GeNo – scheut Fecker eine mögliche Insolvenz-Verschleppung?
Seriös kann zurzeit niemand sagen, ob die GeNo das laufende Jahr in ihrer jetzigen Form überstehen wird. Hinter den Kulissen kämpft Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) um frische Kredite für den städtischen Krankenhaus-Konzern. Finanzsenator Björn Fecker (Grüne) äußert dem Vernehmen nach jedoch weiter „rechtliche Bedenken“ gegen eine erneute Unterstützung. Fecker treibt offenbar die Sorge um, er könnte sich der Insolvenz-Verschleppung schuldig machen. Währenddessen „bearbeiten“ GeNo-Personalräte und die Gewerkschaft ver:di Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD), frisches Geld in Richtung GeNo zu schieben.
Der interne „Kampf“ dauert an. Bis Sonntag Abend lag keine Beschlussvorlage für die Senatssitzung am Dienstag vor. Daher wird erwartet, dass sich die Landesregierung eher in ihrer „Frühstücksrunde“ (vor der offiziellen Senatssitzung) mit dem Thema GeNo beschäftigen wird, aber noch keinen Beschluss fassen, sondern die Aufsichtsratssitzung des Krankenhaus-Konzernes abwarten will.
Währenddessen hat die Geschäftsführung laut Insidern hat einen Einkaufsstopp verhängt. So gibt’s bspw. im KBNord keinen Ersatz für defekte Stühle. Und das 30-jährige Bestehen der Geriatrischen Abteilung im KBOst darf nicht mit Schnittchen gefeiert werden.
Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) gerät zunehmend unter Druck. Sie ist nicht nur Gesundheitssenatorin und in dieser Funktion (neben Finanzsenator Björn Fecker) sowohl Vertreterin der GeNo-Eigentümerin Stadtgemeinde Bremen, als auch an der Spitze der Aufsichtsbehörde aller Bremer Krankenhäuser. Zudem sitzt sie auf dem Stuhl der GeNo-Aufsichtsratsvorsitzenden – ist also oberste GeNo-Aufseherin.
Nach in der Wirtschaft geltenden Compliance-Regeln ein absolutes Unding.
Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) ist ebenfalls nicht frei von inneren Zwängen: Wie auch viele GeNo-Personalräte, ist der Präsident des Senats bekennendes ver:di-Mitglied.
Diese Melange ist für seine Rolle bei der GeNo-Zukunft nicht unerheblich.
Finanzsenator Björn Fecker scheint auf den ersten Blick unbefangener, weil eben kein „Ver:dist“
Aber der Finanzsenator ist ebenfalls nicht unbelastet:
Sein Ressort ist im Aufsichtsrat der GeNo vertreten durch Staatsrätin Wiebke Stuhrberg.
Dass Fecker so schwer (oder gar nicht?) zu einem weiteren Kredit für die GeNo zu bewegen ist, hängt übrigens nicht mit bösem Willen seinerseits, sondern mit dem rechtlichen Rahmen zusammen – und mit den übrigen (freien und gemeinnützigen) Bremer Kliniken.
Das Rechtliche:
Die GeNo benötigt unfassbar viel Geld allein für Auflösung und Andocken der Klinikums Links der Weser an das Klinikum Mitte. Das GeNo und ihre Aufsichtsratschefin Bernhard wollen dafür allein 90 Millionen Euro aus dem Bundestopf namens „Transformationsfond“ ziehen.
Fecker ist freilich – wie zu hören ist – skeptisch, ob der Bund diese Gelder überhaupt genehmigen darf. Mittel aus diesem Fond sind daran gebunden, dass damit restrukturierte Kliniken subventionsfrei arbeiten müssen.
Davon ist die GeNo – nach jetzigem Stand – Lichtjahre entfernt.
