ich lange nicht gesehen.
Der Hauptskandal ist, dass im ZDF offenbar niemand Anstoss genommen hat.
Ich fand schon das Erdogan-Gedicht („Ziegenficker“) völlig daneben. Ich denke, dass es für das ZDF höchste Zeit sein sollte, sich endlich von Herrn Böhmermann zutrennen.
P.S.:
Mit den Opfern des Herrn Böhmermann verbindet mich nichts. Ich bin seit 56 Jahren Sozialdemokrat.
Alter Lehrsatz in der Kommunikation:
„Botschaften entstehen beim Empfänger“.
Also stellt sich nicht die Frage, was der sogenannte Bundeskanzler über seine Ministerin gesagt hat, sondern wie jemand als Betroffene das im Moment tiefster persönlicher Trauer empfindet.
Und wenn ich als Kanzler um dieses besondere Schicksal weiß und meiner Ministerin gesagt habe, dass sie „sich alle Zeit der Welt nehmen solle“ und dann in Hintergrundgesprächen über die „faule“ Frau herzieht, ist das nicht einmal mehr unanständig. Vor allem wenn man weiß, wie sehr der Herr Merz und seine Entourage rumgeheult haben, als er wegen seiner Empathielosigkeit gegenüber den arbeitenden Menschen auf dem DGB-Kongress für 30 Sekunden ausgepfiffen wurde.
Ich stelle mir gerne vor, wie die Medien über Olaf Scholz hergezogen wären, wenn er ein ähnlicher Stümper gewesen wäre, wie Herr Merz es jeden Tag aufs Neue beweist.
Mein leider zu früh verstorbener Kollege Friedrich hatte dafür eine interessante Beschreibung:
„Für einen Menschen zu dumm und für ein Schwein zu kleine Ohren.“
Dieser Dauerbrenner der SPD läuft seit Jahren. Aufgeführt im Willy-Brandt Theater zu Berlin. Inhalt: Wir sind und bleiben die Guten, Ihr seid und bleibt die Schlechten, wenn nicht gar die Bösen. Das Stück wird so lange wiederholt, bis alle mitsingen.
@Peter Nowack: Die Kommentare bei bremensogesehen zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie die Schmähebene NICHT erreichen. Ich bitte dies bei künftigen Kommentaren zu berücksichtigen.
Bitte nicht die Schmerzgrenze des höflichen und korrekten Umgangs im im Kommentarteil des Blogs sprengen. Auch, wenn es mal emotional hochhergeht. Auf die „Contenance“ achten (siehe Herrn Nowack).
Der Blog von Herrn Schuller ist hochkarätige Information und voll mit Wissen, was man als ‚Otto Normalo“ sonst nie bekäme.
Das muss unbedingt so bleiben.
Der Blog sollte niemals zur Spielwiese privater Emotionen werden, sondern der „Vernunft“ in der politischen Diskussion als Plattform dienen.
Ich kann nur schwer verstehen, wie es einerseits eine sehr wertschätzende, mit guten und verschiedenen Argumenten geführte sachliche Diskussion zum Punkt “ Öffentlicher Parkraum“ in Bremen in diesem Blog geben kann, um auf der anderen Seite eine wenig hilfreiche Diskussion zu einem anderen Thema – Rücktritt einer Bundesministerin und Co-Parteivorsitzenden – in der persönlichen Schiene mit Schuldzuweisungen unter dem Motto: „Wer hat wem in der Politik in dieser Causa wann zuerst etwas vorgeworfen“ zu führen.
Kann es sein, dass es hier in erster Linie um Personen und nicht mehr um Inhalte geht? Sehr schade und vor allen Dingen wenig zielführend.
Lieber Herr Brandtstädter, das politische Leben ist nun einmal vielfältig – und besteht aus Sach- und Personalthemen. Keine Polit-Sache bewegt sich von allein, sondern wird stets von Menschen betrieben. Da sich unser Bürgermeister in die Bas-Debatte eingebracht hatte, lag es auf der Hand, dies auch hier in im Blog bremensogesehen zu würdigen.
Lieber Herr Gömöry,
ich musste echt schmunzeln, als ich Ihren humorvoll-kritischen Beitrag oben las.
Wenn man die angesprochene Partei und das Thema mal rauslässt, und das möchte ich hier tun, dann bleibt das, worüber ich schmunzelte:
Dieser Dauerbrenner … läuft seit Jahren. Aufgeführt im … Theater. Inhalt: Wir sind und bleiben die Guten, Ihr seid und bleibt die Schlechten, wenn nicht gar die Bösen. Das Stück wird so lange wiederholt, bis alle mitsingen.
