Gesundheit Nord – Rettung durch Klinik-Kahlschlag und Kündigungen?

23.10.2026 11 Von Axel Schuller

Bei der Gesundheit Nord bleibt kein Stein auf dem anderen.  Das Klinikum Bremen Ost wird aller Voraussicht kahlschlagmäßig reduziert – auf das „Zentrum für seelische Gesundheit“ und für Forensik. Alle somatischen Angebote sollen eingestellt und von den Kliniken Mitte und Nord übernommen werden. Diese Leistungs-Reduzierung hat die GeNo-Geschäftsführung dem Aufsichtsrat des städtischen Krankenhauskonzerns am Freitag vorgeschlagen. Offen ist, ob dies im Zuge einer Insolvenz oder eines verschärften Sanierungskurses umgesetzt wird. In beiden Fällen, so ist zu hören, müssten 500 Vollzeitstellen abgebaut werden.

Der Koalitionsausschuss von SPD, Linken und Grünen trifft sich am (heutigen) Sonnabend, um sich von Gesundheitssenatorin und GeNo-Aufsichtsratschefin Claudia Bernhard (Linke) informieren zu lassen.

Ob dabei bereits Beschlüsse gefasst werden, war am Freitag Abend noch offen.

Liebe Leserschaft, bremensogesehen hat Sie Anfang Oktober über die drohende Insolvenz der GeNo – auch anhand eines internen Papiers – informiert. 

Deshalb möchte ich Sie hier und jetzt unabhängig von den Bezahlmedien auf dem Laufenden halten.

Die am Sonnabend tagenden Mitglieder des Koalitionsausschusses sind ebenso wenig wie die betroffenen GeNo-Mitarbeiter m/w um die Zukunfts-Perspektive zu beneiden. Bewohner des Bremer Ostens und der Umlandgemeinden wie Oyten werden ebenfalls persönlich von den Plänen betroffen sein.

Der Koa-Ausschuss und der Senat in der nächsten Woche müssen entscheiden, ob sie die GeNo in eine Insolvenz treiben lassen, oder den Sanierungskurs verschärft fortsetzen.

Die geplante Schließung des Klinikums links der Weser sollte die Sanierung einleiten. Nun muss aber offenbar auch der größte Teil des KBO „dran glauben“.

Um 500 der rund 5.000 Vollzeitstellen – auf denen rund 8.300 Menschen tätig sind – kurzfristig abzuschaffen, müssen Mitarbeiter m/w gekündigt werden. Dies verbietet jedoch ein aktuell geltende Betriebsvereinbarung.

Entweder die Personalräte und Gewerkschaften stimmen dem Personalabbau zu, oder aber die GeNo meldet Insolvenz an.

In diesem Fall wäre die Betriebsvereinbarung – wie ich höre – rechtlich nicht mehr bindend.

Der städtische Gesundheitskonzern leidet aktuell unter mehreren hundert leerstehenden Betten. Die Sachkosten sind massiv gestiegen (bspw. hat sich der Preis für Hygienehandschuhe innerhalb eines Jahres verdreifacht). Die Konzeptänderung von stationärer zur ambulanten Behandlung läuft schlechter als gedacht. Und die abgerechneten GeNo-Leistungen sind zurückgegangen.

Fest steht: Die GeNo befindet sich schon jetzt in rauher See. Sobald ab 1. Januar 2027 das Beitrags-Stabilisierungsgesetz des Bundes greift, werden der GeNo allein dadurch pro Jahr zusätzlich 40 Millionen Euro fehlen.

Diese Horror-Aussichten muss heute der Koalitionsausschuss für sich verarbeiten.

Der drohende Kahlschlag im KBO dürfte Koalitionäre wie SPD-Fraktionschef Mustafa Güngör besonders betroffen machen, wohnt er doch im Osten. Vermutlich werden die Pläne auch den immer noch starken Freundeskreis der Klinik im Osten auf den Plan rufen.

Insider sind aber überzeugt: Es wird kein Weg daran vorbeiführen, dass die GeNo massiv sparen muss.

Hier die Mitarbeiter-Info der GeNo

https://bremensogesehen.com/20261023-doku-mitarbeiter-geno/

Dennoch: Munter bleiben!

Herzlichst

Ihr Axel Schuller

P.S.: Den Gastkommentar zum Wochenende habe ich bereits am Donnerstag veröffentlicht (übrigens auch wegen der dazu eingegangenen Kommentare sehr lesenswert). Zum Sonntag darf ich Ihnen ein etwas ungewöhnliches Stück ankündigen – eine Art  virtuellen Blick von Außen auf Bremen.