Man denke bloß an das zunächst bis August „geplante“ Minus des städtischen Klinik-Konzerns von 11 Millionen Euro – aus dem „übers Wochenende“ plötzlich ein drohendes Defizit von 25 Millionen wurde. Das teilweise zur Begründung herangezogene Beitrags–Stabilisierungsgesetz des Bundes zieht nicht: Dieses gilt nämlich erst ab 1.1.27.
Finanzsenator Fecker muss im Fall eines neuen Kredits übrigens nicht nur den Kontroll-Blick des Bundes fürchten. Sondern auch die zunehmende Verärgerung der übrigen Bremer Kliniken.
Insbesondere das freie Diako im Westen, das Rote-Kreuz in der Neustadt und das „Joseph-Stift“ in Schwachhausen wollen die bisherige senatorische „GeNo-first-Politik“ nicht länger dulden.
Die „Freien“ verlangen eine Beteiligung am städtischen Geldfluss.
Die Formel lautet: 2/3 der öffentlichen Mittel für die GeNo. Aber 1/3 für die Freien.
Notfalls wird schon mal das Wort „Klage“ in die Diskussion geworfen.
Ein Gerichtsverfahren droht Bernhard möglicherweise aufgrund des seit 1. Oktober geltenden Bremer Klinikrahmenplans. Hinter dem Begriff verbirgt sich Sprengstoff.
Bis Dezember müssen sich Krankenhäuser und Krankenkassen (die ja alles bezahlen) darauf einigen, welche Bremer Kliniken sich künftig schwerpunktmäßig um die Einzeldisziplinen kümmern:
Wer macht Orthopädie, Gynäkologie, Kardiologie, Inneres, Urologie und so weiter? Bremen verfügt aktuell zudem über drei Krebszentren (KBM, Diako und Joseph-Stift). Ist diese Zahl nötig und finanzierbar?
Sollten sich die Kliniken und die Krankenkassen auf keine Verteilung der künftigen Behandlungs-Schwerpunkte einigen, liegt die Letztentscheidung laut Gesetz bei der Gesundheitssenatorin – die aber ja als AR-Chefin die Interessen der GeNo wahren muss…
Sobald sich Bernhard für eine GeNo- und damit gegen eine der Freien Kliniken entscheidet, dürften die Freien klagen.
Puh, liebe Leserschaft, das war heute leider schwerer Stoff.
Nur dies noch: Ich habe den Eindruck, dass einige GeNo-Kritiker und -Skeptiker sich inzwischen eine Insolvenz geradezu wünschen.
Erstens: Damit sich die GeNo endlich „nackig“ machen – also alle Strukturen, Abläufe und Höhe der Gehälter komplett offenlegen muss. Auch den gewaltigen Verwaltungsapparat von – wie ich höre – über 800 Mitarbeiter w/m begründen muss.
Zweitens: Der Konzern darlegen muss, warum die vier GeNo-Häuser teilweise noch immer nebeneinander her arbeiten (bspw. IT).
Drittens: Weshalb jede Klinik über einen eigenständigen Personalrat verfügt. Daneben gibt’s übrigens zwei weitere: Einen für das Konzerndach GeNo und einen für die eigene Dienstleistungs-Firma (Transporte, Essen, Labor).
Viertens: Wie es um die soziale Kompetenz der obersten GeNo-Führung steht? Der ständige Aderlass an leitenden Mitarbeitern will begründet werden.
Munter bleiben!
Herzlichst
Ihr Axel Schuller
Die GeNo scheint pleite zu sein.
Es ist absolut verantwortungslos, ihr noch Steuergelder hinterher zu werfen
Mir kommt das ganze Theater und Gehabe so vor, als ob die GeNo und ihre Führung lange in Narkose gelegen haben und damit wertvolle Zeit für Umstrukturierung und Umbau verstrichen ist.
Jetzt steht die GeNo kurz vorm Exitus!
Es kann doch nicht sein, daß das Miß- Management, welches sich über Jahre hinweg hingezogen hat, weiter fortgesetzt werden soll.