Ich denke, das ist so die Art und Weise, wie heute oft geredet und performt wird im „politischen Leben“, wie Axel Schuller das nennt.
Ich schaue mir immer wieder Bundestagsdebatten im Parlamentsfernsehen unter
https://www.bundestag.de/, >Mediathek, an.
Zum Theater-Vergleich:
Also ja, manche Redebeiträge im Bundestag erinnern an Rollen, die genau einstudiert wurden.
Womöglich wurde hier und da sogar eine Art Drehbuch geschrieben, wer was wann sagt / wie reagiert.
(Die Abgeordneten einer Fraktion drehten sich letztens etwa komplett um und zeigten dem Redner so ihre Rücken,
hier ab 11:20 zu sehen
https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7665876
was für die Bundestagspräsidentin ok war, ab 13:06 begründet sie ihr ok. Dafür bekam sie von fast allen Fraktionen Applaus, bis auf eine.)
Die Versuche zu fotografieren und die Bühne auf die sozialen Netzwerke (mitunter Hetzwerke?) zu erweitern, werden von der Bundestagspräsidentin unterbunden.
Dann gibt es aber auch authentisch wirkende Redner, denen man abnimmt, was sie sagen.
Und das ist womöglich einer der wichtigsten Punkte überhaupt, um die es heute in unserer Gesellschaft geht:
Glaubwürdigkeit.
Wobei auch die als authentisch empfundenen Redner nicht immer die Komplexität eines Themas angemessen abbilden.
Meine Unzufriedenheit ist oft diese:
Dieser Redner stellt die Dinge offensichtlich einseitig so dar, der andere sie einseitig anders.
Und wie SIND die Dinge? Wie kann ich mir eine FUNDIERTE MEINUNG bilden nach der Debatte?
Das kann mitunter nicht geschehen, weil mitunter die Nennung von wesentlichen Informationen und Fakten ausbleibt
(Dazu dann: Deutschlandfunk bzw. ein Medium nehmen, das informiert / einordnet, das hilft).
Man muss also, Beispiel Bremen, sich beim Aufgesetzten Parken wohl mal tatsächlich an das Gerichtsurteil machen und es durcharbeiten.
https://www.bverwg.de/060624U3C5.23.0
(Das wäre aber auf Dauer anstrengend. Haben wir in unseren Alltagen bei jedem Thema für so etwas Zeit?)
Wenn ich das Gefühl bekomme, dass ich offensichtlich auf diese oder jene Seite emotional gezogen werden soll, mit Halbwahrheiten / einseitigen Darstellungen / Emotionen, dann sträubt sich etwas in mir und ich sage mir:
Misstraue dem Offensichtlichen.
(Und bei manchen Dingen müssen wir womöglich einfach damit leben, dass wir nicht wirklich wissen, wie die Dinge sich am Ende abgespielt haben.)
Bei der Einseitigkeit vorzutragen denke ich immer an das Buch „Lügen mit Zahlen – Wie wir mit Statistiken manipuliert werden“, das der Statistiker und Hochschullehrer Gerd Bosbach schrieb.
Es geht um: Halbwahrheiten, „Yang ohne Yin“ nennt Bosbach das.
Zu Bosbach siehe
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Bosbach,
hier wurde dieses Buch im DLF besprochen
https://www.deutschlandfunk.de/luegen-mit-zahlen-100.html
Ab Seite 15, im Kapitel „Yang ohne Yin“ spricht Bosbach von der „vergessenen zweiten Seite“, wie gesagt, eine andere Bezeichnung für Halbwahrheit.
(hier die ersten 24 Seiten des Buches als Leseprobe
https://www.kulturkaufhaus.de/annot/564C42696D677C7C393738333634313035333234367C7C504446.pdf?sq=1
)
Als Beispiel nennt er auf der Seite 17 dies:
Ein Ministerpräsident von NRW, er nennt ihn „Herr Yang“, verkündet öffentlich am 1. Mai:
“ »Im letzten Jahr haben wir an den öffentlichen Schulen unseres Landes 2200 vollzeitbeschäftigte Lehrer neu eingestellt.« Großer Beifall. Einer plötzlichen Eingebung folgend fragte ich laut: »Und wie viele sind pensioniert worden?«
Damit zog ich mir sofort den Unmut einiger Umstehender zu: »So ein Unsinn! Natürlich hat der die vorher abgezogen.« Doch genau das hatte Herr Yang bewusst unterlassen, wie ich anderntags bei einer kurzen Recherche feststellte.