Schlussendlich bezahlen die Beitragszahler der Krankenkassen und der Steuerzahler die Zeche.
Auch eine Insolvenz in Eigenverwaltung wird nichts mehr bringen.
Die GeNo gehört komplett neu aufgestellt und umstrukturiert.
Durch Fachleute wie Mediziner, Wirtschaftswissenschaftler, Betriebswirte, Krankenkassen Manager und Volkswirte,nicht durch Politik, die von der Leitung und Führung eines solchen Verbundes absolut keine Ahnung hat.
Ganz heftig sind die Überschneidungen der Beteiligten in den Gremien (z.B.Sen.Bernhard).
Da sind Interessenskonflikte geradezu vorprogrammiert.
Gesundheit ist unser „Aller“ wichtigstes Gut.
Da ist für Experimente und politische Spielchen keine Zeit.
Man wird das Problem bei dieser Flughöhe kaum beurteilen können. Wenn man etwas tiefer geht, fallen schon interessante Sachverhalte auf. Man kann Bremen gut mit Mannheim vergleichen. Wie sieht die Lage dort aus?
Universitätsklinikum Mannheim (öffentlich)
Es schreibt seit Jahren massive Verluste und hängt „am Tropf“ der Stadt Mannheim (und des Landes Baden-Württemberg):
Jahr, Geno Bremen, UMM Mannheim, Verhältnis (ca.)
2021,“ca. –3,7 Mio. € –55 Mio. €, Faktor ~15
2022,“ +4,3 Mio. € –45 Mio. €“,
2023,“ –13,5 Mio. €“,“ –31 Mio. €“,“ Faktor ~2,3″
Die Gesamtauslastung der Geno liegt bei 63 % (2023: 65 %), in Mannheim bei 72 %, was wahrscheinlich in der Nähe des Optimums liegt, wenn man keine Versorgungsengpässe provozieren will. Ich glaube, das Sparpotenzial in Bremen ist wahrscheinlich ausgeschöpft. Vielleicht kann man da noch einen einstelligen Prozentwert holen, aber kaum mehr.
Ich vergleiche das mal mit der BSAG (Bremer Straßenbahn AG). Die bekommt jährlich ca. 90–100 Mio. €, einen erheblichen Verlustausgleich von der Stadt Bremen. Die Straßenbahn ist den Linksgrünen zehn- bis zwanzigmal mehr wert als die Gesundheit der Bevölkerung – das sagt vor allem etwas über das ethische Gerüst dieser Leute aus.
Volker Redder hat letzte Woche ja in einem Kommentar aus Versehen offenbart, worum es wirklich geht: dem Ausrauben der Staatskasse mittels PPP (Private Public Partnership). Die vorgeblichen Volksvertreter verschachern Volkseigentum an ihre „Freunde“ und mietet es teuer zurück. Hier soll nur ein weiterer dieser Coups vorbereitet werden.
Können Sie uns einen Überblick darüber geben, wie sich die privat betriebenen Krankenhäuser finanzieren?
Das hier ist ein Beispiel dafür, dass die Politik die Management-Fähigkeiten einfach nicht hat. Und dann hört man von Berlin, dass dort eine Vergesellschaftung von hunderttausenden Wohnungen erfolgen soll. Also Politiker in den zuständigen Gremien sitzen, die keine Ahnung haben. Bei der Krankenhausgesellschaft Geno kann man sehen, wohin das führt.
Man muss bei diesem Thema auch noch auf ein besonderes Bremer Problem hinweisen: Die Senatorin Claudia Bernhard ist einerseits „Landesministerin“ und für die Krankenhauspolitik im Land Bremen mit seinen beiden Städten Bremen und Bremerhaven und den dort residierenden Kliniken zuständig. Andererseits ist die Senatorin Claudia Bernhard städtische Gesundheitsdezernentin und als solche Vertreterin der Gesellschafterin der Geno und als solche auch Aufsichtsratsvorsitzende dieser städtischen Gesellschaft. Wenn es ums Geld geht, muss der Finanzsenator darauf achten, was er als Landesminister einer städtischen Gesellschaft zukommen lassen darf und was ihm als städtischem Kämmerer haushaltsrechtlich möglich und erlaubt ist. In der Vergangenheit wurden die unterschiedlichen Funktionen von Stadt Bremen und vom Land Bremen nicht genau getrennt. Seit 2021 ist das, zumindest theoretisch, anders. Insofern kann man Finanzsenator Fecker nur darin bestärken, auf die saubere Trennung von Landesaufgaben und städtischen Aufgaben Wert zu legen… Denn wenn das Land seine städtischen Kliniken in der Stadt Bremen alimentiert, könnte morgen sofort das städtische Klinikum Bremerhaven auf der Matte stehen und ebenfalls einen gleichartigen Verlustausgleich mit vollem Recht fordern…
Moin Hermann Mester, ja, ich kann grob einen Überblick darüber geben, wie sich die privat betriebenen Krankenhäuser finanzieren. Aber ich stelle grundsätzlich infrage, ob ein paar Mio. € minus überhaupt ein Problem sind. Man muss sich ja mal von der interessengeleiteten Propaganda der Bertelsmann Stiftung emanzipieren.
Ich habe das hier beschrieben:
https://bremensogesehen.com/20261004-geno-insolvenz-senat-hilfskredit/#comment-52580
Helios (Fresenius-Kliniksparte in Deutschland) hat eine EBIT-Marge von gut 8 % zum Umsatz – das ist für deutsche Kliniken ein sehr gutes Ergebnis. Die Eigenkapitalquote bei Krankenhauskonzernen dieser Art liegt typischerweise im Bereich von 30–40 %.
Die Kostensparprogramme dort verschieben Kosten in Richtung Staat. Und ich bin mir nicht sicher, ob die Bilanzen ohne Weiteres vergleichbar sind. Ich habe den Verdacht, dass bei der Geno Kosten gebucht werden, die Helios so gar nicht in der Bilanz stehen hat, weil sie externalisiert sind. Das müsste die Opposition genauer untersuchen.
Die FDP-Fraktion hat sich als einzige hervorgetan, aber die falschen Fragen gestellt, weil sie ideologisch eine Privatisierung wollen. Was die Kosten für die Versicherten langfristig hochtreibt und die Leistung verschlechtert, siehe USA. Günstige Reisekrankenversicherung schließen die USA deswegen regelmäßig aus.
Bremen hat als einziges Bundesland keinen Studiengang Humanmedizin (Veterinärmedizin und Zahnmedizin natürlich auch nicht). Deshalb fehlen Drittmittel, Zuschüsse, Forschung, die besten Mitarbeiter, Studenten, die später am Ort bleiben. Die medizinische Versorgung kann so nur das Niveau eines Kreiskrankenhauses haben. Wie kam das? Natürlich wie alles Elend in Bremen aus ideologischen Gründen. Bei Gründung der Universität erwartete man die baldige sozialistische Revolution und damit Abschaffung der krankmachenden kapitalistischen Produktionsverhältnisse. Allenfalls Arbeitsmedizin hätte noch Geltung haben können. Da braucht es keine Universitätsmedizin mehr. Unterdessen hat man jede Menge sinnlose Quatschstudiengänge eingerichtet und sich in der Pädagogik mit katastrophalen Ergebnissen ausgetobt. Stichwörter dazu: Mengenlehre, Ganzwortmethode, Schreiben nach Gehör, Abschaffung der Noten, Virenfilter, Gendergaga. Kosten spielen keine Rolle. Alles leider sinnlos verprasst. Bon mot zum Schluss: Nachdem Oldenburg 10 Jahre mit der niedersächsischen Landesregierung, der EU, gegen viele Widerstände verhandelt und einen medizinischen Studiengang einrichten konnte, kam Bremen um die Ecke und wollte sich kostengünstig dranhängen. Wurde natürlich abschlägig beschieden.