Das Land NRW hatte im Jahr davor in der Tat 2200 neue Vollzeitkräfte eingestellt, aber im gleichen Jahr waren 2500 ausgeschieden.“ “
Bosbach war, siehe Wikipedia-Link oben, „wissenschaftlicher Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes. Dort war er vor allem in der Bonner Beratungsstelle zur Beratung des Finanz- und Wirtschaftsministeriums und der wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags tätig.“
Hier https://www.deutschlandfunk.de/luegen-mit-zahlen-100.html berichtet er über diese Zeit dieses:
„Dort haben Politiker eigentlich nie nach Fakten zu einem Thema gefragt. Sondern sie haben immer nach Fakten für ihre Meinung gefragt. Rita Süssmuth hat dann mal ganz spontan am Telefon ganz nett reagiert. Sie hat gesagt nein, ich möchte für Frauen in Männerberufen werben. Und ich habe in zwei Tagen halt einige Leute im Ruhrgebiet, die ich treffe. Und dazu möchte ich Fakten für diese Meinung haben. An der Stelle hat sich denn also auch mein Interesse mit der von der Auftraggeberin gedeckt. Aber es zeigt halt einfach, dass Zahlen benutzt werden, um eine Meinung als scheinbar objektiv und unwiderlegbar gelten zu lassen.“
Bosbach hat den laxen Umgang mit Zahlen bei allen Parteien erlebt, wie es hier ab 2:50 heißt
https://www.youtube.com/watch?v=WLVwWG-Fe8k
Er führt im Interview ab 2:55 aus:
Ein Politiker hätte sich 30 Statistiken zu einem Thema vorlegen lassen, 28 zeigten in eine Richtung, zwei in eine andere. Die beiden abseits gelegenen Statistiken ließ der Politiker sich erläutern.
Im Bundestag präsentierte er dann nur diese beiden und verwies dabei darauf, dass das „die Zahlen des Herren vom statistischen Bundesamtes gewesen wären.“
Yang ohn Yin, die Leute zitieren richtige Zahlen, aber lassen bewusst den Kontext weg, so dass, ohne diesen Zusammenhang, es unterm Strich auf die Verkündung einer Halbwahrheit / Unwahrheit hinausläuft.
UND ES MUSS NICHT NUR UM ZAHLEN GEHEN. Wer wesentliche Dinge weglässt (oder versucht, höchst fragwürdige Dinge hinzuzufügen), der trägt auf diese Art und Weise wohl nicht zur „Mitwirkung an der politischen Willensbildung des Volkes“ bei, Auftrag der Parteien nach Grundgesetz, Artikel 21
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_21.html
Zum Gut und Schlecht / Böse-Vergleich:
Es sollte Politikern nicht reichen, wenn ihresgleichen, Leute aus ihren Kreisen / ihrer Partei sie unterstützen, sie von diesen Respekt bekommen (der ja womöglich auch nicht immer echt und dauerhaft ist, ein Parteivorsitzender wurde etwa mal mit eine Zustimmung von 100% gewählt – dann kam sein Fall.)
Und überhaupt führt das nicht weiter, dieses Schwarz-Weiß-Denken und -Fühlen.
Die Dinge sind oft wohl eher in verschiedenen Grautönen beschaffen oder, bisschen positiver gesagt: bunt.
An dieser Buntheit und Kontroversität in Debatten sollten wir uns erfreuen, als Teilnehmende und Zuschauende.
Ich denke an einige Beirats-Sitzungen, in denen ich den früheren Ortsamtsleiter Hans-Peter Mester im Findorffer Beirat sah: Er animierte die Beiratsmitglieder sich zu äußern, nur das, hielt sich selbst sehr zurück, hatte an der Debatte und der Verschiedenheit der Beiträge Freude.
Moin Olaf Brandtstaedter, sie schreiben: „… ein Parteivorsitzender wurde etwa mal mit eine Zustimmung von 100% gewählt – dann kam sein Fall.“ Diesen Leuten überlassen wir die Führung! „Sie ist verlogen“ beschreibt eine Charaktereigenschaft. Eine solche Person lügt nicht nur einmal, sondern ist grundsätzlich unaufrichtig, neigt dazu, die Wahrheit zu verdrehen, und macht das oft oder systematisch. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Menschen nicht einmal bewusst lügen – denen ist die Wahrheit einfach egal. Es geht ausschließlich um Interessen, man könnte vielleicht von einer ethisch-, moralischen Zerrüttung sprechen.
Hier gibt es einen Politiker, der versucht hat, die Kritik an der massiven Steuergerechtigkeit zugunsten von Superreichen abzubügeln, indem er sie als Neiddebatte denunziert hat. Das Problem für das Gemeinwohl ist, dass diese Art und Weise, mit Kritik umzugehen, erfolgreich genug ist, um nichts ändern zu müssen.