Lieber Herr „Büchse“, ist das eigentlich Ihr richtiger Name? Trolle und Verschwörungsschwurbler wie Sie verstecken sich doch normalerweise im Netz hinter Fake-Namen?! Man kann immer gar nicht auf den ganzen Blödsinn eingehen, den Sie so schreiben, aber, ich zitiere Sie mal ausnahmsweise: „Volker Redder hat letzte Woche ja in einem Kommentar aus Versehen offenbart, worum es wirklich geht: dem Ausrauben der Staatskasse mittels PPP (Private Public Partnership). Die vorgeblichen Volksvertreter verschachern Volkseigentum an ihre „Freunde“ und mietet es teuer zurück. Hier soll nur ein weiterer dieser Coups vorbereitet werden.“
Kleine Textanalyse dazu:
1. Das war nicht „aus Versehen“. Das ist die einzige logische und gesetzeskonforme Lösung.
2. Sie haben PPP nicht verstanden. Das ist das Gegenteil von „Ausrauben“, da ja der Staat weiter Eigentümer bleibt. „Ausrauben“ ist z.B. wenn die LINKE, als sie noch SED hieß, Partei- mit Volksvermögen „verwechselte“ und Funktionäre sich persönlich bereicherten. „Ausrauben“ ist das, was Linke kennzeichnet (s. ganz großartig Berlin, aber auch Bremen – da wird es dann naiv-romantisierend „Filz“ genannt), nicht Liberale und nicht Bürgerliche.
3. Die FDP will nicht „ideologisch“ eine Privatisierung, sondern um den Bürger zu entlasten. Liberal bedeutet nämlich immer auch so wenig Staat wie möglich. Und wenn man, wie Sie, nicht wahrhaben will, dass der Staat mit der Kohle, die ihm die Bürger anvertrauen müssen, nicht umgehen kann (die Bilanz in Bremen spricht für sich), dann haben Sie vielleicht bei den Grundrechenarten schon lieber Klimakleben gemacht, statt etwas zu lernen. Schade.
Moin Volker Redder, wir hatten sogar schon einmal persönlich miteinander zu tun – in Berlin. Ich war Teil einer Besuchergruppe des Bundespresseamts. Damals habe ich gefragt, warum Sie die Kommunikation mit der AfD ablehnen, obwohl Sie mit Ihren marktradikalen Vorstellungen natürliche Verbündete hätten. Und weil ich die von Ihnen (und von allen) benutzte Framing-Figur der „antidemokratischen Partei“ für daher geholt halte, wollten Sie mich rausschmeißen.
Beim Thema PPP argumentiere ich einfach mit der Einschätzung und Kompetenz der Rechnungshöfe. Ich denke, die stehen schon im Zentrum der Wahrheit. Von Politikern nehme ich in der Regel das Gegenteil an. An Alexander Dobrindts und Andreas Scheuers Pkw-Maut-PPP und dem 270-Millionen-Euro-Ticket von Klaus-Peter Schulenberg (über sein Firmengeflecht) erkennen wir ja, dass die verantwortlichen Politiker rechtsverachtend, dilettantisch und mutmaßlich gemeinschädlich agieren, ohne dass sie dafür in den Knast kommen.
Insofern gebe ich Ihnen da sogar recht: Ich vermute, dass der „naiv-romantisierende ‚Filz‘“ tatsächlich grassierende, institutionalisierte Korruption ist. Und ich halte die PPPs eben für eines der Vehikel dieser Machenschaften zum Schaden der Bürger. Wenn Fresenius mit seinen Kliniken 8 % Umsatzrendite macht, zahle ich das mit meinen Krankenversicherungsbeiträgen. Und die wegen der Einsparungen entlassenen Leute bekommen Bürgergeld – das wird von meinen Steuern bezahlt. Es gibt Schätzungen, dass man ab ca. 2 Millionen Euro Eigenkapital vom System profitieren kann; mit weniger zahlt man drauf. Es ist eine Frage der persönlichen Interessenlage.
Moin Herr Büchse, wird ja immer abenteuerlicher. Wissen Sie, dass wir alles protokollieren müssen, was wir im Bundestag so machen? Daher waren zwei meiner Mitarbeiter anwesend. Und sorry, wenn ich Ihrer heldenhaften Widerstands-Geschichte widersprechen muss: a.) kann ich mich weder an Sie noch daran erinnern, dass wir einen Besucher „rausgeschmissen“ haben und b.) steht davon auch nichts in den Protokollen.
Zum Thema PPP hatte ich schon im GeNo-Blog ausführlichst erläutert, warum die uralten Rechnungshof-Zahlen zur aktuellen Gesetzeslage nicht mehr passen. Dass Sie ALLEN Politikern „in der Regel“ unterstellen, zu lügen, passt gut zu dem, was Sie hier so von sich geben. Und Sie haben ja nicht nur was gegen Politiker, oder? Sie mögen auch Unternehmer nicht, obwohl Sie selber einer sind. Selbsthass? Sie schließen von Einzelbeispielen wie Scheuer und Schulenberg (der sich in dem ganzen Verfahren überaus korrekt verhalten hat) auf einen politisch-industriellen Verschwörungskomplex, der das Ziel hat, gemeinschädlich zu agieren. Ach ja, und beim „Verschachern“ spielt für Sie meine Partei eine große Rolle, nicht wahr? Haben Sie da eigentlich auch konkrete Beispiele oder ist das nur Ihr Bauchgefühl? Wissen Sie, es sind Leute wie Sie, die mit ihrer Mimimi-Wutbürger-Art dazu beitragen, dass immer weniger kompetente Leute noch Lust haben auf Politik. Leuten wie Ihnen kann man es ja eh nie recht machen. Und so kommt es dann, dass unsensible, unempathische Ungelernte ohne jede Bodenhaftung und ohne jede Berufserfahrung im Bundestag sitzen. Das ist leider eine self-fulfilling prophecy, die durch Schwurbler wie Ihnen und dogmatisch-systemkritischen Medien befördert wird.
BTW.: Wenn Fresenius 8 % Umsatzrendite macht, sind das Einnahmen für den Staat bzw. seine Bürger. Wenn für eine GeNo ständig Geld nachgeschossen werden muss, ist das die von Ihnen so blumig beschriebene „Ausplünderung“ der Bürger dieses Staates. Eine Privatisierung staatlicher Institutionen fördert die Wirtschaftskraft und Einnahmenseite eines Landes (siehe zum Beispiel Telekom und DHL) zum Wohle aller, ein Festhalten an alten, überholten Strukturen (s. BAHN) ohne Beteiligung von Investoren, die mit PRIVATEM Geld den Staat bei der Entwicklung unterstützen (natürlich nicht uneigennützig – das ist ja genau der Antrieb), führt zu wirtschaftlichem Niedergang, einer erhöhten Staatsquote, hoher Inflation und damit zu einer Verarmung der Bürger dieses Landes. Wir erleben das ja gerade. Und wenn eine mit Clan-Kriminellen zusammenarbeitende, antisemitische, sozialistische Mauer-Koalition in Berlin mit neuen Schulden auf Kosten ALLER Bürger dieses Landes Immobilien „rekommunalisiert“, wird niemand der potentiellen Investoren mehr einen müden Euro in das Land Berlin investieren. Zu Recht. Und Sie regen sich über PPPs auf? Was ist denn da Ihre persönliche Interessenlage? Oder regen Sie sich einfach nur sehr, sehr gerne auf?