Die Politindustrie und die Mainstream-Medien züchten geradezu verlogene Protagonisten. „Glaubwürdigkeit“ und „Authentizität“ sind das Ergebnis einer Inszenierung, das hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun.
Ja, als dieser Böhmermann mit Frau Roche mal diese wirklich interessanten Talkrunden im digitalen ZDF veranstaltete, fand ich beide sehr gut. DANACH: verfl…, welche Krankheit hat ihn getroffen???? „Humor“ auf dem Niveau von Insterburg & Co (nur: die haben sich damals selbst veralbert, keine anderen!) und Stefan Raab (von seinem „Humor“ könnte man die Klima-Katastrophe erholen, so unterirdisch…)
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Heute: einfach mal seine Gesichtsausdrücke anschauen (in der Ausstrahlung, nach der Bearbeitung!): da fällt mir ehrlich gesagt nur Chaplin in seinem genialen Film über … ein …
Sehr geehrter Herr Schuller,
danke für Ihren Beitrag.
Wie im Weser Kurier vom 13.10.2026 über den Rücktritt von Frau Bas berichtet und wie Herr Bovenschulte sich dazu geäußert hat, gleicht einer puren Entrüstungskultur. Alle Welt ist fassungslos über die vermeintlichen „Angriffe auf Bärbel Bas“ in den letzten Tagen. Von massiven Attacken ist gar die Rede (Weser Kurier 13.10.2026, S. 1).
Doch keiner weiß genau, was genau passiert ist. Das Faktenwissen fehlt: Wer hat Arbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas angegriffen? Was hat die bzw. was haben diese Personen ‚Unangemessenes‘ getan? Gehören diese Personen einer bestimmen Partei an oder nicht? Wann gab es diese „Angriffe“? Wurden sie gegenüber Frau Bas persönlich vorgebracht oder handelt es sich um Hörensagen? Man weiß es nicht!
Auch das vermeintliche Opfer Bärbel Bas berichtet hierzu nur, dass es „öffentliche Angriffe auf mich“ gegeben habe. Ihre Vorwürfe konkretisiert sie nicht (Weser Kurier, ebenda). Hat eine Politikerin in der Trauerphase das Recht, ohne konkrete Belege öffentlich Anschuldigungen vorzubringen! Nein hat sie nicht! Wer Respekt gegenüber der eigenen Person einklagt, muss sie selbst auch anderen gegenüber aufbringen und Klartext reden, wenn es um so massive Beschuldigungen geht. Gleiches Recht für alle.
Doch in Deutschland funktioniert der Mechanismus des beleglosen Anklagens inzwischen wunderbar! Keiner fragt nach und verlangt eine öffentliche Klärung des Sachverhalts: „Frau Bas: Was meinen Sie genau? Werden Sie bitte konkret!“ Auch Journalist Markus Peters vom Weser Kurier begnügt sich mit oberflächlichen Anschuldigungen. Er schreibt vorverurteilend, dass Teilen der Union offenbar der Respekt gegenüber Bärbel Bas völlig abhanden gekommen sei, „als sie in Kenntnis des Trauerfalls die Angriffe gegen Bas weiter forcierten“ (Weser Kurier vom 13.10.20216, S. 2). Das „war im höchsten Maße schäbig“. Marcus Peters klärt seine Leserschaft aber leider nicht auf, welche Angriffe es von CDU-Abgeordneten gegenüber Frau Bas gegeben haben soll. Dafür zeigt er vollstes Verständnis für Frau Bas, die im Moment die „Kraft zur politischen Gegenwehr“ nicht mehr aufbringen könne (Weser Kurier, 13.10.2026, S. 3).
Lars Klingbeil mahnt staatsmännisch „eine Kultur des Respekts“ (S. 1) im politischen Umgang an.
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte verurteilt die Angriffe auf Bärbel Bas, sie werde seit langem „systematisch attackiert“. Das sei „schäbig und unanständig“ (S.1). Alle sind maßlos entrüstet, ohne zu sagen, was genau passiert ist.
Entrüstung ohne Faktenwissen! Den Spekulationen – was wirklich geschah – sind Tür und Tor geöffnet. Wir erleben hier einen Journalismus, der nicht kritisch hinterfragt und über Hintergründe und Sachverhalte gründlich aufklärt, sondern anklagt. Wir erleben SPD-Politiker, die die pure Entrüstung als politische Strategie einsetzen, um den politischen Gegner CDU abzustrafen und sich selbst moralisch zu erhöhen. Wo führt das hin? Wollen wir das?