Ach, Volker Redder, „Und wenn eine mit Clan-Kriminellen zusammenarbeitende, antisemitische, sozialistische Mauer-Koalition in Berlin mit neuen Schulden auf Kosten ALLER Bürger dieses Landes Immobilien „rekommunalisiert“, wird niemand der potentiellen Investoren mehr einen müden Euro in das Land Berlin investieren.“
Ich kann ihre Frustration verstehen. Da habe ich eine schöne Verschwörungstheorie für Sie: „rekommunalisiert“ nützt Vonovia die hat eine Marktkapitalisierung von 14,28 Milliarden Euro. Die Verwaltung will 16 Milliarden Euro nur für deren Wohnungen in Berlin bezahlen. Vonovia hat 39 Milliarden Euro Nettoschulden. Wenn ich Vonovia wäre hätte ich die Linken gekauft und die Werbung für die Volksabstimmung bezahlt um genau so etwas zu tun.
Das die für die 16 Milliarden Euro keine neuen Wohnungen bauen und stattdessen einen maroden Konzen retten ist typisch für die abgewirtschafteten Parteien.
Die öffentliche Hand musste 270 Mio. € Entschädigung zahlen, weil die beiden verantwortlichen Minister alles richtig gemacht haben? – Das wollen Sie uns verkaufen? Sie halten die PKW-Maut für richtig, obwohl Autofahrer bereits die Melkkuh der Nation sind? Auto- und LKW-Besitzer zahlen mindestens 55 Mrd. Euro im Jahr. Straßenbau und Bahn kosten zusammen gut 28 Milliarden Euro.
Sie behaupten: „Sie mögen auch Unternehmer nicht …“ Ich halte angestellte Konzernmanager und Spekulanten nicht für Unternehmer. Wie z.B.:
BlackRock ???????? 12,0 Billionen € denen gehören 6,8% von Vonovia.
Vanguard ???????? 10,2 Billionen €
Fidelity Investments ???????? 6,0 Billionen €
State Street Investment Management ???????? 4,8 Billionen €
J.P. Morgan Asset Management ???????? 3,6 Billionen €
Diese Unternehmen gehören sich übrigens nach Recherchen von Jens Berger gegenseitig. Die Manager dieser fünf haben praktisch bei allen DAX-Unternehmen das Sagen, weil sie maßgebliche Anteile halten. BlackRock nutzt die Software Aladdin zur Entscheidungsfindung und verkauft die Technologie auch an andere Finanzinstitutionen. Nach eigenen Angaben verwenden mehr als 200 Institutionen die Plattform, darunter Versicherungen, Pensionsfonds, Banken und Vermögensverwalter. Das ist eine gewisse Monokultur – denken Sie da mal drüber nach, was das bedeuten könnte, so als Biologe.
Meiner Interpretation nach schaffen die Finanzspekulanten gerade Ihre Klasse ab, die der mittelständischen Unternehmer. Ich mache mich mit deren Interessen jedenfalls nicht gemein.
Seit Jahren weise ich darauf hin, dass es nicht die Aufgabe Bremens ist, ein Beteiligungsportfolio von Unternehmen unterschiedlichster Art als Gesellschafterin zu managen. Warum? Zum einen sind es keine hoheitlichen Aufgaben, zum anderen ist die Gesellschafterin Bremen mit ihrem Personal dazu schlichtweg nicht in der Lage. Ein „guter“ Beleg für meine These ist die Flughafen GmbH Bremen, ein weiterer der Klinikverbund GENO. Dieser hatte vor Jahren die Gelegenheit verpasst, sich etwa dem privaten Klinikverbund Asklepios anzuschließen. Was wäre Bremen erspart geblieben! Zudem wären Qualität und Service ungleich höher wie man an den Hamburger Häusern dieser Gruppe ersehen kann.